OUK Das Zwölfte   rissig & goldig Bla & Blub

Bla & Blub Bla & Blub Bla & Blub

Wenn mich visuell momentan etwas in der Flyer-Welt bewegen kann, dann sind das mit Sicherheit die M1-Plakate/Flyer der discodoener, die mit zielstrebiger Sicherheit dir dein Augenlicht wiedergeben und von denen man sich auch gleich drei auf einmal einsteckt.

Verabschieden wollen wir uns im Monat März von Freddy, der in der Gerberstraße in Stuttgart in den letzten Jahren etwas aufgebaut hat, was man einen gut sortierten Plattenladen nennt. Demnächst ruft Köln, und wer weiß was er da anstellen wird...

Zum Open Air Grill-out bittet Sound Shop Oskar am ersten Maiwochenende bei der Sound Shop Party im Radio Barth Gebäude. Unter freiem Himmel wird über den Dächern Stuttgarts gegrillt, gechillt und ein paar Stöcke tiefer getanzt.

Gemuese

Neue Zelte schlagen ESP/Skunk Rock Productions auf. Unter dem Namen LO:ST - the London-Stuttgart Connection wird in bisher unregelmäßigen Abständen im IRC gefeiert. Bereits die Premiere mit Bailey, Kane und Future Forces ließ die Theodor-Heuss-Straße beben. Ihre letzte Freeflow im Clima.x hingegen, die Enforcers-Tour, ging Besucher-mäßig leider in die Hose, was mich stark wunderte, wo doch der Name 4 Hero schon eine ordentliche Masse hätte ziehen sollen, aber man liest ja immer wieder von toten Freitagen in Stuttgart. Musikalisch war es zumindest allemal ein Leckerbissen und den Namen DJ Stretch sollte man sich einprägen.

Ebenfalls musikalisch neu gestaltet sind die Samstage im Roxy in Ulm. Ab dem 28.03. präsentiert die Tanzhalle 6.0 auf zwei Floors House, Electro, Drum’n’Bass und Hip Hop mit qualitativ gutem lokalem Line-Up.

Zwei Godfathers waren zu Gast im Tübinger Depot im Monat Februar. Gemeinsam haben diese beiden Abende wohl, daß die Meinungen der Anwesenden weit auseinenderklafften. Trotzdem viel voll und viel gut Stimmung, wie sich das für die Herren Pierre und Grooverider gehört. Das Prädikat "arrogant & hochnäsig", das Grooverider leider schon seit einiger Zeit durch deutsche Lande schleppt, wird vielleicht ganz einfach damit zerbröselt, daß er einfach eine ruhige Natur ist und sich lieber zurückzieht. O-Ton eines weiblichen Gasts: "Ist der knuddelig!" Wer an diesem Wochenende nicht genug bekommen konnte, pilgerte am Tag zuvor, den 20.2., in die Hallen des MS Connexion nach Mannheim zur Prototype-Night. Grooverider, Optical, MC GQ und Goldie, der im Morgengrauen aus dem Hotel antanzte, boten eine einwandfreie Show. Schön übrigens, daß es auch noch deutsche DJs (Bass Dee & Feed) gibt, die vor so einer großen Masse melodische, atmosphärische Tracks spielen.

Dimensions - "die einzige Party in Stuttgart, auf die man noch gehen kann!" (O-Ton eines männlichen Gasts). Zusammen mit La Saga bietet sie schon seit geraumer Zeit eine Spielwiese von primär Drum’n’Bass bis Ragga bis Hip Hop bis House bis ... Es war schon lange nicht mehr so voll und für die gute Stimmung zeichnet sich Mampi Swift auf dem Main Floor verantwortlich.

Nächster Absatz: die Welt der Großraves. Der Name Mayday weist immer noch einen faden Beigeschmack auf, obwohl das Line-up der anstehenden (30.4.) eigentlich ganz ansprechend wirkt. Gibt es eigentlich Marusha noch?

Pilze

Eine Großveranstaltung, die ebenfalls schon einige Lenze zählt und immer für 100% Qualität gebürgt hat, ist die Sounds of Life, die auch dieses Mal (30.4.) für alles und jeden einen Floor und ein klasse Line-Up zusammengestellt hat.

Zick Zack. Die Welt in der wir lesen. Woo-Hah - neues Hip Hop-Mag, seit Herbst 1997 am Start und direkt aus München. Lesenswert, weil lustig bis informativ bis inspirativ bis erotisch bis lehrreich. Hierzu Auszüge aus Dr. Electric & Mr. Funks DJ-Knowledge Lesson: "Backspin": Eine auf die Backe tätowierte Spinne; "Slipmat": Neuartige Binde für Frauen (antistatisch), damit die Liebeskugeln da bleiben, wo sie hingehören.

