OUK das dreiund20ste ± klar & rauschvoll ± Feb/März 00 Gespaltene Töne

Luke Vibert/BJ Cole - Stop the Panic
Karibische Gefühle. Hawaiianische Surfboard-Romantik. Eklektisch, witzig, interessant, swinging. Luke Vibert aka Plug aka Wagon Christ ist wieder am Start. "Stop the Panic" ist ein weiteres gelungenes Werk auf dem Weg ‘handgemachte' Musik mit elektronischer zu verbinden. BJ Cole, die lebende Gitarristen-Legende, steuert u. a. die akustischen Instrumente bei. [Pressetext:] "If it slides and comes out of the UK, im Zweifelsfall dürfte wohl BJ Cole der Pedal Steel Guitar die sehnsuchtsvollen Seufzer entlockt haben." Uralte Breakbeats erinnern an "Drum'n'Bass for Papa". Ein verschämtes Peter-und-der-Wolf-Fagott taucht in der "Nice Cave" auf. Asian Vibes versprüht "Cheng Phooey", bevor die Acid-Säure sämtliche Instrumente zerlegt. Schwere Beats. Funk-Bass. Das Operngekreische fällt gar nicht auf. Kinder-gesang, Vocal-Fetzen und sinnlose Laute geben uns den Rest. Freestyle pur eben. Spielereien ohne Ende. Geräuschkulissen. Orchestrale Vorsprünge ragen hervor, von Gläsern erzeugte Sounds kreisen die Umlauf-bahn und trotz riesengroßem Durcheinander scheint irgendwie alles genau an seinem richtigen Platz zu sein. Melancholie, Disharmonie. Durchgeknallt. Aber besser hip als straight. Toshihiko Mori läßt grüßen. Einzige Schwachstelle: Das "Party Animal" plätschert vor sich hin. Ansonsten: Groovy, Baby! ][ lightwood

Pauls Musique - Nice & Decent
So, jetzt legen Pauls Musique erst richtig los. Nachdem die erste Compilation ‘Listen & Fly' nachgepreßt wurde, steht mit ‘Nice & Decent' schon die zweite in den Regalen. 100% relaxt groovt wieder halb Stuttgart. Sehr deep beglückt uns leicht percussiv angehauchte Dauerkost für die Lounge und sehr smoothe Nervennahrung für's Büro. Nach sehr straightem, housigem Beginn erfreut man sich gegen Ende dieser Zusammenstellung an Slow-Mo Breakbeats und schließlich noch auf einen Ausflug mit Sängerin. Egal ob dubbig, clean, digital oder analog, eine wohlige Wärme strahlt jeder dieser Tracks aus. Erstmalig mit an Bord auch Acts, die jenseits der Schwabenmetropole beheimatet sind, wie Karma, Xaver Fischer Trio und Kieser.Velten. Hervorstechende Tracks sind Landegaards "Bud electric", Dublex' "Izquitos" und Supatones "Huzzle 99". Bleibt noch die exzellente und einzigartige Covergestaltung des I-D Büros zu erwähnen. PaulsJazzMusique wird mit einem Release der Formation "Netzer" im Frühjahr das Licht der Welt erblicken und und Philpot Rec. aus den Händen von Michel Baumann aka Jackmate wird ebenso den Jungs von Pauls Gesellschaft leisten. ][ lightwood

Paul Brtschitsch - Surftronic - Frisbee
Was beim TV-Shopping NDT (Neuer Deutscher Techno) für plumpe Charts-Ohren heißt, hat natürlich auch sein (früher entstandenes, „authentischeres“) Pendant in der wirklichen Szene. Techno made in Germany ist mit frischen, unverbraucht klingenden Acts auf dem Weg, nicht nur seine claims auf dem dancefloor neu abzustecken, sondern mehr und mehr auch die heimische Stereoanlage zu erobern. Verdienste auf diesem Gebiet erwirbt sich seit einiger Zeit Frisbee Tracks, Frankfurter Label von Good Groove Music . Ein weiteres Beispiel dafür ist der jetzt erschienene erste Longplayer des 23jährigen Paul Brtschitsch, der zuvor bereits auf Tritone, Taksi (eigenes Label), Crash, Force Inc und eben Frisbee veröffentlichte und Cari Lekebusch sowie Acid Jesus als Wegbereiter seines eigenen Sounds nennt, der seit 1995 auf Vinyl gepreßt wird. Das Titelstück dieser neuen Doppel-LP ist bereits seit Mitte Dezember als Single (und nur als solche, außer auf CD) auf dem Markt, da seine Länge das Gesamtvolumen des Albums gesprengt hätte. Brtschitschs Definition von Techno läßt nicht nur die Inspiration durch minimalistische Schulen Mill’scher und Maurizio’scher Prägung durchschimmern, sondern belegt die feigehaltenen Räume gezielt mit ausgesuchten Sounds, einfallsreichen Samples und bisweilen überraschenden Instrumentierungen, ohne sie mit Klangwänden zuzubauen oder gar mit verzwirbelten Trance-Ausschweifungen auszubluten. Dabei steht der durchgestaltete Ablauf der Tracks mit seinen Eckpunkten Anfang, Mitte und Ende im Vordergrund, denn nach Ansicht des Produzenten wird dem Arrangement in den heutigen Veröffentlichungen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Paul Brtschitsch schafft da Abhilfe mit diesem ausgezeichneten Album voller intelligenter, sensibler, kraftvoller und abwechslungsreicher Tracks. ][ hve

