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Unterwegs im Auftrag von Sauber-keit und Hygiene . . . . . . . . . . . . . .
Produzent Michael Jungfleisch und Regisseur Dominik Wessely gestatten dem Kinobesucher mit ihrem Film Die Blume der Hausfrau einen Einblick in die Hygiene-Strategie des renommierten Staubsaugeranbieters Vorwerk. Während der 92 Minuten begleitet der Zuschauer die Gesandtschaft, bestehend aus 4 schwäbisch sprechenden Sizilianern und einem Sachsen, auf ihrem Pilgerzug durch lange einsame Flure, vorbei an verschlossen bleibenden Türen, auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, wirkliche Reinheit zu verbreiten. Aber die Vorweihnachtszeit macht es ihnen dabei nicht leicht, den potentiellen Kunden ein wenig Zeit zum Vorstellen ihrer Produktpalette abzuringen. Dennoch gelingt es von Zeit zu Zeit in das Innere einer Wohnung zu gelangen, und die in Fleisch und Blut übergegangene Präsentation kann beginnen. Vom Teppichreinigungsschnee über die kleinste Waschmaschine der Welt (natürlich für Teppiche) bis hin zum kompletten Staubsaugersystem, wird mit viel Einfühlungsvermögen bezüglich des möglichen Interessenten, alles ausgiebigst vorgestellt. Unterschiedlichste Haustiere, kleine Ausflüge in die Familiengeschichte, sowie ständig neue Wohnungseinrichtungen, sorgen neben einem immer gleich ablaufenden Verkaufsgespräch für eine angenehme, abwechslungsreiche Unterhaltung. Orthopädische Hinweise, neben Verständnis für soziale Ungerechtigkeiten, sorgen schnell für räumliche Harmonie, die auch dort nicht zu enden scheint, wo wegen des Mit-der-Tür-ins-Haus-fallens die Bewohner trotz ausdauernder Vorführung sich gegen den Fortschritt entscheiden. Alles läuft unter dem einfachen Motto Haben wir was verkauft, verdienen wir was. Haben wir nichts verkauft, verdienen wir nichts!.
Nicht zuletzt durch die hervorragende Kameraarbeit von Knut Schmitz, der mit viel Gespür für Objekt und Situation die tatsächlichen Lebenssachverhalte auf 35mm Zelluloid gebannt hat, hebt sich der Film aus dem Stuttgarter Umfeld von der reinen Dokumentarfilm-Ebene hin zum Spielfilm ab. Wer nicht mehr die Möglichkeit haben sollte sich diese Coproduktion mit dem ZDF aus dem Kinosessel heraus zu betrachten, braucht nicht lange zu warten, da ab Herbst der Film als Video erhältlich sein soll. Auch eine Ausstrahlung im Fernsehn ist wohl absehbar. ][ g
Ein Jubiläum jagt das andere, und so durfte auch die Wüste Welle, Freies Radio für Tübingen und Reutlingen, ihr vierjähriges Bestehen feiern. Dies dann allerdings ganz bescheiden, mit einem freitagabendlichen Würstchengrill und musikalischer Unterhaltung einiger Sendungsmachender. Glückwünsche auch von uns. Feiern ist in Tübingen sowieso äußerst angesagt und so lockte neben Stadtfest, DTK-Ab-schiedskonzert und (noch ausstehender) Sonnenfinsternis vor allem das alljährlich stattfindende Viva Afro Brasil Festival die Besucher von nah und fern ins Städtle. Geboten war jedoch nichts, denn die technische Seite der Musik wußte überhaupt nicht zu überzeugen und auch die Künstler selbst waren, mit Ausnahme der Begleit Band Sleia Cruz, eher zweit- bis drittklassig. Einzig der Eintrittspreis war von höchster Güte. Auch Alt-Mod Eddie Piller, Macher des Londoner Acid Jazz Labels und nebenbei DJ, sollte nicht gerade für ein kulturell eklektisches Highlight sorgen. Zwar hatte man im Clubhaus dank freien Eintritts und gutgelaunter Studenten viel Spaß, jedoch verfügt Tübingen über genug lokale DJs, die, anstelle Pillers hinter den Plattenspielern stehend, für genauso viel Laune hätten sorgen können. Und wenn wir uns schon in einer kulturellen (Sinn)Krise befinden, soll sogleich erwähnt sein, daß sich am Kultur(roh)-bau an der Blauen Brücke seit nunmehr vier Wochen kein Handwerker bzw. Bauarbeiter mehr hat blicken lassen. Zusammen mit dem Absprung des Deutsch- Amerikanischen Instituts als Mieter und dem vermeintlichen Aus des SWR-Studios - die Erschütterungen der angrenzenden Bahnlinie haben sich wohl doch als zu mächtig erwiesen - ermuntert dies zu sorgniserregenden Gedanken. ][ mb
Chemnitz Splash . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Der gesamte deutsche HH-Adel versammelte sich im tiefsten Osten zu einem zweitägigen Sommerfestival und vergaß dabei leider bei dem in unseren Breiten unbarmherzig herrschenden Petrus angemessenes Wetter zu bestellen. Das hielt die Massen allerdings nicht davon ab, richtig schön Party zu machen, so daß durchaus ein positives Fazit zu stellen ist. Von Eins, Zwo über den brillanten MC Rene bis hin zu den Massiven Tönen war wirklich alles am Start, was Rang und Namen hat und dem entsprechend hochwertig war das Dargebotene auf der Hauptbühne. Zusätzlich erfreute uns der Veranstalter mit zwei Partyzelten, die vielleicht mit etwas zuviel Lautstärke protzten, aber qualitativ absolut überzeugten. Zum einen ein Reggae- und Raggamuffinzelt, u.a. von den Pow Pow-Jungs beschallt und zum anderen der für mich eigentliche Primus der Veranstaltung: das großartige DrumnBass-Zelt, das trotz bösester Klänge und außergewöhnlich guten, uns die Ohren abscratchenden DJs, immer erst in den späten Abendstunden einigermaßen gut besucht war. Tolles Wochenende, bei dem deutlich zu merken war, daß sich mit den Phlatline-Jungs szeneinterne Aktivisten verantwortlich zeichneten. Die Vorfreude auf das nächste Jahr ist jedenfalls groß.
][ motik
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