V.
A. - Fit for He-roes - Riot City 03
Elektro vom Feinsten aus der Riot City Köln, die Stadt, die niemals
schläft. Verschiedene Kölner Künstler steuerten zu dieser
Compilation jeweils einen Track und ein paar Endlosrillen bei und halten
damit problemlos den hohen Standard der Domstadt. Macht Hunger auf mehr,
denn auch die ersten beiden Auswürfe des Labels erhoben sich weit
über dem Durchschnitt. ][ motik
International DeeJay Gigolos - CD Two - Gigolo
Die Anzug-DJs sind wieder unterwegs, um ihre gesammelten Werke zur Schau
zu stellen. Das beste von Maxi 8 - 15, sowie zwei unveröffentlichte
Tracks von Miss Ki-ttin und Dave Caretta. Qualität im üblichen
Sinne, wobei dieses Mal mehr Elektro zu hören ist. ][ mb
Megahertz - Alpha - Tape
Das Label Megahertz veröffentlicht in Kürze ihr erstes, auf
100 Exemplare limitiertes Tape. Der Hörer erfährt zwei fünfzehn-
minütige Reisen durch je drei Stationen elektronischer Interpre-tation
pro Seite. Jedes einzelne Stück erfährt dabei die gleichen Grundvoraussetzungen,
gewährleistet durch eine anrufbeantwortermäßige Bahnansage,
welche in Kürze Titel und Interpret vorstellt. Die Reise beginnt
mit Klangstabil, die in einem kontinuierlichen Rhythmusstrom, die Verschmel-zung
des menschlichen Könnens begrenzt durch sein Reaktionsver-mögen,
mit dem digitalen Over-load der Maschine darstellen. Nur die Fähigkeit
des Benutzers, sich in der Materie aufzulösen und diese in Fleisch
und Blut übergehen zu lassen, begrenzt dessen Anwendungsbereich.
Kurz auftretende Momente der rhythmischen Reduktion stehen für einen
neuen Lernprozeß, der dann erneut mit dem vorherig Beherrschten
in Verbindung gesetzt wird. Weiter gleitet man mit p.a.l in eine leichte,
mit Hall untermalte Klangspi-rale, wobei engere Windungen und unendlicher
Raum in unterschiedlichster Klangdichte nebeneinander harmonisieren, um
durch neu hinzutretende Effekte kontinuierlich belebt zu werden. Die erste
Seite gleitet dann in einem tiefen Atemzug über transzendentalen
Hügellandschaften indianischer Kultur aus. kryzou vereinen Melodien
der Mayas mit fies aus dem Nichts auftretenden Schleif-geräuschen,
die eine, das Neue erst ermöglichende, Zerstörung des Alten
symbolisieren.
Die zweite Seite startet dann mit goran besov, bei dem über einem
maschienell geknüpften Klangteppich ein verzerrtes Frage- und Antwortspiel
schwebt. Gleichbleibend fließt darunter der Rhythmusstrom, um für
kurze Zeit in sich zu stocken, dann aber erneut, gleich einem Moebiusband,
fortzufahren. Einen warnenden Zeigefinger, errichtet aus wabbernden Geräuschen,
stellen ther über eine düstere, ambientige Sound-landschaft,
in welcher Sirenen, unterdrückte Schreie und verhallende Distorsionen
die Notwendig-keit der Warnung erahnen lassen. Offen bleibt im rauschenden
Ausklang deren Beachtung. Mit einem Rhythmusgerüst, das versucht
an seinem Gleichlauf festzuhalten beendet berbat sez die zweite Seite.
Gleich einem Organismus, ausgesetzt schwerster Belastungen, verlassen
Takt und Rhythmik diesen immer wieder für kurze Zeit. Die robuste
Konstitution schafft es aber immer wieder die Rück-führung herzustellen
bis zum plötzlichen Ausklang des Tracks. ][ g
A Tribe Called Quest - The Love Movement - Jive
Minimalistisches Gerüst, futuristisch analoge Ästhetik, abstrakte
Sounds, superfunky Beats und mehr. Hunderttausend Teenager holen die Taschentücher
raus, wenn sich irgendwelche bescheuerten Mengroups auflösen und
dazu dann Plastik-Abschiedssongs be-tanzen. Meine Taschentücher hingegen
habe ich mir für diese Platte aufgehoben.