Tosca - Suzuki - K7!
Ein weiteres Produkt aus dem inflationären Veröffentlichungspool der sogenannten Wiener Schule. Tosca ist das Projekt von Rupert Huber und Richard Dorfmeister, dem einen Partner des inzwischen jedem Dorfpintenbetreiber bekannten und gefälligen Producer/DJ-Duos K&D. 1994 gegründet, reüssierten sie nach den zwei vielbeachteten und -geremixten Maxis Chocolate Elvis und Fuck Dub 1997 mit dem Debutalbum Opera. Dessen Erfolg trug mit dazu bei, daß die flüssige Verschmelzung von feinem Dub und Ambient Funk in der Donaumetropole zu einem Exportschlager der österreichischen elektronischen Musikszene wurde, auf dessen Erfolgswelle eine Flut von gut produzierten, aber mehr und mehr ähnlich klingenden und bedeutungslos erscheinenden Produkten auf den Markt gespült wurde. Viele davon sicherlich mit einigen ausgeklügelten Perlen im Gepäck, insgesamt aber doch zunehmend den Eindruck vermittelnd, musikalisch-künstlerisch auf der Stelle zu treten. Toscas zweiter Longplayer Suzuki (nicht dem Bike, sondern dem Zen-Meister Shunryu Suzuki gewidmet) kämpft gegen diesen Eindruck noch mal mit aller Macht an. Und die musikalische Kompetenz seiner Macher verhilft diesem Ansinnen auch zu seiner weitgehend erfolgreichen Realisierung. Künstlerische Inspiration und geschmackvolle Arrangierkunst behalten noch einmal die Oberhand, bannen die Gefahr einer irrelevanten Blubb-auf-blubb-Hermetik, zumal sich neben den vertrauten, (arche-)typischen Sounds auch überdurchschnittlich poppige Melodiefragmente einfinden, die einigen Stücken einen ungewohnt hohen Wiedererkennungswert verleihen. Der Rest ist Geschmackssache (vielleicht bald auch die Hintergrundmusik in deinem Supermarkt!) ][ hve

Smith & Mighty - Big World, Small World - K7!
Um so länger sich die Abgabe meiner Plattenkritiken für diese ouk-Nummer verzögerte, desto öfter hörte ich mir die neue LP von Smith & Mighty an, und um so mehr veränderte sich mein erstes flüchtiges Urteil von einer weiteren, dazu sogar weniger originellen und minder als seine zahlreichen Geschwister auf den Punkt gebrachten Veröffentlichung aus den Auslaufzonen der Wiener Schule hin zum Eindruck von einer ausgereiften Produktion, der zwar das Zeug zum ganz großen Wurf bei den Kritikern etwas fehlt, die aber mit einer für das verhaltene Tempo der Titel erstaunlichen Leichtigkeit Auswege aus der sich im Kreise der egomanischen Sound-Selbstbespiegelung totlaufenden Flexibilitätsphobie gewisser Teile des Dunstkreises Dubszene anbieten könnte. Der durchaus mutige Ansatz von Smith & Mighty, und das wurde mir erst nach mehrmaligem Anhören klar, besteht darin, innerhalb des modernen, vorgegebenen Formenkanons nicht nur der Stimme wieder einen größeren Rang einzuräumen, sondern die Tracks insgesamt von ihrem Arrangement her wieder mehr in Richtung Songs zu trimmen, wo der Gesang den Ablauf der Stücke prägt, ohne daß hiermit das banale Verfallen in ein ausschließliches Vers-Refrain-Schema gemeint ist, bleibt doch der instrumentalen Sound-Atmosphärik noch genügend eigener Spielraum, um Nörglern das Wasser abzugraben. Die Realisation dieses Ansatzes ist durchaus vielversprechend, erinnert in seinen besten Momenten sogar an Nitin Sawney, steigt und fällt aber natürlich mit den Gesangsleistungen und der Qualität der Songs, wobei die guten Momente im Gesamtbild klar dominieren. Sozusagen schon recht stark, aber noch ausbaufähig. ][ hve

V.A. - David Mancuso presents The Loft - Nuphonic
Bedeutende DJs wie Larry Levan, David Morales oder Danny Krivit nennen David Mancuso und dessen einstigen Apartmentclub "The Loft" als einflußreichste Quelle im Bezug auf ihr eigenes DJ-Dasein. Grund genug für Nuphonic, Herrn Mancuso und dessen Arbeit zu würdigen und ihn eine eigene Compilation zusammenstellen zu lassen. Dabei zeigt nicht nur die Verpackung in Form einer rotfarbenen Box incl. Booklet den Grad der Huldigung: Wer sich durch das Vierfach-Vinyl durchhört, erahnt die Dimensionen dessen, was sich damals abgespielt haben mag. Klassiker wie Manu Dibangos "Soul Makossa" oder Sun Palaces "Rude Movement" gesellen sich zu exotischen Covers wie Risco Connections spacige, leicht reggaelastige Version von "Ain't no stopping us now" und dem bislang unveröffentlichten Original-Acetat des Loose-Joints-Discohit "Is it all over my face", während Karmas "High Priestess" beweist, daß auch Ende der Neunziger, loftsche Zustände möglich waren. ][ mb

