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Swag - Felony Funk - Swag
Mit ihrer letzten Best-Of-Compilation beendeten sie nicht nur die Zusammenarbeit mit JBO, sondern schlossen auch ein Kapitel ihrer eigenen musikalischen Entwicklung. Chris Duckenfield und Richard Brown haben jedoch noch lange keinen Grund, das ganze Buch zuzuschlagen. Denn was mit einem anvisierten Ziel - in diesem Falle energiereicher House - anfing, endete an einem ganz anderen Punkt - und der heißt Funk. Nicht umsonst orientiert man sich an Jazzanova und dem Trüby Trio, und so findet man auf Swags neuem Album jede Menge Rhythmusskizzen, auf denen dann ein komplexes Gebilde namens Funk und Soul aufgebaut wird. Die 4/4 Formel spielt dabei keine Rolle mehr, einzig und allein der Zugang zum Stück muß vorhanden sein. ][ mb
Midnight Express - Guidance
Die bisher recht geglückte Compilationpolitik von Guidance, sowohl im House-, wie im Dub-Bereich, wird mit diesem Produkt fortgesetzt. Über 67 Minuten feine Deep-House-Musik am Stück, wobei für den Mix David Alvarado verantwortlich zeichnet, seines Zeichens sicher kein Unbekannter im global house circuit, bekannt durch Veröffentlichungen u.a. auf Groove on und Yoshitoshi. In den dezent dahin gleitenden Strom warmer, sensitiver Klänge, dessen nur gemäßigt ausschlagende Amplitude bei manchem Heiß-sporn Langeweile auslösen mag, die aber für den Genießer des Genres mit ihrer leichtfüßigen Eleganz (ein wichtiger Parameter in hedonistisch angelegten Sub-systemen !) unverzichtbar bleibt, haben sich auch nahtlos drei bisher unveröffentlichte Tracks von Blueboy, A:xus und Reel Houze dazugesellt. Wer sich gern bei angenehmem Wohnzimmer-Sound Mix-CDs anhört, um dabei immer wieder entspannt festzustellen, daß House einfach die grundlegendste Sache der Welt ist, wird an dieser Compilation mit Sicherheit seine Freude haben. ][ hve
D.I.Y. Dub Club - Eigenvertriebs-Demo
Do it yourself - unter diesem Motto traten einige Tübinger Dub-Freunde in der Takco-Bar an, um dort und als Gäste bei anderen Events ein Forum für ihre Musik zu schaffen. Und unter diesem Motto begannen zwei von ihnen, Rick Newton (früher u.a. Independent-Rock-Konzertveran-stalter, dazu ein hervorragender Fußballer) und Carsten Bauer, zwischen ihren verschiedenen, nur bedingt kompatiblen Computer-systemen musikalische Ideen auszutauschen, weiterzuentwickeln und schließlich eine Reihe von gefälligen Tracks daraus zu basteln, um sie anschließend auf CD zu brennen. Mit Sequenzer, Sampler, Triple Dub und wohl ein paar Sachen mehr entstanden ein Dutzend Stücke, die meist von D&B-Sounds dominiert werden, ein paar Techno-Anklänge nicht scheuen, sogar Saxofon und südamerikanische Percussion einbinden und dabei nicht aus der Bewegung geraten. Das immer wieder mal aktualisierte Demo gibts bei den nach der Sommerpause im September wieder beginnenden Veranstaltungen des D.I.Y D.C. ][ hve
Organism - Its Real Nice To Talk To You - ism
Future Sound of Jazz - Vol 3 - Four Ears - My Way: einer der schönsten Tracks dieser Compost-Compilation. Dies (oder auch andere Veröffentlichungen des Duos auf dem gleichen Label) als Stichwort für einen Soundver-gleich. Four Ears gibt es nicht mehr, Curt Nolte, früher (1983/84) Musikkritiker beim Schwäbischen Tagblatt in Tübingen, aber auch Musiker in Wave-Bands und als Eigenproduzent rhythmisch an-sprechender elektronischer Klänge als Caruso, arbeitet jetzt nicht mehr mit Bym, sondern mit Les Indes zusammen. Das Resultat der neuen Zusammenarbeit indes war dem Münchner Label-Chef Michael Reinboth nicht housig genug (immer mehr dieser Trip-Hop-Jazzer