The Love, die zentrale Nummer dieses Meisterwerks, erwischt
mich dermaßen tief, wie es sonst nur Soulhymnen wie Whats
going on zu tun vermögen. Loveless von 4Hero, man
vergleiche die Titel, war letztes Jahr einer der Songs der sich mit einem
hohen Emotionsgrad traute bei allem musikalischem Anspruch mehr zu sein,
als cleveres Engagement und dabei so weit übers Ziel schoß,
um schließlich im echten Soulhimmel zu landen. The Love
ist deshalb der Schlüsselsong zum Abschieds-album von ATCQ. Es geht
hier um die Bewahrung von Soul und Liebe innerhalb einer Zwick-mühlenposition.
Während 4Hero in Loveless aber die mangelnde Liebe zu
unserem Planeten be-klagten, konzentrierten sich ATCQ auf das Positive,
lösten sich als Gruppe aber auf. es ist zu vermuten, daß ATCQ
zu spüren bekommen haben, wie schwierig es ist, die Balance zu finden,
gegen in- und externen Druck zu kämpfen, kreativ und wach sein zu
können und als schwarze intelektuelle Superstars zu repräsentieren,
während sich die Situation der Schwarzen in der rassistischen USA
und andernorts nicht ändert. Die Bewahrung der Kombination Liebe,
Kreativität und Unkorum-pierbarkeit liegen in starker Diskrepanz
zu den Verlockungen und Gesetzen des Musicbusiness, dirty business, zum
sich selbst kontrollierenden Lifestyle Market und Hip Hop ist Markt, wegen
MARKT-REMOTER Menschen, sonst wäre es auch anders.
ATCQ haben noch einmal ihre über vier grandiose Platten verteidigte
Energie zusammengebündelt, um dieses Ding mit fast ausschließlich
perfekten Songs herauszuschleudern. Es leuchten die Sterne, wenn Sterne
sterben. ][ neon tse tse
DJ
Hell - Munich Machine - V2
Was soll man noch groß reden. Meister Hell überzeugt durch
gekonnte Aufbereitung seiner Vergangenheit und vermittelt so zeitgenössischen
Techno, ohne dabei jetzt wirklich was Neues zu sein, was aber überhaupt
nicht stört. Anhören und weiter vorne im Heft den Report dazu
lesen. ][ mb
Octave One - The Collective - 430 West
Lieber Leser, bitte kaufe Dir auch diese Platte, denn sie ist nahezu perfekt,
wenn auch nicht neu in ihrer Ästhetik. Falls Du tatsächlich
glaubst, daß Du kein Techno magst, aber Timeless, Logical
Progression oder 4 Pages zu Deinen Lieblingsplatten
zählst, dann fühle ich mich jetzt mal verpflichtet etwas klarzustellen.
Ein Photek würde verschiedene mu-sikästhetische Probleme selber
lösen müssen, ein Grooverider, Optical, J-Majik, Matrix, Jonny
L oder Doc Scott wären Jahre weit von ihren Ergebnissen entfernt
und auch Krusts True Stories wäre eine andere Platte,
wenn es nicht die Detroiter Innovatoren geben würde. Die Musik dieser
drei altbewährten Brüder hat wenig mit DJ Hell, Scooter oder
Köln zu tun, (eher mit Düsseldorf) und nennt sich Techno.
Wie unterschiedlich die Struktur von Techno, Beats und Dichte betreffend,
ausfallen kann, wird auf dieser Platte deutlich. Und dann gibt es aber
diesen melancholischen, spirituellen, blauen Faden, der sich durch die
Stücke zieht und die Art zu Arrangieren und die Sounds zu setzen,
die den Sound als eine Detroittypische Spielart klassifizieren.
