OUK Das Drei10te   stichhaltig & todsicher von bars, clubs und musik ...

Von Bars, Clubs und Musik ...

An sich drei Gegebenheiten die für Abwechslung und Vergnügen im menschlichen Alltag stehen. Es gibt vielerlei Bars und Clubs und ebenso vielerlei Musik, die in erstgenannten gespielt wird. Im folgenden Kontext jedoch ist ausschließlich von elektronischer Musik die Rede, insbesondere von House, wobei sich dieses Szenario ohne größere Probleme auch auf andere Stilarten anwenden läßt. Die eigentliche (und wohl auch einzige) Notwendigkeit dieser Zeilen, besteht darin, daß House mittlerweile weitläufig bekannt und akzeptiert ist, doch viele Köche bekanntlich den Brei verderben. Lange genug hat es gedauert, bis man den aufkommenden Popularitätsschwung bewältigt hat und endlich davon abließ, 08/15- statt gute 4/4-Beats zu produzieren. Sicherlich, einige wenige Unermüdliche gab es immer, doch die Zahl jener, die sich des deepen, spirituell betörenden Grooves wiederbesonnen haben, ist erst seit kurzer Zeit wieder gestiegen. Ob es sich dabei nun um vokalen, gospelbeeinflußten House oder dessen wortlose Variante handelt, spielt hier keine Rolle, denn House war schon immer ein sehr allumfassender Begriff jener elektronischen 4/4-Musik. Was aber allen Variationen gleichermaßen zuteil kommt, ist die Tatsache, daß es sich um Musik aus dem Untergrund handelt und kommerzielle Auswüchse von den (meisten) DJs bewußt vermieden wurden.
In letzter Zeit wurde die Tatsache, daß unsere elektronische Musik zur Massenbeschallung Verwendung findet, dann doch zu gerne hingenommen und während in den Regalen der vinylhandelnden Läden wieder mehr und mehr hochwertiges Material zu finden ist, packen die DJs statt dessen den Floorfiller ins Case.
Und doch sind es genau diese DJs, die sich momentan äußerster Beliebtheit bei den Clubbesitzern Land auf, Land ab erfreuen, denn sie bescheren die Tanzfläche mit einer großen Masse von (mehr oder weniger) tanz- und trinkwütigen Menschen.
In der Tat ist es sogar schon soweit gekommen, daß findige Unterhaltungsetablissements als Deutungs-merkmale für einen Abend bzw. für den musikalischen Charakter eines Abends, Worte wie "Fett" oder "Partymucke" gebrauchen. Es kommt sogar noch schlimmer, denn auch das Publikum und sogar Aktivisten, die in jenen Etablissements tätig sind, verwenden diese Unworte in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch. Daß sich die Betreiber damit ihr eigenes Grab schaufeln, ist ihnen meistens nicht bewußt, jedoch recht einfach zu deuten.

Das besondere am Club an sich ist doch, daß man sich dort heimisch fühlt, weil man sich dort regelmäßig mit Gleichgesinnten trifft, um in ge-wohnt guter Atmosphäre zu gewohnt guter Musik zu tanzen. Insofern baut man also ein Vertrauensverhältnis zum jeweiligen Club auf und vertraut so auch auf das Können gastierender DJs.
Doch wenn letztere nur noch den Zweck erfüllen, die Kasse des Betreibers zu füllen, bleibt das Stammpublikum, dessen Herz sich durch gute Musik und nicht durch den Ereignisgrad erfreuen läßt, folgerichtig aus.
Doch gerade dieses Publikum ermöglicht es einem DJ zu experimentieren und Neues zu wagen. Diese Menschen, die sich der Musik öffnen und vom DJ gekonnt durch den Abend geführt werden wollen, wissen, wie glücklich man nach 5 Stunden tanzen sein kann.

Und glaubt mir, es gibt genügend solche Menschen. ][ mb


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