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Funkstörung - Appetite for Distruction - !K7
Die Rosenheimer gehören mit ihrem Label Musik aus Strom' längst zur Speerspitze deutscher Electronica, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher einzigartiger Remixe für Björk, Wu-Tang Clan, Jean-Michel Jarre oder Tocotronic. Michael Fakesch und Chris de Luca erschufen sich ihren eigenen Soundkosmos, der vielleicht gar nicht weit entfernt von dem eines Aphex Twin liegt. Auch auf dem vorliegendem Album gelingt ihnen wieder der Spagat zwischen Soundforschung einerseits und groovig-kickenden Tracks andererseits. Hier steckt soviel drin und trotzdem scheint es, als ob man sämtliche Sounds und Samples zum ersten Mal hört. Komplexe Arrangements, Beatfrickeleien, Scratches, strange Geräusche und HipHop-Sprengsel ergeben ein homogenes Gebilde zukunftsträchtiger Musik. Sehr noisig, industrial anmutend wirken ein Großteil der elf Tracks, ohne diesen Wunsch nach kompletter Zerstörung zu suggerieren. An manchen Ecken schimmern Melodien hervor. Die Einbindung der Vocals von Rapper Triple H und Sängerinnen Carin und Greenwood geschieht auf eine interessante, unkonventionelle Art und Weise. Teilweise wurden die Stimmen durch sämtliche Filter gejagt oder aber 1:1 in den Track miteingebunden. Und beide Male harmonieren sie mit der vielfältigen Elektronik. Uneingeschränkt stellt Appetite for Distruction' ein richtungsweisendes Werk avantgardistischer Musik dar. Man darf gespannt sein, in welcher Form und Umgebung diese Art von Musik ihre Blüten entfaltet. ][ lightwood
LTJ Bukem - Journey Inwards - Good Looking
Eine beachtliche Anzahl an Labels und Compilation-Serien hat Danny Bukem, der Global Player des Atmospheric Drum'n'Bass', in den letzten Jahren an den Start gebracht. Zeit also für sein erstes Album, welches das Good Looking/Looking Good-Imperium wiederspiegelt. Eine Reihe an renommierten Session-Musikern holte er sich dafür ins Studio und präsentiert auf Journey Inwards' sechzehn Tracks irgendwo zwischen Trip Hop, Jazz, Funk und natürlich Drum'n'Bass. Viele Streicher, Glöck-chen, orchestrale Sounds und butterweiche Beats und Bässe prägen das Stimmungsbild dieses vierfach-Vinyls. Dennoch klingt alles, z. B. im Vergleich zu 4Heros Two Pages', eher elektronisch und sauber'. Digitaler Fusion-Drum'n'Bass? Die Musikalität steht stark im Vordergrund und trotz unterschiedlichster Einflüsse erscheint alles wie aus einem Guß. Alter Stil in neuem Gewand. Erneut einen Schritt weiter. Wie immer keine Spur von Härte in den Tracks. Bukem scheint mal wieder irgendwo auf einer Woge luftig leichtem Sounds zu treiben. Vielleicht mag der eine dies zu seicht finden, der andere zu belanglos. Bukem befindet sich jedenfalls längst außer Reichweite aller Kritiker oder besser gesagt: Er kümmert sich gar nicht erst um sie. Und wenn die Liebhaber des Good Looking-Genres jede Veröffentlichung schon fast blind kaufen, ist damit doch eigentlich alles gesagt. Pure Listening Music und dennoch wird eine Good Looking Night ganze Hallen füllen.