Burnt Friedman & The Nu Dub Players - Just Landed - Scape
Erstaunlicherweise nimmt unser aller Bekannter Burnt Friedman Abkehr von seinen bisher stets recht bizarren Musik- und Rhythmusprogrammierungen und begibt sich zusammen mit seiner Riddim-Section The Nu Dub Players auf dubgetränkte Pfade voller Echos und dunkler Bässe. Während Burnt eher kanalisierend am Mischpult wirkt, ist es das Zusammenspiel der einzelnen Musiker, das dieses Album zu einem äußerst harmonischen Dubgebilde werden läßt und dabei stets die Aufmerksamkeit des Hörers fordert, um alle versteckten Spitzfindigkeiten aufzudecken. ][ mb

V.A. - Nude Dimensions - Naked Music
Die Deep-House-Plattform Naked Music präsentiert ihre erste Zusammenstellung eigener und artverwandter House-tracks, für deren Auswahl und Mix Miguel 'Migs', manchen als Petalpusher bekannt, verantwortlich zeichnet. Was dabei heraus kam, entspricht einer groovigen, manchmal jazzigen Melange deeper Housestücke, die in der Regel stets genug Schwung inne haben, um Ermüdungs- und Sofaschlaferscheinungen gar nicht erst aufkommen zu lassen. ][ mb

V.A. - Voices In My Lunchbox - Plug Research
Im Anschluß an die "Voices In My Lunchbox"-12"-Serie veröffentlicht Plug Research nun die gleichnamige CD-Compilation und setzt somit seine Experimente mit "Gesang" in elektronischer Musik fort. Genüßlich präsentieren sich dreizehn Tracks von Künstlern wie Herbert, Pulsinger, Kit Clayton und anderen, Musikern also, die es verstehen elektronische Sounds zu modulieren, mit Melodien und eben Gesang zu versehen, um so durchaus harmonische Stücke entstehen zu lassen. Das stilistische Spektrum reicht von minimalistischen Grooves über Geräuschexperimente bis hin zu teilweise recht brachial anmutenden Klangebilden, beherbergt also klangvolle Landschaften zeitloser elektronischer Musik die zur Erforschung bereit stehen. ][ mb

Autopilot - The Voice Inside
Harry K. - Box of Tricks - beide Elektrolux

Elektrolux bleibt seiner Linie gut produzierter Broken Beats treu und sorgt auch mit diesen beiden CDs jedenfalls teilweise wieder für Positiva auf dem Markt. Andreas Stollenz aka Autopilot sollte zwar sein 'th' noch ein bißchen üben, überzeugt aber sonst mit dubbigem Listening-Elektro für zu Hause. Die LP-Version soll dancefloor-orientierter sein, liegt uns aber nicht vor. Harry K. sorgt für eine Melange aus Big Beat, Elektro, Drum'n'Bass, Dub und HipHop-Beats, die allerdings nicht immer gelungen und von wenig professionell anmutenden Scratches unterlegt ist. Es scheint doch teilweise die nötige Tiefe zu fehlen, was durch die an sich löbliche Stiloffenheit zu erklären sein mag. ][ motik

Robert Görl - Final Metal Pralinées - disko B
Diese mittels analoger Korggerätschaft erstellte Publikation steht für teuflisch gute Clubmusik, die geradezu danach schreit, betanzt zu werden. D.A.F.-Knabe und Teilzeitmönch Görl überläßt die Kompromissbereitschaft wie immer anderen und prügelt sich in altbewährter Weise mittels minimaler Hypnotracks in die Herzen der Technofreunde. Umso trauriger, daß wir wieder mal nur mit der CD vorlieb nehmen müssen, denn des DJs Freund ist und bleibt der gute alte Plastikrundling. ][ motik

Pacou - State of Mind - Tresor
Detroitangehauchte Tanzmusik für Freunde des gepflegten 4/4-Beats. Daß der Berliner DJ ein Kenner der Materie ist, zeigt sich in ausgezeichneter Produktion und guter Soundwahl. Als Beilage zu einigen Exemplaren der Vinylausgabe gibt es noch eine limitierte 7-Inch, so the early bird catches the worm. ][ motik

A:xus - Soundtrack For Life - Guidance
Nach zwei begehrten und erfolgreichen Maxis unter dem Namen A:xus und zwei fast noch schöneren Maxis als Abacus nun also Austin Bascoms erster Longplayer auf Guidance. Der innovative und stets spannende Produzent verschmilzt auf “Soundtrack For Life” klassische Elemente seiner Vergangenheit (den für ihn so typischen, melancholischen Soundcharakter z.B.) mit Visionen für die Zukunft und reiht rauhe, düstere Klänge gekonnt neben liebliche Stimmen. Die verstärkt auftretenden und äußerst ausgefeilten Percussionen lassen darauf schließen, daß Austin Bascom sich in letzter Zeit intensiv mit Latin und Brasil beschäftigt hat - der Groove der einzelnen Songs kann daraus nur profitieren. Eine gelungene Rückkehr für den Mann aus Toronto, also. ][ mb

