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"Der Mann sieht scheiße aus, der Mann kann nicht singen, aber das ist eben die Struktur des Menschen - wir folgen der Masse." Während Guildo und Konsorten für Aufruhr sorgen, gibt man sich der wahren Kunst deutscher Ge-sangsinterpretation hin, nämlich am 13. Mai. Georgette Dee war zu Gast im LTT in Tübingen, Terry Truck im Schlepp-tau und Brecht das Thema. Resultat: 1 geschlachtete Vier-fruchttorte, 2 Flaschen Schampus, 1 Schachtel Zigaretten und jede Menge Applaus und Zugaben für die beste Chan-son-Tunte der Welt. Was das mit elektronischer Musik zu tun hat? Nicht schon wieder...
Peshay ist ein vielbeschäftigter Mann, fährt Ferrari und produziert gute Musik. Wenn Peshay ein Album produziert, hat er viel zu tun und wird nicht fertig. Deshalb kann er London nicht verlassen und sagt kurzfristig seine Bookings in Deutschland ab. Da seine "Agentur" aber schon sämtliche Flüge gebucht und alle Verträge unterschrieben hatte, entsteht ein Problem. So müssen die deutsche Agentur, eine Veran-staltung in Mannheim, ein Club in Hamburg und ein Club in Tübingen ins Gras beißen ... und während man in Teutonien verärgert dem Geld hinterherhechtet fährt man in London Ferrari ...
In Stuttgart fährt man lieber Bus. So auch am 24. April, an dem "Catch the Bus" mal wieder das Motto war. Das Konzept ist wohl eines der rentabelsten überhaupt, aber von Abzock kann keine Rede sein, denn Clubhopping ist schwer angesagt und die Menschenmassen hatten für 15 DM ihren Spaß in den Locations. Doch was ist, wenn es plötzlich keine Clubs mehr gibt? Man hört wieder viele Klagen aus allen Richtungen an denen wohl hauptsächlich das schöne Wetter Schuld war. Ein Wochenende zu früh - 1./2. Mai; Nässe prasselte vom Himmel - war am Rotebühlplatz der Bär los. Radiobar, Sound Shop und Dachterasse dienten dem exzessiven Innercitypartyrausch, den manch einer in der Schlange davor verbrachte.
Veranstaltung des Monats findet statt in ... München. Ja, mal wieder und nur weil kurz vor Druckabgabe noch ein Fax ins Haus geflattert ist. Die Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper präsentieren sich vom 26. Juni bis zum 24. Juli mit dem Avantgarde-Programm Festspiel plus. Highlight ist am 15. Juli die Uraufführung von John Zorns "Rituals". Er stellt in einer scheinbar völlig unlogischen Weise Musikfragmente aus den verschiedensten Richtungen nebeneinander und mischt Klangeffekte mit herkömmlichen Instrumenten.
P.S.: Nicht vergessen: 11. Juli - Let the sun shine in your heart oder so ähnlich...
][ lightwood
Am 22.05. fanden sich im Stuttgarter 0711-Club/Prag vier Vertreter des Ninja Tune Labels ein, um im Umfeld der FUNKUNGFUSION-Tour auch hier im Schwabenländle auf die neueste Compilation (Besprechung im Heft) aufmerksam zu machen. Si Begg (aka Cabbageboy, alias Buckfunk 3000) hatte es zu Beginn etwas schwer, das durch die wild flimmernde Videoleinwand abgelenkte Publikum in eine euphorische Stimmung zu versetzen. Doch langsam aber sicher tauten die zahlreich erschienen Gäste auf und spätestens bei DJ Vadim, der mit viel Witz und Charme beim Scratchen beeindruckte, erhöhte sich die Dichte auf dem Parkett. Weniger gelockert ging es zur Sache als Chocolate Weasel (aka T-Power & MK II) ein teils von Platte und teils live eingespieltes Programm mit chronischen Mundwinkeln nach unten darbot. Um drei Uhr morgens leerte sich dann so langsam die Location, was aber dem Stimmungswall, den Amon Tobin als Schlußlicht mit seinem fast nur aus eigenen Releases bestehendem Set, keinen Abruch tat. Gleich der ninjatune'schen Labelphilosophie präsentierten sich alle in ihren eigenen Konzepten als überaus abwechslungsreich, so daß zu Filmsequenzen von feuerspeienden Karatekämpfern und sonstigen Asiaproduktionen ein bunt durcheinander gewürfeltes Sammelsurium aus Hip-Hop, Elektro, Drum`n`Bass, Jazz und Trip-Hop, mal schneller mal langsamer, sich immer neue Ohren erkämpfte. Gänzlich ohne Starallüren gelang es dem DJ-Team mit dem sehr eng bemessenen Platz für die Videoinstallationen auszukommen und auch so ihre überaus kreativen Vibrationen auf das, zum Teil auch erschrockene, Publikum zu übertragen. Kurz nach vier Uhr wurden schnell die sieben Sachen gepackt, um sich auf den Weg nach Zürich zu machen. ][ g
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