kommen jetzt auf den Trichter!) und so galt es, sich nach einem neuen Label umzusehen. Dies war dann mit der Stuttgarter Neugründung ism auch gefunden und so der Weg frei für diese CD. Soundtechnisch bis ins letzte ausgeklügelte, meist fast meditativ wirkende 77 Minuten bieten eine weitgefächerte Bandbreite von Klängen und Rhythmen, die auch bei housigeren oder Latino-beeinflußten Passagen eine raffinierte Relaxtheit beibehält, die beeindruckt. Ausgezeichnet für die Hifi-Anlage, für den Dancefloor insgesamt wohl zu langsam. ][ hve
Shanie The Abstract Cyba
Es ist schon über ein Jahr her, da lud Dillinja Sängerin Shanie aus seiner Nachbarschaft in sein Studio ein und ließ sie über seine brachialen Beats singen. Kurze Zeit später fand auch Dom Gefallen daran und so erschien kürzlich die dritte Cyba-Maxi Life. Nun werden die gesammelten Werke zusammen mit weiteren Remixen (Ray Keith, Moving Fusion u. a.) als LP veröffentlicht und wer die Maxis noch nicht hat, sollte zugreifen. Denn eines Tages wird euch niemand mehr glauben, daß Frauengesang sehr wohl mit Amen-Breaks harmonieren kann. ][ lightwood
Thievery Corpora-tion - DJ Kicks - K7
Der nächste Teil der erfolgreichen Mixserie kommt von dem wohl unterbewertetsten Trip Hop/ Downbeat-Duo aus Washington. Die ultimative CD für den Sommer voller kuscheliger, flauschiger Melodien und Rhythmen. Hier findet man Latin, Samba und indische Sitars im Überfluß und es macht einfach Spaß zuzuhören. Wem Thievery Corporation bisher noch kein Begriff waren, sollte unbedingt deren Album `Sounds from the Thievery Hi-Fi` anchecken, es lohnt sich. ][ aleister
King Kooba - Enter the Throne room - Sekond Skin
DrumnBass geht einen Schritt weiter und King Kooba gehen ihn mit. Nachdem sie bereits auf Reinboths Future Sound of Jazz 5 Aufsehen erregten, haben sie mit diesem Album ihren Horizont gewaltig erweitert. Neben des stets sehr minimal gehaltenen Schlagzeugarragements, setzten sie gekonnt Live-Instrumente und Gesang ein, um ein organisches Geflecht von RhythmnSound zu erzeugen, daß sie selbst als äußerst eklektisch bezeichnen. Dazu trägt auch die Gesangslegende Esther Phillips bei, die California Suite mit ihrer gewaltigen Stimme jede Menge Leben einhaucht. Die Zukunft von DrumnBass hat auf jeden Fall wieder eine Perspektive. ][ mb
In-different Vol. 2 LAB Rec.
Wieder haben es die Freiburger verstanden, mit nur elf Tracks eine exquisite und vielseitige Compilation passend für die sommerliche Vorfreude zusammenzustellen. Jazzanova, F-Comm., Wall of Sound, Compost, Bungalow, u.a. bescheren uns heiße Rhythmen, warme Strandatmosphäre, verträumte Spielereien, sanfte Barmusik, japanische Weisheiten und Laid back-Grooves, teilweise ineinander gefadet, teilweise gemixt, aber immer on top. ][ lightwood
V.A. - Rootdown 99 - NuPhonic
Bei der sintflutartigen Welle von Compilations, die gerade den Plattenmarkt umspühlt, wäre es stets sehr interessant, den Hinter-grundsgedanken zu kennen, ist er doch von immenser Bedeutung bei Auswahl und Zusammenstellung der Stücke. Bei Rootdown 99 weiß ich, daß es sich um ein Porträt der allmonatlich stattfindenden Schwarzwaldeskapaden handelt, die Rainer Trüby nun seit ich weiß nicht wieviel Jahren, veranstaltet. Dementsprechend abwechslungsreich und eben auch bekannt sind die vorhandenen Stücke, was nicht heißen soll, daß diese Compilation altbacken wäre. Im Gegenteil, spiegelt sie doch den aktuellen Stand, (high)fideler Dancefloor-Musik wieder, weshalb jeder, der das ein oder andere hier enthaltene Stück noch vermißt, unbedingt zugreifen sollte. ][ mb
V.A. - Disco Spectrum - B.B.E.
