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Adam F - Brand New Funk - V Rec.
Adam F - Dirty Harry (Rmxs) - F-Jam
Natalie Imbruglia -Smoke (Ganja Kru Rmx)
Unser Adam haut mal wieder mächtig auf die Pauke. Eine ganze Weile
war unklar, auf welchem Label, dann aber schließlich auf V Recordings
und nicht auf F-Jam erschienen: ein Hit ohne Gleichen, der auch V Recordings
Lorbeer-kranz größer werden läßt. Brand New
Funk ist feinster Orchester-DrumnBass mit
typischen Adam F-Schleifen und fein abgestimmten Live-Instrumenten. Im Break
räumt dann ein Walzensound nochmal alles zur Seite bevor die Funkgitarre
nicht mehr zu stoppen ist. Und dann sind da noch die furchtbar kickenden
Beats, bei denen niemand mehr stillsteht. Der DJ Suv Remix auf der Rückseite
ist meiner Ansicht nach eher überflüssig, aber wer es lieber steppend,
monoton und ruhiger liebt, dem sei damit gedient. Beim Klassiker Dirty
Harry hingegen durften Peshay/Decoder Hand anlegen und heraus gekommen
ist eine Mischung aus Miles from Home und Dirty Harry.
Hervorzuheben ist der schöne Einsatz einer Streichersequenz und die
lustig steppende Bassline nach dem zweiten Break. Auf der Flipside versuchen
Ganja Kru ihr Glück und kommen mit der ganzen Geschichte irgendwie
nicht zu Rande. Es klingt alles sehr demotivierend, und die Erken-nungsphrasen
des Originals sind nur lieblos hineingeflickt. Doch auch echte Popsongs
müssen sich ab und an einer Neubearbeitung für den Club unterziehen
und das hat die Ganja Kru bei Natalie Imbruglia wirklich fachmännisch
gelöst. Am Anfang hochgepitchte Stimme bis langsam die Breaks auftauchen
und durch eine Bassline abgerundet wird, die eher etwas ungewöhnlich
für die True Playaz klingt. Ein Remix der mit Sicherheit auf
der Tanzfläche funktionieren wird. ][ lightwood
Bassface Sascha - Perfect Day - Smokin Drum
Tja, wie soll man an dieser Stelle beginnen. Das Wort Gerüchte-küche
kann er wohl nicht mehr hören, aber es ist schon erstaunlich, daß
Bassface Sascha bei so vielen Beschuldigungen - ob zu Recht oder Unrecht
sei mal dahingestellt - noch ruhigen Gewissens an die Öffentlichkeit
treten kann. Zunächst einmal horcht man auf, weil ein schon tot geglaubtes
Relikt der ersten Labelstunden in Deutschland wieder auf den Beinen ist.
Smokin Drum genießt wieder unsere Gegenwart und dazu noch mit einem
interessanten Release des Labelowners himself. Perfect Day
lebt von einer In-Zucker-gewälzten-Melodie, die, so scheint mir zumindest,
den Sommer verschlafen hat. Unschuldig, leicht melancholisch und immer
präsent windet sie sich durch den Track ohne die Ambition zu haben
sich verändern zu müssen. So merkt man lediglich an den Beats
an welcher Stelle im Track man sich befindet, doch selbst das scheint
unrelevant, denn die Melodie zieht dich in ihren Bann und am Ende setzt
du die Nadel nochmal an den Anfang. On Stage ist der ungefähr
tausendste DrumnBass-Track, der so eine jazzige Liveatmosphäre
verkörpert. Doch hier haben wir keinen 08/15-Kontrabaß mit
flockig-weichen Beats vorliegen, sondern abwechslungsreiche Bassorgien
die auf richtige Monstersnares treffen. Richtig schwer stolziert dieser
deepe Track über die Tanzfläche und man wird lediglich durch
die kurzen Intermezzi daran erinnert, daß hier noch mehr Jungs on
stage sind. Klasse. ][ lightwood
Distorted Minds - Eventual (Rmx) - New Identity
Mein kleiner Geheimtip für schwere Gemüter. Das hier rollt nämlich
ziemlich schwer daher. Keine Ahnung ob es davon überhaupt ein Original
gibt, vielleicht auf Dubplate. Der Beat ist simpler Twostep mit kleinen
auffällig gesetzten Rückwärtseffekten. Schwere Industrialsounds
treffen auf Fiepsen und dämonische Flächen und letztendlich
entsteht der Eindruck, hier ist alles zu spät. Weltuntergangsstimmung.
