G E S P A L T E N E T Ö N E 8 9 9 8
Festival
-
Festival Resurrection -
disko B
Heinrich Tillack ist zurück. Nach seinen Werken als Sysex und Absolute
wagt er sich nun unter dem Namen Festival ans Licht der Öffentlichkeit
und zwar gleich mit Doppel-Vinyl-Album-Ausgabe. Aber kein Grund zur Besorgnis,
denn Heinrich hat hier seine gesammelten Talente schalten und walten lassen
und so ein interessantes und abwechslungsreiches Techno-Album produziert.
Die Art und Weise, wie er den Beat immer wieder unterbricht, durchbricht
oder gar ganz fallen läßt, erinnert mich stark an die Komponierweise
von Jazz. "Festival Ressurection" ist dadurch geradezu eine
Herausforderung auf dem Dancefloor. ][ mb
V.A. -
The Sound of Cologne - Sound of Cologne
"Eine prallvolle Doppel-CD mit markanten Titeln" tönt es
aus der Begleitschrift und verspricht somit genau das, was diese Compilation
darstellt. Eine Zurschaustellung des gesamten Kölner Repertoirs elektronischer
Musik: Somit dient diese CD als guter Einstieg in die Welt des heutigen
minimalen Techno-House. Der "Kölner Klang" in all seinen
Facetten. Elektronische Musik, wie sie bleibt und lebt. ][ mb
Robert Görl -
Sex Drops - disko B
Purität war schon immer ein Ding von Görl und so kriegt man
auch auf seinem dritten disko B Album straighte Tracks zu hören,
die man auch im weitesten Sinne als "Klassischen Techno" be-zeichnen
könnte. Wobei die Geradlinigkeit wohl mehr Co-Produzent Regis zuzuschreiben
sein dürfte. Energetisch, mit intensiven Loops, die unaufhaltsam
vorwärtspumpen. ][ mb
Forever
Sweet -
Geben & Nehmen - Ladomat 2000
Eine solche Platte kauft man nicht ohne Erwartungen und wenn dann auch
noch "Geben & Nehmen" als Titel zu lesen ist, ist man umso
mehr auf den Inhalt gespannt. So tun Tobias Thomas, Reinhard Voigt und
Michael Mayer eben genau das, was sie in schwarzen Buchstaben auf's weiße
Cover drucken ließen. Sie geben wieder, was sie in ihrem alltäglichen
Leben aufnehmen. Ausgewählte Samples und Beats, die ihr Leben bestimmten.
Sie nehmen Musik(kultur), die sie lieben, auf und geben sie auf ihre Art
weiter. So wirkt Forever Sweet stets melancholisch ernst und doch romantisch
süß. Forever Sweet eben. ][ mb
Herbert -
Around the House - Phonography
Herbert scheint aus einer anderen Welt zu kommen, anders kann ich seine
Art, House zu produzieren, nicht erklären. Niemand versteht es besser,
stählerne Drumsounds in solch liebliche Songs, anders kann man es
nicht nennen, zu verpacken. Und seit dem er mit Dani Siciliano zusammenarbeitet,
befindet er sich in Bestform. Dieses mal erfreuen sie unsere Welt mit
11 lockerleichten Tracks, die einen in jedem Moment des Lebens erfreuen
und erfrischen. Drum laßt es mich euch ans Herz legen: CD im Laden
kaufen, im Wohnzimmer abspielen und dann zurücklehnen und genießen.
