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Es ist des Menschen Argwohn des, dem Drängen anderer nachzugeben. Auch dieser Artikel ist davon gezeichnet und so darf ich Sie als geneigten Leser begrüßen, als der Sie sich soeben drauf und dran machen, diesen Seiten Ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Warum nun ausgerechnet (oder gerade) diese Seiten einem Drang unterliegen sollen, vermag ich Ihnen an dieser Stelle noch nicht zusammenzureimen. Auch bin ich weder der Bedeutung dieses Textes, noch meiner eigenen Rolle in dieser Geschichte ganz bewußt, weshalb Sie sich vorerst damit abfinden müssen, sich von einem unbekannten Eingeweihten ansprechen zu lassen. Vielmehr fasziniert mich momentan ein Spielchen namens Snood, aber dieses mit dem Argwohn des Menschen in Zusammenhang zu bringen, steht im Moment außerhalb meiner Kräfte. Geduld, bitte. Nur soviel vorweg: Sie sollten diese Seiten wie im übrigen alle Seiten die Sie in Ihrem, hoffentlich langen Leben lesen, stets mit einem kritischen Auge betrachten. Desillusion ist reine Ansichtssache. Illumination ist die Erleuchtung der Dinge, deren eigentlicher Tatbestand oftmals im Dunklen liegt. Leichtgläubigkeit ist der subtilste Weg zur Ausbeutung. Hat der Gegner Dein Vertrauen erst einmal auf seiner Seite, kann er Dich zu den abwegigsten Ansichten bewegen. Es gibt keinen Beweis, daß Gott nicht existiert, also existiert er.
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1.
1998 war ein gutes Jahr. Amerika hatte nicht nur eine Affäre, sondern bereitete klammheimlich den Aufschwung der heimischen Rüstungsindustrie vor. Deutschland schied vorzeitig aus der WM aus und Rot-Grün gewann die Wahl. Während ich die letzten Züge der nächtlichen Erschöpfung auslebe, feiern ca. 800 Meter nordöstlich 800 pubertäre Jugendliche (darunter auch einige pubertäre Erwachsene) frenetisch zu energetischen HipHop-Beats. Unter ihnen einer, der uns später noch beschäftigen wird. Woanders - genauer gesagt 49 Tage früher im Atomic Café - bedankt sich Keb Darge bei seinem Publikum dafür, daß sie zu Platten getanzt haben, die sie noch nie zuvor gehört hatten. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Seen it, done it. Und doch habe ich nichts gesehen, nichts verstanden. Die globale Vernetzung hilft da auch nicht weiter, auch wenn sie jeden zu Wort kommen läßt. Gestern entdeckte mein Vater das MP3-Format, zur selben Zeit, als neun Stunden westwärts Bill Gates seinen eigenen Kompressionsalgorithmus vostellte. Den letzten beißen die Hunde und im Jahr 2000 wird Windows standardmäßig mit MS-Audio 4.0 ausgeliefert. Macht es überhaupt noch Sinn zu streiten, diskutieren wir uns nicht zu Tode? Die Welt jedenfalls wird nicht besser, indem wir sie so belassen.
1.2
Im Gespräch mit Simon Jarosch (Simon V, Santorin):
mb: Patrick Forge erwähnte im Gespräch, das Perverse an der digitalen Studiotechnologie ist die Tatsache, daß die Produzenten einen Großteil der Zeit damit verbringen, ihren Sound analog klingen zu lassen.
SV: Das ist in der Tat ein Problem, das auch mich beschäftigt. Oft versuche ich, meine Tracks möglichst analog klingen zu lassen. Von vielen Redakteuren in Musikzeitschriften wird das Wort digital meist auch abwertend benutzt. Der analoge Sound wird einfach bevorzugt, gerade weil man sich gleich viel wohler fühlt, wenn es ein bißchen rauscht und knackt. Mir fällt jetzt auch kein Stück ein, das rein digital klingt und gut ankam.
mb: Dann gibt es also gar kein Einsatzfeld für rein digitale Technik in der Musik?
SV: Naja, mir kommt da immer der Gedanke von Live-Musik, die ja immer irgendwie analog ist. Es fehlt wohl einfach auch die Akzeptanz für digitale Musik. Es gibt vielleicht ein paar Freaks, die auf Atari-Sound stehen, viele sind das aber gewiß nicht. Für alle Interessierten würde ich die neue Platte von Bodenständig 2000 auf Rephlex empfehlen.
mb: Gerade im DrumnBass-Bereich spielt die Technik ja eine große Rolle. Wo wird uns DrumnBass 1999 hinführen?
SV: Einerseits wird es wohl wieder vermehrt in Richtung OldSchool gehen, und dann dürfte es auf jeden Fall einige Fusionen mit anderen Stilrichtungen geben. Gerade die Liquid Funk Geschichten finden eine breite Akzeptanz durch viele menschliche Elemente wie Vocals und Piano. Was ich auch sehr spannend finde, ist, daß jemand wie Todd Terry, ein Houseproduzent also, jetzt anfängt, DrumnBass zu produzieren. Gerade jetzt, zu einer Zeit, in der der große DrumnBass Boom schon vorbei ist.
mb: Thema Internet und MP3.