Wenn Du verstehen möchtest, woher viele DrumnBass-Tracks
ihre Ästhetik leihen, dann kauf Dir diese Doppel-LP, die billiger
ist als zwei Maxis. I truly Do believe, es wird der Beginn einer neuen
alten Leidenschaft. ][ neon tse tse
Turner - Imschwung - Ladomat 2000
Neues von Ladomat ist ja immer auch gleichbedeutend für neues aus
der elektronischen (Pop)Welt Deutschlands. So bringt sie nun Keni Moki
(hier als Turner) ans Licht der Welt und sorgt so für einen Umschwung
ins leicht Ambientöse. Wahrlich zuckersüß und immer spannend,
nie ermüdendes Klangmaterial. Erinnert mit seiner Samplevielfältigkeit
irgendwie an Ninja Tune-Platten, ohne hier jetzt anmaßende Vergleiche
ziehen zu wollen. Gleich hinterher kommt dann das ganze Album, um dem
Ganzen das Tüpfelchen aufzusetzten. Der Zauberer zuckriger Klänge
erfreut uns so mit noch mehr schönen Klängen, auf daß
sämtliche Nord-lichter erstrahlen werden. ][ mb
V.A. - Versatile
- Versatile
Versatile, jenes abstrakte French-House-Label, stellt hier seine bes-ten
Künstler und deren Werke in komprimierter Form vor. Locker, fröhlicher
House im typisch französischen Stil von I:Cube, Chateau-Flight, Gilb-R
und anderen sorgt für gute Stimmung. Zu Haus und auf der Tanzfläche,
diese Tracks sind überall immer herzlich Will-kommen. ][ mb
The High Llamas - Lollo Rosso - V2
Tja, was soll ich sagen: Diese CD macht einfach glücklich. Leichte,
schwebende Klänge, gesampelte Plastiklöffel und Glasscherben,
all das garniert mit schwebenden Synthie-Sounds from outer space.
Hinlegen, Augen schließen und das Herz höher springen lassen.
Was anderes bleibt einem kaum übrig. ][ mb
Portishead - live in NYC
Anfang November werden Portishead-Fans die Läden stürmen, denn
es steht zwar keine neue Platte an, aber das Release eines ganz besonderen
Livemit-schnitts. Im Zuge der Veröffent-lichung ihres zweiten Albums
begab sich die britische Band für zehn Monate auf eine gänzlich
ausverkaufte Welttournee. Der Startschuß fiel im Juli 97 in
NYC und genau dieses erste Konzert wird uns in Form einer CD, Doppel-LP,
eines Videos und einer CD-ROM (nur übers Internet erhältlich:
www.portishead.co.uk) beglücken. Stücke von Dummy"
und Portishead" sind jeweils zu etwa 50% vertreten, ein Orchester
aus Streichern und Bläsern verstärken die Live-Atmosphäre
zusätzlich. Eine neue Gelegenheit also diese All Time Klassiker zu
ergattern! ][ lightwood
LTJ Bukem - Earth Vol. 3 - Good Looking
Plötzlich erinnert man sich an Earth Vol. 1 und all die bösen
Worte, die über die darauf befindlichen Downbeat-Tracks verloren
wurden. Zwei Jahre später dreht Bukem den Spieß um und veröffentlicht
auf Earth Vol. 3 aus-schließlich Downbeat mit Ausnah-me eines einzigen
Drum`n`Bass-Tracks auf der Vinyl-Version. Ja und jetzt? Jetzt freut sich
alle Welt darüber, denn Earth Vol. 3 schwimmt seelenruhig im gerade
vorherrschenden Strom des Eklektizismus & Jazz. Während manch
einer schon längst seine Position verlassen oder aufgegeben hat,
wie z. B. Alex Reece, verläßt sich Danny Bukem einfach auf
sein Näschen und "zieht", wie man so schön sagt, "sein
Ding durch." Daß das vorliegende Werk trotz halber oder langsamerer
Geschwindigkeit noch das gewisse "Drum`n`Bass-Feeling" vermittelt,
erfährt man dann spätestens bei Tracks wie "Nature`s Way"
von Longers & F.O.N., "Distant Space" von Big Bud oder "Latitude"
von Blame. Bukem definiert hiermit momentan seine Aussage vielleicht nicht
so klar wie 4 Hero, erklimmt vielleicht auch, außer bei "Latitude"
im 5/4-Takt, keine neuen Felsvorsprünge, doch gute Qualität
weist diese bodenständige 5fach-LP/CD-Box allemal auf.