][ mb
Rancho Relaxo Allstars - Live at Luvparade - disko B
Die Chill Out-Gurus reiten wieder, um erneut die Welt in "Aaah´s"
und "Oooh´s" zu versetzen. Eigentlich wollten sie ja nur
Berlin unsicher machen, da ihnen aber die Behörden die Einreise verweigerten,
schrieben sie ihr musikalisches Programm kurzerhand auf CD, um uns mit
experimenteller Vielfalt und Einzigartigkeit zu begeistern. ][ mb
Ian Pooley -
Meridian - V2
Mit diesem Album präsentiert Ian seine gesammelten Werke zum ersten
Mal auf einem Major-Label, was ja irgendwie schon immer zu erwarten war,
ohne hier jetzt böse klingen zu wollen. Im Gegenteil, steht Ian Pooley
doch für eigenständigen deutschen House, was man in dieser Form
höchstens noch von Kollege Tonka sagen kann. Zu hören sind also
Filter-Disco House, Downtempo-Stücke und ähnliches, alles perfekt
gesetzt und bis ins kleinste Detail bearbeitet. Eben jene Sounds, für
die wir Ian so lieben. ][ mb
Danny
Tenaglia - Tourism - Twisted
Zurück zu den alten Tagen dachte er sich, denn es waren einfach die
besseren Tage. Danny Tenaglia besann sich urplötzlich auf die Roots
unserer Musik und so ist "Tourism" auch ganz klar dem Sound
vor dem Wechsel ins neunte Jahrzehnt gewidmet. Solide Tracks mit starkem
Jack-Einfluß, sehr dark und percussiv, irgendwie dann aber doch
zu neu klingend und doch schon oft dagewesen. ][ mb
Wicked Wax - Vol. 4
Auf dem Weg, eine repräsentative Schau der deutschen Drum'n'Bass-Tüftler
zu veröffentlichen, sind die Wicked Wax-Jungs ihrem Ziel mit diesem
vierten Sampler ein ganzes Stück näher gerückt. Quer durch's
Beet verbinden sich hier alle Künstler aus allen Winkeln Deutschlands,
u. a. Dots & Dashes, Monophace, The Uniques, Safari FX, zu einer melodiöseren,
atmosphärischeren Seite. Und das ist auch gut so, denn dieses Gebiet
ist hierzulande noch zu wenig erforscht. Zwar stellt man bei den Beats
und Soundpartikeln keine herausragenden Innovationen fest, aber alle Tracks
bergen gute Qualität und ich habe von den hier vertretenen Produzenten
auch schon schlechtere Werke gehört. Anmerkung am Rande: DJ Rinc,
der sich für das A&R bei WW verantwortlich zeigt, startet demnächst
sein eigenes Label mit Namen "Pathfinder". Watch out! ][ lightwood
V.A. - Tummy re-touched - Tummy Touch
Es heißt, die Briten schicken einem nie Platten! Naja, Tim "Love"
Lee scheint da eine Ausnahme zu machen. Schließlich hat er sich
die Mühe gemacht, seinen gesamten Back-katalog nach unveröffentlichten
Mixen durchzuforsten, um sie dem Licht der Welt preiszugeben. 12 trippige
Stücke also, die das breite Spektrum der Labels Tummy Touch und Peace
Feast aufzeigen, das von gemächlich sphärischen, aber gekonnt
umgesetzten Sounds der Idjut Boys bis hin zur Elektro-hymne reicht. Alles
in allem also eine runde Platte, mit einem besonderem Leckerbissen in
den Linernotes. ][ mb
Frédéric Galliano -
Espaces Baroques -
F-Communications
Mit Frédéric Galliano ist ein Mann unter uns, der in der
Lage ist, den Stand der (musikalischen) Dinge zu ändern, jemand der
durch seine Musik die Musik im Ganzen einen Schritt nach vorne bringt.
Zusammen mit Lionel und Stephane Belmondo sowie Louis 2000 hat er diesen
Schritt bereits gemacht und ein Jazz-Album geschaffen, wie es jazziger
nie sein kann. ][ mb
4
Hero - Two Pages - Talkin Loud
CD & Vinyl, Reinforced & Talkin Loud, Marc & Dego, Detroit
& Jazz, Acid & R'n'B, elektronisch & instrumental, dark &
schön, malerisch & auslöschend, stimmig & sprachlos,
langsam & schnell, musikalisch & technoid, heldenhaft & spielerisch,
melodiös & trocken, soulig & hart, deep & high, komplex
& reduziert, verrückt & normal, eingängig & gewöhnungsbedürftig,
programmiert & live, orchestral & einstimmig, vertrackt &
straight oder ganz einfach: Drum & Bass. ][ lightwood
Red Snapper - Bogeyman - Warp
Mit Red Snapper liefert uns Warp einen erstklassigen Act, der es versteht,
Musik im Stile von Wise Guys zu produzieren und dabei stets sein eigenes
Ding fährt. Vor einem Langeweile-Effekt, der bei Platten dieser Art
gerne mal auftaucht, bleibt man hier verschont, im Gegenteil, der Hauch
einer Live-Band, der in dieser Platte steckt, läßt einen stets
das Bein mitswingen. Die Remixe klingen dagegen wesentlich elektronischer,
dabei aber (leider) auch müder ][ mb
Electric Soul - A New Song - People
Und wieder arbeitet sich ein unbekanntes Label durch gekonnte Releases
an die Öffentlichkeit. Aber das ist bei den Engländern mittlerweile
ja nichts neues, haben Labels wie Nuphonic, Glasgow Underground oder Pan
selbiges ja bereits vorexerziert. Spätestens nach dieser Platte sollte
dem bewußten Platteneinkäufer dann aber klar sein, daß
People ein Muß auf der Anhören-/Einkaufen-Liste sein sollte.
