OUK Das Vier10te heiß & geckig 1/2 10 und später...

Gestern Abend saß ich auf dem Balkon und habe ein Bier getrunken. Dabei über die sture Men-talität unseres Volkes zu philosophieren, war sicherlich nicht der beste Zeitvertreib. Gibt es überhaupt noch Platz für spontane Gedanken, für aus dem Bauch herausgelebte Ideen?
Deutschlands Plakatwände jedenfalls sind nach strikten

sich auch das Bier wieder genießen.

Mit krummen Kreuz am Frühstückstisch. Koffeeinduft in der Nase. Marmeladetoast zwischen den Zähnen. Nach lesen der Tageszeitung fühlt man sich gleich viel gebildeter und nach 3 weiteren Tassen Kaffee ist das Rückgrad auch

geometrischen Regeln designt. Kein I-tüpfelchen, daß nicht an dem ihm vorgeschriebenen Platz wäre. Alles wirkt steril und penibel, überhaupt nicht sexy. Ausnahmen, ja es gibt sie tatsächlich, wirken wie Balsam auf den Lippen. Und als geneigter Leser ausländischer Presse ist man der deutschen Werbung dann doch nicht ganz ausgeliefert, so läßt
wieder gestärkt. Was beim DJ die Nacht zuvor weniger der Fall war. Denn jener hat auf wahrlich professionelle Art abgeräumt und dabei ganz und gar nicht seine Stärken gezeigt. Womit wir auch schon beim leidigen Thema angelangt wären. Gibt es überhaupt noch Platz für das Musikalische in dieser Szene.
 
Hat der Partyfaktor alle anderen Werte vereinnahmt. Oder sollte man sich glücklich schätzen zu jener Handvoll Menschen zu gehören, die sich zum Set eines Joe Clausell aus-lassen. Gestern Nacht - die Menge tobte, der Dumm-Dumm-Consumer schrie. Aber vielleicht haben sie ja
Lähmung. Um 4 Hero´s Zitat aufzugreifen: Wieso ist es heutzutage nicht möglich John Coltrane im Club zu spielen?
Wahrlich vermisse ich immer mehr Stücke, die man einfach nicht mehr zu Hören bekommt. Die moderne Clubkultur hat sich auf einen Purismus versteift, der seine Anhänger der Offenheit beraubt. Selbst in
auch alle nur schlecht gefrühstückt.

Beim Abendessen hatte ich ganz andere Sorgen. Wieso sind Menschen entweder vom Mainstream verseucht oder aber auf eine völlige puristische Haltung aus, die sie in das gleiche Endstadium führt, die völlige

Bars, wo eigentlich alles möglich sein sollte, wahrt man den Schein des tanzbaren Beats. Nichts gegen eine pumpende Bassdrum, aber sollten die DJ´s von heute nicht in der Lage sein, verschiedene Stile unter einen Groove zu mischen? Ich könnte dann zumindestens beruhigt Schlafen gehen. ][ mb

 

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