Tobias Thomas - Für Dich - Kompakt Mix CD
Tobias Thomas ist nicht nur ein höllisch beschlagener Schreiberling, sondern auch einer der interessantesten deutschen DJs auf dem Gebiet elektronischer Klänge. Die CD klingt wie eines seiner Sets im Kölner Studio 672, wo er mittels unauffälligem Mixing und einem perfektem Gespür für den Aufbau schon so manches Partyvolk zum Schwitzen brachte. Teilweise poppig angehauchter House und Tech-House für Kenner. ][ motik

Huren & Kareem 1995-2000 - Zhark
Düstere Klangwelten als imaginärer Soundtrack für den Endzeitschocker ihrer Wahl. 13 böse vor sich hinrollende Downbeat-Soundmonster sorgen mittels dunkler Flächen und verquerer Rhythmusgeflechte für einen Lichtblick, auch wenn Licht das letzte ist, an das man hierbei denken mag. ][ motik

Delta-Tape - Megahertz
Wie immer streng limitiert und liebevoll verpackt erreichen uns die neuesten Werke des Klangstabil-Labels. Finstere Klanggebilde zwischen Ambient und Experimental-Elektronik sorgen auf dem in einer Konservendose eingemachten Deltatape für eine positive Neudefinition des Wortes dreckig. ][ motik

Goran Besov - Elements Megahertz
Goran Besov war einer der ersten im Großraum Stuttgart, der sich ernsthaft mit der Produktion elektronischer Musik beschäftigten, und hat damit und durch die Konsequenz seines Schaffens ein kaum noch zu übertreffendes Qualitätsniveau erreicht. Diese Platte ist schlicht ein soundtechnisches Meisterwerk, gleichzeitig aber auch extrem schwere Kost, die einiger Zeit bedarf, um verstanden oder nachvollzogen zu werden. Es gibt kaum einen Musiker, der sich derart akribisch auf Soundsuche begibt wie Goran Besov und das merkt man. Seine Musik ist derart bösartig, daß man sich zwangsläufig im Vorhof der Hölle wähnt. Distortion, gemeine Flächen und eine zumeist beatlose Rhythmik gehen einher mit 303-artigem Tonmaterial und sorgen für eine beklemmende Atmosphäre. Großartige Platte, aber nichts für Selbstmordkandidaten und Menschen, die Musik nur als unterhaltendes Nebenbeigeplänkel betrachten. ][ motik

Makai - Stealth - Precision
Ihr Debut-Album erschien 1998 bei Intercord. Kabuki & Mainframe sorgen nun für Nachschub, dieses Mal allerdings auf ihrem eigenen Precision-Outlet. Auf eine sehr funkige, lockere Art und Weise erschaffen die beiden mit diesen acht Tracks einen eigenständigen Sound. Wo "Beneath the Mask" aufgehört hat, knüpft "Stealth" lückenlos an. An frühere Makai-Releases erinnert die sehr technoide Herangehensweise, was man mittlerweile vielleicht sogar als ein kleines Markenzeichen für deutschen Drum'n'Bass bezeichnen könnte. Die sehr plastisch erscheinenden, elektroiden bis weichen Basslines wirken selten aufdringlich. Eine gewisse Wärme bestimmt durchgehend das Album und ‘Brutalo-Bass-Amen-Kracher', wie sie ja gerade wieder in Mode kommen, sucht man vergebens. Schön. Die Beats rollen und kicken zwar recht ordentlich, aber ein bißchen mehr Abwechslung hätte sicherlich auch nicht geschadet. Das wird vermutlich auch der Grund sein, warum alle Tracks irgendwie ähnlich klingen. Vielleicht setzt diese Gleichförmigkeit aber auch einfach nur einen Standpunkt der Hanauer Produktionen und festigt somit deren Stil. Auch Kabukis "Test Run Bomber" und "Astronaut" zielen in die gleiche Ecke wie vorliegendes Album und man möchte schon beinahe Kabuki-typische Sounds erkennen. Klassische Martial Arts Filme dienten der Inspiration und mußten gleichzeitig für die Titel der Tracks herhalten. "Manchu Boxer", "Iron Monkey" und "Five Element Ninja", das an "Beneath the Mask" erinnert und zu dem es auch ein Video geben wird, gehören sicherlich zu den Höhepunkten. Als Abrundung hat man sich etwas besonderes einfallen lassen: die CD wird mit einem in Japan designten Makai-Plastik-Roboter und Multimedia-Teil ausgestattet sein. Get ready for Kung-Fu-Fighting! ][ lightwood