Denn Electric Soul verstehen durch wohlklingende Orgeln und dezent eingestreute
Vocals ein sommerliches Gefühl aufkommen zu lassen, ohne im geringsten
verspielt zu wirken. Down-Tempo-House, bei dem man sich wohlfühlt.
Auf Seite A geht es dann, zumindest dem Anschein nach, etwas schneller
voran. Dafür stört der Pseudogesang, so daß man mit der
Rückseite deutlich besser bedient ist. ][ mb
Afro Elements - Lagos Jump - Ibadan
Kult Nummer 16. Und dieses Mal wieder ganz oben dabei. Ibadan gehört
mittlerweile ja zu jenen Sammelobjekten, die, wie z.B. Guidance-Platten,
in jeder anständigen DJ-Kiste zu finden sind, aber äußerst
selten gespielt werden. Was bei "Afro Elements" ein klarer Fehler
ist, geht diese Platte, bestehend aus Batucada- und Bongo-Loops so-wie
AltoSax-Riffs, doch mächtig nach vorne, ohne dabei im Geringsten
an Virtuosität zu verlieren. Nach Escravos de Jo ist dies sicherlich
eine der interessantesten Ibadan-Veröffentlich-ungen und sollte ruhig
des öfteren den Weg auf den Plattenteller finden. ][ mb
Fuzz against Junk -
Country Clonk -
Nuphonic
New Wave und 80er-Samples sind im Kommen, und nach einer Theorie meinerseits
wiederholt sich Kultur, Mode und Musik sowieso alle 20 Jahre. Nuphonic
liefert zu-mindest ein eindeutiges Indiz dafür, denn mit Country
Clonk ist der rauhe New Wave-Bass wieder mitten unter uns. Und spätestens
beim Erklingen guter alter Mark Knopfler Gitarrensounds dürfte auch
das Interesse des letzten Alt-Achtziger geweckt sein. Die DownTempo-Drumsektion
sorgt für den Rest und somit für eine äußerst hörenswerte
Platte. ][ mb
Kerri
Chandler -
The Mood Ep -
Nervous
Der Trend geht weg vom großen Dancefloor-Knüller hin zu
deepen, gefühlvollen Tracks. Kerri Chandler war stets in der Lage,
beides zu beherrschen, wobei seine deepen, fast hymnenartigen Klassiker
("Atmosphere", ...) stets die besseren waren. So verhält
es sich auch mit dieser Maxi, auch wenn sie für den ein oder anderen
größtenteils zu verspielt wirken dürfte. Mit "Rain"
dringt dann auf jedenfall eine der schönsten Houseballaden der letzten
Monate durch die Lautsprecher. Das säuselnde Piano und der harmonisch
dazu summende Bass versetzen einen sofort in Trance, wodurch man dann
gnadenlos jener grandios-männlichen Stimme ausgesetzt ist. Doch damit
nicht genug, denn am Ende bemerkt man, daß das so einfach erschienene
Drumpattern einem die Hüfte hat wundswingen lassen. ][ mb
Azymuth - Supa Re-Rubs - FarOut
Ich will nicht länger über die Daseinsberechtigung von Deep
House philosophieren, schließlich müßte inzwischen auch
der verpeilteste Raver gemerkt haben, wie sinnesbetörend jene tiefen
Bässe und melancholischen Key-boardlines sind. Wer sich dem also
nicht entziehen will, oder noch besser, solches schon immer geliebt hat,
sollte sich eben genau diese Platte unter die Nadel reißen. Denn
mit "Jazz Carnival" haben die Jungs von Global Communication
einen der schönsten Azymuth-Tracks geremixed. Das solch ein Remix
dem Original nur ganz wenig nachsteht, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Schließlich will ich euch nicht länger aufhalten. ][ mb
Rainer Trüby Trio -
Gallicia - Compost
Im Schwarzwald vermag man House immer mehr zu schätzen und setzt
sich mit Freude daran, neue Ideen einzubringen. Gallicia ist ein gelungener
House-Track, bei dem die Vorlieben für lateinamerikanische und brasilianische
Musik gekonnt mit eingeflochten sind. Ein lockerer, perkussiver Beat wird
von einem knackigen Fender unterlegt und sorgt für kräftiges
Mitwippen. Einzig die kitschigen Streicher-einsätze hätte man
etwas dämpfen können. ][ mb
Jasper Street Co. -
A Feelin´ (Spensane Remix) - Basement Boys
Es gibt nicht viele House-tracks, die sich dank ihrer Qualität über
all die Jahre hinweg bewähren. "A Feelin´" ist in
dieser Hinsicht besonders bedeutungsschwer. Das Original verschaffte nicht
nur dem frischgeborenen Basement Boys-Label äußerste Aufmerksamkeit,
sondern zählt eben zu oben genannten Perlen der Musikgeschichte.