][ lightwood
Berlin Revelation Mode - Hard:Edged
Die Berliner Hard:Edged-Posse um Mastermind Stoffel präsentiert mit Berlin Revelation Mode' ihre erste Compilation. Die zehn Tracks geben mit Sicherheit keine Vollständigkeit der deutschen Szene wieder, doch hat man alles in allem die bisher beste Schau deutschen Drum'n'Bass-Schaffens zusammengestellt. Hexer und X-plorer & Dee Pulse, die hier unter ihren weiteren Künstlernamen Neutrik und 4 Red Eyes firmieren, bilden den Kern der CD. So liegt der Schwerpunkt auf sehr filigranem, technoidem Drum'n'Bass - clean und funky. Tracks wie Helium' oder 3rd Round' bestechen durch warme, deepe Strömungen und tragen dazu bei, daß diese Zusammenstellung sowohl zu Hause als auch im Club gut funktionieren wird. Desweiteren ist Hard:Edged-Sprößling One:Soul mit seinem abstraktem Insekz' am Start. Kabuki darf natürlich nicht fehlen und steuert mit Vendetta' einen Track bei, der im Stil seiner letzten Tracks auf Precision und Southern Sessions beinahe noch einen drauflegt. Looking Back' von Simon V dürfte der wohl auffälligste, weil kontroverseste Track sein. Eine melancholisch anmutende Melodie führt den Drum'n'Bass-Head in ein bisher unbetretenes Terrain. Der Ex-Nürnberger Hans Solo aka Nomad springt dann ebenfalls aus der Reihe, denn Borderline Syndrom' ist mit einem langgezogenem Intro der einzige Amen-Track. Welche Tracks davon auf Vinyl erscheinen werden stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest. Vertrieben wird das Ganze von Vinyl Distribution UK und so kann man sicher sein, daß dieser Rundling deutschen Kulturgutes auch in fernen Ländern zu bekommen ist. ][ lightwood
Fabio pres. Liquid Funk - Creative Source
Unangefochten eine der Drum'n'Bass-Compilations des Frühjahrs! Als Gegenpol zu der zuletzt erscheinenden Album-Flut von Armageddon bis Ram Trilogy bis Bad Company finden sich auf Liquid Funk' atmosphärische, jazzige und funkige Tracks wieder, die durchaus auf sämtlichen Dancefloors Bestand haben und haben werden. Zudem war eine Werkschau von Fabios Label Creative Source sowieso längst überfällig. Schon jetzt sind Tracks wie Peshays' Disco', Primary Motives' Who has the Jazz' und Hidden Agendas' The Sun' Klassiker, die seit einiger Zeit auch schon auf Dubplate kursieren. Sehr vielfältig gestaltet sich die Auswahl der zwölf Tracks von minimal über verspielt bis relaxed. Der Titel dieses Samplers könnte treffender nicht sein. ][ lightwood
Monophace - Cinema-scope - Precision
Die beiden Ex-Münsteraner Hannes Wenner und Christopher Klos waren für mich immer Aushängeschild des harten, technoiden Drum'n'Bass. Mit vorliegendem Album er-schließen die beiden jedoch weitere Wege. Die Atmosphäre in ihrem Studio scheint etwas chilliger geworden zu sein. Die Auswahl der Drums ist charakteristisch für Monophace und auch das sehr electro-technoide Feeling ist in den Tracks nach wie vor vorhanden. Es wurde viel mit Sounds und Samples gespielt und durch die CD hindurch kristallisiert sich ein erheblich großes Spektrum an Klangvielfalt heraus. Weite Flächen und schneidende Sounds bilden einprägsame Strukturen. Die Beats kommen mir teilweise ein wenig zu platt oder auch schwermütig daher. Werden sie komplexer, wie z. B. bei Open Source', stolpern sie ein wenig. Dem gegenüber wird dann aber auch wieder mit einfacherem, effektivem TwoStep gearbeitet. Ein Album, das eigenständiger kaum sein kann, aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb auch Geschmackssache ist. Airtight' und Resistant' erscheint als 12"-Maxi (Precision 020). ][ lightwood
Anthony Rother - Simulationszeitalter - PSI49NET
Der rhote Geist ist erwachsen geworden und legt mit Simulationszeitalter ein beeindruckend gutes Elektro-Album vor. Düstere Beats und Flächen mit nicht zu leugnendem Kraftwerk-einschlag, der zeitweilig durch pseudointellektuelle Vocoderzitate überhand nimmt, sich aber durch das perfekte musikalische Grundgerüst immer nahe dem rettenden Ufer bewegt. Die LP soll so etwas wie eine Kritik an Genmani-pulationen und Computersimulationen der realen Welt darstellen, womöglich um ihr die angemessene Dramatik einzuhauchen. Das wirkt mehr als gekünstelt, aber schließlich geht es hier immer noch um die Musik und die ist brillant.