Münchens Goethe Institut präsentiert dann wohl die Veranstaltung des Monats. Zentrales Thema der "SOUND WORKS EXCHANGE MUNICH" ist "die physische und psychische Auswirkung von Klang, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz digitaler Technologien in der Musikproduktion und -präsentation." Mit Live-Mixing, digitaler Klang- und Bildbearbeitung, Geräuschrecycling, Klanginstallationen, interaktivem Tanz und Film "sollen alle diejenigen angesprochen werden, die den Blick in die Zukunft richten, ein Ohr für Klänge haben und die Vielseitigkeit lieben."

Andere Baustelle: Ein völlig neues Gefühl für ein DJ ist es, vor einem sitzendem, zuschauendem und natürlich auch -hörendem Publikum die Platten zu drehen. Noch ungewöhnlicher wird die Situation, wenn zusätzlich ein Drummer, ein Bassist, ein Gitarrist und eine Sängerin mit diesem DJ eine Art frei improvisierte Session veranstalten. Das Sahnehäubchen bildet dann der Applaus des Publikums. Einen legendären Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde und bei dem genau jenes eintrat, erlebte ich am 1.3.98 im Club Voltaire in Tübingen bei NIET. Wenn das mal nicht geschichtsträchtig ist, wie vielleicht auch die Platte, die ich neulich im Plattenregal stehen sah: Rolling Stones ... Deep Dish & Armand van Helden Remixes!

Zu guter letzt noch Labelnews aus Tübingen oder "Long lives the selfpromoter!", um es mit den Worten Kens auszudrücken. Tübingens Drum’n’Bass Label "Santorin" ist im März mit seinem ersten Release von Simon V aka Vivid an den Start gegangen. Bald erhältlich in den local Recordstores. ][ lightwood

Stossstangen

Es ist traurig für einen Technoverrückten bei einer Veranstaltung mit Mr. Lebensfreude Anthony Shakir im Climax auf zunächst gähnende Leere und später auf einen Haufen zwielichter Mitvierziger zu treffen, die Detroit wahrscheinlich für eine neue Form von Gleitcreme halten und mit Techno so viel zu tun haben, wie der Papst mit Reformdenken. Das ist leider kein Einzelfall in Stuttgart und neidisch blickt man nach Mainhatten, wo neben unzähligen Einbahnstraßen auch eine gefestigte Techno-Community besteht, die die Box oder das Omen mit langen Warteschlangen beglückt. Man sollte sich nicht zu sehr beklagen, immerhin haben wir ja noch das Prag als letzte Bastion für unkommerzielle 4/4-Beats und host für anspruchsvoll-innovative Gäste, wo doch noch der ein oder andere der Musik wegen erscheint. Dennoch, wenn an einem Freitagabend nichts geboten ist und trotzdem die sogenannten Anhänger unserer Musik vor dem Fernseher verblöden, unterdrückt man doch so manchen Fluch. Übrigens liebe Frauenwelt, Techno ist kein grün-braune Eiterbollen sabberndes Monster, das jeden frißt, der keine Drogen nimmt, also zeigt Euch mal wieder und gleicht endlich diesen grauenvollen Männerüberschuß aus!

Ach ja, keine böse Absicht, sondern lediglich Nichtwissen, brachte uns zu einem Unterlassen in der letzten Ausgabe. Also, MTT 04 wurde von Markus Liefke UND Christian Kurz produziert. Letzterer wurde versehentlich nicht genannt, natürlich unverzeihlich und kommt nicht wieder vor, versprochen...Wenn wir schon bei den Produktionen aus heimischen Gefilden sind, sowohl Shokoy als auch Megahertz werfen neue Plastikrundlinge auf den Markt, also nichts wie hin zu Eurem Lieblingsdealer. ][ motik

Apropos Techno. Neben der neuen Heimat im Prag sollte man nicht vergessen die Motor City Freitage im Climax zu besuchen, die qualitativ anspruchsvollen und tanzbaren Techno bieten.

Daß Techno nicht nur via Vinyl konsumiert werden muß, dafür sorgt DJ Hell mit seinem Gigolo Tape-Label. Dessen Volume 3 erscheint die Tage und ist vom Maestro selbst aufgenommen.

Seit 3 Jahren gibt es die ‘soulful, jazzy, funky affair’ namens Bag of Goodies im Tübinger Jazzkeller. So dann wurde auch kräftigst gefeiert, sowohl mit ausländischen Gästen als auch mit den lokalen DJ’s. Und auch wenn die Meinungen im Bezug auf die Qualität der einzelnen DJ’s weit auseinanderklaffen, ist es sicherlich nicht einfach, drei Jahre lang jeden Montag einen abwechslungsreichen und interessanten Abend zu bieten. Respekt. ][ mb


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