SciFi-Soundtrack Nr. 1. ][ lightwood
Sonar Circle - The 5th Dragon - Reinforced 130
Reinforced Total, mit all den Stärken der Labelphilosophie, leider
auch den Fehlern, die die letzten Veröffentlichungen in meinen Ohren
hatten. Nonlineare Beats, überraschende Wendungen, tiefe Atmosphäre,
3 Tracks = sehr gut, aber eben auch sehr vollgestopft und soundmäßig
diffuse Bässe und Drums, die den Druck nicht gezielt platzieren können.
+ ein überflüssiges (?) Trip Hop-Stück = Minus-punkte.
Insgesamt natürlich besser als der D*B-Rest, da hier wieder mal der
Weg ins Neuland gewagt wird. Wobei man vielleicht auch das Geld lieber
in die demnächst hoffentlich erscheinende Seiji Platte stecken könnte.
][ neon tse-tse
Mighty Flores - Temporal Flux - Wicked Wax
Die Anzahl der DrumnBass-Artist-Alben übersteigt zusehends
die der Sampler und Compilations. Mit Temporal Flux reiht
sich ein weiteres deutsches Projekt in die Reihe ein. Mighty Flores, das
Düsseldorfer Trio mit bisherigen Releases auf Typhoon, Konter, Basswerk
und Wicked Wax, stellen ein gelungenes Werk zur Schau. Größtenteils
recht verspielt, wird hier mit Sounds jongliert und es werden Effekte
aufgefahren ohne jedoch den Faden zu verlieren. Die Jungs scheinen ein
sehr umfangreiches Soundarchiv zu besitzen und es macht Freude zuzuhören,
wie sie gekonnt mit allerlei Er-denklichem, u. a. auch mit Vocals, interessante
und abwechslungsreiche Soundlandschaften kreieren. Das Ganze klingt einerseits
sehr deep und chillend, andererseits aber auch frisch und neu, ohne großen
Wunsch die Tanzfläche zu rocken. Teilweise könnten die Beats
noch ein bißchen mehr rollen, alles in allem jedoch ein wunderbares
Album für einen kalten Winterabend. ][ lightwood
DJ Tim - Indulge 006
Erste Fremdveröffentlichung auf diesem recht jungen deutschen Label.
Trotzdem diese 12 nicht wie die vorherigen fünf Katalog-nummern
von Oliver Kapp produziert wurde, reiht sie sich nahtlos in die starke
Labelpolitik ein. Zum Teil sehr subtile Loops, die auch von einem frühen
Robert Hood zu Minimal Nation-Zeiten stammen könnten, treffen auf
ein gutes, groovendes Rhythmusgerüst. Auch wenn diese Platte nicht
unbedingt vor neuen Ideen sprüht, ist ihr ein gewisses Maß
an Eigenständigkeit nicht abzusprechen. Außerdem ist heute
eine Platte mit 4 überdurchschnittlichen Stücken viel wert,
nicht wahr? ][ aleister
Fluxion - Lark - Chain Reaction 21
Nach langer Zeit endlich wieder ein Stück Vinyl aus dem Hause Chain
Reaction aus Berlin. Fluxion aus Griechenland setzen da an, wo Chain Reaction
vor ihrer 12-Abstinenz aufgehört hatten. Einfach zeitlose ,schöne
Musik, die vielleicht nicht unbedingt auf dem Dancefloor funktioniert,
aber dafür ungemein zum Hören anregt. Auflegen, auf das Sofa
setzen und hoffen, daß diese Platte niemals aufhört. Warme,
dubbige Sounds geben Dir das Gefühl eines strahlenden Sonntag-Nachmittags.
