OUK das einund20ste ± gewagt & behende ± Okt/Nov 99 Lies

In einer Welt der Märchen läßt es sich gut Leben. Bis vor kurzem jedenfalls noch, denn nach dem Kinostart der neuesten Star-Wars-Episode, scheiden sich die Geister. Neben enttäuschten Kinogängern und aufgebrachten Fans ist es vorallem Diedrich Diederichsen, der sich in Ausgabe 18/99 des Berliner Stadtmagazins „Tip“ über Rassismus reaktionäre Ideologien im Weltall ausläßt. Sicherlich nicht zu Unrecht, erinnerten doch bereits in den vorangegangenen drei Episoden neben den grauuniformierten Offizieren und dem gebieterischen, ganze Planeten (und damit ganze Völker) zerstörenden Diktator (im Film Imperator genannt) vorallem dessen treu ergiebige Sturmtruppen an Nazi-Deutschland. Doch attestiert dieses „Zurückgreifen auf alte Geschichten“, wie Diedrichsen schreibt, dem Autor des Märchens automatisch rassistische Regressionen und reaktionäres Gedankentum? Nicht genug. Diederichsen erkennt im fliegenden Trödel-Alien (das den jungen Skywalker und dessen Mutter als Sklaven hält) einen verschlagenden Juden, vergleicht es mit antisemitischen „Stürmer“-Karikaturen und wundert sich, daß niemand sonst Anstoß an dieser „dummfrechen antisemitischen Figur“ nimmt. Wir wunderen uns, wer der größere Antisemit ist: jener Zeichner antisemitischer Propaganda-Karikaturen, oder der intellektuelle Philosoph, der diese Karikaturen mit (lebenden) Personen aus seiner Umgebung vergleicht?!? ][ die red.


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