][ motik
Heiko Laux - Sense Fiction - Kanzleramt
Herr Laux hält, was sein Name verspricht, auch wenn er der Regierung inzwischen nach Berlin gefolgt ist und ihm die rauhe Großstadtluft entgegenschlägt. Eine weitere überdurchschnittliche Platte also, dieses Mal in LP-Format, wobei uns nur 6 der 9 Tracks vorliegen. Das genügt aber, um die Melange aus gebrochenen und straighten Beats mehr als positiv zu bewerten. Laux präsentiert sich sehr gediegen und relaxed, vergißt aber nicht den ein oder anderen bösen Bass; die Soundkulisse hält sich im üblichen Kanzleramtrahmen. ][ motik
TokTok - Run.Stop.Restore -BPitch Control
TokTok war schon immer verantwortlich für genauso eigenartige wie gute Releases. So auch bei dieser LP/CD. Irgendwo zwischen Disko und Techhouse mit chicagoeskem Einschlag zu sortierende irritierend melodische und doch atonale Tracks, die gewaltig rocken und die Tanzflächen dieser Erde gehörig zum Brennen bringen werden. ][ motik
The Octagon Man - Ito Calculus - DC
In gewohnt verspielter Manie experimentiert James Saul Kane mit Krach, Geräuschen und Beats, läßt locker leicht an den entscheidenden Stellen kitschige Melodien einfließen und sorgt trotzdem für genügend Druck im Baßbereich. Würde er seine Songs live aufführen, bräuchte er in der Tat acht Hände, um nur annähernd an die Vielzahl verschiedener Sounds zu gelangen, die er mit jedem Stück verbraucht. Anders kann man seinen Um-gang mit Samples nicht beschreiben. Orchestrale Geigen werden von Störgeräuschen zerstückelt, Sinuswellen paaren sich mit Ravesignalen und irgendwann bricht alles einfach auseinander um uns um die Ohren zu fliegen. Ein Kosmos voller Sounds also, der dem Hörer allerlei zu entdecken bietet. ][ mb
Jeff Mills - Life Like -Axis Compilation Vol.2 - Music Man
In den 80ern galt Jeff Mills in New York als HipHop-Gott, bis er die Welt der elektronischen Klänge entdeckte. Welche Bedeutung der Mann von den großen Seen im Anschluß für die Techno-Geschichte erlangte, läßt die zweite Axis-Compilation erkennen. Hierauf vereinigen sich 14 Stücke, teilweise noch nicht veröffentlicht, aber zum Großteil aus dem Backkatalog seiner Labels Axis, Purpose Maker und Tomorrow. Detroittechno und Ambienttracks, die den 36-Jährigen zu einer lebenden Legende werden ließen. Zeitgleich erscheint eine Maxi-Auskopp-lung mit zum Teil auf der CD nicht enthaltenem Material. ][ motik
Terrence Dixon - From the Far Future - Tresor
Die Detroiter Recken mögen ihre Vormacht-stellung in Sachen Innovation längst verloren haben, doch das hindert sie nicht, exzellente Musik auf den Markt zu bringen. Auch Dixons LP ist nichts Neues, dafür aber eine perfekt produzierte Liebeserklärung an Detroit und dessen Tradition. Melange zwischen House, Techno und Elektro mit unverkennbarem Motor City Einschlag. Wenn Stillstand so aussieht, kann man damit leben. ][ motik
Klangstabil - Sprite Storage Format - ant-zen
Der Gameboy hat schon manchen Lehrer oder Bahnreisenden mit seinen Begleit-geräuschen zur Verzweiflung gebracht. Verzweiflung verwandelt Klangstabil in Begeisterung respektive Unverständnis je nach musikalischer oder auch klanglicher Vorstellung, denn vorliegende LP wurde unter Zuhilfenahme einiger Effektgeräte ausschließlich mit der Lieblingsspielekonsole der 90er eingespielt, sogar das Coverdesign entspringt der Gameboy-Cam. Sehr industriell anmutender und unmöglich einzuordnender Sound, dessen Rhythmik der innewohnenden Monotonie entspringt, während auf Beat im konventionellen Sinne fast gänzlich verzichtet wird. Klingen so die Computerspiele 2030?