Enter @ your own risk - Risk Indust.
Karlsruhe liegt irgendwo bei Heidelberg und Mannheim und ist vielen elektronischen Musikliebhabern auf der nationalen Ebene eigentlich erst seit der Entstehung des ZKMs ein Begriff. Doch was im stillen Kämmerchen reift, erblickt mit dieser CD-Compilation das Licht der Welt. Auf ihrem eigenen Outlet ‘Risk Indust.' beziehen die Badener Stellung. Und das war schon längst fällig, denn man mußte immerhin satte 23 Tracks unterbringen. Es spielt sich alles im Bereich der ungeraden Beats ab: Drum'n'Bass, Big Beat, Electro, Freestyle. Eine kunterbunte, aber dennoch runde Angelegenheit erwartet den Zuhörer. Man entdeckt so gut wie keine Spur Melancholie in den Tracks, ebenso keine düsteren Elemente. In Karlsruhe ist man eben lieber mit Spaß bei der Sache. Ein gesunder Schuß Naivität hat auch noch keinem geschadet, betrachtet man Tracks wie "My love is burnin'" von den Ponderosa Boys. Die Beats lassen teilweise vielleicht noch ein paar Wünsche offen, oder erscheinen dann sogar auch zu primitiv, wie bei Mario Warner. Unverkrampft, locker, verspielt, mit Gimmicks gespickt werden klasse Ideen präsentiert, die aber noch reifen könnten. Höhepunkt stellt mit Sicherheit "All I need" von Marc & Tim dar. Bleibt nur noch die Frage, was für eine Rolle dieses Konzept (siehe z. B. auch die Ruhrpott-Compilation ‘Pottheadz') in der Musik-Landschaft spielt. Verkauft sich so eine Compilation? Wo hört sich der Konsument sie an? Zu Hause? Wird beim DJ das Verlangen gesteigert, die Tracks auf Vinyl zu erhalten? Karlsruher, bleibt am Ball! ][ lightwood

Phoneheads - Lesmo/Solex
"Lesmo" beginnt überaus erfrischend, weil mit einem langen Intro erst einmal eine weite Soundlandschaft erschaffen wird, die einen völlig eigenen Charakter hat. Verantwortlich dafür ist in erster Linie ein sehr eingängiger warmer Sound, der irgendwo zwischen einem Analog-Bass und einer Orgel beheimatet sein muß. Wenn die knackigen Beats reinbrechen, bekommt man Lust zu tanzen. Die Präsenz hätte beim Mastering allerdings noch mehr herausgearbeitet werden müssen. Die Beats versinken in den Bässen und sonstigen Sounds und es entsteht ein dumpfer Eindruck. Nach dem zweiten Break übernimmt dann eine oberflächlich wirkende Acid-Bassline das Ruder. Ob diese jetzt einfach nur witzig ist, oder nach einer Weile ziemlich nervt, kann ich noch nicht so ganz für mich entscheiden. "Solex" verbreitet eine relaxte Atmosphäre. Die Geschwindigkeit und Beats deuten auf eine Hommage an alte Zeiten hin. Gelooptes Grillenzirpen, eine Sitar und ein herunterplockernder Klöppel sind nur ein paar wenige Dinge, die man an diversen Stellen dieses Tracks entdecken kann. ][ lightwood

Southern Sessions 006
Blue kennt man vom englischen Street Beats-Label und der Draht zu Southern Sessions besteht schon seit längerem. Völlig unterschiedliche Produktionen kennzeichnen seinen Sound, so auch vorliegende. "Airgun" ist ein nicht zu dick auftragender Track, der so richtig schön rollt. Der Wiedererkennungswert entsteht durch ein Saxophon-Riff, das immer mal wieder auftaucht, wenn es gerade Lust hat und ebenso wie viele andere auftauchende Samples mit viel Hall versehen ist. Die Bassline erinnert an "Clear Skyz" (DJ Die) und will dich einfach nicht mehr loslassen. "Insomnia" taucht sehr tief ein à la Source Direct. Horror-Sounds und wieder ein Saxophon sind stilbildend. Die Beats scheinen mit beinahe nur Hi-Hats an der Oberfläche zu kratzen, werden dann aber mit zwei anderen, schweren Geschützen unterbrochen. Ein Track, den sicherlich niemand auflegen wird, aber dem dafür umso mehr Beachtung gebührt. ][ lightwood

Southern Sessions 007
Kabuki treibt ja mittlerweile auf sämtlichen deutschen Labeln sein Unwesen, so auch bei den Münchnern. "Test Run Bomber" stellt ein weiteres Machwerk dar, den Hanauer Stil zu definieren. Eine technoide Bassline tanzt förmlich auf den Beats, in die viel Arbeit gesteckt wurde, und schraubt sich kontinuierlich nach oben. Nur leichte Melodie-Fetzen, die dem Track aber genau das gewisse Etwas geben, treten am Rande in Erscheinung. "Centipede" zeigt dann eine etwas andere Seite auf. Die Beats steppen stockend vor sich hin, erzeugen aber eine eine angenehme Monotonie, so daß sich der atmosphärische Sound voll entfalten kann. Die grabende Bassline kann auf Dauer ein bißchen nerven und nach hinten raus könnte noch mehr passieren. ][ lightwood

