OUK das zweiund20ste ± schräg & durchsichtig ± Dez/Jan 00 Und Klick - die 5.

Und Klick - die 5.

Einst war es Leonardo da Vinci (1452-1519), der das Prinzip der Camera Obscura erkannte. Verzeichnungs-frei, eine absolut treue Perspektive liefernd, treffen die vom Objekt reflektierten Strahlen durch eine winzige Öffnung auf das Filmmaterial, wo sich dann das Bild, als angenehm weiche Lichtzeichnung in relativer Schärfe, als Negativ abzeichnet. Dabei erübrigt sich jegliche Scharfeinstellung, da der Tiefenschärfebereich, cirka 6 cm vor der Kamera beginnend, sich fast unendlich in die Tiefe des Raumes erstreckt. Die Lochkamera stellt somit die Urform der modernen Fotoapparate dar und erfreut sich selbst neuerdings, weit ab von jeglichem Perfektionismus, einer neuen Beliebtheit.

Heute ist es zum Beispiel der schweizer Lehrer PETER OLPE, der an der Baseler Hochschule für Gestaltung und Design die Schüler des Fotokurses als Semesterarbeit eine Lochkamera entwerfen ließ. Aus diesem Projekt heraus entstanden die beiden Bausätze der PINHOLE CAMERA, welche in den Negativ-formaten 6x6 oder 6x9 erhältlich sind. Dabei vermittelt die Bastelanleitung und das Zusammenkleben der einzelnen, genauestens zu- und vorgeschnittenen Pappelemente, einen tiefen Einblick in die Grundlagen der Fotografie. Auch sorgt die lasergeschnittene Lochblende (0,2 mm) neben einer größtmöglichen Schärfe dafür, daß der schwierige Herstellungsprozeß einer eigenen Öffnung wegfällt, und man so schnell seiner Experimentier-freude freien Lauf lassen kann. Gerade die langen Belichtungszeiten, welche von einigen Sekunden bis hin zu vielen Minuten andauern können, verleihen den Fotografien ein individuelles Flair, bei welchem viel von dem Gefühl des Lichtkünstlers bestimmt wird.

Weiterhin stellen die beiden Formate, mit einem Preis von 46.-DM und 49.-DM einen äußerst preisgünstigen Einstieg in die Mittelformat-Fotografie dar. Weitere Informationen, Anregungen sowie verschiedene Selbstbauideen, nebst deren genauen Anleitungen, findet man dann in Peter Olpes Buch zum Loch "DIE LOCHKAMERA", welches im Lindemanns-Verlag Stuttgart erschienen ist. Das wunderschön aufgemachte Spiralbuch erläutert dabei die Grundprinzipien der Belichtungszeitberechnung, das Verhältnis von Lochgröße und Bildweite und erklärt ohne großes Ausschweifen mathematische Formeln der physikalischen Gesetze, so daß der Bau einer individuell entworfenen Lochkamera zu einem erfolgversprechenden Abenteuer wird. Vor allem aber lassen sich erwünschte Resultate ohne größere Experimente oder Vorkenntnisse schnell in die Realität umsetzen.
Sowohl das Buch als auch die beiden Bausätze kann man bei MONOCHROM - Telefon: 0561-935190 bestellen. ][ g


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