][ motik
The Mighty Bob - Spin My Hits - Yellow
Yellows Allround-Talent Bob serviert auf CD-Länge eine Zusammenstellung seiner bisherigen Hits, teils im Original belassen, teils überarbeitet, aber immer frisch, knackig und äußerst groovig. Neben einigen House-Tracks hält sich der Großteil der Produktionen im Off-Beat-Sektor auf und finden vor allem dann zu Größe, wenn Gäste wie EJM, Ingrid de Lambre oder Louise Vertigo den Stück eine eigene Note vermitteln. Wer also noch nicht in den Genuß diverser Mighty-Bob-Hymnen kam oder sich nocheinmal den Charme vergangener Jahre ins Haus holen will, ist mit diesem Album bestens bedient. ][ mb
Romanthony - R. Hide in Plain Site - Glasgow Underground
Er war die Hoffnung aller House-Connaisseure Anfang der Neunziger, seine Stimme ließ Nackenhaare stehen, seine Hymnen wurden zu Legenden und nicht nur einmal wurde er als der Prince des House bezeichnet. Doch was im neuen Jahrtausend von Roman Anthony M. übrig bleibt, ist ein solider Musiker, der es zwar schafft, etwas Abwechslung in die immer gleich tönende House-Szene zu bringen - von den glorreichen Tagen der Vergangenheit kann er jedoch nur noch träumen. Da helfen an Zappa erinnernde Funky-Breaks genau so wenig, wie die Versuche, modernen R&B im 4/4-Takt zu machen. Bleibt die Hoffnung, daß seine Koope-ration mit Thomas Bangalter neues Leben in die müden Knochen des Romanthony haucht. ][ mb
Chicks on Speed - ... will save us all - Chicks on Speed
Debüt-Album auf eigenem Label von einem (noch) in München wohnenden weiblichen Trio (Melissa Logan, NY, Miki Moore, M, Alex Murray-Leslie, Aus), das seit 1997 in der Kunst- und Performance-Szene mit unorthodoxen Events von sich reden macht. Inzwischen zeitweise von so prominenten Produzenten wie DJ Hell, Patrick Pulsinger oder der DMX Krew betreut, bringt die Combo neben Selbstgeschriebenem auch Coverversionen von Wave-Größen wie B 52s oder FSK zu Gehör. Zwar wird der Sound hauptsächlich von moderner Elektronik dominiert, doch die Art, wie sie eingesetzt wird, zusammen mit der trefflichen Plazierung von trash-poppigen Garagen-Rock-Fragmenten, läßt zunächst an ein Produkt der frühen 80er denken (was keine Herabwürdigung sein soll, denn das war eine sehr kreative Zeit, gell Katharina!). Doch die zeitgemäßen Klangfarben der Stücke machen dann nach erneutem Anhören deutlich, daß es sich hierbei um eine in aktuelle Kontexte eingebundene Zitiertechnik handelt, deren unverbrauchte Frische wohltuend aus dem Rahmen manch integrativen Mülls anderer genreübergreifender Spagate herausfällt. ][ hve
Nils Petter Molvaer - Solid Ether - ECM
Vor zwei Jahren überraschte das Label ECM seine Hörer mit Molvaers virtuosem Khmer-Album, nicht nur, weil es klassischen Trompeten-jazz mit treibenden Clubbeats mischte, sondern weil ECM erstmalig Remixe einer ihrer Platten veröffentlichte. Nun erscheint Molvaers neues Werk, mit dem er nicht nur konsequent den eingeschlagenen Weg weiterverfolgt, sondern mutig eine Reise zwischen treibenden DrumnBass-Grooves, rührenden Balladen und herzergreifenden Gesangstücken antritt. Ein Werk so gegensätzlich, wie sein Titel und so spannend wie eine Reise im Orient Express. Mit Spannung darf man auch die diversen Remixe erwarten, die diesesmal auf Molvaers eigenem Label Imprint erscheinen werden. ][ mb
VA - Jazzpresso at Cafe Insomnia Vol. 1 - Lab
