| das Ach10te ± begehrt & abgefahren ± April/Mai 99 | Sounds different |
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Warum veröffentlicht ein Künstler seine Tracks auf einer CD mit einer Auflage von 10 Stück? Weil er glaubt, daß sie sowieso keiner kaufen oder gar hören will? Fängt jetzt plötztlich jeder an hier mal kurz geringe Stückzahlen seiner Erstlingswerke zu brennen, ein Cover am Epson auszudrucken und das Ganze dann per Internet zu vertreiben?
Das Erscheinen eines neuen Sterns am Labelhimmel ist nicht unbedingt eine Meldung wert, geschieht das doch täglich und nicht gerade immer in bereichernder Art und Weise, Bei Nicolaas Jan Deiker, dessen Releaseplattform Deiker Records frisch aus der Taufe gehoben wurde, ist das angesichts seiner bisherigen Veröffentlichungen schon ein bißchen anders. Der Kirchheimer überzeugte vor allem mit seinen Advanced Techno und -Elektro-Produktionen auf Elef Tsiroudis´ Shokoy-Records und konnte mit der Beisteuerung eines Tracks zu der Megahertz-Tape-Serie beweisen, daß auch strenge Selektionskriterien für ihn kein Hindernis darstellen. Nun ist er also selbst in der Daddysituation und macht das konzeptionell gesehen nicht ungeschickt, denn veröffentlicht werden ausschließlich Split-EPs von mehreren Künstlern, die sich auch die Herstellungskosten teilen. Das hat den Vorteil, daß das Kostenrisiko nicht nur auf einer Schulter lastet und durch die geringeren Kosten pro Nase eine höhere Releasedichte erreicht werden kann. Vertrieben werden die streng limitierten Vinylrundlinge über die Künstler selbst, sowie über Music Mail und Maurizio Blanco. Deiker soll auch verstärkt als Anlaufstation für junge Talente dienen, die lediglich einen guten Track abliefern müssen, um das Gefühl einer eigenen Platte auskosten zu können. Dabei treten aufnahmetechnische Defizite als nicht relevant in den Hintergrund, da die Möglichkeit besteht, im Deiker-Studio den Tracks den letzten Schliff zu verpassen oder einer guten Idee die Chance zur Entfaltung zu bieten. Also ran ihr jungen Wilden, versprochen ist ein promptes Urteil über Demotapes einen Tag nach Erhalt, was wohl nicht gerade in die Kategorie üblich einzustufen ist. Auch bekannte Namen stehen bereits in der Warteschleife, allerdings dürfen Namen noch nicht verraten werden und ouk ist ja nicht der Regenbogenpresse zugehörig, also halten wir den Mund. Gespannt darf man jedenfalls sein. Coverart tritt zunächst in den Hintergrund, das Augenmerk liegt schlicht bei der Musik. Über solcherart Schnick Schnack läßt sich auch später noch diskutieren, wenn das Label settled ist. Deiker 01-03 dürften bei Erscheinen dieser Ausgabe erhältlich sein (siehe Kritik weiter hinten im Magazin) und ein Check ist durchaus empfehlenswert. ][ motik D e i k e r |
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