OUK das Sech10te ± treibend & kraftvoll ± Dez 98/Jan 98 ouk interview:
DJ Bailey


D J   B A I L E Y

D J   B A I L E Y

Was ist los im Drum’n’Bass-Zirkus?
Alles murrt, aber niemand kann eigentlich eine klare Aussage machen, was ihn stört. Gut, es bleiben Innovationen aus, die Besucherzahlen gehen zurück, ebenso die Verkaufszahlen, etc. Keiner scheint aber zu bemerken, oder zumindest einmal schwarz auf weiß festzustellen, daß über die letzten Jahre eine unauslöschliche Präsenz an den Tag getreten ist, die inzwischen durch eine weitestgehend hochgradige Perfektion in vielerlei Hinsicht manifestiert wird.

Trotz alledem: Was wird heutzutage noch mit Promotion-Touren à la Hugo Boss (siehe Bla & Blub in dieser Ausgabe) erreicht oder muß man sich im Vergleich mit schon vollzogenen Prozessen bei verwandter Musik die fast schon stupide klingende Frage stellen: Geht es zurück in den Underground?

Das Wort hat heute DJ Bailey und die Betonung liegt hier auf DJ, denn Michael Bailey ist neben Kemistry & Storm wahrscheinlich der einzigste Drum’n’Bass-DJ, der es ohne Producer- oder Labelambitionen, sondern ausschließlich mit reiner Liebe zum Djing geschafft hat, die Spitze zu erklimmen. Als „hart und gerecht mit kleinen musikalischen Nuancen“ läßt sich sein Stil ganz gut umschreiben und für eine überschaubare Gage kann man einen DJ buchen, der viel an Perfektion und Erfahrung offenbart. In den folgenden Zeilen also Geschichten von Bailey über Bailey, über die Szene, den Underground, die Kollegen, die Clubs, neue Tracks, ...


ouk: Was denken deine Eltern über dein Leben als DJ?
bailey: Jetzt sind sie glücklich darüber. Vorher wollten Sie mich davon abhalten. Sie konnten sich nicht vorstellen, daß man damit seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Sie dachten es wäre vielleicht eine Phase, die ich durchmachen müßte. Für sie wäre es vielleicht besser gewesen, wenn ich mich eher nach einem geeigneten Ganztagsjob umgesehen hätte, weil man als DJ ja kein Geld verdienen kann, aber diese Annahme hat sich zum Glück als falsch erwiesen.
ouk: Haben sie dich unterstützt oder eher geblockt?
bailey: Naja, ich war sehr hartnäckig. Es gab einfach keine Möglichkeit mich davon abzuwenden. Ich wollte einfach ein DJ sein und habe einfach damit weitergemacht. Als sie gemerkt haben, daß es bei mir gut läuft, haben sie mich von diesem Zeitpunkt an unterstützt.
ouk: Ich habe irgendwo gelesen, daß dich deine Schwester durch das Verteilen von Mixtapes unterstüzt hat?
bailey: Oh, das war meine Ex-Freundin ... Sie bat mich ein Tape zu machen und dann kamen ein paar Freunde von ihr vorbei und kopierten sich das, so hat sich das Tape in kürzester Zeit vervielfältigt.
ouk: Kann man die Drum’n’Bass-Szene mit einer großen Familie vergleichen?
bailey: Familie? Hmm...
ouk: Was für ein Gefühl hast du? Wie ist die Stimmung?
bailey: Nun gut, jeder kennt jeden. Ich sehe keine negativen Seiten. Aber wenn du von jemanden etwas willst, dann mußt du ihn fragen. Du kannst nicht erwarten, daß du gefragt wirst. Sie können sich ja nicht an jeden erinnern. Insgesamt klappt die Kommunikation recht gut, nur ist jeder zur gleichen Zeit mit seinen eigenen Dingen beschäftigt.
ouk: Wie sieht es aus, wenn jemand in finanzielle Schwierigkeiten kommt. Muß sich dann jeder um seine eigenen Probleme kümmern?
bailey: Ja, leider muß jeder seine Probleme selber bewältigen. Es liegt auf der Hand, daß dir in diesem Fall nur deine wahren Freunde helfen können. Ich habe das Gefühl, daß viele Leute auch zu stolz sind sich an jemand zu wenden, um ihn zu fragen: „Ich habe finanzielle Schwierigkeiten, kannst du mir helfen?“. Ich weiß, daß solche Situationen zur Zeit passieren.
ouk: Ich fragte aus dem Grund, weil wir letztens ein Interview mit Optical&Dom&Fierce gemacht haben, und man den Eindruck hatte, man hat es mit drei Brüdern zu tun.
bailey: Ja klar, sie stehen sich sehr nahe. Sie leben alle im gleichen Wohngebiet und du kannst erwarten, daß sie sich sehr nahestehen. Sie sind die ganze Zeit in Kontakt miteinander, wenn jemand Probleme bekommt, helfen sie sich gegenseitig.
ouk: Hast du den Eindruck daß die Drum’n’Bass-Szene ein Netzwerk ist, das nur durch Handys zusammengehalten wird? :-))
bailey: Ja, sicherlich. Jeder hat ein Handy. Es ist die einzige Möglichkeit andere Leute zu erreichen. Du mußt sie anrufen, sonst verpaßt du bestimmte Chancen. Das beginnt bei Tracks und geht bis hin zu Bookings. Jeder ist ständig auf der Straße unterwegs und damit beschäftigt, seine Sachen zu erledigen.
ouk: Ich denke daß es ohne Handys kein Drum’n’Bass geben würde.
bailey: :-) Wahrscheinlich ...