Wenn ein gelernter Koch, der sich mittlerweile der Kunst (und für ihn schließt das die Musik mit ein) widmet, von einem Kaffeehausbesitzer angesprochen wird, ob letzterer eine Compilation zusammenstellen dürfe, denkt man sich schnell, daß das Ergebnis einer weiteren Kaffeehaus-Compilation gleicht. Weit gefehlt, meine Herren, den Dani Macciato stellte eine Auswahl zusammen, die zwar einigen bereits alt und bekannt vorkommen mag, nichts desto trotz vierzehn qualitative Stücke aufweist, die zu dem noch gekonnt gemixt sind. Neben Klassikern von Rainer Trüby, Kerry Chandler und Mateo & Matos findet man auch das ein oder andere unbekannte Stück, was den Selektor in der Gunst des kritischen Szenekenners steigen läßt und der Compilation hoffentlich viele Käufer bescheren wird. ][ mb
VA - Talkin inside the Jazz - Talkin Loud
Das große Jubiläum steht an, was uns in diesem Jahr etliche Compilations bescheren dürfte, und man kann gespannt sein, welche Überraschungen Gilles noch in der Tasche hat. Den Anfang jedenfalls macht dieses Album, auf dem sich all jene Musiker tummeln, die Talkin Loud zurück an den Puls der Zeit gebracht haben. Originale und Remixe von Größen wie 4 Hero, Jazzanova oder Roni Size, um nur einige zu nennen, bieten zwar wenig Neues, dafür stets Gutes und für Neueinsteiger erschließt sich hier auf beste Weise der Klang des vielfach beschworenen Neuen Jazz. ][ mb
Doctor Rockit - Indoor Fireworks - Lifelike
Endlich ist es soweit: Matthew Herbert widmet sich wieder voll und ganz seinem Doktortitel und liefert das von vielen langersehnte Album. 17 Stücke präsentieren den neuen Rockit-Sound, der den wilden und brachialen Zeiten von früher entsagt, sich vielmehr besonnen, ruhig und harmonisch zeichnet. Doch keine Angst, der Wille zum Experiment ist keinesfalls abhanden gekommen. Auf fast schon kryptische Weise werden Wort-fetzen, Geräusche und Gesang zu einem Effektfeuerwerk zusammengesetzt, um mittendrin in eine mehrere Minuten andauernde Klavierballade zu mutieren. Keine Frage also, Doctor Rockit lebt! ][ mb
Lexi Love - Too Fast Times - Sekond Skin
Lexi Love, die bereits mit so namhaften Leuten wie Marshall Jefferson zusammengearbeitet haben, schufen zusammen mit Sänger Mark Oligopoli ein Album, das vor allem von den unterschiedlichen Musikerfahrungen seiner Pro-duzenten zehrt. Die Mischung aus New-Wave-Vergangenheit, Raveerlebnissen und um die Ohren geschlagenen Clubnächte wird mit Breakbeats durchsetzt und so in den modernen Clubkontext gehievt. Eingestreute düstere Detroitbässe wecken das Verlangen zu tanzen, sind letztendlich aber doch zu irreal, um über zwölf Stücke hinweg für Begeisterung zu sorgen, in denen alles vermischt werden darf, was man an musikalischen Einflüßen parat hat. ][ mb
Court Jester`s Crew - Too High For Low - ELM-LP-1006
Tübingens beliebteste Boy-Group hat ihre zweite Platte an den Start gebracht und das ist gut so! Daß die Jungs, von einer kleinen Umbesetzung abgesehen, schon ca. sieben Jahre zusammen spielen, hört man. Die Platte ist, trotz der unterschiedlichen Einflüsse, wie aus einem Guß. Die Basis ihres Sounds ist der Ska und dann werden so gut wie alle Spielarten der jamaikanischen Musik integriert, als da wären Reggae, Ragga, Dub und Rocksteady. Auch noch südlichere Rhythmen fließen gekonnt mit ein. Diese Band ist nichts für Puristen! Die Qualität und Offenheit der einzelnen Musiker zeigt sich auch in ihren verschiedenen Side-Projects, wie z.B. den Good Old Boys oder dem Shake A Leg-Soundsystem (mit Rumblin´ Roger, welcher sehr gekonnt den dazu gehörigen Song auf dieser Platte intoniert). In den Windungen meiner Ohren sind vor allem die knackigen Bläser und die Qualität des Toastings , welches gleich nach Dr. Ring Ding kommt, hängen geblieben. Bleibt noch zu erwähnen, daß Herr Kilmister von Motörhead bestimmt sehr überrascht wäre, wenn er wüßte was für ein filigranes Fluggerät aus seinem Bomber geworden ist. ][ mo`
Laurel Aitken - The God-father of Ska Vol. 3 - GRO-LP-039