][ lightwood
Grooverider
- Mysteries of Funk - Higher Ground
Über diesen Mann läßt sich be-kannter Weise nicht so viel
in Er-fahrung bringen (keine Interviews; in der Spex ließ er sich
wohl lieber fotografieren als interviewen), und es grenzt schon fast an
ein Wunder, daß er sich im Video zu Rainbows of Colour"
blicken läßt. Wo er doch lieber seine Ruhe haben will oder
sein Geld für Designerklamotten auf den Putz haut. Und Jay Bingham
wird es auch trotz Major-Deal schaffen, die Fäden weiterhin selbst
in der Hand halten zu können.
Während Goldies Saturnz Return" sich als Ladenhüter
entpuppt, wird
diese superschwere (... und -teure) 4-fach Vinyl-Box, limitiert auf 1500
Stück, sich doch an wesentlich größerem Zuspruch erfreuen.
Hier finden zwar auch viele Elemente, wie Gesang, Orchester-parts, Gitarren,
vertrackte Beats & 2Step ihren Platz, aber die Kon-sistenz stimmt
eben und es herrscht eine ausgeglichene Balance sowohl innerhalb der Tracks
als auch beim Tracklisting im gesamten vor. Ein Album (nicht nur) für
die Tanzfläche möchte ich mal sagen, denn wenn etwas richtig
kickt und ich meine kickt" und nicht rollt oder sonst irgend
was, dann sind es die Beats des Godfathers".
Cybernetic Jazz", der Intro-Track ist eigentlich schon fast
ein kleines
Album in sich, eine Zusammen-stellung der Vorlieben Groove-riders, und
man erkennt wieder einmal was für ein cleveres Händchen der
Gute doch hat, wenn es um einen abwechslungsreichen, aber sauberen Aufbau
eines Tracks geht. Rainbows of Colour" genieß ich lieber
im VIP oder Optical Remix (schwer erhältliche Maxi), aber spätestens
bei Wheres Jack the Ripper?" geht es auf der Tanzfläche
wieder rund, wenn eine Bassline, die bestimmt oft kopiert werden wird,
alles zersägt. Bei 560°" merkt man dann auch wer hier
mitgeholfen hat, nämlich Optical, dessen eigenes Album zusammen mit
Ed Rush & Konsorten demnächst erscheinen wird (Wormhole",
Virus).
Alles in allem ein Werk, daß überzeugt, denn dieser Mann schwebt
nur selten über dem Boden der Tatsachen und weiß, was DrumnBass
ausmacht bzw. am Leben hält: Vielfältigkeit, Viel-schichtigkeit,
knackige Beats & Basslines ... und in diesem Falle auch Funk. ][ lightwood
Photek - Form & Function - Science
Nachdem viele Producer versucht haben seinen Style weiterzuentwickeln,
meldet sich das Original mit dieser 3fach-LP aus der Schattenwelt des
DJings in neuer Form und Funktion zurück. Präsentiert werden
zwei neue Stücke von Photek und Remixe von altbekannten Größen
wie Peshay, Digital, J-Majik oder Doc Scott. Kaufanreiz geben außerdem
vier ältere Tracks - nicht nur für die neu dazu gestoßenen
Beat-Freaks unter uns. Die Stücke führen teilweise bekannte
Wege weiter. Mit 7 Samurai remixt Photek sogar die neue Hymne
zur Zwei-Schwerter-Technik für den anspruchsvollen Tanzboden, Knitvision
dagegen ungewohnt straight, hypnotisch und reduziert. Weiterhin zu hören
sind superscharfe vertrackte Beats und freche Basslines, wie bei Doc Scotts
Margin 98- oder J-Majiks UFO-Remix. ][ telmo a.