Shake Up 006
4 Red Eyes sind X-Plorer & Dee Pulse. Ihr großer Produktions-Output findet vorwiegend auf ihrem eigenen Label Shake Up Platz. "Signal" leitet mit einer hypnotischen Melodie ein. Die Atmosphäre wird schnell mit einer interessanten Beatkonstruktion aufgestockt, die dem DJ sein letztes Können abverlangt. Es braucht eine kurze Zeit bis man sich in den Groove eingeschwungen hat, aber dann swingt es ungemein. Eine stetige Steigerung wird durch langgezogene Synthie-Flächen geschaffen. Die kreisende Funk-Bassline rundet diesen Track gekonnt ab. "Profile" fällt unter die Kategorie ‘gewohntes Qualitätsmaterial' von den beiden Kölnern. Man feilt an seinem Stil, perfektioniert Beats und Bassline und ein weiterer Partycrusher ist fertig. Auch der Mann im Mastering-Studio muß sich mittlerweile auf die beiden eingeschossen haben, denn "Profile" besticht sowohl zu Hause als auch im Club durch einen äußerst kraftvollen Dynamikumfang. ][ lightwood

Dynamics 001
Neues Label aus dem Umfeld der Tedeum-Veranstalter in Mannheim. Funktion gibt sein Debut mit zwei Tracks für den Dancefloor. Nach kurzer Einlaufphase besticht "Thunder" durch zwei gegenläufige, pulsierende Acid-Basslines, die zuerst an "The Pulse" erinnern, dann aber doch eine andere Dynamik entwickeln. Der Sound, der sich hinzugesellt, ist unverkennbar und harmoniert sehr gut mit der Bass-Hookline. Die Beats scheppern dann allerdings ein wenig und das Timing stimmt hier später auch nicht so ganz. "Orange" ist dann gar nicht meine Baustelle, denn die Beats sind zu platt und einfach gestrickt und die Bassline viel zu übertrieben. ][ lightwood

Timeless 004
Kemal & Rob Data sind die Gesichter hinter Konflict, die mit diesem Release ihr Debut auf Timeless geben. Und hat man einmal einen coolen, außergewöhnlichen Beat bzw. Track gebastelt, muß man den natürlich gleich auf drei Labeln gleichzeitig veröffentlichen. So geschehen mit "Submerge", der wie der Remix auf der letzten Skunk Rock und das letzte Release auf Architecture in der gleichen Form gebacken zu sein scheint. Doch das bricht keinen Zacken aus der Krone, denn diese komplexe Rhythmik hat die richtige Mischung aus Anspruch und Funktionalität. Wobei man dieses Lob ein wenig abschwächen muß, denn man vergleiche den Bongo-Beat einmal mit Odysseys' "The Ritual" (720°). Warum "Submerge" aber ein favourite Track werden könnte, liegt vermutlich an der wahnsinnigen Kraft, die schon auf dem ‘Heim-1210er' zum tragen kommt. Trotzdem außer zwei kurzen Atempausen nicht sehr viel passiert, schneiden sich die sehr scharfen Ecken und Kanten unweigerlich in dein Gehirn. "Test Tube" ist straighter, hat aber locker hüpfende Beats und Bässe und macht so richtig Spaß. Absolut funktional, wirkungsvoll und festsetzend. ][ lightwood

Timeless 005
Auch wenn Produzenten wie Q Project oder Spinback lange keine Unbekannten mehr sind, gehört ihr momentanes Hauptprojekt mit Sicherheit zu den Aufsteigern des letzten Jahres. Total Science steht für leicht vertrackte Beats und Soundforschung. Töne und Geräusche werden neu entdeckt, in einen neuen Zusammenhang gestellt oder neu gefiltert. "Freak me" ist für Total Science eher untypisch, da die Beats doch sehr straight sind. Man erweckt beim Zuhörer Aufmerksamkeit, indem ständig neue Sounds die Ohren kreuzen, doch insgesamt wirkt die Angelegenheit dann ein wenig ‘dünn' und vor allem nach hinten raus verliert der Track an Spannung. "Sophisticated Bitch" treibt es recht bunt. Kein Takt ähnelt dem anderen. Beim Zuhören muß man sich wahnsinnig konzentrieren, um jeden einzelnen Sound akustisch wahrzunehmen. So entsteht ein Geflecht von Beats und Bytes und man fragt sich was wohl in den nächsten zehn Sekunden passieren wird. Teilweise sehr technoid, teilweise sehr old-schoolig sind Total Science neben Digital und The Spirit zumindest auf dem richtigen Weg. ][ lightwood

