OUK Das Drei10te   stichhaltig & todsicher Thailand

 

Nach 10 Stunden Flug verläßt man den stark klimatisierten Eisenvo-gel, um in die feucht heiße Auspuffluft der ca. 2.000 qkm großen Stadt Bangkok zu gelangen. Auf Hochtrassen, dem Verkehrschaos entfliehend, das die rund 3,5 mio. Autos auf den Straßen verursachen, gelangt der Reisende so nach knapp 30 min. in den Kernbereich der Millionenstadt. Nicht lange dauert es, bis man sich an die abgasschwangere Luft gewöhnt hat und sich mit den permanent rußüberzogenen Gliedmaßen des eigenen Körpers abgefunden hat. Nach einem kurzen Erfrischungsaufenthalt in den Zimmern der Guesthouses oder Hotels, die es zu einem Preis von 5 - 100 DM pro Nacht überall zu mieten gibt, geht es vorbei an unzähligen Essensständen, welche für unsere Mägen gut bekömmliche Speisen auf Öfen, die aus allem Nichtbrennbarem hergestellt sind (alte Farbeimer, Stahlfässer,...), zubereiten. Daneben findet sich auch ein reichhaltiges Angebot an kulinarischen Sonderbarkeiten wie Wasserkäfer, geröstete Heuschrecken und fliegende Ameisen, die nicht Jedermanns Sache sein dürften. Weiter geht es dann durch überdimensionale Einkaufszentren, wo sich auf einem der 7, mehrere Quadratkilometer großen Einkaufsebenen bis zu 300 Shops vereinen. Angeboten wird hier vom Alltagsgegenstand über Handys in allen Variationen, Software (Raubkopien), Essen bis hin zur Zahnbürste, alles was man braucht oder auch nicht. Das unglaublich billige Preisangebot läßt einen schnell in einen unkontrollierbaren Kaufrausch verfallen, den nur die Urlaubskasse zu stoppen in der Lage ist. Oder aber das Fassungsvermögen der Hände gibt einem für diesen Tag das Aus, da sie mit der Aufnahme einer weiteren Plastiktüte, in die grundsätzlich alles gestopft wird, was man erworben hat, gänzlichst überfordert wäre. Abends gleitet man dann im unaufhörlichen Strom von Menschenmassen, vorbei an tausenden von Ständen, die jeden Kitsch in nett penetranter Art dem gutgläubigen Touristen aufzuschwätzen versuchen. Die gesamte Verständigung basiert auf einem Kauderwelsch aus Bruchstückenglisch und Gestiken mit Händen und Füßen, was noch durch das Hinzuziehen eines Taschenrechners bei Preisverhandlungen untermalt wird. Zahlen braucht man fast ausnahmslos nur ein Drittel des angegebenen Preises. Auch in Restaurants und Hotels wird gehandelt: "Stay three nights pay two. I give you discount!".
Das Nachtleben von Bangkok ist unüberschaubar groß und überall ist für jeden etwas geboten. Bars, Sexshows, Bordelle, Clubs mit und ohne GoGoTänzer und natürlich Diskotheken, die vergleichbare Musikrichtungen wie auch hierzulande auflegen. In den Discos tummeln sich hauptsächlich sehr junge Menschen, die bis zum Morgengrauen vollgepumpt mit Amphetaminen wie in Trance zu den meistens 4/4-taktischen Rythmen des DJ´s tanzen. In den Animierbars und Sexshows aber auch in gewöhnlichen Bars wird man hingegen ständig konfrontiert mit dickbäuchigen, weißhäutigen Versagertypen aus aller Herren Länder, die mit gelangweilter Geste einer der Millionen Prostituierten über alle Körperteile tatschen und ein einstudiertes aber verächtliches Lächeln dafür ernten. Thailand, vor allem Bangkok, gleicht einem über-dimensionalem Bordell, und das nicht nur in den Touristenghettos, sondern überall. Nur selten findet man einen Ort, an dem nicht sofort auffordernde Blicke auf einem ruhen, oder man sogar direkt angesprochen wird: "Fucking? Just fucking, no love!"
