OUK Das Elfte   Tiefhaus & Schnellgarage ouk interview: Savas Pascalidis


S a v a s    P a s c a l i d i s

Mit Veröffentlichungen auf 909 Pervertions, Loriz, Shokoy und Richard Bartzens Auswurfplattform Kurbel gehört Savas Pascalidis zu den wenigen baden-württembergischen Techno-Produzenten, deren Platten regelmäßig die einschlägigen DJ-Charts zieren. Mit einem geschätzten Bestand von etwa 8000 Platten, der auch Dance-Classics der 70er und 80er Jahre , Pop und alle möglichen anderen Musikrichtungen abdeckt, gehört er zudem zu den interessantesten DJ’s der Region und kann hierbei auf eine 12-jährige Karriere zurückblicken. Mehr als überfällig daher das folgende

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ouk: Musikalisch gesehen fehlen derzeit Innovationen, kann Dich noch etwas richtig begeistern?

Es stimmt schon, daß es nichts Neues gibt. Es wird halt alles Mögliche neu verarbeitet...

ouk: ...Wäre es da nicht Eure Aufgabe, Euch etwas Neues einfallen zu lassen?

Da gibt es einfach nicht mehr viel. Das Meiste ist ausgereizt. Langweilig finde ich es trotzdem nicht. Ich steh’nach wie vor darauf.

ouk: Bisher hast Du ausschließlich 4-to-the-floor-tracks veröffentlicht. Wenn man sich Deinen Background betrachtet, fragt man sich, ob da auch noch andere Stilarten von Dir zu erwarten sind...

Naja, ich habe auch schon einige Elektrotracks gemacht, aber herausbringen würde ich die nicht. Es ist auch so, daß ich mit Kurbel jetzt ein festes Label habe und nicht mehr, wie früher, Tapes verschicke und das ist nun mal ein reines Technolabel.

ouk: Wie sind eigentlich die Labels auf Dich aufmerksam geworden? Angefangen hat es ja mit 909 Pervertions...

Ich habe Russ Gabriel von Ferox ein Tape geschickt. Er hat mich daraufhin angerufen und gefragt, ob er es pressen dürfe. Später hat sich dann Affie Yusuf gemeldet und weitere Tracks angefordert, die schließlich auf 909 Pervertions erschienen.

ouk: Warum nicht direkt auf Ferox? Hätte das nicht besser gepasst?

Dafür hat es noch nicht gereicht. Ich war damals noch nicht so weit. Es ist ja auch schon wieder fast drei Jahre her.

ouk: Was war das für ein Gefühl, die erste eigene Platte in Händen zu halten?

Schon cool, wie eine Entjungferung... Allerdings erhofft man sich zuviel von der ersten Platte. Es gab zwar ein paar positive Reaktionen, aber es ist nicht viel passiert. Du mußt schon ein paar Platten herausgebracht haben, um beachtet zu werden.

ouk: War das mehr so eine Sache, um als DJ weiter zu kommen?

Ich habe zwar als DJ angefangen, aber mit der Zeit immer mehr Interesse am Produzieren gewonnen. Heute hält sich das in der Waage. Auf die Idee, selber Sound zu machen, kam ich übrigens über Goran Besov, den ich 1991 kennengelernt habe, als er sich gerade seinen ersten Sampler gekauft hat. Wir haben damals auch zusammen experimentiert, aber das war alles noch dilettantisch und amateurhaft. Wir sind dann auch verschiedene Wege gegangen, er ist eher experimentell ausgerichtet, ich mehr dance-orientiert. Ich habe mir dann 94 einen eigenen Sampler gekauft.

ouk: Hast Du die Bedienungsanleitung gelesen, oder einfach herumprobiert?

Nein, ich habe 1,2 Mal Goran angerufen, der ja damals der einzige hier in der Gegend war, der von so etwas überhaupt eine Ahnung hatte. Aber es war schon schwer. Das erste halbe Jahr hatte ich keinen Plan und auch keine Lust die Anleitung zu lesen, inzwischen ist das kein Problem mehr. Ich habe immer noch 2,3 Geräte, bei denen das so läuft. Ich schalte sie ein und es kommt irgendetwas Brauchbares heraus, ohne daß ich genau weiß, wie das jetzt vor sich gegangen ist.

Es bestehen ja verschiedene Möglichkeiten zu produzieren. Zum einen durch vorheriges Planen und Durchdenken, wo dann jedes Soundpartikel an seinen vorbestimmten Platz gesetzt wird, zum anderen aus dem Bauch heraus. Wie sieht das bei Dir aus?

