OUK Das Zehnte   gehimmelt & gestürzt Bla & Blub

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Max Goldt.

Am 06.11. konnte man in Tübingens "Vorzeigeraum" des Museums in der Wilhelmstraße zu einem, in Anbetracht der Lokation verständlichen, aber dennoch beachtlichen Preis von DM 22.- / Erm. 18.-, dem zyklischen Erzählmeister vielleicht unbedeutender Dinge und Lebenssachverhalte lauschen. Hierbei fiel es wahrlich niemandem schwer, nach 4 Jahren erneut unglaubliche Parallelen mit Witz, Charme und Ernsthaftigkeit in seinem eigenen Leben zu entdecken. Die vorgetragenen Stücke entstammten diesmal nur zu einem geringen Teil aus dem Satiremagazin Titanic, was den Spannungsgrad der Vorlesung bei weitem erhöhte. Musikalische Ausflüge in seine Welt der „Voyer des artes" wurden leider in der zweistündigen Veranstaltung außen vorgelassen, auch trug er nichts aus seinen sehr elektronisch-orientierten Heimaufnahmen vor. Aber auch angesichts solcher nackten Tatsachen, die für ein musikorientiertes Magazin, wie dem Vorliegenden zehn Ausgaben lang im Vordergrund standen und stehen, war dem an Onkel Max’ Lippen klebenden Publikum einiges an Informationen für Erwachsene aus seinem Kulturtagebuch geboten. Auch ein Manfred Meyer aus Stuttgart hätte dies nicht besser berichten können. Eine überausverkaufte Veranstaltung, die trotz einiger Stuhlprobleme und dank der sofortigen Ermäßigungsbereitschaft der Veranstalter, eine Reise wert war.

Womöglich in einem Auto, bei dem es als eine Beleidigung aufgefaßt wird, wenn z.B. Lehrer in Amtspullovern und Birkenstock, so wie wir sie aus unserer jüngsten Vergangenheit kennen, gedanklich bei der Verhinderung der Rechtschreibreform in einer Kurve auf 8 Km/h abbremsen und so einem die Autofreundlichkeit und Orientierung am bunten Teil des Schönfelder (Gegenteil zu wilder Raserei) unmöglich machen.

(Auszüge aus: Öffentliches Recht; Vorlesung WS. 97/98) ][ g

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Auch wenn es jetzt immer kälter wird, liebe Leute, wollen wir uns die Stimmung nicht verderben lassen. Denn in Stuttgarts Nightlife tut sich einiges. Neben neuen Clubs wie dem Inner Rhythm Club oder dem Supraton, verändert sich auch immer wieder das ein oder andere Programm diverser Clubs. Im Clima.x gibt es nun zwei neue Abende, die einen Besuch wert sein sollten. Mit ‘Ahead of the Jet Set’ praktizieren C.A.T. Weazle, Schönrock und Jr. Haaksman mittwochs Turntable-Science mit allerlei BigBeat-, DopeJazz- und Downtempo-Platten. Im Vordergrund steht hier nicht zwangsläufig manisches Tanzbeinschwingen, sondern viel mehr genüßliches Abhängen, bei dem auch kreischend getanzt werden darf. Das Gleiche gilt auch für den Donnerstag, wo sich die Depot House Crew nicht so wichtig nimmt, sondern durch entspannte Partymucke (House und Garage, alles ohne Trommelwirbel) für ‘Good Times’ sorgt.

Und auch im Depot selbst ändern sich die Zeiten. Nach einem kleineren Umbau gibt es seit November jeden ersten Samstag im Monat Drum’n’Bass auf die Ohren. Lightwood und Telmo A. laden zu einer Reise durch die musikalische Drum’n’Bass-Welt und sorgen für ordentlich ‘Pressure’. Für Abwechslung wird in Zukunft durch DJ Emanuela gesorgt sein, wenn sie einmal im Monat in ihre Plattensammlung greift. ‘La Misturada’ nennt sich dann das ganze und bedeutet genüßliche Stunden bei Drum’n’Bass, jazzy Beats und DownBeat Grooves. Am 17. Januar werden mit Fauna Flash und Michael Reinboth sogleich die ersten Gäste erwartet.

Für ebenfalls stimmungsvolle Abende mit grandiosen musikalischen Bögen ist die Veranstaltungsreihe Bag of Goodies im Tübinger Jazzkeller bekannt. Und das nicht nur wenn sich bekannte Namen aus der (Post)Acid Jazz Szene hinter den Plattentellern tummeln. In den letzten zwei Monaten gaben sich Patrick Forge, Rainer Trüby und Jazzanova die Klinke in die Hand und sorgten allesamt für sehr aufregende Abende.

Richtig modisch ging es am 8.11. im Depot zu. Risiko Fashion lud zur stylishen Modenschau ein. Neben (wahrlich schönem) Stoff gab es Beats von Mr. Music aus London, dessen Set zwar sehr energiereich begann, jedoch schnell an Attraktivität verlor und dann recht langweilig dahin schlich. Da war C.A.T.Weazle, der direkt vor und nach der Performance auflegte, wesentlich interessanter. ][ mb

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Kraftwerk ist ein Mythos, ein Wunder der Musikgeschichte, ein Projekt, daß seiner Zeit um Welten voraus war. Aber die Zeit bleibt nicht stehen. Wer erwartet hat, daß Kraftwerk noch einmal die elektronische Klangwelt in Aufruhr versetzen würde, sah sich spätestens in Karlsruhe enttäuscht. Zwei neue Stücke waren zu hören und bei allem Respekt, es wäre besser gewesen, wenn sie der Öffentlichkeit vorenthalten worden wären. Ähnlich wie bei Klaus Schulze, der inzwischen belangloses Soundmaterial auf Fax veröffentlicht, hat sich die Situation in das Gegenteil verkehrt: Kraftwerk ist stehengeblieben, Täschno sollten sie anderen überlassen, die damit keinen Namen auf das Spiel setzen. Das bedeutet aber nicht, daß das Konzert im neu eröffneten Zentrum für Kunst- und Medientechnologie in Karlsruhe eine Enttäuschung gewesen wäre. Kraftwerk live ist eindrucksvoll, ein unvergessliches Erlebnis. 4 schwarzgekleidete Männer mit maskenhaften Gesichtszügen, 4 Schaltpulte, 4 Bildschirme, Perfektion in Vollendung, bei "Wir sind die Roboter" bewegten sich auf der leeren Bühne die berühmten Kraftwerk-Androiden und bei "Musikant mit dem Taschenrechner in der Hand" verwendeten sie Fernbedienungen. Auch ohne Wolfgang Flur und Karl Bartos und trotz teilweise einfach schlechter 4/4-Adaptionen war das Ereignis mehr als gelungen, nicht zuletzt wegen der traumhaften Kulisse des ZKM. Laurent Garnier hatte die Ehre, den Abend zu beschließen. Ehre aber auch für Kraftwerk, denn Garnier ist einer der Weltbesten und seine Trackauswahl schlicht unübertreffbar.

Vom Mythos zum Brechreiz: Wo sind wir eigentlich, daß jetzt schon Schmalspurmöch-tegerns, wie Gene Douglas Autogrammstunden geben und wer zum Teufel ist so bescheuert und geht dort hin? Ein kleines Dankeschön in diesem Kontext an das Online-Magazin Analog Tribe und deren großartige Analogie des Monats mit der schonungslosen Wahrheit über sich nach oben fickende Blondchen und besagten Autogrammeschreiberling. Respekt! Endlich mal jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Weiter so! ][ motik

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