ouk: Ja, hallo, ouk hier. Dietmar, wo bist Du?
Dietmar: Hey Jungs, ich bin gleich zu Hause, ruft nochmal in 20 min.
an
Click Berlin ist eine große
Stadt, in der sich viel bewegt. So dauert es manchmal einfach, bis man
zu Hause angekommen ist, und sich relaxed den Interviewern hingeben kann.
Also nocheinmal.
Tuut Tuut Ja, hallo!
ouk: Hallo Dietmar, bist Du soweit?
Dietmar: Ja, ich bin jetzt zu Hause. Es kann losgehen. Ich war eben
noch mit den Jungs Frisbee spielen, das hat dann ein wenig länger
gedauert.
ouk: Frisbee, daß es sowas überhaupt noch gibt ...
Dietmar: Doch, doch. Ist hier in Berlin gerade voll angesagt. Und
der Goodgroove aus Frankfurt hat sein Label ja auch Frisbee genannt. Aber
spielen tut er glaube ich nicht.
ouk: Du bist also so ein richtiger Sportskerl?
Dietmar: Nein, das kann man nun auch nicht sagen. So Sportfanatiker
und Fußballvereinfritzen kann ich überhaupt nicht ausstehen.
Erst gestern war ich mit zwei Kumpels im Fahrradladen und mußte
zusehen, wie sich ein älteres Ehepaar mit neuen Fahrrädern und
passender Kleidung ausrüstete. Natürlich alles in schicken grünen
Neonfarben. Die haben tatsächlich kurz mal 20.000 Mark liegen lassen.
Da könnte ich dann gleich losschreien.
Für mich dient der Sport mehr als Ausgleich. Es muß ja nicht
immer Musik sein. Das schweißt dann auch ein wenig zusammen und
das gibt dann auch so eine Art Netzwerk über ganz Deutschland, wo
man Rücken an Rücken zusammenarbeitet. Das sind meistens eben
schon ältere Leute.
ouk: Meist merkt man es auch bereits beim Gespräch über
alte Punk- und Rock-Bands.
Dietmar: Ja, genau. Bei diesem Thema trennt sich dann die Spreu
vom Weizen. Es ist cool mit Mitja und Dixon über Musik zu reden.
Und es sind ja auch meine besten Freunde, aber die kennen keinen Rock,
keinen Reggae, keinen Dub. Die kennen das alles nur sporadisch, haben
aber nie diese Punksynergie inne gehabt. Deshalb kommt das auch so spärlich
mit den NewWave-Samples. Das wäre ja eigentlich eine Sache, wo man
denken würde, daß sowas viel hufiger vorkommt. Ach, warte mal
kurz.
- DaDiDum - Bitte Warten -
DaDiDum - Ok, da bin ichwieder.
ouk: Nun erzähl aber mal was über Blaou und deine Arbeit
dort.
Dietmar: Nun, die Grundbesatzung bei Blaou besteht aus Dixon, Mitja
und mir. Dixon und Mitja haben dabei die Funktion eines A&R inne,
wobei ich da schon auch mitrede. Mit den Gestalten arbeiten wir viel zusammen,
hauptsächlich wegen unseren graphischen Belangen und Kai von Container
macht den Vertrieb und das war es eigentlich auch schon. Als Künstler
haben wir Christian Linder und Jürgen Dresen als Arc en Ciel, Matthias
Schaffhäuser und Ralph Lock. Jetzt kommt noch der Matthew Boone aus
Dortmund hinzu. Durch meine Szeneanbindung habe ich natürlich Vorteile.
Du mußt halt mit den richtigen Leuten reden. Es gibt da ein network
der etwas netteren Leute, die auch nicht gleich stulle sind, und das hält
einem dann auch den Stress vom Rücken. Wenn dann jemand Scheiße
über dich redet, dann nehme ich dich eben in Schutz, und umgekehrt.
Das ist eine gute Sicherheit, die Du einfach brauchst.
ouk: Du hast ja früher auch bei Strictly gearbeitet, da ging
es sicherlich nicht immer so ruhig zu.
Dietmar: Ja, klar. Das war schon was anderes. Obwohl damals Strictly
ja noch richtig gut war. Gelächter dringt durch den Hörer.
Aber das war 92/93, also schon lange her. Aber irgendwann hat mir
das dann alles gestunken, und so habe ich dann eben mein eigenes Ding
gemacht: Blaou. Ich bin auch sehr froh, daß ich mich jetzt wieder
mehr auf deutsche Künstler konzentrieren kann. Auch mit meiner Booking-Agentur.
Die Clubs können es sich einfach nicht mehr leisten, die teuren Ami-DJs
einzufliegen. Mit der Ausländersteuer schon gar nicht mehr. Ich saniere
mit den deutschen Djs nun die Clubs, die ich vorher mit meinen Amis ruiniert
habe. ][ enco und mb
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