Ich mach’solange daran herum, bis ein Groove entsteht, der mir gefällt und baue darauf auf. Ich habe auch am Anfang gar keine Idee, ich schalte einfach die "Neuner" ein und fange an.

ouk: Hast Du noch Kontakt zu Yusuf und Gabriel?

Fast gar nicht mehr. Die sind auch tausendmal umgezogen, damals wohnten sie mitten im Wald...Außerdem haben sich unsere Richtungen auch auseinanderentwickelt.

ouk: Wie war das dann mit Loriz?

Ich habe den Cheap-Leuten ein Tape geschickt. Die waren aber gerade dabei Cheap in diese jazzigere Richtung zu verändern, also schlugen sie mir vor, auf Loriz zu releasen, weil ihnen das Material sehr gut gefiel.

ouk: Bist Du dann jubelnd durch Dein Wohnzimmer gesprungen oder war das eher normal? Immerhin genießt Loriz Kultstatus.

Es hat sich früh angedeutet, daher war es eher normal. Inzwischen gibt es Loriz übrigens nicht mehr, wegen Problemen mit dem Vertrieb oder so.

ouk: Ist es Dir wichtig, daß Deine Musik auch gepresst wird?

Ja schon, es muß ja auch einen Sinn haben...

ouk: Ist Dir das Coverdesign wichtig? Ich denke daran, weil Du für die erste Shokoy verantwortlich bist, die ohne diese grauenhafte Ente auskam.

Ja, das ist sehr wichtig. Wenn mir das Design einer Platte nicht gefällt, höre ich sie mir gar nicht an, man denkt sich da eben sofort, daß das nichts sein kann. Also irgendwelche Enten, Tiger oder ähnliches müssen wirklich nicht sein.

ouk: Wer macht Deine Cover?

Das letzte Shokoy-Cover hat Isabella Venis gemacht.

ouk: Wie sieht es mit Videos aus?

Das wäre schon interessant, mal ein anderes Feeling, einen eigenen Track im Fernsehen zu sehen; aber das ist dann Aufgabe des Labels, weil ich die Möglichkeiten nicht habe.

ouk: Wie kommst Du auf die Namen der Stücke?

Das geschieht meist spontan. Ich denke nicht ewig darüber nach, nehme mir auch kein Lexikon, damit es spektakulär klingt. „Sugarland Express" ist z.B. aus einem Film aus den 70ern.

ouk: Ich sehe hier überall Filmplakate, interessierst Du Dich für Kino?

Das ist mein zweites Hobby, ich bin sozusagen ein Cineast, Tarantino, de Niro, Blade Runner etc.

ouk: Wann kommt der erste eigene Film?

Das würde mich sicher interessieren, aber das ist zu weit weg.

ouk: Ich habe gehört, Du planst mit Bella zusammen ein Label?

Das entwickelt sich gerade, ein paar Covers stehen schon, wir feilen noch am Konzept. Es wird „Vanguard" heißen.

ouk: Würdest Du für viel Geld Kompromisse eingehen, wenn beispielsweise Sony anfragt, aber eine Stiländerung verlangt?

Ich würde es nicht machen, ich könnte es auch gar nicht. (Grinst)Eine Million wäre ein Ansporn. Aber ich glaube nicht, daß ich etwas machen kann, was mir nicht gefällt. Ich mache nicht Sound, um Geld zu verdienen.

ouk: Die Gagen gehen ja gerade sowieso zurück...

...Das ist auch gut so, keiner hat 15000 DM am Abend verdient, vor 7 Jahren war man froh über 300 Mark...

ouk: Du bist Grieche, wie ist die Szene dort?

Da läuft eher House und derzeit auch Jungle, aber so genau weiß ich das auch nicht. Es gibt ein Label namens Kinetik.

ouk: Die obligatorische Frage nach Stuttgart...

Man kann damit leben. Man muß eben etwas dafür tun. Alle beschweren sich immer, aber selber machen sie nichts...

ouk: Glaubst Du an Außerirdische?

Die gibt es bestimmt. Das wäre

sonst

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][ motik

 

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3) The Music’s Got Me - Visual
4) Rollerskate - Vaughan Mason
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7) I Wanna Dance - Katmandu
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9) Music Makes You ... - Brass Construction
10) King Tim III - Fatback
11) Disco Nights - G.Q.
12) Do It - Mike T.
13) Strut Your Funky Stuff - Frantique
14) Check Out The Groove - Bobby Thurston
15) Hot Shot - Karen Young
16) It’s Allright - Gino Soccio
17) The Smurf - Tyrone Brunson
18) You Can’t Hide - David Joseph
19) Is It Love You’re After - Rose Royse
20) Message II - Grandmaster Flash

 

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