Das kleine englische Labe, vor knapp vier Jahren von Ben Jolly und Peter Adarkwah gegründet, gehörte bis vor kurzem zu den Geheimtips AcidJazz-freudiger Insider. Spätestens nach der Zusammenarbeit mit MAW, der Veröffentlichung der von Josh Davis (aka DJ Shadow) und Keb Darge zusammengestellten Funk Spectrum Compilation und deren Plazierung in den Top 5 der britischen Sales-Charts, ist Barely Breaking Even bekannt wie ein bunter Hund. Für die Auswahl der Disco Spectrum Stücke wurde Joey Negro verpflichtet, der keine Mühen scheute, die verstaubten und verschollen geglaubten Perlen aufzufinden und erneut auf Vinyl zu pressen. Hier ist jetzt allerdings nicht die Rede von allseits bekannten Spanks und Chics, sondern von wahrhaft souligen Grooves, die bereits auf der ein oder anderen Houseplatte als Sample dienten. Real disco for real people, eben. ][ mb
V.A. - Moving House at Food Club - SSR
Compilations - jeder Club, jedes Magazin, ja eigentlich jeder, der etwas aufsichhält, stellt eine zusammen, und zeigt der Welt, was er von Musik versteht. So nun auch der Food Club, angeblich Belgiens bester House Club. Zusammengestellt und gemixt von DJ Geoffroy, entspricht diese CD durchaus dem vorgegebenem Standard. Eine gelungene Zusammenstellung von raren, noch unveröffentlichten oder einfach guten Houseperlen (Beau Mot Plage, Mosquito Coast oder One Love, um nur einige zu nennen), läßt ahnen, daß der Food-Club seinem Titel zurecht trägt. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen. ][ mb
Wicked Wax - In the Mix Vol. 2
Erfreulich, daß dieses Mal die ganze Geschichte live über die Bühne gezogen wurde, wobei ein digitaler Mix für denjenigen hinter der Kiste auch seinen Reiz hat. Basztart und Mariachi waren die Auserwählten und sie meistern erstaunlich gut die Verknüpfung der vorgegebenen, doch so unterschiedlichen Tracks, die bereits alle auf Wicked Wax Vol. 6 (Rezension ouk 018) erschienen sind. Zusätzlich noch mit dabei zwei neue Tracks von Mighty Flores und D'Headbanga. ][ lightwood
V.A. - Future Lounge 02 - Stereo Deluxe
Irgendwie dürfen trendige Sandalen und AllBeat Compilations Ihren zweiten Frühling erleben. Der Sound für die Neo-Yuppie Generation erlebt ein Meer an outputs, imputs und wegputz. Der Post-Acid-Jazzer als neue, omnipotente , zahlungskräftige Zielgruppe, der stets wachsamen Industrie als keyaccount auserwählt. Vom Allgemeinen zum Besonderen. Auch hier gilt: Ideale wiegen mehr als der schnelle Griff zur Zielgruppen gerechten Trend-CD.