E-Z Rollers EP - Moving Shadow
Für Moving Shadow wahrscheinlich eine wichtige Platte, denn die letzten zehn bis zwanzig Releases boten einfach nichts Herrausragendes. Zum 10jährigen Jubiläum also ein großer Schritt nach vorne. Elektronik mit Jazz im Drum'n'Bass zu vereinen, ist das Spezialgebiet von u. a. E-Z Rollers. Den Beweis dafür, das Ganze aber auch konsequent weiterzuentwickeln, liefern sie wieder einmal mit vorliegender Doppel-EP ab. Viele Live-Musiker scheinen sie sich ins Studio geladen zu haben, um beinahe einen ganzen Soundtrack zu erschaffen. Streicher, Bläser, Paukenschläge, Klavier, Saxophon, Kontrabaß, ja sogar eine E-Gitarre ist geschickt in den Drum'n'Bass-Kontext integriert. Science Fiction Jazz... Filmmusik 2000... An der Schnittstelle von softerem und härterem Drum'n'Bass treffen sich alle bei E-Z Rollers wieder. Und wer das ganze ‘Wah-Wah' und Saxophon-Geträllere dann doch nicht ertragen kann, beruhigt sich spätestens bei eintretender Sägezahn-Bassline allererster Güte wieder. Und wenn etwas ‘harter Männer-Funk' ist, dann "RS 2000", unangefochten der Nachfolgehit von "Tough at the Top". Ein breites an Musik interessiertes Publikum ist mit Sicherheit mit "Armageddon" oder "Inside the Machine" weniger zu begeistern, als mit vorliegenden Tracks. Drum'n'Bass - one step forward. Peshay wird erblassen...
[ lightwood

Dom & Roland EP - Moving Shadow
Dom überrascht mit vier völlig unterschiedlichen Tracks. Auch er begibt sich mit vorliegender, ebenfalls limitierter Doppel-EP in höhere Sphären. Viel Arbeit wurde in die Beats investiert. Hi-Hat-Armeen, reversed Bassdrums und Zerstückelungsorgien vervollständigen Amen- und extreme Twostep-Beats. Fragmente von "Industry" sind zu erkennen. Sehr düster und spacig auf der einen, sehr funky und melodiös auf der anderen Seite. Mal brutzelt die Bassline, mal drückt sie tief von unten. Die Samples aus Filmen sind unverkennbar. Sehr gut wird die Struktur der Beats und Bässe mit leise flirrenden oder schwebenden Geräuschen im Hintergrund abgedeckt. So mancher Break wird zum Abenteuer und so mancher Sound bleibt im Gedächtnis haften. "Can't punish me", mit einer Prise Adam F und einer Prise Shanie, dürfte wohl der Floorfiller schlechthin werden.
][ lightwood

Frank Yentner - Hayabusa - Mutter
Der Soloerstling des Stuttgarter DJs läßt deutlich die Einflüsse seitens der Lieblingsgäste des Club Prag erkennen. Schottisch orientierter Techno mit bösen Bässen, die aber leider durch zuviel Beiwerk ihre Wirkung verlieren. Weniger ist oft mehr, was besonders auffiel, als die Nadel an einer Stelle hängenblieb und die dadurch entstehende Monotonie zu gefallen wußte. Gute Ansätze verbinden sich mit eher unglücklich gewählten Sounds zu einer Platte, die den Vorbildern nicht gerecht wird. ][ motik

Sanasol - Cosy EP - 66 Degrees
Ein Elektro- und drei Housetracks vereinen düstere Flächen mit perkussiven Rhythmen zu einer ansprechenden EP für das Vorprogramm. Hypnotisch und sehr gut produziert. ][ motik

Gebrüder Teichmann - Aus der Ferne - Kompakt
Die üblichen Verdächtigen könnte man sagen, A1 sehr poppig und wahrlich nicht unser Fall, B1 und 2 die Sorte typischer Kölner House-mannskost, die wir alle lieben, aber Primus der Platte, der den Kauf unumgänglich machen wird ist die A2. Fieser Minimal-Tech-House mit finsteren und fordernden Bässen, für den 672- Freitagabend. Brillant. ][ motik

Kenny Dope - Can you handle it - BBE
Es sollte nicht verwundern, daß Kenny Dope kurzerhand ein Funkprojekt aufgezogen hat und auf der bei BBE erschienenen 7-inch-Single einen kraftvollen Rare-Groove hingezaubert hat, denn verschiedensten musikalischen Einflüssen stand er ja schon immer offen gegenüber und von Oldschool-HipHop (man erinnere sich an seine ebenfalls auf BBE erschienene HipHop-Compilation) zu Funk ist es ja nun wirklich nicht weit. "Can you handle it" ist ein komplett live eingespieltes Stück, daß dem Hören nach gut und gerne 30 Jahre auf dem Buckel haben mag, aber nicht hat, weshalb sich jung und alt auf der Stelle von der Wahrhaftigkeit dieses Sounds überzeugen sollten. ][ mb

DJ Slip - Perfection - Kanzleramt
Dj Slip reduziert seine Musik traditionell auf das Wesentliche und das kann er ziemlich gut. Minimaler und doch kickender Experimental Techno für anspruchsvolle Gemüter. ][ motik

Ricardo Villalobos - 808 the Bassqueen - Lo-Fi-Stereo
Interessant ist nur die B-Seite mit zwei Variationen desselben Tech-House-Stücks. Monotoner und leicht Maurizio-angehauchter Sound für ruhige Stunden aus Frankfurt.
][ motik

Phillippe Cam - Traum
Traum ist ein Label aus dem Kompakt-Umfeld und dem Namen entsprechend für entspanntere Klänge zuständig. Caddie's Day klingt ein bißchen wie das Soundgerüst eines Basic Channel Tracks, die Flipside ist eines dieser rastlosen Ambientstücke, die uns schon vor Jahren das Ausruhen im Ultraschall erschwerten. Schöne Platte und schwer einzuordnen.
][ motik