][ aleister
Erik Truffaz - The Dawn - Blue Note
Winter-chillin 1:
Blue Note-DrumnBass, sogar mit Rap-Poetry. Das Werk läuft
unter dem Namen des Trompeters Erik Truffaz, wurde bereits Dezember 97
aufgenommen und paßt trotzdem auch dieses Jahr wunderbar in die
Herbst/Winter Jazzy-Col-lection. Die Ingredienzien wären: mollig
komponierter Jazz, analog Tentakelpatterns à la Two
Pages + Fahrstuhl zum Schafott-Trompet. Ganz schön. ][ neon
tse-tse
A Collection of independent Hip Hop - Uppercut Records
Winter-chillin 2:
Veröffentlicht in England, versammeln sich diverse New York-Namen
der Rawkus-Generation, still fresh in 99: Mike Zoot, Mos def, Network
Reps etc. um spröden, schönen, teilweise aber auch leicht erkälteten
Hip Hop zu promoten. Hier wird der Ball überwiegend flach gehalten,
wobei das Resultat mir daher erwachsen (darf man das sagen?)
und sympathisch vorkommt. Viele Titel, viele kleine Hits. ][ neon tse-tse
Bergheim 34 - www.spacelab.net/~1stlove
Winter-chillin 3:
Freunde aus Heidelberg: Die nettesten Leute machen zusammen dieses chillernde
Lo-Fi Postkraut-ambientrockprojekt. Sie jammten vor sich hin, schickten
die Songs nach New York, wurden sofort gesignt, landeten kurz darauf auf
dem Benefiz-Sampler des neuen IN-Labels Normal, um jetzt wahrscheinlich
die EP auf Klang zu veröffentlichen. Die Musik gefällt also
vielen Leuten. Ansonsten kühl relaxt, primär improvisierter,
aber auch komponierter Band-Techno. Moderne Sounds 4 AM, mondän,
modernd und modig modulliert - zu bestellen über Modem, the Sound
of., trotzdem in freundlicher Distanz. ][ neon tse-tse
Buckshot - Follow my lead - White
Buckshot, da B.D.I. MC, seines Zeichens Vorstandsmitglied beim 98 wiederbelebten
Rap-Kartell BLACK MOON, Superheld sucht den Wettstreit mit seinesgleichen.
Auf einem moody Black Moon typischen Loop (Stimmungsabgleich - Billie
Holiday singt Strange Fruit=Blues-History - Parallelen evtl. bei Mobb
Deep -- subjektive Standortbestim-mung NTT) rapt Buckshot erhaben und
ungeschlagen den Rattenfänger der Duck-down clique. Alltime Favourit.
][ neon tse-tse
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Brandi Ifgray - Maurice Fulton Mixes - Sähkö
In die eigentliche Tradition des Sähkö-Sounds kann man diese
Platte nicht einordenen, dafür enthält sie wohl zu wenige Blinks
und Blonks. Dafür gibt es echten 80er-Bowie-Sound zu hören -gelungener
dunkler Disco-Sound eben. Die vielen kleinen Raffinessen, die man bei
genauem hinhören entdeckt, passen dann auch wieder zu Sähkö.
Maurice Fulton beweist auf alle Fälle, daß er Geschmack und
ein sicheres Händchen in Sachen Disco hat. ][ mb
Faze Action -Karimba - Nuphonic
Wäre es Sommer, dies wäre der todsichere Hit für die warme
Jahreszeit, denn die Gebrüder Lee pressten ein neues Juwel musikalischer
Leistung auf Vinyl. Und auf welchem Label läßt sich sowas am
besten Veröffentlichen, wenn nicht auf NuPhonic ?!? Aber auch im
Winter erfreut die warme Stim-mung dieses Latin-House Stückes (wenn
man es denn so nennen kann)die Herzen der Tänzer und läßt
die Sorgen für einige Minuten verblassen. Allein schon der Einsatz
der Querflöte läßt einen Aufspringen und an Ort und Stelle
tanzen. Und wie sagte mein Gitar-renlehrer so schön: Da könnte
jetzt auch Santana dazu spielen, und es würde keiner merken.