Das Gesamtkunstwerk Stereo Deluxe dürfte mit ihrem Kosmos aus Label, Laden und Lounge das gesunde Selbstbewustsein sowie die Erfahrung besitzen, sich der Thematik all-in-one differenziert anzunehmen. Gratuliere. Redaktionsfavorit ... durch viel ohne Masse ... Ohren, Herz und Seele ... all-in-one. Treffer. Tell the girls that I am back in town. ][ enco
V.A. - Glücklich III - Compost
In dieser Compilation spiegelt sich wunderbar der musikalische Werdegang des Jazz Hooligan Rainer Trüby. So merkt man beim Vergleich mit den zwei vorhergegangenen Glücklich-Zusammen-stellungen, daß die (neue) elektronische Musik mehr und mehr ihren Einfluß auf den Selektor ausübt. Waren die ersten zwei Compilations noch vollständig historisch besetzt, findet sich auf der Dritten überwiegend neuer Output. Schaden tut dies weder dem DJ, noch der Compilation, denn gerade das Zusammenspiel von Alt und Neu sorgt für Spannung und musikalische Gereimtheit. Allen Stücken ist selbstverständlich der brasilianische Flair zueiegn, wodurch sich diese CD wunderbar der momentanen Hitze-welle annimmt und das feurige Rhythmusgefühl der Brasilianer in die Welt hinaus drägt. ][ mb
Chris Korda - Six Billion Humans Cant Be Wrong - Gigolo
Das Oberhaupt der Church of Euthanasia ist wieder da und setzt zu einem erneuten Kreuzzug des schwarzen Humors an. Spielerisch packt er die Themen Überbevölkerung, Materialismus und die Isolierung des Individuums an und setzt diese in wummernde Basstöne, fiepige Hochfrequenzen und zerhackte Gesangsfetzen um. Dem Hörer fällt es dadurch vermeintlich schwierig, den Themen zu folgen, aber das ist vielleicht auch besser so, denn allzuviel Ernst sollte man Hernn Korda dann doch nicht entgegenbringen. ][ mb
Birds - Pal
Das Projekt Birds, bestehend aus den drei Musikern Klaus Kotai (Elektro Musikdepartment), Peter Ford (i fach, trelik) und Jochen Bader (Elektro Musik Department), zeigte ja bereits vor einem knappen Jahr mit ihrer ersten 12, daß es durchaus möglich ist, Technomusik und Kunstkultur zusammenzuführen. Mit ihrem Album realisieren sie eine Art Performance, weshalb man diese CD eigentlich mit einem 4-Punkt Beschallungssystem in einem großen dunklen Raum hören sollte. Erdige, tieffrequenzige Basstöne lassen das Gemüt erbeben, abstrakte Beats und minimale, sinnlich programmierte Beats sorgen für reichlich Spannung. Einzig der teilweise doch recht schräge Gesang, läßt einen den Schauer den Rücken runterlaufen. ][ mb
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Leandro Gamez - La Bola - Fieber 10
Die beste Platte des Spaniers bis dato. Hier versammeln sich drei Tracks, die voll in die Beine gehen. Sehr treibend und spannend arrangierte Stücke, die alles das beinhalten, was wir uns unter energetischem Techno vorstellen. Besonders angetan hat es mir das Titelstück auf der A-Seite. Wundervolle Bongos, die völlig arhythmisch daherkommen und sich in dein Gehirn bohren, um es nicht mehr loszulassen. Wenn FIEBER so weitermachen, werden sie noch glanzvolle Tage erleben. ][ aleister
AUX 88 - Computer Speaks - Direct Beat 041
Die Altherren des Electro aus Detroit melden sich wieder zu Wort. Konsequent wird hier der Stil der letzten Direct Beat Veröffentlichungen weitergeführt, sprich Electro mit Vocals und das ganze mit Vollgas. Außerdem gibt es hier noch einen genialen Microknox Remix von `Play it loud` den sich Hell sicher für sein Gigolo Label gewünscht hätte. Würde da auch gut hinpassen, ist nämlich irgendwie ziemlich retro - im positiven Sinne. Wer die letzte Direct Beats mochte, wird diese lieben. ][ aleister
Christian Morgenstern - Night of the living deaf (Rmx) - Forte 002
