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Japaner
verstehen es, stets zu lächeln und dabei voll dem ihnen anhaftenden
Klischee zu entsprechen. So auch Yosihiro Okino, der mit seinen 29 Jahren,
orange getönter Sonnenenbrille und gestriegeltem Bärtchen voll
und ganz in das Bild eines hippen Musikers aus Nippon paßt.
Musikalisch mag das dann schon ganz anders aussehen, versteift sich der
Durchschnittsjapaner doch sehr auf Pop, alten japanischen Fusionsound
oder, im besseren Fall, auf gängigen House und Drum´n´Bass,
was ahnen läßt, daß trotz des alltäglichen Umgangs
der Japaner mit ihren Lieblingen Technik und Elektronik, elektronische
Musik immer noch einen sehr geringen Stellenwert einnimmt.
Yosihiro selbst war schon in seiner Kindheit von der Jazz-, Rare Groove-
und Soulsammlung seines Bruders angetan und hatte dann auch schnell seine
eigene kleine, aber feine Sammlung jener raren Platten zusammen. Und da
besagter Bruder bereits ein bekannter DJ in Tokio war, wollte er diesem
natürlich in nichts nachstehen und organisierte in Kyoto seine eigene
Veranstaltung, eben die Kyoto Jazz Massive.
"Es war nicht einfach diesen Abend zu etablieren, denn die Szene
in Kyoto ist nicht besonders groß. Desweiteren dürfen die jungen
Menschen unter 21 nicht in die Clubs, wodurch es natürlich auch schwierig
ist, ihnen diese Art von Musik näherzubringen". Aus diesem Grund
betreibt Yosihiro neben seinem Abend noch einen Plattenladen, in dem er
hauptsächlich Jazz, Soul und brasilianische Musik, aber auch ausgewählte
House-, Techno- und Drum´n´Bass-Scheiben verkauft. "Ich
bin sozusagen eine Art "Selector" für meine Kundschaft,
denn die meisten wissen nicht, was es für Neuerscheinungen auf diesem
Gebiet überhaupt gibt. Woher auch". Deshalb ist er auch der
Ansicht, daß viel mehr Plattenläden eröffnet werden müssen.
"Durch meinen Plattenladen habe ich die Möglichkeit, die Menschen
nicht nur nachts mit meiner Musik zu konfrontieren, sondern auch tagsüber.
Und gerade für die Kids ist dies die einzige Chance, solche Musik
zu hören. In Japan gibt es auf diesem Gebiet noch einiges zu tun".
Am Abend des Auftritts selber gewährte er der elektronischen Musik,
meist jazziger House, dann doch mehr Spielzeit, als nach dem Ge-spräch
zu erwarten gewesen wäre. "Ich glaube wir Japaner gehen einfach
davon aus, daß man in Deutschland mehr Hardbeat-Musik hört.
Deshalb traue ich mich auch nicht so richtig, einen kompletten Brasil-
oder Rare Groove-Abend zu machen". Das Publi-kum jedoch lieferte
nichts zur Bestätigung dieser Vermutung, tanzte es doch sowohl zu
House als auch zu Brasil und Soul, welcher gegen Ende des Abends dann
doch noch aus der Tasche gezaubert wurde. Und gegen Ende wurde auch das
Klischee des Kitschs bestätigt, aber das liegt ja - wie wir wissen
- in der allgemeinen Natur der Acid Jazzer. ][ das etwas andere Rainer
Trüby Trio (Rainer Trüby, edl und mb)

Playlist
Rainer Trüby Trio -Galicia (Compost)
Plaid -Sloobs in Columbia (General Production)
United Future Organisation -Fools Paradise (MBA Remix) (Browns Wood)
Electric Soul -Here Come One (People)
Second Nature -The Latin Track (2nd Nature)
Prismatica -Gema (Tribal Clubmix) (Unity)
Panama Reed -Gold Metal Kid (Internal Bass)
Hector Rivera -I want a Chance for Romance (Old Town)
Wilson das Neves -Sevocé Pensa (Polydor)
Rubens Bassini -Mirage (Pawal)
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