OUK Das Fünf10te malerisch & bildend Munich Machine

Nach fünf Jahren wieder eine LP. Ent-tanden ist ein popiges Album, das sowohl seinen New Wave als auch seinen Disco-Einflüssen gerecht wird. Für Hell ein neues Feld, da er nicht nur Loops und DJ-Tools produziert hat, sondern auch mit vielen Samples Songstrukturen ge-schaffen hat. Der Musikliebhaber spielt hier seine ganze Erfahrung aus, die er als DJ und auf den damit verbundenen Reisen in den letzten 20 Jahren gesammelt hat, ein Abschluß seiner Musikzeitgeschichte.

Video
Mit V2 kam ein Major-Deal zustande, der ein Video-Budget beinhaltet. Für die Auskopplung von Suicide Commando wurde ein Video-Clip produziert, der auf dem Index gelandet ist. Die frei erfundene Agenten-Story ähnelt wohl zu sehr dem mysteriösen Tod von Barschel in Zürich. Hell hat es mit diesem Statement, das nach wie vor unpolitisch ist, auf den Punkt gebracht.

Gigolo
Hells eigenes Label war von ihm lange geplant. Sein erklärtes Ziel ist es, ein Label zu machen, daß man blind kaufen kann. Er muß von jedem Track überzeugt sein und Qualität ist das entscheidende Kriterium. Auch im Stil möchte man sich nicht festlegen. Alles soll wieder möglich sein. Damit will Hell ein gewisses Freidenken und Freestyle-DJing fördern. Den Respekt der Leser, zum Label des Jahres gewählt zu werden, nimmt er gerne als Bestätigung seiner Arbeit entgegen. Mit einem Moonraker Remix, einer Dopplereffekt und der zweiten Gigolo-CD soll es weiter gehen.

disko B
Hell ist es wichtig, daß man disko B und Gigolo unterscheidet, weil sie unabhängig voneinander agieren. Über disko B entstanden viele Kontakte, so hat er beispielsweise Pulsinger im New Yorker Limelight kennengelernt und später Abe Duque. So viel zur Wien-New York-Connection. Über Upstarts disko B verbindet man Hell auch mit Richard Bartz und seinen ersten Platten.

Produzieren
... ist für Hell und Naughty mehr zum Jammen geworden. Ideen umsetzen, ausprobieren und experimentieren, wie es am besten klingt. Man tauscht sich aus und hilft sich gegenseitig. Die Magic im Track nicht zu verlieren - darauf kommt es an. Er hat immer genaue Vorstellungen vom Sound, den Klangfeldern und der Ästhetik und möchte auch genau da hinkommen. Und bei Copa hatte er ganz schön zu kämpfen, gesteht er.

Fußball
Für Hell eine Religion, da er damit aufgewachsen ist. Was für ein Gefühl es ist ein Tor zu schießen... Rückblikkend für die WM in Frankreich ist er von dem Abscheiden der deutschen Mannschaft enttäuscht, ebenso über den Kartenskandal und daß ihm bewußt wurde, wie sehr der Fußball vermarktet wurde. Positiv ist für ihn definitiv, daß Frankreich im Endspiel den Favorit Brasilien schlug und Weltmeister wurde. Und was war mit Brasilien los? Ronaldo verletzt? Hat Nike ihn wegen den vielen Werbe-Millionen aufgestellt? Die Gerüchte um Kapitän Dunga und Trainer Sagallo - für ihn eine Legen-de. Zu Bundesliga-Zeiten ist er eingefleischter 1860 Löwen-Fan. Sein momentanes Desinteresse begründet sich in der Meinung, daß sich der deutsche Fußball momentan in einer Sackgasse befindet, da der Nach-wuchs keine Chance erhält. Den Titel des 303 - Cup möchte man aber auf jeden Fall verteidigen.

Stil
Sein Ford Mustang war schon immer sein Traumwagen. Aber die ganze Stiländerung hat für ihn nichts mit Gigolo zu tun. Für Hell ein logischer Schritt, da er keine Raver-Shirts mehr anziehen wollte, geht er jetzt eben im Anzug ins Gigolo-Büro. Frauen in Abendkleidern findet er sensationell, bei Jungs war es früher am coolsten mit Jeans und Workingboot oder Turnschuhen.

Abuse Industries
Das Geheimnis bleibt ungelüftet. Keiner weiß so genau wer da was macht oder getan hat. Die Porno- und Kung Fu-Ästhetik wurde plötzlich zum Hype, so daß sie langsam wieder eingeholt werden. Grafisch sind sie für Hell nach wie vor absolute Weltspitze.

Star
Er ist kein Star. Solche bezeichnet Hell als Monster-DJs mit First Class-Flug, 5 Sterne-Hotel und Plattenträ-ger. Jeff Mills ist für Hell der absolute Maßstab. Der Großmeister ist ein absolutes Erlebnis, der anders arbeitet, anders mixt und cuttet, und das an drei Plattenspielern. Für Hell bewundernswert wie Jeff Mills Axis, Purpose Maker und seine ganzen Touren geplant hat.

Botschaft
Zum einen sagt Hell, hat er auf seinen Reisen Bescheidenheit gelernt. Zum andern soll man für gute Musik kämpfen und nur das spielen was man gut findet. ][ olsen


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