Remixe kommen von Claude Young, Richard Bartz und Herrn Morgenstern himself, wobei man den Remix von Claude Young ruhig unter den Tisch fallen lassen kann. Hier haben wir uns aber kein Bein ausgerissen, Herr Young. Ganz anders der Bartz Remix, der sehr soulful an die Sache herangeht und merken läßt, wie es wohl auch mit Kurbel, dem eigenen Label weitergeht. Dies kündigten die letzten Releases ja schon an. Doch zurück zu dieser 12 und damit zu dem eigentlichen Gewinner, nämlich Herrn Morgenstern. Ich glaube ich habe von ihm noch kein Stück gehört, das die Tanzflure dieser Welt so stürmen wird, wie dieses. Sehr sehr treibend mit einer wilden Snare, die nur verbrannte Erde hinterläßt. Die Synthiesequenz hat man zwar schon häufiger gehört, aber das stört bei so einem Killer nicht so sehr. ][ aleister
Rollercone - Palais Mascotte - NuPhonic
NuPhonic, die nächste. Die soeben errungene Akzeptanz der Öffentlichkeit wird nicht aus der Hand gegeben und mit dieser Veröffentlichung wird das Nu nochmals deutlich unterstrichen. Auch hier sind mal wieder afrikanische Einflüsse zu hören, welche, je nach Mix mal mehr, mal weniger, durch elektronische Klänge untermalt sind, weshalb sich Palais Mascotte deutlich aus der Masse ähnlicher zur Zeit kursierender Werke hervorhebt. Spätestens nach Rainer Trübys Compilation dürfte allerdings klar sein, wohin der zukünftige Weg der Labelphilosophie hinführt. ][ mb
Ron Trent - I fight for what I believe - SI Project
Er wird nicht müde, die Produktionsmaschinerie unaufhörlich voranzutreiben und dabei stets einen Schritt nach vorne zu machen. Dieses mal ersetzt Ron Trent die minimalen Drums durch lateinamerikanisch beeinflußte Percussionloops und bewegt seine Form schwarzer Musik auf eine neue Ebene. Sicherlich, die für ihn so typischen Synthiechords fehlen nicht, und auch an Tiefe hat Ron Trent durch diesen Zug nichts verloren. Spiritueller Gesang zu spirituellen Rhythmen, man kämpft für seinen Sound. ][ mb
Teflon Dons - Tomorrow People - Worldship Music
Der Name Teflon Dons dürfte gänzlich unbekannt sein. Gregory Porter, der Mann hinter diesem Projekt, ist da schon eher geläufig. Trotzdem dürfte diese Platte an der großen Masse unbemerkt vorüberstreichen, was eigentlich nicht sein sollte. Eine so bezaubernde Vocal-Ballade wie Tommorow People kriegt man nicht alle Tage zu hören und bei diesem Song stimmt einfach alles - Harmonie, Rhythmik und Gesang versetzten einen ins Land der Träume. So haltet Ausschau nach dieser Platte, hört sie euch an und urteilt selbst, ob ihr nicht dieselbe Aufmerksamkeit gebührt, wie den Bassment Jaxx. ][ mb
Breakbeat Era XL
Wem gerade alles zu eingefahren wirkt und sich folglich langweilt, der sollte sich mal die neuesten Werke aus Bristol genehmigen. Breakbeat Era (Roni Size/Krust/Die & Sängerin Onalee) sind mit einer limitierten dreiteiligen Doppel-EP am Start, die es wirklich in sich hat. Teil Eins habe ich bei einem Kollegen gehört, Teil Drei kommt noch raus, so liegt mir also nur Teil Zwei zum rezensieren vor. Ultra Obscene ist der würdige Nachfolger von Share the Fall und glänzt durch endlose Effekt-Spielereien an allen Ecken. Late Morning läßt die Western-Gitarre spielen und beginnt dann mit einem eigentlich gewöhnlichen Two Step, der aber durch ein maschinenartiges Geräusch im Hintergrund seine eigene Note bekommt. Control Freak beinhaltet dann alles: Western-Gitarre, Gesang, knackige Beats und eine sehr tief wabernde Bassline. ][ lightwood
Todd Terry Blackout/Let it ride Resolutions
