OUK das Sech10te ± treibend & kraftvoll ± Dez 98/Jan 98 Fcomm

Das Frankreich in Sachen elektronischer Musik kein drittes Weltland ist, dürfte nach der berühmt berüchtigten Frankreichoffensive von vor zwei Jahren, allen bekannt sein. Um so verwunderlicher, daß eines der ersten französischen Labels, das sich mit elektronischer Musik beschäftigte, im Trubel der Auf-bruchsstimmung völlig unterging. Und das, obwohl das Aushängeschild französischer DJ-Kultur, Laurent Garnier, Teilhaber ist.
Denn nachdem 1994 FNAC, Frankreichs bis dato größtes Label, aus finanziellen und bürokratischen Gründen schließen mußte, machte sich Laurent sofort daran, zusammen mit seinem Freund und Partner Eric Morand ein neues Label auferstehen zu lassen - F-Communication. Mit dabei auch alte Bekannte wie Ludovic Navarre, als Schöpfer französischer Houseverspieltheiten besser unter dem Namen St. Germain bekannt, Scan X und Shazz.

Für Bekanntheit sorgte das Labels bereits mit seinen ersten Veröffentlichungen von Dune (Alliance - die allererste Veröffentlichung auf F-Comm), Aurora Borealis (The Milky Way) und eben Laurent Garnier, und schickte sich mit 80.000 verkauften Kopien von dessen „Astral Dreams“ an, den Erfolg von FNAC fortzusetzen. Doch das war ganz und gar nicht im Sinne der Erfinder und folgedessen ließ man das Label erstmal ein wenig in Vergessenheit geraten. Denn schnell war klar, daß die mit FNAC begangenen Fehler nicht wiederholt werden durften. Denn die Musik und deren Weiterentwicklung waren einfach wichtiger als bloßer Ruhm und nackte Verkaufszahlen. So hielt man das Label klein und bescheiden und entwickelte eine Plattform für allerlei elektronische Experimente.

Spätestens mit Aufnahme Frederic Gallianos schaffte man so eine Stilvielfalt unterschiedlichster elektronischer Musik. Sei es nun impulsiver Techno für die Tanzfläche, die verspielten Deep-House Tracks von Aqua Basino und Jori Hulkkonen oder die afro-beat Experimente des eingangs erwähnten Galliano - bei F-Communication werden den musikalischen Ideen der Künstler keine Grenzen gesetzt.

Daß die Öffentlichkeit solche Arbeit würdigt, zeigte sich im Juli diesen Jahres, als die Veranstalter des Montreux-Jazzfestivals F-Communication eigens einen ganzen Tag widmeten. Die dort Live aufgeführten Stücke wurden für die Nachwelt aufgenommen und als einhundertstes Release unter dem Namen „Live and Rare“ veröffentlicht. ][ mb

 

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