DISX-3 - Auto Cycle EP - Konsequent
Dieses feine Stück Vinylacetat rockt und ist ein geeignetes Anschauungsbeispiel für Menschen, die immer noch denken, daß Blümchen und Eiffel 64 Techno repräsentieren. Kompromißlose Tanzmusik für Fortgeschrittene mit vollen Basslines und detroitlastigen Sounds. ][ motik

Sascha Funke - Campus - Kompakt
Smoothe House- und Tech-House-Beats, die den typischen Studio 672-Sound repräsentieren. Mal flächig, mal funky und sehr relaxed, allerdings hat man das alles schon gehört. Bei Kölner Produktionen setzt man die Meßlatte automatisch ein bißchen höher an und man kommt nicht um die Kritik herum, daß hier zu sehr nach Schema F bz. K verfahren wurde.
][ motik

Paul Brtschitsch - Surftronic - Frisbee
Wie so oft bei Frisbee-Platten weiß man nicht, ob man das jetzt gut finden soll oder nicht. Die zumeist guten Ansätze werden oft durch leicht zweifelhafte Soundzusätze und unnötige Breaks belastet. So auch hier, wenn das munter vor sich hingroovende DJ-Tool auf der A-Seite, Titeltrack der bald erscheinenden LP, in der Mitte mit einem langwierigen Break eine Wendung hin zu einem wenig erbauenden Gedudel nimmt. Auch auf der B-Seite schwankt man bei der Einordnung des Motivs zwischen Kompakt und Trance hin und her. ][ motik

Kyoto Jazz Massive - Eclipse / Silent Messenger - Compost
Bereits seit Anfang der 90er experimentieren die Brüder Shuya und Yoshihiro Okino mit Latin, Jazz, Bossa und House und sind dank ihrer diversen Clubabende in Japan hinlänglich bekannt. Shuya war des weiteren Manager solch namhafter Musiker wie Mondo Grosso und Monday Michiru. Nun also ihr Debüt auf Compost in Form zweier kraftvoller Stücke, deren wilde Drumspuren durch harmonisch verspielte Piano-Elemente gebändigt werden und somit zu Ausdauer und Ruhe finden. Deutlich hört man dabei das Verständnis der beiden Brüder für Jazz heraus, der keineswegs nur im Sitzen genießbar sein muß, sondern im Gegenteil, gerade auf der Tanzfläche sein wahres Gesicht offenbart. ][ mb

Glance - Time - Stir 15
C-Rock verfolgt weiterhin seine Jazzexperimente, die mit Glance zu einer mehr als gelungen, groovigen Downtempo-Housenummer führen. Erneut tritt Claire Dietrich in Aktion und durchsetzt die Pianospielchen mit zart gehauchten Textfragmenten. Insgesamt nicht ganz so aufregend wie die kürzlich erschienene “Diet EP”, aber denoch sehr interessant, also unbedingt mal reinhören.][ mb

Slope - Slope EP - Mermaid Records
Hans Schaaf und Daniel Paul Hoffmann widmen sich mit ihrer "Slope"-EP dem Fender Rhodes und entlocken diesem in drei Stücken die unterschiedlichsten Töne und Harmonien. Als druckvolle Untermalung dienen scharfe, basslastige Elektro-Beats, sphärische Synthieflächen und soulige Melodien, die alle sehr gem¸tlich vor sich hin treiben, dabei sehr anmutend Klingen, es aber nicht vermögen, den Hörer aus der einsetzenden Lethargie zu befreien. ][ mb

Trüby Trio - A gogo / Carajillo - Compost
Mit A gogo geht das Trio in die vollen und präsentiert einen sehr charmanten, ja gar amüsanten Drum’n’Bass-Jazz-Track, der einerseits poppig genug ist, um eine richtig große Nummer zu werden, sich aber andererseits stolz den “seriösen” Musikhörern zeigen darf. Hart, schnell und treibend preschen die Beats voran, die entgegen den sonstigen Fauna-Flash-Kompositionen sehr gut mit den restlichen Arrangements harmonieren. Tiefe, knarzende Bässe versüssen die Pausen und der geläufige , aber erfrischend wirkende Jazzlick dürfte bald in jeder Mensa nachgepfiffen werden. Carajillo dagegen ist ein leicht schwerfälliger Bossa-Track, dessen Stärke im unwiderstehlichen Groove und dem lateinamerikanischen Flair liegt und für mich das Schönere der beiden Stücke ist, obwohl die Entscheidung wahrlich nicht leicht fällt. ][ mb

Dub Taylor - Blueprints - Raummusik
Raummusik begibt sich auf "Studio 1"-Pfade und läßt den Hörer mit Dub Taylor durch Schall und Hall wandeln. "Fig" ist ein dezent groovender Housetrack, der einen durch seinen verspielten Charme sofort einnimmt und die Ruhe in den Tiefen des Halls verspricht. "Blueprint" hingegen tritt deutlich aggressiver auf und funktioniert durch minimalistische Wiederholungen und ab und an auftauchenden Geräuschen als Versteckspiel mit dem Gehirn. Musik, von der man gerne mehr hört. ][ mb


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