ouk: Ich habe auf der Groove Connection-Webseite (www.grooveconnection.com) ein Statement von dir gelesen. Ich weiß nicht ob es wahr ist ...
bailey: Das Interview? Ach so, du meinst diesen Fragebogen. Ich wußte nicht einmal warum ich den ausfüllen sollte, vielleicht ging es darum, einen Eindruck über die Persönlichkeit des DJs zu bekommen.
ouk: Du hast bloß ein paar Fragen beantwortet, die meisten hatten gar keine Antwort und waren mit „n / a“ gekennzeichnet.
bailey: Klar, manche Fragen kannst du einfach nicht beantworten, wie z.B. „Welchen Teil deines Körpers würdest du gerne verändern?“ So etwas kann ich einfach nicht beantworten.
:-) ... oder wie z.B. „Wenn ich gerne so aussehen würde wie jemand anderes, wer wärdas?“ (Anm. d. Verf.: Sehr gut, wird für anstehende Interviews im Hinterkopf behalten ...)
ouk: An anderer Stelle sagtest du: „Wo auch immer Drum’n’Bass sein wird, ich werde dort sein.“ Wo wird es deiner Meinung nach hingehen?
bailey: Im Grunde wollte ich damit sagen, daß, wenn Drum’n’Bass wieder komplett im Untergrund und unpopulär ist, würde es mir immer noch gefallen, weil ich es einfach liebe, egal wie groß oder klein das Ganze ist.
ouk: Auch wenn du damit nicht mehr deinen Lebensunterhalt verdienen kannst?
bailey: Ja. Ganz einfach deswegen, weil ich gar nicht die Absicht hatte, populär zu werden. Ich liebe es einfach Aufzulegen. Es war nicht mein Ziel hier in Deutschland zu sein und sogar für euch zu spielen. Das war wirklich nicht die Absicht. Ich mag einfach die Musik, und werde mich damit abfinden, egal was passieren kann oder wird.
ouk: Gefällt dir deine eigene Entwicklung?
bailey: Ja - natürlich!
ouk: Manche Leute bevorzugen es im Untergrund zu bleiben.
bailey: Das hängt immer mit den persönlichen Vorstellungen zusammen ...
ouk: Um noch mal auf dein Statement zurückzukommen, wohin geht es mit Drum’n’Bass deiner Meinung nach?
bailey: Es ist unberechenbar. Manchmal setze ich mich hin und denke darüber nach, aber das ist einfach eine Frage, die man nicht beantworten kann. „Drum’n’Bass takes each day as it comes.“ Morgen kann vielleicht Schluß sein, man weiß nie. Ich kann es wirklich nicht vorhersagen. Jeder macht zur Zeit seine Major Deals, aber es gibt immer noch die andere Seite. Es gibt immer noch die Underground-Stücke, die viele bevorzugen und es wird sie in der einen oder anderen Form immer geben.
ouk: Wenn du dir die aktuellen Tracks vor Augen oder besser gesagt vor Ohren hälst, kannst du eine bestimme Entwicklung heraushören?
bailey: Nicht wirklich, da ich es ablehne eine bestimmte Stilrichtung von Drum’n’Bass zu spielen. Meist bevorzuge ich die wirklichen Underground-Stücke, nicht besonders viel mit Vocals. Ich verfolge auch nicht genau was zur Zeit passiert. Ich spiele einfach das was mir gefällt. Ansonsten kann man sagen, daß zur Zeit die jazzige Richtung wieder sehr stark im Kommen ist, durch Peshay und die ganzen Jungs.
ouk: ... wie z.B. Adam F’s „Brand New Funk“... oder aber Vocals wie bei Dom&Rolands Remix von Shanie, den du z.B. auch im Depot gespielt hast. Einer der wenigen Tunes die einen Rewind herausgefordert haben.
bailey: Das ist etwas anderes, besonders für Dom. Er benutzt normalerweise keine Vocals und hat es hier nur wegen des Remixes für Shanie getan.
ouk: Er macht nie ‘positive’ Stücke.
bailey: Nein, eigentlich nicht ... Aber nach seinem letzten Album, das ja recht dunkel war, haben die Remixe für Shanie seinen Stil verändert, er geht jetzt auch öfters abends aus.
ouk: Kennt Dom Shanie denn persönlich? Kommt sie aus London?
bailey: Ja, sie ist aus London, ich glaube sogar eine Freundin von Dillinja. Jedenfalls haben sie zusammen in der gleichen Gegend gewohnt. Für diese Remixe hat sie sich einfach mit den beiden Jungs zusammengetan. Es gibt nämlich nur die beiden Remixe von Dom und Dillinja.
ouk: Den Eröffnungstrack, den du gespielt hast (mit MC: „DJ Bailey“), war der speziell für dich gemacht?
bailey: Ja, denn zur Zeit als die Renegade Hardware-Abende in London stattfanden und sich die Leute, die dort aufgelegt haben, gegenseitig nur ansatzweise kannten - mich eingeschlossen, faßte ich den Entschluß zu Dom zu gehen. Ich brachte ein Tape mit einem MC Sample mit und frage ihn ob er das in ein Stück einbauen könnte. Als ich bei ihm vorbeischaute, arbeitete er gerade an einem neuen Stück, und fügte einfach das Sample in sein neues Stück ein und das war’s. Dieses Stück (natürlich ohne den MC Sample) erscheint bald auf Renegade Hardware.
ouk: Dom wird von vielen „Angry Boy“ genannt...
bailey: Wenn du ihn triffst, hast du das Gefühl, daß er eine sehr ruhige Person ist. Er redet nicht besonders viel, aber in ihm drin steckt viel Zorn und Haß, der durch seine Musik zum Ausdruck kommt ... Es ist wie ein Ventil für ihn.
ouk: Auf der Drum’n’Bass Arena-Webseite (jungle.syspace.co.uk/jungle/home.html) gab es eine Umfrage, welchen Track der Leser gerne geremixt haben will. 16% stimmten für Origin Unknowns „Valley of the Shadow“ (Vgl. „Acid Track“: 2%, „Warhead“: 4%). Weißt du ob es schon Remixe von „Valley of the Shadows“ gibt?
bailey: Ich hatte mal vor langer Zeit davon gehört und ich denke, daß es einen gibt, weiß es ehrlich gesagt aber nicht. Hype sollte glaube ich einen machen, weil er das Stück so oft gespielt hat. Er spielt es sogar jede Stunde, oder noch öfter ... :-) :-)