][ mb
The New Latinaries - Atabaque (Jazza-nova Mix) - Ubiquity
Die Berliner Jungs verwandeln sich langsam aber sicher in wahre Remix-Künstler.
So dürfte es wohl nicht übertrieben sein, wenn man Jazzanova
als die deutschen Kruder und Dorfmeister bezeichnet. Mit Atabaque schufen
sie jedenfalls ein zweites Latin-Monster à la Caravelle. Fliegende
Bongos, Kongas und Trommel-geräusche sausen einem um die Ohren. Flink
gespielter Kontrabaß läßt die Hüfte schwingen und
den Rest besorgt die Liebliche Melodie. Ein gekonntes Durch-einander mit
sehr viel Energie. ][ mb
Beanfield - Close the Gap Pt. 1-3 - Compost
Ein weiterer Münchner Dancefloorknaller. Beanfield produzierte hier
eine eindrucksvolle Mischung aus Detroid-Techno, lateinamerikanischen
Perkussionen und münchner Elektro. Spielbar auf House- und Techno-Abenden.
Oder als treibende Scheibe in einem Latin-Set? Alles kein Problem, denn
Close the Gap schließt wahrlich alle Kluften, die es zwischen elektronischer
Musik jeglicher Art gibt. Und dabei ist es ganz gewiß kein Lückenfüller.
][ mb
DJ Matsuoka - JCR
Im Allgemeinen nicht sonderlich bekannt, arbeitet Matsuoka Naruhisa in
Japan emsig daran, verschiedenen Musikstile zu mischen und Tanzflächenkom-patibel
zu machen. Ein Grund mehr für die Jazzanova-Compost-Koalition, sich
die vier besten Tracks dieses Mannes rauszupicken und hierzulande zu veröffentlichen.
Matsuokas Stücke sind allesamt eine gelungene Mischung aus gesampelten
Jazzlicks, elektronischen Effekten und groovenden Rhythmen. Alles sehr
virtuos zusammengesetzt und stets locker klingend. ][ mb
V.A. - Frisbee Tour Vol. 2 - Frisbee
Paul Brtschitsch - Straight - Frisbee
Unkomplizierter Techno in vierfacher Form aus der Hauptstadt am Main.
Kein absoluter Hit aber solide Tracks, die auf der Tanzfläche garantiert
für Stimmung und Freude sorgen. Auch namentlich alles andere als
unbekannte Künstler - Roland Kasper, Monika Kruse, Ricardo Villalobos
- da weiß man, was man hat.
Paul Brtschitsch greift die alten Chicago-Tracks Zeiten auf und sorgt
für ein groovendes Monster auf der A-Seite. Versteckte Effek-te sorgen
für Spannung und die Beats haben es wahrlich in sich. Die Rückseite
ist relaxter und verspielter und hat definitiv Deep House Charakter und
liefert dieser Ep damit die nötige Portion Char-me um gänzlich
zu gefallen. ][ mb
Cube & Sphere - Amundsen - disko B/Seperator
Das ist nun wirklich neu! DrumnBass auf disko B. Sowas hätte
man in zehn Jahren nicht erwartet (obwohl, ein bißchen ja schon).