SV: Ja interessante Sache. Ich hab ja auch schon einige Songs auf meiner Homepage (http://vivid.kosmic.org) und ich überlege mir auch gerade, ob ich zu mp3.com gehen soll. Ich denke die Angst der Major Labels vor diesem Format ist nicht unberechtigt und das ist auch gut so. Generell wird es helfen, den Vertriebsweg zwischen Künstler und Konsumenten zu verkürzen.
mb: Wird sich MP3 durchsetzten?
SV: Ja, auf jeden Fall. Gegenüber dem neuen Microsoft-Audio Format hat es die besseren Karten, was die Klangqualität betrifft. Demnächst kommt dann ja auch MP4 - noch kleinere Files, noch besserer Klang. Zudem ist die MP3-Technologie in den neuen Real Player integriert worden, der ja Standard in Sachen Internet Audio ist.
1.3
Es ist jetzt der 6. März 1999 und Kemistry und Storm entzücken das Tübinger Publikum durch ihr gekonnt virtuoses Set - zum letzten Mal, wie sich knapp zwei Monate später herausstellen sollte. Zehn Minuten später bewies Keb Darge, daß er nicht nur ein exzellenter DJ ist, sondern auch Tanzen kann. Sid Meier wälzt sich in seinem Ledersessel und überfliegt die vor ihm liegenden Entwürfe, die ihm nicht gerade behagen, weswegen er, leicht fluchend seine Akten zurück in den Schrank legend, auf ein Memo seiner Sekretärin stößt. Schmunzelnd packt er seinen Trench-Coat und macht sich auf den Heimweg, die gerade gelesenen Zeilen rezitierend.
Ein hübscher Cyborg namens Asisis,
Umwarb Frauen auf jeder Basis,
Doch als diese Damen
Sein Werkzeug wahrnamen
Gingen sie dahin, woher sie kamen.
2.
Angenommen Objektivität ist das Gegenteil von Schizophrenie. Dann ist Objektivität nichts anderes, als die Anerkennung der Wahrnehmung von Realität eines jeden anderen. Da aber niemand die Realität auf die gleiche Art und Weise wahr nimmt, muß die Person mit der objektivsten Wahrnehmung gleichzeitig die schizophrenste Person sein.
Gut oder schlecht sind kein Akt der Auffassung, sondern Akt des Handelns. Nur durch die Ausübung meiner Absichten werde ich zu dem, was ich bin. Folglich ist die Aussage dieser Song ist gut eine fälschlich ausgedrückte Auffassung von Realität. Erst die Absicht des Produzenten macht einen Song zu etwas gutem oder schlechtem. Wie musikalisch jedoch, kann der Gedanke an den Kontoauszug sein? Ihr verwechselt Offenheit mit blindem Gehorsam und seht vor lauter Glanz euer eigenes Spiegelbild nicht mehr. Es ist ein Einfaches, mit der großen Menge mitzuschwimmen, genauso wie es keiner Anstrengung bedarf, in seinem eigenen Kämmerlein die Welt neu zu definieren. In mitten aller jedoch seine eigene, begründete Meinung zu bilden, das ist wahrhaft erbaulich.
2.2
Um 02:20 Uhr sitze ich auf dem Sofa und blättere durch Stuttgarts zahlreiche Pocketmagazine. In einem ist der Roman eines bekannten Clubbetreibers zu lesen. Es ist von schönen Parties die Rede, von schöner Deko und schönen DJs. Nur schöne Musik scheint es in Stuttgart keine zu geben. In einem anderen Leben bin ich Pazifist. Das ändert zwar nichts an meinem Musikgeschmack, aber auf Friedensdemonstrationen und Castormärschen versteht man sowieso sein eigenes Wort nicht mehr. Präsident Clinton schmunzelt indes über die soeben eingetroffene Nachricht: Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm
Wie so oft fragt er sich, wer sich solch absurde Geheimcodes ausdenkt, zündet das Feuerzeug, hält es zuerst an die Zigarre in seinem Mund, dann an die Notiz in seiner Hand. Der chinesische Volkspräsident schmeißt dieselbe Notiz in den Kamin, nicht bevor er dem Chef des Sicherheitsdienstes letzte Anweisungen gegeben hatte und sich über amerikanische Codenamen lustig machte. Zwei Stunden später drückt Walter P. P. Karlson auf den rot leuchtenden Auslöser. Ein Ruck durchfährt seine Maschine, als sie, vom Gewicht der gerade abgefeuerten 250kg schweren Rakete erleichtert, an Höhe gewinnt. Nicht daß ich zu diesem Zeitpunkt wüßte, worauf Walter P.P. Karlson geschoßen hat (vermutlich weiß er es selbst nicht so genau, Befehle sind schließlich Befehle), aber Sie werden es bereits am nächsten Morgen in ihrer Tageszeitung gelesen haben. Zur selben Zeit, an einem andern Ort ruft Signor Rossi den Keller zu sich, um die Rechnung über drei Windbeutel und sechs Kaffee zu begleichen, erhebt sich von seinem Platz und spaziert, den blauen Himmel und die gelbe Sonne betrachtend, pfeifend aus dem Café hinaus ...
Questa é la felicitá, chi la cerca giá ce l´ha, viva la felicitá .... ][ mb und die tausend Zwerge
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