Klein, handlich, und einer Unmenge von Spielwelten zugänglich,
so kennen wir den GAME BOY. Eben als eine Maschine, die uns ermöglicht
zu konsumieren. Doch jetzt ist alles anders, der GAME BOY ist eine Stufe
weitergegangen und jedem Besitzer ist es mittels eines neuen Plug´n´Play
Modules möglich geworden, selber kreativ zu werden und nicht nur
Vorgefertigtes zu benutzen.
Ein kleiner Augapfel, der sich um 180° drehen läßt, macht
das Gerät zu einer kleinen, handlichen Digitalkamera, mit der man
in vier Graustufen alles, was so rund herum geschieht auf einem Speicher
von 30 Bildern festhalten kann. Die einfach zu überschauenden Bedienungs-
und Steuerungsfunktionen sind im Nu in Hände und Finger übergegangen,
so daß man mit gewohnter Super-Mario-Manier schnell zu Ergebnissen
gelangt. Dies ist auch angesichts der vielfältigen Möglichkeiten,
die das neue Fotomodul liefert, ein absolut bedienerfreundliches Muß.
Wirklich interessant wird es nämlich dann, wenn man in die Bearbeitungsphase
der Bilder gelangt. Konnte man schon beim Tätigen der Aufnahme über
digitale Effekte wie Spiegeln oder Verzerren wählen, so kann man
hier in einer Datenbank vorgefertigte Symbole und Bilder herausnehmen
und diese in das Foto einbauen. Es war noch nie so leicht jemandem Hörner
aufzusetzen. Auch Texte lassen sich in verschiedenen Zeichensätzen
in das Bild integrieren. Wem dies aber wieder zu konsumtechnisch erscheint,
der kann seiner Kreativität völlig freien Lauf lassen indem
er seine wildesten Phantasien mit Hilfe des Paintmodus auf die selbstgeschossenen
Bilder überträgt. Dem Bildbearbeiter stehen hier vier Graustufen
und vier Pinselstärken zur Verfügung, was genaues Arbeiten sogar
auf Pixelebene erlaubt. Ist man dann mit seinem Werk zufrieden, so ist
es weiterhin möglich einen (leider nicht individuell erstellbaren)
Rahmen um das Ganze zu legen und - sofern man Besitzer des GAME BOY Printers
ist - kann man sich die einzelnen Bilder letztendlich sogar als 2,3 x
2,7 cm große Fotoprints ausdrucken. Ganz im Stil großer Supermarktkassen.
Das speziell hierfür zu verwendende Druckerpapier verfügt dann
auch noch über eine sehr spaßige Eigenschaft: Es ist selbstklebend...
Schnell noch ein Foto auf eine Postkarte? Kein Problem!
Wie
sich das für einen Konsolenspielehersteller gehört, wurde noch
ein Spieleblock als weiteres lustiges Feature in das Modul integriert.
Aber auch er hat ein neues Gesicht bekommen, besser noch, er kann jetzt
jedes Gesicht bekommen. Nur schnell im Fotomodus in vier Abständen
(wie bei der ActionTracker siehe ouk 13) vier einzelne Momente eines Gesichts
als Gameface aufnehmen, abspeichern und schon tanzt der Jongleur der ersten
Nintendo-Generation über den Bildschirm, allerdings mit dem aufgenommenen
Gesicht. Eine weitere Attraktion ist der DJ-Modus. Nun endlich kann wirklich
jeder DJ werden und zu zwei vorgegebenen Loops aus 16 Tönen eines
der vorgegebenen Geräusche, die dem Anschein nach von dem rückwärts
laufenden Plattenspieler auf dem Display stammen, hineinscratchen, während
ein Männchen mit dem vorher gefertigten Gameface sich im Rhythmus
der Musik wiegt. Doch auch hier ist noch kein Endpunkt erreicht, da es
ohne weiteres auch möglich ist, sein eigenes Stück zu komponieren
und zu programmieren. Zur Verfügung stehen dabei drei Soundbänke,
wobei eine davon, die Noise Bank, für die Rhythmuseffekte vorgesehen
ist. Dabei arbeitet man nicht nur mit einem Pool vorgefertigter Töne,
sondern hat unter anderem Gain-, Time-, Gate-, oder Frequenz-Regler auf
dem Display mit denen man nach Belieben Veränderungen vornehmen kann.
Alles in allem ein kleines Multimedia-Wunder für die Hosentasche,
das durchaus in der Lage ist unverschämt-gute Laune zu produzieren.
][g
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