Dieser Mann sorgte in letzter Zeit wohl für das größte Aufsehen in der DrumnBass-Szene. Zusammen mit Matthias Heilbronn (?) bewegt sich Todd auf seinem musikalischen Ausflug äußerst souverän. Blackout schlug ein wie eine Bombe und wurde von DJs wie Grooverider, Bryan Gee, Kemistry & Storm oder Doc Scott rauf und runter gespielt. Bei den Beats war man zwar nicht besonders einfallsreich, aber sie rollen wenigstens gut und das Time to Blackout-Sample, abwechselnd von weiblicher und männlicher Stimme gesprochen, geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Desweiteren verwendet: modulierte Ohrwurm-Bassline, Streichersequenz und spannungsproduzierendes Intro. Bei Let it ride, der zweiten Maxi zum demnächst erscheinenden Album, herrscht dann ein komplett anderer Vibe - alles irgendwie zu poppig und überdreht. Lediglich der etwas abgespeckte und ruhigere Tees Mix kann da noch überzeugen. ][ lightwood
Extended Spirit Caprice Dialog
Extended Spirit sind ein Drittel von Jazzanova und somit auch Mitglied des Berliner Sonar Kollektivs, das vor kurzer Zeit mit einer Reihe von unterschiedlichen Labels an den Start ging. Eines davon ist Dialog und nach dem Erfolg der Solid Water Serie kommt hier ein excellenter Nachfolger. Caprice zeugt von einer reinen natürlichen Instrumentierung. Im Vordergrund steht der Funk-Bass, der niemals die gleiche Melodie spielt. Der am Anfang noch schlicht gehaltene Beat tritt immer mehr zu Gunsten von Congas und Konsorten in den Hintergrund. Interessant ist die Stimmung des Tracks, die eigentlich ständig wechselt, mal beruhigend, mal spannend, mal gehetzt wirkt und letztendlich dann doch zum Tanzen animiert. Solche DrumnBass-Tracks, die viel Abwechslung bieten, vielleicht sogar eine Geschichte erzählen, sind selten - also viel wert! ][ lightwood
The Roots/Erykah Badu You got me (Q-Cru Rmxs)
Zum Glück hat man dieses Mal nicht wieder die Urban Takeovers an die Maschinerie gelassen, sondern die Jungs von Don-Q Records aus Hamburg. Die glänzen hier dann auch gleich mit drei völlig unterschiedlichen Mixen, einer besser als der andere. A1 ist quasi das Original, nur eben mit DrumnBass Beats unterlegt. A2 verarbeitet dann auch noch einmal den Rap und Gesang in voller Länge von vorne bis hinten und die Beats gesellen sich mal mehr mal weniger im Halftempo dazu. B1 beginnt recht harmlos mit zerstückelten Vocalparts, entwickelt sich dann aber schnell zu einem äußerst tanzflächenkompatiblen Track. Sehr komplexe, aber frisch wirkende Beats bilden das Standbein dieses erstklassigen Remixes. ][ lightwood
Tyrell Gyration 20
Gyration steht auch bei Release Nummer 20 immer noch für harten aber gerechten Sound. Tyrell präsentiert hier zwei energetische, schnelle Tracks, die einen industriellen, elektroiden Eindruck hinterlassen. Willis Cat lebt von Basswalzen, steppenden Beats und HiHat-Gewittern. Ab und zu setzt dann alles aus und der Bösewicht vom anderen Stern schwingt sein Laserschwert. Naja, so klingt das zumindest. Auch Magic Fly mutet durch einen maschinell stampfenden Beat an, der sich gegen Ende eine Pause für anmutende, organische Klänge gönnt, bevor die Acidbassline wieder zusticht. ][ lightwood
Pathfinder 002/003
Nachschub aus Bonn. Die Pfadfinder-Hausproduzenten Syncope und Mariachi zeigen sich für den zweiten Release verantwortlich. Rohkost (erfreulich die Verwendung eines deutschsprachigen Namens) steppt monoton mit einem analogem Gerüst aus nicht gerade ungewöhnlichen Sounds. Damit die Rohkost dann auch verdaulich ist, gibt es einen kleinen Break zwischendurch und sanfte Melodiefetzen im Hintergrund. Bei Stick-up, der B-Seite, schiebt sich nach kurzer Zeit der eingespielte Live-Bass von d.A.N. in den Vordergrund, der abwechselnd von zwei unterschiedlichen, nicht eindeutig zu definierenden Sounds begleitet wird. Die Stimmung beider Tracks sind ähnlich einzustufen, nämlich gediegen und funky.