Das der etwas später auf Azuli erschienene Remix von Lenny Fontana
dem Stück eine neue Note versetzte und ebenfalls in die Geschichte
einging, wollte erst keiner so recht wahrhaben, aber so war dem nunmal.
Spen verleite diesem Klassiker nun dem zur Zeit extrem en-voguen Jazzhauch
und sollte es Lenny damit gleichgetan haben. Ein virtuoses Saxophon führt
durch das gesamte Stück und verbindet gekonnt die leichten Hammondklänge
mit den geliebten Vocals. Ich habe das Gefühl, daß dieses Stück
einfach nicht totzukriegen ist. ][ mb
Popacid
- When love breaks down - Popacid 001
Ein neues Label. Ein neues Konzept? Verblüffende Ähnlichkeit
weist das Logo mit dem von Profan auf. Kein Zufall, denn Profan hat mit
Ladomat "zusammengeworfen" und heraus kam Popacid. Ja, vielleicht
ist das Pop und vielleicht ist das auch Acid. Herrlich provozierend wirkt
jedenfalls der Name, wobei die 4 Tracks der 001 bei intensivem konsumieren
komischerweise doch als gewöhnlich einzustufen sind. Catchy Melodien
treffen auf 4/4-Bassdrum, Gesang ist kein Tabu und die Gitarre bezirtst
die 303. Formationen wie Zimt, Dom oder eventuell auch Andreas Dorau könnten
dafür Pate gestanden haben und es ist auch nicht auszuschließen,
daß der eine oder andere von ihnen dahinter steckt. Das Schöne
an der ganzen Angelegenheit ist die Tatsache, daß hier, wie so oft
aus Köln, der hohe Anspruch an die Musik durch eine gewisse Prise
Humor gestärkt wird. ][ lightwood
Deep Blue - Destroyer - Partisan 011
Interessant. Deep Blue sollte man in nächster Zeit strengstens im
Auge behalten, denn was er hier (und z.B. auch auf dem Partisan-Sampler
als Remixer) verbricht, weist neue Wege auf. Mit "Thursday"
(Moving Shadow 82) im Ohr ist der produktive Werdegang bei "Destroyer"
dann schon wesentlich einleuchtender, weil es im Prinzip nur die Weiterentwicklung
dieser ganz speziellen Beats sind: Beats ohne vordergründige Bassdrum
mit stark perkussivem Latin-Einfluß und völlig veränderter
Betonung in der Struktur. Zunächst einmal erscheint das gewöhnungsbedürftig,
aber spätestens beim DJ-Set im Mix mit straighteren Platten funktioniert
es prächtig. Die begleitenden Flächen und elektronischen Sounds
runden die Sache dann gekonnt ab. Was ich nicht so ganz verstehe ist die
Flipside mit "Oceans above life". Hier natürlich auch wieder
Beat-experimente, wobei eventuell die Schnittstelle zwischen gerader und
versetzter Bassdrum ergründet werden soll. ][ lightwood
Kirsty Hawkshaw - Leafy Lane (Matrix Remix) - Coalition
Matrix bevorzugt zur Zeit nur Remixe und ich weiß auch warum. So
braucht man sich nämlich keine Sängerin extra ins Studio zu
holen, wenn man die wunderschönsten Gesangsspuren schon fertig auf
Band zum Remixen bekommt. Und in diesem Fall kann sich Matrix glücklich
schätzen,denn er liefert hier die momentan beste Umsetzung eines
Drum-'n'Bass-Tracks mit Gesang ab. Das ist Butter! Dieser Tune schwebt
über dich hinweg und du fragst dich nur noch: Bin ich schon im Himmel?