Auch wenn Bangkok eine der faszinierendsen Metropolen der Welt ist, wo niemals Stillstand einkehrt, ist es doch angenehmer auf den ca. 450 km weit entfernten Inseln im Golf von Thailand, die man mit Zug oder Bus und Bootsfahrt zu billigsten Preisen erreichen kann. Präsentiert sich Koh Tao anfangs noch als kleine (3x7 km) verschlafene Fischerinsel, die touristisch hauptsächlich für Taucher geeignet ist, so dient sie doch vor allem als Sprungbrett für die nur eine Spucke weit entfernte Insel Koh Phangan. Hier trifft sich der gesamte Travellertourismus bei Vollmond, um 24 Std. lang unter Palmen im weißen Sand, bei Südseeromantik im wild zuckenden Laserlicht sich die Seele aus dem Körper zu tanzen. Aufgelegt wird hier auf professionellem Equipment haupsächlich GOA-Sound und es wird auch nicht mehr lange dauern, dann wird die derzeitige Zahl von 3 - 6000 Ravern ins sprunghafte steigen. Die Ausuferung kann man sich dann im Lichte der aufgelegten Musik leicht vorstellen. Auf den Fullmoonpartys, die mittlerweile alle 14 Tage stattfinden, wird von den Einheimischen dem drogenorientierten Reisenden alles angeboten, was man rauchen, schlucken oder spritzen kann. Nachdem man das eine oder andere zu billigsten Preisen erworben hat, kommt es aber nicht selten vor, das eben selbiger Dealer mit einem Polizisten auf den Verstrahlten zukommt und ihn zu einem der ungefähr 200 Inhaftierten pro Party werden läßt. Warum sich auch die Fangprämie von bis zu 5.000 DM entgehen lassen. Wie erklärt man bloß einem thailändischen Polizisten, daß der neben ihm stehende Informant ja eigentlich gerade erst als Verkäufer aufgetreten ist, wenn dieser so gut wie kein Englisch versteht, oder verstehen will? Aber auch auf Koh Tao und der ebenfalls in der Nähe liegenden Insel Koh Samui finden Strandparties statt. Hier geht es dann weitaus familiärer zu und die Angst vor einer Verhaftung gerät schnell in Vergessenheit, wenn man sich z.B. auf der ebenfalls 14-tägigen "One day before Fullmoon Party" gehen läßt. Koh Samui bietet daneben noch ein reichhaltiges Angebot an Diskotheken, in denen an jedem Tag der Woche ein unterschiedlicher Sound aufgelegt wird. So hat man hier die Möglichkeit zwischen House, Acid, Drum'n' Bass, oder was es sonst noch alles gibt, zu wählen. Richtig gut wird es in fast allen Etablissements aber erst ab 2 Uhr morgens, da sich dann die Räume erst richtig füllen. Auch das Clubhopping ist hier eine wahre Freude, denn Eintrittspreise scheinen hier noch ein Fremdwort zu sein und die Lokalitäten liegen meistens leicht erreichbar an einer 2-4 km langen Straße durch die Stadt. Ge-tränke wie Wasser, Cola, Red Bull (Konzentrat) und viele andere Energydrinks gibt es selbst in den Clubs zu Pfennigbeträgen, so das man angesichts der herrschenden Temperatur von bis
zu 45 Grad Celsius nicht vertrocknen muß, auch nicht innerlich. Angesichts der Preise für Unterkunft, Verpflegung und Spaß, ist Thailand ein Land, welches neben seiner unerschöpflichen Kultur religiöser (Buddhismus) und menschlicher Art ein breites Spektrum an Abwechslung bietet, und jeden gastfreundlich in seine Arme schließt. ][ g.

 
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