ouk: Wie stehst du zum Atmosphere-Schreibstil? Wenn ich darin lese, fallen mir besonders die Sprüche wie „the man they call“, „deliver the goods“, etc. unangenehm auf. Okay, du schreibst auch für Atmosphere, aber wie denkst du darüber?
bailey: Ich mache bloß ab und zu meine Charts, bin auch in letzter Zeit sehr faul geworden und teile mir meinen Platz mit Loxy. Ich schaffe es einfach nicht jeden Monat, weil mir das Schreiben von Plattenkritiken nicht liegt. Ich mache es hauptsächlich für Jay, den Herausgeber von Atmosphere.
ouk: Wenn ich Atmosphere lese, möchte ich hauptsächlich Informationen bekommen, aber meistens besteht vieles aus purem Hype. Die Portraits über einzelne Personen bestehen oft nur aus ihren Standardphrasen und man hat hinterher keine neuen Erkenntnisse hinzugewonnen.
bailey: Gut, manche DJs wollen einfach einige private Dinge für sich behalten. Viele denken, daß sie nicht viel wissen, aber das sind im Grunde nur ein paar DJs. Vielleicht glauben sie, daß wenn sie sich auf diese Art und Weise verhüllen, sie für sehr gut gehalten werden.
ouk: Aber Atmosphere ist doch ein Magazin speziell für die Szene. Es ist nicht für jeden gedacht. Ein normaler Mensch würde es nie in die Hand nehmen oder lesen.
bailey: Das stimmt. Es ist sehr spezialisiert. Aber in dieser Richtung existieren derzeit viele Mags auf dem Markt, wie z.B. „Hip-Hop connection“.