Der dritte Teil dieser Serie (Vol. 1 und Vol. 2 siehe ouk Nr. 16) umfaßt Songs aus dem Zeitraum 1963-1966. Bei den 21 Titeln handelt es sich um knackigen Ska mit Einflüssen aus Calypso, Rhythm and Blues und Boogie. Die Singels wurden in Großbritannien aufgenommen und produziert, sie sind auf den Labels Blue Beat, Ska Beat, Rio, R&B, Dice, Giant und Island veröffentlicht worden und dürften sehr, sehr rar sein. Die Serie von Grover-Records verschafft einerseits einen schönen Überblick über das Werk von Laurel Aitken und andererseits ist sie ein historisches Dokument jamaikanischer Musik. Soll ich jedes mal Grover-Records loben?! Ich kann nicht anders! Sie haben das ultimative Gespür! ][ mo`
VA - Lead with the Bass Club 2 - Stereo DeLuxe
Nach der (überzeugenden) ersten Compilation, auf der u.a. Thievery Corporation und der Oberguru Richard Dorfmeister zu hören waren, nun das obligatorische Nachkarten mit einer zweiten Zusammenstellung, die sich dem seit nunmehr vier Jahren auch im allwöchentlichen Club-Betrieb gut funktionierenden Lead-with-the-Bass-Konzept genauso verbunden fühlt wie der Vorgänger. Auf dem immer weiter expandierenden Markt filigraner Eitelkeiten dieser Art von slow-groovender und dub-chillender deep-frequency-music wird sich dieses Album sicherlich durchsetzen, da bei der Selektion der aufgenommenen Tracks die Kriterien handwerkliche Präzision, kreative Originalität und Abwechslung so weit oben an gestellt wurden, daß sich eine (heute mehr denn je erforderliche) eigenständige Handschrift herauskristallisiert, ohne die im sonstigen Sumpf blubbernder Beliebigkeit keine Konturen mehr zu erkennen wären. ][ hve
VA - Transatlantik Lounging 2 - Life Enhancing Audio
Nach der Veröffentlichung des ersten Samplers in dieser Reihe überschlugen sich die Kritiker z.T. mit (überwiegend berechtigten) Lobpreis-ungen in höchsten Tönen. Bemerkenswert, daß sein Nachfolger, was wirklich nicht selbstverständlich ist, die Superlative des Erstlings schier noch übertrifft. Fast jeder der diesmal vom Amsterdamer DJ Enrico Riva zusammengestellten 12 Tracks (auf CD oder 3fach 12) besticht nicht nur durch das ausgeklügelte Arrangement komplexer Rhythmus-, Harmonie- und Sound-strukturen, sondern auch durch das Bemühen, bereits tradierte Hörgewohnheiten des Genres aufzubrechen und sein Klang- und Wirkungs-spektrum zu erweitern, ohne dabei in experimentellen Sackgassen zu schlingern oder der taumelnden Ohnmacht kontrakonsumptiver metrischer Diskontinuitäten zu erliegen. Die locker realisierte Mannigfaltigkeit überraschender Klangoptionen geht einher mit einer tiefen Selbstverständlichkeit des rhythmischen Funda-ments, das sich natürlich im Downbeat-Bereich bewegt, dabei aber einige lateinamerikanische und jazzbeeinflußte Nuancen nicht verleugnen kann (oder gar will). Soll das Lounge-Genre nicht nur ein PR-initiierter Abklatsch der Wiener Schule sein, sondern sich hin zu einer künstlerisch wirklich eigenständig legitimierten Richtung entwickeln, so ist mit der vorliegenden Compilation ein eindrucksvolles Doku-ment auf diesem emanzipatorischen Weg geschaffen worden. ][ hve
VA - Lieblinge Eins - Good Groove
Eine Doppel-CD, die vom hessischen Jugendradio hrXXL in Zusammenarbeit mit Good Groove Music herausgegeben wurde und sich an die Zielgruppe der 16- bis 25jährigen mit deren weit gefächerten Hörgewohnheiten wendet, wobei - wie in der Praxis des Senders - chartstaugliche Titel unterrepräsentiert sein sollen. Dennoch fehlen bekannte Namen beileibe nicht: Apollo 440, Fünf Sterne DeLuxe, Moby, Ian Pooley, Fatboy Slim, Massive Töne oder Sven Väth reihen sich neben undergroundigeren Protagonisten wie Bandaloop, Tanith, Egoexpress und Aromabar ein. Queerbeet durch den Techno-, Hip-Hop-, Breakbeat-, House- und Rock-Gemüsegarten geht da die Reise, mal mehr zum Grooven, mal mehr zum Chillen, z.T. schon bekannt, z.T. bisher noch unveröffentlicht. Ein Sampler, der zwar sicherlich keine neuen Wege weist, aber dem einen oder der anderen bei der Bestandssicherung seiner Musiksammlung dienen könnte. ][ hve