Das Debüt bestreiten Hans Platzgummer und Gerhard Potuz-nik unter
dem Pseudonym Cube & Sphere. Und so klingen auch die zwei Tracks:
Melancholisch sphärisch, um dann gleich von einer eckigen, düsteren
Sägezahn-welle übertönt zu werden, bevor der beat einsetzt
und alles mit sich reißt. Die Komplexität des Arrangements
erinnert entfernt an Filmmusik und macht diese Platte zu einem wahren
Hörgenuß. Also ruhig auch mal in Ruhe zu Hause anhören,
das wird heutzutage eh viel zu wenig gemacht. ][ mb
I-f - Playstation #2 - disko B
Vor dem neuen Album releast der fliegende Holländer schnell noch
eine Ep. Playstation #2 war bereits auf dem ersten Album in Kurz-version
enthalten, hatte aber dennoch das Potential, als 12 Version zu erscheinen.
Die B-Seite weist zwei äußerst verspielte Elektro/-Techno-Tracks
auf, die sicherlich nichts Weltbewegendes darstellen, aber irgendwie nett
anzuhören sind. ][ mb
Moloko - Sing it Back Mixes 1 - Echo
Eigentlich ist Moloko ja überhaupt nicht mein Fall. Aber den Herbert-Mix
wollte ich mir dann doch antun und ich muß sagen - Gott sei Dank.
Denn Herbert liefert mit seinem Tasteful Dub eine sehr schöne
Umsetzung des Originals. Dabei schaffte er es, den melancholischen Charakter
beizubehalten, nein, er verlieh ihm durch seine Vorliebe für exotische
Samples und Beats gar noch eine extravagantere Note. Sorgt definitiv für
die Momente eines anbrechenden morgens, wenn die Menschen den DJ für
sein Set am liebsten mit Küssen überhäufen möchten.
][ mb
Hugo Agogo - Weekender - Toko
Toko war schon immer ein kleines Label, das unbeachtet von der Masse wenige,
aber äußerst gelungene Platten auf den Markt brachte. Und wenn
eine jener Platten dann den Weg in den Plattenkoffer des DJ´s geschafft
hat, war sie dazu verdammt dort zu schmoren, um doch nicht gespielt zu
werden. Weekender setzt jedenfalls auf den momentan anhaltenden Neo-Disko
Trend und schafft es dadurch vielleicht, etwas mehr Aufmerksamkeit auf
sich und das Label zu ziehen. Wohlklingende, bekannte Achtziger-Samples
werden von einem knackigen Beat getragen und steigern von Takt zu Takt
die Stimmung. Spätestens bei den Synthie-Breaks sollte man ganz und
gar im Discofieber aufgegangen sein. ][ mb
Laurel Aitken - The Pama Years Vol.1 -
Laurel Aitken with the Skatalites - The Long Hot Summer Vol.2 -beide Grover
Was gibt es zu dem Godfather of Ska und High Priest
of Reggae noch zu sagen?! Eigentlich nicht mehr viel, außer,
daß wir uns über diese beiden Platten sehr freuen.
Die Pama Years- Scheibe, welche den Schaffenszeitraum von 1969 - ´71
umfaßt, beglückt uns mit Reggae der allerfeinsten Art. Die
Originale sind als Singles auf Nu beat/ Newbeat erschienen und wohl nicht
mehr allzu häufig anzutreffen. Unter den 18 Titeln befinden sich
zwei bisher unveröffentlichte (Apollo 12 und Benwood Dick), sowie
ein gecoverter Elvis-Song (Don´t be cruel). Auf dieser Platte sind
außerdem die schönsten Liebeslieder anzutreffen, die je das
Licht der Welt erblickt haben, teilweise sogar mit Streichern (wie romantisch!).
Wem das Wort Skinhead bei manchen Texten auffallen sollte
und dessen Weltbild dadurch zu-sammen zu brechen droht, dem sei gesagt,
daß Laurel Aitken einer der Mitbegründer des Skinhead-Reggae
ist und Neger-Musik gemacht hat, die sich inhaltlich ausschließlich
positiv mit diesen bösen Buben befaßt (bei Irrita-tion
wenden Sie sich vertrauensvoll an den Autor).