ouk: Was meinst du zum Thema Speed Garage und Drum’n’Bass?
bailey: Als es mit Speed Garage angefangen hat, sind viele Jungle-Fans zu Speed Garage übergelaufen. Im Moment aber habe ich den Eindruck, daß viele damit nicht glücklich geworden sind, da die Musik sich wiederholt und langweilig wird. So kommen sie eben wieder zurück.
ouk: Ich habe den Eindruck, daß Drum’n’Bass generell auf dem Rückzug ist. Wenn man z.B. einen Blick auf die Deutschen Club Charts wirft, findet man dort knapp 3 oder 4 Drum’n’Bass-Tracks. Vor einem Jahr waren es zwei bis dreimal so viele.
bailey: Speed Garage ist sehr schnell populär geworden, einfach weil es etwas Neues war. Viele Leute sind einfach immer dabei wenn es um „Das Neue Ding“ geht, andere bevorzugen bei Drum’n’Bass zu bleiben, weil es einfach die Musik ist, die sie lieben. Viele haben die Lager gewechselt, aber für sie spielt die Musik auch keine Rolle, sie gehen einfach gerne dort hin wo viele Frauen sind.

ouk: Wie sieht es aus mit „harte Klänge für verwirrte Gemüter“, also bezogen auf harte Tracks für Leute die vielleicht psychische Probleme haben? Normale Menschen hören keine solchen harten Sachen!?
bailey: Bei mir ist es genauso wie bei Dom - es ist ein Ventil für uns. Wenn mich etwas aufregt, dann bin ich nicht jemand mit dem man reden kann, ich sperre mich meistens für 3 Stunden in mein Schlafzimmer ein und spiele sehr harte und heftige Musik. Gerade deswegen ist meine Auswahl der Platten als DJ auch so, weil ich eine sehr ruhige Person bin, ich möchte nicht böse auf jemanden sein oder mich mit Gewalt durchsetzen. Ich halte mich zurück und versuche durch meine Musik als Ventil meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, vielleicht spiele ich deswegen so hart, ich weiß es nicht.
Grundsätzlich bevorzuge ich vielleicht die härteren Stücke, aber man kann damit nicht ein ganzes Set spielen. Man muß für jeden der dort ist spielen, nicht bloß für sich selber. Deswegen entscheide ich mich dann letztendlich für eine Mischung.
ouk: Hast du schon die neuen Kemistry&Storm-Produktionen gehört?
bailey: Sie denken darüber nach zu produzieren, hatten aber bis jetzt noch keine Zeit dafür.
ouk: Wie sieht es bei dir aus?
bailey: Ich möchte bloß auflegen!!
ouk: Du bist ja ein DJ, der an die Spitze gekommen ist, ohne nebenbei zu produzieren oder ein Label zu führen, war es ein schwerer Weg?
bailey: Ich schätze mich glücklich, daß ich die richtigen Leute zur richtigen Zeit getroffen habe. Das ist übrigens der einzige Grund warum ich zur Zeit keine eigenen Stücke schreibe, ich will einfach beweisen daß ich ein guter DJ bin und für meine Fähigkeiten als DJ geschätzt werde!

