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Das Erste
abstrakt & wachsinnig
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Der motikologische Einschub
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Der motikologische Einschub
Der gute Mensch von Sezuan, ein Idealbild? Es sieht nicht danach aus. Nett sein, freundlich, der Versuch auf andere einzugehen, eigene Bedürfnisse zurückstellen, all das wird nur selten honoriert. Meist ist das Gegenteil der Fall. Man wird nicht ernst genommen, fallengelassen, bestenfalls ausgenutzt. Woran mag das nur liegen? Weshalb sind Menschen, die anderen bewußt weh tun, sie betrügen, sie schlagen, über sie lachen, sie schlicht behandeln wie den letzten Dreck, interessanter und liebenswerter, als diejenigen, die alles für einen tun würden? Ich weiß es nicht und kann es nicht verstehen. Ist es der Reiz des Unnahbaren, der Wille, die Mauer zu durchbrechen? Ist Basis zwischenmenschlicher Beziehungen wirklich selbstsüchtiges asoziales Verhalten der einen Seite und ein entsprechender Duldungswille bzw. -zwang auf der anderen? Warum weiß keiner zu schätzen, wenn man ihn liebt, sich für seine Interessen einsetzt, versucht auf seine Wünsche einzugehen? Was ist so schön daran, nicht zu wissen, wie der andere über einen denkt, nicht zu wissen, ob er gleich wieder zuschlägt, einen verletzt? Scheinbar ist man langweilig, nicht beachtenswert, wenn man sich anständig verhält. Aber was heißt schon anständig. Es scheint ja eben nicht in Ordnung zu sein, wenn man sich bemüht. Ja ich weiß, das klingt jetzt alles ungeheuer hart und negativ, aber mir zerspringt das Herz angesichts solcher Zustände. Man muß sich schon fragen, ob Altruismus lediglich eine Erfindung des Geistes, eine schönrednerische Beschreibung einer real nicht existenten Charaktereigenschaft und Handlungsform ist. Dem kann aber wohl nicht zugestimmt werden, vielmehr ist der Begriff einfach hoffnungslos obsolet. Antiegoistisches Denken liegt schließlich allein im Ermessen der Lebensform Mensch und wäre leicht in die Praxis umsetzbar. Trotzdem bleibt es zum Großteil Fiktion. Es hat ohnehin kaum jemand Interesse daran. Sei fies, linke, verarsche, intrigiere und der Erfolg ist Dein? Nicht mit mir. Trotz allem. Ich werde mich nicht ändern, denn zum Glück bestimmen Ausnahmen die Regel und diese zu finden ist die Mühe wert...
][ motik
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