J-Majik - Metalheadz 032
Der Mann der Stunde bringt mit dem 32ten Metalheadz-Release alles auf
den Punkt. Saftig tiefe Bässe, gepaart mit ordentlich rollenden Kickdrums
treffen auf herbstlich schöne Zuckersounds, die einen leicht in Tagträume
dahinschwelgen lassen. Tracks mit Saxophon- und Streichersamples sind
bei zeitgenössischen DrumnBass-Produktionen natürlich
nichts Neues, aber erzeugen hier in einem qualitativ hohen Produktions-standard
einen wirklich exzellenten Track. Außerdem empfehlenswert ist die
zehnte Auskopplung auf J-Majiks hauseigenem Label Infrared. Metalheadz
und J-Majik sind zurück! Von mir aus kann es so weitergehen. ][ telmo
a.
Phoneheads - Infracom 032
Jack the Ripper-Bassline, Boyme-rang-Electro-Beats, Bristol-Fla-vour,
Funk-Gitarre, ... eben alles reingepackt, die eigene Note draufgesetzt
und fertig ist eine der derzeit besten deutschen DrumnBass-Produktionen.
Nein, sie haben nichts falsch gemacht. Es kickt, es groovt und schmoovt.
Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen. Kein Ausflug in neue
Gefilde sondern zwei hitverdächtige Tracks, die England erneut aufhorchen
lassen werden. ][ lightwood
Planet Asia EP - Heratik
Hip Hop vom Besten. Man denkt erstmal an Rawkus, Ostküste, kommt
aber aus San Francisco, oder Oakland, egal. Die Platte ist durchwegs trocken
zu nennen. Inhaltlich abstrakt, primär Hip Hop zum Thema und kein
Gangster-Bull. Planet Asia hat die frischeste Stimme seit Mos Def und
erinnert ein bißchen an Kool Keith, nur ohne Hektik und Witzigkeiten.
Die Beats sind wie gesagt trocken. Dope Beats. Die Samples sind minimalistisch
und zugleich von einer speziellen Mysik, öffnen Räume und sind,
nun ja, trocken. Neben Saul Williams streng zu beobachten. Trockenster
Geheimtip. ][ neon tse tse
Ab
18 - Landing Ep - Parasound
Oliver Morgenroth unter neuem Pseudonym und zusammen mit The Maxx (wer
immer das ist) auf dem Weg in die progressive Techno-Szene. Was dann allerdings
recht brachial und einfach rüberkommt und irgendwie gar nicht in
meine Vorstellung von gutem, progressivem Techno paßt. Gerad-linig
und eintönig. Einzig Sphere" weist dann noch etwas Deepness
auf. ][ mb
Donna Regina - Follow the Sea - Life
Captain Herbert übertrifft sich mal wieder selbst. Obwohl er für
diese Platte ja nicht ganz allein verantwortlich ist. Und während
Herbert einen zutiefst housigen und äußerst straighten Mix
einspielte, überzeugen die Original-Mixe doch gerade wegen ihrer
unbesonnenen Verspieltheit. Lockerleichte Vocals dringen während
des gesamten Stückes ins Ohr und beflügeln einen gerade dazu,
die fröhliche Atmosphäre aufzugreifen. Und wenn der Bass einsetzt,
erinert man sich schweren Herzens an den guten alten Dr. Rockit und die
Hochzeiten eines Dj Food. ][ mb
Manu Dibango - New Bell (MAW Rmx.) - white
Die ungekrönten Könige des House sind zurück und beweisen
erneut ihr wahres Potential. Mit New Bell ist den beiden Meistern
eine erstklassige NuJazz-Nummer gelungen. Groovige Beats und Percussions
treiben Trompeten und Gitarren vor sich her, bis sie schließlich
den Gesang des Originals einholen. Und was dann auf der Tanzfläche
passiert, brauche ich wohl niemandem zu erzählen. Definitiv eine
der besten DiscoJazz-Platten des Jahres. ][ mb
Bone City - Forensic 003
Eine neue Platte auf einem recht jungen Label. Und beide haben es in sich.