Mustang - Give a little Love - Mainsqueeze
Musik für die Tanzfläche will er ja gar nicht machen, vielmehr will er neue Wege ergründen oder gleich richtige Filmmusik produzieren. Trotzdem ist Alex Attias aka Mustang mit Give a little love an einem Punkt angekommen, an dem der Fusion Sound der Herren I.G. Culture, Dego, Mustang u.a. eine Reife erlangt hat, mit der er nicht nur zum Tanzen geeignet ist, sondern sich als ein geschlossener Song präsentiert, der in der Tat als Soul der nächsten Generation bezeichnet werden könnte. In Zusammenarbeit mit Vanessa Freeman gelang es, den experimentalen, sich selbst zu Fall bringenden Stolperbeats ein solides harmonisches Fundament zu geben, gestärkt durch ein gelungenes Arrangement insgesamt. ][ mb
Take Rodriguez and his Exotic Orchestra - Prince Of Mambo Breaks - Cheap
Lateinamerikanische Musik erfreut sich momentan breiter Akzeptanz, und das nicht nur, weil alle Welt den Buena Vista Social Club entdeckt hat. Auch die Herren Pulsinger und Tunakan, bekannt für ihre Offenheit gegenüber allen Arten von Musik, erfreuen sich an den südländischen Rhythmen und waren umso mehr begeistert, als sie in Japan auf den dort durchaus bekannten Rodriguez trafen. Ein Abkommen war schnell ausgehandelt und so erfreut uns Take Rodriguez mit extravaganten Spielereien, mit denen er Strukturen aufbricht, zerhackt und wieder zusammenpuzzelt, um eine moderne Form von Latin zustande zu bringen, die den experimentellen Rahmen von Cheap voll und ganz ausfüllt. ][ mb
Roland Casper - Gangsta - Frisbee Tracks
Das von mir im letzten ouk ob seiner jüngsten Veröffentlichungspolitik gelobte Techno-Label Frisbee will uns die Wartezeit bis zum Erscheinen des Roland-Casper-Albums mit einer 4 - Track - (+ 2 unnötige bass drum loops) - Maxi versüßen. Zumindest dem als new clubhit protegierten A-Seiten-Stück Troll mißlingt dies allerdings deutlich, denn das nahezu unverzierte Abnudeln einer zwar satten, aber gänzlich konventionell-langweiligen Rhythmus-Figur garantiert noch lange keine Minimalismus-Qualität. Umso mehr es auf die B-Seite (zu)geht, umso weniger hält sich dieses Manko, und der Eindruck, Casper laufe nun zu adäquater Form auf, verdichtet sich. Doch wenn man dann schließlich meint, jetzt sei es endlich losgegangen (und das sehr vielversprechend !), läuft die Nadel bereits wieder in die Leerrille. Vielleicht doch besser auf das Album warten ... ][ hve
Alter Ego - Betty Ford - Klang Elektronik
Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke aka Acid Jesus aka Sensorama haben nach 4 Jahren Abstinenz mal wieder das ehedem erfolgreiche Harthouse-Projekt Alter Ego aus der Versenkung gezerrt, was aber leider dementsprechend angestaubt klingt. Auch wenn der Titeltrack wahrscheinlich in den etwas kommerzieller angehauchten Techno-Läden dank Energie und Trommelwirbel zum Hit avancieren wird, verschwindet diese Platte in der Masse der nicht sonderlich anspruchsvollen Durch-schnittsware. ][ motik
Leavy Morell plays M-Phaser - Biomechanism Headroom - 666 EP - beide Treibsand
Trotz seiner Jugend hat das Münchner Treibsand-Label seine eigene Meßlatte durch die bisherigen VÖ's sehr hoch gelegt und dieser Erwartungshaltung werden die vorliegenden EPs nicht mehr vollumfänglich gerecht. Ist die Biomechanism EP mittels energetischer und athmosphärischer Monotonie noch als Fort-führung des bisher erfolgreichen Rezepts anzusehen, also mit leichten Einbußen gegenüber den Vorgängern noch über dem Durchschnitt anzusiedeln, weicht Headroom zu sehr Richtung technoidem Advanced-Mainstream ab, was sicher clubtauglich ist und auch ganz bestimmt nicht schlecht, aber man vermißt das gewisse Etwas. ][ motik