Bei der Long Hot Summer Scheibe handelt es sich um Auf-nahmen aus
einer Studiosession von 1963. Diese 15 Ska-Titel sind ebenfalls als Singles
veröffentlicht worden, hauptsächlich auf RIO, Black Swan und
Island. Es gab diese Session schon einmal auf Platte, allerdings mit drei
Stücken weniger (Remember My Darling, One More River To Cross und
In My Soul). Außerdem befindet sich eine sehr schöne Version
von Bad Minded Woman auf dieser Platte. Laurel Aitken (75)
und die Ska-talites sind nach über 35 Jahren immer noch auf der Bühne
aktiv und nach wie vor prägend, nicht nur im Ska- und Reggae-Bereich.
Für Elektronik - verwöhnte Oh-ren sei noch angemerkt, daß
die Mastertapes beider Platten verschollen sind und die Aufnahmen von
Singles stammen, mit den dazugehörigen Background Noises. Da es sich
bei beiden Platten auch um historische Dokumente handelt, tut die Soundqualität
der Musik überhaupt keinen Abbruch!
Auch diesmal sei Grover-Records für ihre Veröffentlichungsauswahl
ein großes Lob ausgesprochen. Die Welt braucht Grover-Platten! ][
mo
Peacocks - in without knockin´ - Elmo
Endlich! Der zweite Longplayer des schweizer Trios! Seit 1992 bestechen
die Peacocks durch eine gekonnte Mischung aus Psycho-billy, Rock´n´Roll,
Ska und Punk. Hinzu kommen der Kontrabass und die eigenwilligen Coverversionen,
auf dieser Platte z.B. Somebody´s Gonna Get Their Head Kicked
In Tonight von Fleetwood Mac und Letter To The Censors
von La Mano Negra.
Man merkt den Jungs an, daß sie viel Spaß an und bei ihrer
Musik haben und die Tatsache, daß kein Stück länger als
3,5 Minuten dauert zeigt, daß der Punk-Faktor hochgehalten wird.
Es rockt und grooved mächtig bei den Peacocks, was für die Livedarbietung
genauso gilt, wie für die Platte. Von der Möglichkeit, mit Ska
zu würzen, machen die Peacocks bereits seit sechs Jahren Gebrauch
und haben dadurch bestimmt einen Teil zu diesem gegenwärtigem Trend
beigetragen.
Die Pfauen haben mit dieser Scheibe ein schönes Rad geschlagen.
Auch diesmal ist Elmo - Records, mit ihrer fünften Veröffentlichung,
ein sehr guter Wurf gelungen. ][ mo
Me/Myself & I Two Steps Forward, One Step
Backward...
Hinter diesem Projekt verbirgt sich der 23-jährige Thomy Waneck aus
Tübingen.
Musikalisch handelt es sich schwerpunktmäßig um Dub (- Reggae),
gepaart mit etwas Hip Hop und ein wenig Ragga. Thomy Waneck hat in seinem
Wohnzimmerstudio alles selbst komponiert, produziert, gemixt
und alle Instrumente eingespielt. Unterstützung erhielt er an der
Gitarre von Princess K. (Melodic Reaction Dub) und Mirko Sigloch (Almighty
God Dub), sowie von dem Saxophonisten der Tübinger Ska - Kombo Court
Jesters Crew Johannes Hirt (Time & Space, Treasure Dub). Die elf Titel
entstanden zwischen 1996 und 1998. Der Sound ist sehr relaxt und spacy,
der Bass ist richtig schön dick, wie das bei Dub eben so sein muß,
die Dubelemente Hall und Echo wurden überlegt und nicht übertrieben
eingesetzt. Man hört bei dieser gelungenen Produk-tion, daß
dem Macher Dub - kompatible, elektronische Musik be-wußt ist, wie
Drum & Bass, Acid Jazz und Trip Hop. An dieser Kombination des alten
Onkel Dub und aktueller elektronischer Musik hätten Mad Professor
und Dennis Bovell sicher ihren Spaß.
Zu erwerben ist die CD bei Thomy Waneck, Roßbergstr. 28, 72072 Tübingen,
07071/72874 oder 74664. ][ mo
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