Drei extrem deepe Tracks mit dezenten Jazzlicks - mal Gitarre, mal Piano
- und immer aufs äußerste hin groovend. Nichts für große
Hallen, dafür für Men-schen mit solcherlei Herzen. ][ mb
Moodymann - ForeverNeverMore - KDJ
Tja, so eingebildet ist er dann doch gar nicht, der Herr Dixon Junior.
Hat doch tatsächlich brav sein anderthalb Stundenset gespielt und
immer nett dabei gelacht. Ganz in diesem gesetzten Charme kommt auch seine
neue Single einher. Eigentlich nichts neues, einzigartiger, guter Moody-mann-Sound
eben. Sanft anfangend, dann schnell härter werdend, um schließlich
gegen Ende die ein oder andere interessante Spielerei einzubauen, wie
bei seinem Set. Es liegt ihm halt doch was an gewohnter Tradition. ][
mb
Miyazawa - AfroSick remix#2 - AfroSick
Lateinamerikanische Musik befindet sich nicht erst seit der Fußball-weltmeisterschaft
im Hoch, und so gab es in letzter Zeit den ein oder anderen Remix diverser
Latin-Stücke zu hören. AfroSick schließt sich da nahtlos
der Reihe an. Das besondere an dieser Platte ist, daß beide Remixe
besser sind als das zugehörige Original. Während As One etwas
ruhiger zur Sache gehen und viel mit Gefühl und Emotionen arbeiten,
sorgt das Rainer Trüby Trio nicht nur für einen deepen Groove
und somit für schwingende Hüften, sondern schafft es produktionstechnisch
gesehen noch mehr Authentizität (muß an der Gitarre liegen)
an den Tag zu legen. Gratulation! ][ mb
Soul Ascendants - Rise - Nuphonic
Tja, vielleicht war ich mit meiner Äußerung bezüglich
dem Manu Dibango Remix ein wenig voreilig, denn was die Soul Ascendants
hier mal wieder verbrochen haben, könnte die Masters at Works glatt
ausstechen. Denn mit ihrer wilden Mischung aus gedämpften House Beats,
wilden Trompeten-Soli und klassischen Flamencogitarren-Orgien schießen
sie sich ins Herz eines jeden offenen Musiklieb-habers. So klingt Jazz
der 90er. Wild, frei und verdammt deep. Auf der B-Seite dann der frei
improvisierte Live-Mix, der die Wildheit dieses Tracks noch einmal steigert
und als reinrassiger Free-Jazz-Jam durchgehen dürfte. ][ mb
Gonzalo
Martinez - La Lollera Colora (Rmxs) - MultiColor Rec.
Die Remixe dieses (elektronischen) Latinversuchs sind dann doch besser
gelungen, als das Original, daß weiter vorne bereits besprochen
wurde. Vor allem Michael Mayer überzeugt durch Einfachheit und minimalen
Groove. Auch Matthias Schaff-häuser zeigt gefallen an Latin und setzt
diesen gekonnt ins Elektronische um. So klingt das ganze dann auch überhaupt
nicht mehr nach billiger Game Boy-Musik, sondern nach gekonnt minimalem
Techno. ][ mb
Mateo & Matos - New York Rhythm Vol. 2 - Glasgow
Underground
Die Stagnation New Yorker House Musik dürfte nun endgültig ein
Ende haben. Nicht nur das Kerri Chandler, Joe Clausell und M.A.W. erneut
das Erscheinungsbild qualitativer Houseproduktionen prägen, auch
die neue Schule, wie eben Mateo & Matos, sorgen für groovige,
abwechslungsreiche Produktionen. Und ganz entgegen ihrem ersten Album
und der zwischenzeitlichen Belanglosigkeit Glasgower Releases ist diese
Platte ganz vorne mit dabei. Man darf also getrost davon ausgehen, daß
New York wieder zu altem Glanz finden wird. ][ mb
4 Hero - Starchaser (MAW Rmxs.) - Talkin´ Loud
Masters at Work die Zweite. Das Original dieser Remixe dürfte ja
hinlänglich bekannt sein und so könnte es schon verwundern,
warum ich hier den Remix erwähne, der doch eh auf der Single enthalten
ist. Tja, weit gefehlt meine Herren, schließlich berichte ich hier
von unveröffentlichten Mixen der Herren Gonzales und Vega und die,
jawohl, übertreffen das Original bei weitem. Zum einen wäre
das der Dub Mix, der mit seinem ca. zweiminütigem Gesangs-intro soviel
Spannung erzeugt, daß die anschließend Beatrhythmen wirklich
jedes Gemüt zum Tanzen bringen dürfte. Der Classic Mix dagegen
verzichtet dahingehend völlig auf den Gesang (Ausnahme die kurze
Refrain-Passage am Anfang), verzaubert jedoch durch eine äußerst
virtuos gespielte Gitarre, die über die gesamte Spielzeit von 8 min.
