|
Jenseits
von Bits Bytes
Und wieder sind es neue Spielbretter und Karten, die längst vergangene Kulturen und Epochen zu Hause auf dem Tisch entstehen lassen, ohne daß man in unkommunikativer Art und Weise monoton in das Flimmern des Monitors starren muß.
So beschert die Firma Ravensburger mit ihrem neuen Spiel Ra eine Reise in das ferne Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Aufgabe der einzelnen Kontrahenten besteht darin, unter den wachsamen Augen des Gottes Ra ihre jeweilige Kultur möglichst umfassend auszubauen und zu entwickeln. Im Verlauf der drei Epochen können hier bis zu fünf Spieler ihr Geschick beweisen, mit Hilfe ihrer hölzernen Sonnensteine um die verdeckt gezogenen Entwicklungsplättchen zu bieten. Hierbei wird sowohl das Ziehen und Auslegen der Plättchen auf einem Spielermarkt, als auch das Bieten um selbige zum wahren Krimi, denn nicht immer läuft alles so glatt, wie man sich das ausgemalt hat. Das übersichtlich und schlicht gestaltete Spielmaterial, sowie eine leicht verständliche Spielanleitung, die leider Beispielzüge vermissen läßt, machen den Einstieg in diese Herausforderung zu einem Leichten und stehen als Garant für einen schnellen und reibungslosen Spielablauf. Aber vor allem ist es Reiner Knizias neue Spielidee, welche sich in der Art und Weise wie gespielt wird niederschlägt, die Ra zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden läßt.
Wem es in den sandigen Ebenen um den Nil zu heiß ist, der kann sich in die mittelalterlichen Gemäuer seines Fürstentums zurückziehen und zusammen mit seinen Gegenspielern an der Kathedrale des Spiels Krieg und Frieden von TM-Spiele bauen. Im gegenseitigen Kampf um königliche Siegel und Privilegien versuchen hier drei bis vier Spieler die Gunst des Königs zu erwerben und sich gegenseitig zu schwächen. Denn nur wer königlicher Berater ist, kann seine punktebringende Arbeitskraft an dem zentralen Bauwerk tätigen. Trotz eines geringen Umfangs an Material schafft es Gerard Mulder dem Spielablauf eine maximale Komplexität angedeihen zu lassen. So haben immer gleichbleibende Karten unterschiedliche Funktionen in den einzelnen, die jeweiligen Runden untergliedernden Jahreszeiten. Machtkarten, die auch den Spielablauf verdeutlichen, sind gute Hilfsmittel um den Überblick nicht zu verlieren, welchen die Spieler angesichts der vielen Angriffe, die sie zu meistern haben, auch dringend benötigen. Mit Krieg und Frieden ist so wieder ein Spiel auf dem Markt erschienen, das haupsächlich auf Interaktionen zwischen den Spielern basiert. Besonderes Lob verdient das hervorragend gestaltete Regelwerk, welches sogar mit taktischen Empfehlungen versehen, einen sofortigen Spielspaß garantiert, aber auch Kartendesign, rundes Spielbrett und hölzernes Spiel-material tragen nicht unerheblich dazu bei.
In einem ähnlichen Szenario, wie dem gerade geschilderten, befindet man sich wenn die Karten des Spiels Verräter auf dem Tisch einen Spielplan ergeben. Flüsse, Städte und Dörfer bilden neben anderen Landschaftskarten einen Kreis aus 12 Stationen, die von den drei bis vier Spielern mit Hilfe ihrer Versorgungskarten erobert werden müssen. Unterteilt werden die Mitstreiter in die zwei Fürstenhäuser Adler und Rose, so daß auch Allianzen entstehen und, wie der Spieltitel schon verrät, auch aus taktischen Erwegungen zerfallen. In jeder Runde neu verteilte Aktionskarten sorgen für Spannung im Spiel, da sich keiner seiner Alliierten sicher sein kann und der Punktesieg, trotz versorgungstechnischer Übermacht, auch so manchen zum Verrat der eigenen Farbe treibt. Adlung Spiele ist damit ein Spiel gelungen, das mit einem Minimum an Karten, Kosten und Größe eine erstaunliche Spielfreude bereitet. Gerade das Hosentaschenformat macht es zu einem idealen Begleiter.
Ein wesentlich wirtschaftlicher orientiertes Erlebnis in den Hafenregionen Amsterdams bietet Kontor aus dem Hause Goldsieber. In einem nur der Größe nach definierten Spielrahmen gestalten jeweils einer oder zwei zusammen im Team ihre Hafenanlagen aus, immer darauf bedacht auch den möglichst größten Warenvorteil aufrecht zu erhalten. Aber auch der Finanzhaushalt, welcher durch Steuern und Einnahmen ständig variiert, darf nicht aus dem Auge verloren werden, da sonst ein weiteres Mitagieren zum Seltenheitswert wird. Auch hier findet das Spiel schnell Anklang bei den Beteiligten, da die in Erfahrungsstufen unterteilte Anleitung schnell den Einstieg auch in die Fortgeschrittenen-Versionen ermöglicht. Die einzelnen Stufen dann kombiniert, führen zu einem stark strategischen Spiel, bei dem mit Hilfe des Kontrollschiffs auch gegnerische Anlagen demontiert werden können, um neue Kräfteverhältnisse zu schaffen. Als Beispiel angebotene Startaufstellungsvarianten veranlassen fast einen jeden nach ausgiebigem Spiel solche sich selbst zu erschaffen und auch leichte Modifikationen am Regelwerk sich zu erarbeiten. ][ g
|