][ lightwood
Fortran - Place to be - Metro 003
Witzig, daß diese Scheibe schon eine ganze Weile bevor ich die Promo
im Laden habe ergattern können, in den D.eutschen C.lub C.harts auftaucht.
Dubplate hin oder her, Promo her oder hin, Fortran aka Ed Rush und Optical,
das derzeitige Dream Team (Warum ist eigentlich die Virus 002 nicht mit
"Fortran" betitelt?) liefern hier kickendes Material ab. "Place
to be" lebt von einem metallartigem Bass, der die ganze Zeit versucht
mit seinen verschiedenen Emulationen die Luft zu zerschneiden ohne dabei
müde zu werden. Die Rückseite fängt nach sehr langem, aber
gutem Intro an, jede Menge Blubberbässe auszukramen und, begleitet
von einer HiHat-Armee, auf die Reise zu schicken. Zwei Partycrasher! ][
lightwood
Prymer
- Unleash EP -Black Beat Productions 002
Der Heidelberger Assign heißt jetzt Prymer, weil der Name schon
vergeben war, doch Qualitätseinbußen bringt das natürlich
nicht mit sich. Zunächst einmal kann man bei "To the surface"
genießen, wie über 11 Minuten und 15 Sekunden mit gerade einmal
2 Akkorden ein abwechslungsreicher (!) Track entsteht, der wohliger nicht
sein könnte und jeden noch so starken Kaffee versüßt.
Ein Saxophon-Sample als Intro und Outro und das "Jazz"-Vocalsample
drängen hier zwar in ein bestimmtes Klischee, aber das haut dem Faß
noch lange keinen Boden aus. Auf der B-Seite befinden wir uns dann wieder
auf einer ganz anderen Baustelle. Die Gefilde des ambientartigen Drum'n'-Bass
ergründend, rollt "Electroshock" in monotoner Verfassung
kühl und magisch durch eine Tropfsteinhöhle. Der anschließende
Remix von Simon V verwandelt das Ganze dann noch in ein heftig kickendes
Soundgewitter inklusive am Ende abstürzender Acidbassline. Fazit:
eine vielseitige EP für Haus- und Club-gebrauch. Simon Vs zweites
Release auf Santorin ist übrigens in den Startlöchern und wird
demnächst die Clubs erbeben lassen. ][ lightwood
Basslab Productions - Midnight X.Press - Sub.Version 001
Einen Produzenten nervt wie ehrt es wenn er mit Stars aus der schon bekannten
Producerszene verglichen wird. So wird der Göppinger Cornelius Klaus
aka Basslab Productions schon bei seinem Debut auf diesem neuen aus Ravensburg
stammendem Label nicht drumherum kommen in einer Linie mit Photek und
Dots & Dashes genannt zu werden. Wir betrachten "Midnight X.Press"
und stellen fest, daß hier eine Vorliebe für Beat- und Soundfrickelei
vorliegt. Genau das fängt mir immer dann an zu gefallen, wenn die
Struktur nahezu undurchschaubar wird und die einzelnen Elemente perfekt
zueinander passen. Beides trifft hier zu 95% zu und auch im Aufbau steigert
es sich während den leider nur 4 Minuten. Auf der anderen Seite das
straightere "Sunset before dawn", bei der verschiedene Standardbeats
kombiniert werden, ein paar uninteressante Bässe auftauchen und lediglich
die Melodie überzeugt. Was mich hier aber vor allem stört, sind
die ungenau übereinander gepuzzleten Beats und das schlechte Mastering.
Nichts-destotrotz bleibt dieses Debut wegen der anderen Seite schwer empfehlenswert
und ich hoffe, daß weiterhin in diese Richtung gewerkelt wird. ][
lightwood
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