ouk: Kommen wir zum „Cafe Kesselhaus“. Du sagtest, daß es die beste Party war auf der du augelegt hast. Was ist dort passiert?
bailey: Es war eines der Dates auf der No U-turn-Tour und es war echt verrückt. Die Jungs haben das Hotel-Zimmer total zerstört, so richtig im „Rock’n’Roll“-Stil. Am darauffolgenden Tag wurde auch in einer lokalen Zeitung darüber geschrieben.
ouk: Warst du mit dabei?
bailey: Nee, sie waren alle betrunken. Die Aschenbecher lagen auf dem Boden so wie alles was weggeworfen wurde ... überall Fußabdrücke ... es war wahnsinnig ... kaputte Bilder und noch viel mehr. Sie haben es wirklich total kaputt gemacht. Um auf das Kesselhaus zurückzukommen, es war wirklich voll und der Schweiß tropfte wie wild von der Decke auf die Dubplates, so daß man die Platten nicht richtig spielen konnte. Es war einfach eine der verrücktesten Nächte, die ich je erlebt habe. So mag ich diesen Schauplatz sehr gerne und es ist immer so dort - einfach gute Stimmung.

ouk: Bezogen auf das Nachtleben: Wie kommst du mit dem ganzen Streß zurecht? Hast du gesundheitliche Probleme oder ist noch alles in Ordnung?
bailey: Ich schlafe zuwenig und esse nicht richtig, aber mir gefällt es einfach beschäftigt zu sein, daher denke ich nicht so oft darüber nach. Ich habe aufgehört über meine Gesundheit nachzudenken, aber es gibt auch keine Probleme. Ich trinke oder rauche nicht. Manchmal wird mir ein Spliff angeboten und wenn ich ‘nein’ sage heißt es gleich „What? You don’t smoke?“. Ich habe wirklich nichts dagegen, aber es reizt mich einfach nicht. Vielleicht ein Glas Champagner bei einer speziellen Gelegenheit, aber das war’s dann auch schon.
ouk: ... so daß du dich voll und ganz auf das DJen konzentrieren kannst?
bailey: Ja, ich will bei vollem Verstand sein und mich auf das konzentrieren, was ich spielen werde. Das ist schon schwer genug wenn man nüchtern ist! Ich habe alle diese Platten vor mir und weiß nicht welche ich in welcher Reihenfolge spielen soll. Ich möchte einfach sicherstellen, daß ich die richtigen Stücke, in der richtigen Reihenfolge spiele. Da hilft es mir nicht viel, wenn ich Alkohol trinken würde. Manche Leute verstehen es einfach nicht, wie man diese Art von Musik mögen kann, ohne Drogen zu nehmen.

ouk: Hast du irgendwelche konkreten Vorstellungen, wie man Drum’n’Bass im Club auf einer vielleicht reizvollen Art präsentieren könnte, wie z.B. ein Live-Konzept mit einem Drummer oder Bassisten?
bailey: Diese ganze Live Geschichte ist okay, aber ich bevorzuge die Musik spielen zu lassen ohne dabei irgendwelche modischen Elemente hinzuzufügen. Natürlichen macht ein guter MC viel aus, jemand der die Musik atmen läßt und es versteht die Leute anzusprechen und sie zum Wahnsinn zu treiben. Aber wie gesagt, ich glaube daran, daß die Musik für sich spricht wenn man dabei tanzt. Diese ganzen Band-Konzepte sind meiner Meinung nach nur dazu gedacht der breiten Masse Drum’n’Bass zugänglicher zu machen, für Leute die es vorher noch nicht kannten.
ouk: Wie gefällt dir die „Metalheadz Session“ im neuen „Blue Note“.
bailey: Anfangs dachte ich es würde nie mehr das Gleiche sein wie vorher. Es kann einfach nicht das Gleiche sein dadurch daß man die Location einfach „Blue Note“ nennt. Die ersten Wochen waren nicht so voll wie ich anfangs dachte, aber die letzen Wochen waren wirklich gut. Mir gefällt es dort mittlerweile. Das Einzige was mir mißfällt ist, daß die DJ-Box in der Ecke ist. Im alten „Blue Note“ war sie ja mitten auf der Tanzfläche. Dadurch ist es nun teilweise ein wenig unpersönlich, aber die Stimmung ist trotzdem sehr gut. ][ lightwood, simon v

 

Playlist

1. Usual Suspects -Killa Bees (Renegade Hardware)
2. Higher Sense -Limiter (Moving Shadow)
3. Dom & Roland -Homicide (Compound)
4. Dom & Roland -Trauma (Renegade Hardware)
5. DJ Die -Soular (V Recordings)
6. Fierce -Beachball (Virus)
7. Danny Breaks -Earthshaker (Droppin Science)
8. Source Direct -Wanton Conduct (Science)
9. Goldie -Mother (Instrumental) (FFRR)
10. Ed Rush, Fierce, Trace, Nico, Optical -Edtrafienical


back