perfekt mit den Grooves des Bass harmoniert.
Somit reihen sich die Herren aus New York gekonnt in die Schlange der
Kosmologen ein, denn solche Musik kommt wahrhaftig von einem anderen Planeten.
][ mb
Madison Trio same - Middle Class Pig Records
006
Die drei aus Würzburg (Patrick Gross, voc, b; Pat Bollé,
g, voc; Holger Mock, d) haben es geschafft dem alten Onkel Rockabilly
seine Jugend zurückzugeben. Von rough n´tough bis soft n´sweet,
Rock n´Roll in seiner ursprünglichsten Form, ohne Schnörkel,
geradeaus.
Obwohl nur einer der zwölf Titel von dem Trio selbst ist, haben sie
ihnen einen unverwechselbaren Touch gegeben. Als Beispiel sei Goo
Goo Muck aufgeführt, welches in der Cramps-Version doch recht
bekannt sein dürfte. Jetzt groovt es im Madison-Stil daher. Dieser
Stil wird stark vom Bass-Spiel von Patrick Gross und dessen Gesang geprägt.
Diese Platte kickt Arsch, und zwar gewaltig!
Es ist Mr. Middle Class Pig Erik B. aus T. mal wieder gelungen, eine Kultscheibe
rauszulassen, schon rein optisch, mit schönem Space-Comic-Cover,
in transparentem Vinyl und einzeln numeriert.
Wer sich einen Überblick über das doch recht breite, aber in
sich stimmige Spektrum von Middle Class Pig Records verschaffen will,
sollte sich den Label-Sampler Middle Calss Music for Middle Class
People (MCP 009) ruhig mal reintun.
Da in diesem Magazin sowieso niemand was von meiner Musik
versteht, mach ich gleich weiter und haue euch die nächste Scheibe
um die Ohren!
Loaded - More Midnights than Mornings - Elmo Records
1002
Den Ska-City-Rockers aus dem Raum Heidelberg ist eine sehr abwechslungsreiche
Platte gelungen. Es muß erwähnt werden, daß die vier
Amis (Jason Bell, d, voc; Nick Rothstein, voc, b; Chad Thompson, g, voc,
Jesse Sharps, sax, noises) den heute gut rollenden Zug des Ska-Punk/Punk-Ska
vor vielen Jahren mitgeholfen haben, anzuschieben. Sie sind von den Mighty
Mighty Bosstones und dem 2 Tone geprägt, aber auf dieser Platte hat
auch der Rock-Steady und ganz kurz der Jazz vorbeigeschaut.
Von der Ballade (ten beers later) über den OI!-Knaller
(last call) bis hin zum Dub
( enchanted farmyard dub) ist alles am Start. Und wer erstens
die Titelmelodie von Ein Colt für alle Fälle (ihr
erinnert euch ?!) verskat, und zweitens Summer of 69 zu Spirit
of 69 verpunkt, hat sowieso schon gewonnen!
Zum Label ist noch zu sagen, daß Elmo Records ein junges Sub-Label
von Grover-Records ist, mit einer Ausrichtung auf Bands, die nicht in
den traditionellen Grover-Style passen, aber trotzdem höhrenswert
sind, wie es Loaded eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Hört euch die beiden vorgestellen Platten einfach an, ihr engstirnigen
Electro-Heads! ][ MO
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