Neue Gefilde erschließt man dann mit zwei neuen Acts bei Katalognummer drei. Kingpress aus Düsseldorf (eine Hälfte von Mighty Flores) präsentiert einen Dancefloorsmasher der etwas härteren Gangart, der sicherlich funktional ist, jedoch wenig Tiefgang aufweist. Die Acidline erscheint leicht überzogen, die treibenden Beats verlieren durch die platt wirkende Snare leider ein wenig an Einfühlungsvermögen und insgesamt fehlt es beim Aufbau am Zusammenhalt der einzelnen Elemente. Reisswolf (Bonn/Berlin) auf der Flipside geht die Sache mit "Panik" schon etwas geschickter an. Die Beats werden deine Füße zum Bewegen bringen und mystische Samples erzeugen eine Spannung, die an manchen Ecken geschärft wird, an anderen sich jedoch auch wieder zu verlieren scheint. Gegen Ende hin hätte hier durchaus noch zugelegt werden können. ][ lightwood
DCruze & Special K Bomb 001
Neues Label von Special K., der mit Suburban Base-Veteran DCruze hier die Keule schwingt. Das Ganze haut dann doch sehr stark in die Ram-Ecke und ich bin mir noch nicht sicher, ob mir das nicht doch alles zu stupide ist. Zumindest bei Tension kicken die Beats ordentlich, die Bassline schneidet dir ins Fleisch und dann willst du doch irgendwann nur noch tanzen. One System erscheint etwas harmloser und legt mehr wert auf melodische Ansätze. Alles in allem simpel und effektiv, aber mit Sicherheit keine Pflichtscheibe. ][ lightwood
Black Science Labs Certificate 18
Dahinter steckt der Norweger DJ Teebee und landet meiner Ansicht nach mit diesen beiden Tracks abseits seiner sämtlichen Moving Shadow/Audio Couture-Releases seinen größten Wurf. Hypnotic gelangt bei Betrachtung der Beatstruktur und Auswahl der Sounds doch irgendwo in die Ecke Digital/Photek, aber bei genauerem Hinhören steckt mehr drin, z. B. eine Funkgitarre oder weitaus mehr gute Sounds als sonst irgend jemand innerhalb eines Tracks verbraten würde. Ebenso glänzt Space Age mit lauter tollen Ideen und ständig neu auftauchenden Sounds, wobei die Beats etwas mehr nach vorne treiben. So werden auf kleinstem Raum endlose Soundlandschften erschlossen, was in Skandinavien wohl kein großes Kunststück sein dürfte. ][ lightwood
Dr. S. Gachet Forbidden Agenda (Rmxs) AMR
Gachet verzichtet bei seinen Produktionen nach wie vor auf brachial harte Beats und Basslines. Bei vorliegenden Remixen sind die Elemente enthalten, nach denen man sich in letzter Zeit wieder mehr und mehr sehnt: warme weiche Bässe, auserwählte Sounds, harmonische Melodeien und Beats mit klassischem Drumkit. Auch dem Old School-Flavour kann sich der Doktor mal wieder nicht entziehen. So finden wir hier vielleicht zwei nicht gerade ungewöhnliche, aber schöne und rollende Warm Up-Tracks. ][ lightwood
The Butlers -Wanja`s Choice - GRO CD/LP 032
Bei den 15 Instrumentals handelt es sich um rare and famous TV and movie tunes im traditional ska style. Damit haben die Butlers nichts wirklich neues gemacht, erinnert sei an die Skatalites (James Bond Theme) oder die Bad Manners (Bonanza Ska), aber sie haben eine glückliche Hand und viel Können bewiesen. Von Lost in Space, Perry Mason über Magnum,P.I., Mission Impossible bis Streets of San Francisco und Love and Marriage lassen sie sämtliche alte TV-Serien(-Stars) neu auferstehen. Was sofort ins Ohr sticht, ist die gute und satte Produktion der Platte, was auf die langjährige Erfahrung der Band zurück zu führen sein könnte! Mein lieblings Knaller ist Gotcha aus Starsky & Hutch, es groovet und die Bläser schieben mächtig! Wo, außer auf Grover Records könnte so eine Platte erscheinen?!
Zumindest mein Leben wäre ohne dieses Label um einiges armseeliger! ][ mo`
Joachim Spieth - Abi99 - Kompakt
Wer Abi feiert, läßt normalerweise die Sau raus. Ganz anders geht Joachim Spieth an seine (?) Abschlußprüfung ran, indem er nämlich erst mal ganz gemütlich 4 Tracks produziert. Von feinfühlig melancholisch über aufgeregt direkt versprühen alle Stücke einen schwebend verspielten Charme, mit dem sie einen ganz leicht um den Daumen wickeln. Von knallharter Dancefloor-Ästhetik kann hier also nicht die Rede sein, dafür von gefühlvollem Umgang mit elektronischer Musik. ][ mb
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