Little Computer People - Rmxs - PSI49NET
Heiko Laux und Godfather Karl Bartos legten ihre Elektrohand an das Anthony Rother-Original. Überraschenderweise konnte Bartos den Staub der Menschmaschinenvergangenheit abschütteln und die Vorlage in ein druckvolles Elektro-Ungetüm abwandeln. Der Kraftwerk-ursprung ist nicht zu leugnen, nervt aber nicht wie so oft bei seinen Nachahmern. Laux erfreut uns mittels kraftvollem Beat und typischem Kanzleramtloop zum einen und einer harmonischeren und ruhigeren stringorientierten Variante zum anderen. ][ motik
Midnight Caller - Caller's Theme - Elektro Musik Department
In der Ruhe liegt die Kraft und davon ist hier reichlich vorhanden. Tiefe Bässe und ein minimales Arrangement führen diese Kollaboration zwischen I-Fach-Legende Peter Ford und Kotai aus Berlin in das verheißungsvolle Land der Vierviertel-Monotonie. Eine Fortsetzung der diesen Namen immanenten Tradition und damit sehr zu empfehlen. ][ motik
Sexual Harrassment - I need a Freak -Lazergun 03
Der dritte Release des aufstrebenden Stuttgarter Labels, dessen Auflage bisher immer nach wenigen Tagen ausverkauft war, präsentiert drei Versionen des Sexual Harrassment-Klassikers. Während der Elektro-Remix von Zombie Nation eher in der Flut gleichartiger Veröffentlichungen zu versinken droht, gewinnt die Platte durch die sehr tanzflächengeeigneten Mixe von Savas Pascalidis und John Selway. Pascalidis kleidet das Original mit Hilfe einer finsteren Bassline in ein druckvolles Techno-Gewand. John Selway wählte eine eher funkige House-Adaption. Allen Mixen wurde das I need a Freak-Sample einverleibt, das jedenfalls die 4/4-Tracks zu massiven Clubhits werden lassen könnte. ][ motik
Sandbenders - Paradroids - Science City
Das Rhein/Main-Gebiet hat sich längst aus der Harthouse-Umklammerung befreit und ein eigenes Ich gebildet, wozu auch Martin Maischein und Bodo Elsel ein gutes Stück beigetragen haben. Vorliegend ist ihnen eine variantenreiche Definition von Elektro gelungen, mal mit Computerspielsounds, mal mit Oldschool-Vocoder-Touch. Auf der B-Seite zeigen sie ihr Talent bei der finsteren 4/4-Adaption eines Elektrotracks, die die Platte zum Gewinner macht. ][ motik
Djigui - Layanga/ Ladilihan - Frikyiwa
Erst nach mehrmaligem Anhören bei Stimmigkeit von Mood und Ambiente konnte ich mit dieser 2-Track-Maxi etwas anfangen. Djigui Traore ist Farmer in Mali und beherrscht als einer der angeblich Letzten das traditionelle afrikanische Instrument MBolon (keine Verwandtschaft zu T.Rex!), dessen eigenwillige Klänge auch für aufgeschlossene europäische Ohren zunächst gewöhnungsbedürftig anmuten. Nach eingehender Beschnupperung durch den Hörer allerdings wird aus einer zunächst aufgesetzt wirkenden Verquickung unkonventioneller Afro-Elemente mit aktueller Elektronik eine schlüssig konzipierte Melange nur scheinbar unkombinierbarer Sounds, deren rhythmisches Korsett genügend Substanz besitzt, um die teilweise fragilen und auseinanderlaufenden Gestal-tungselemente kanonisch weitgehend zusammenzuhalten. Die Favorisierung eines der beiden Remixe - das Natty Bass System sorgt für den dubbigen, der Schweizer Souen für den housigen - mag dem persönlichen Geschmack des jeweiligen Konsumenten überlassen bleiben. ][ hve
Caribbean Beat Combo - Riddim Juggler - ELM-7002
Die 7 ist das Debut einer jungen, zehnköpfigen Kapelle, die zu überzeugen weiß. Bei den drei Instrumentals handelt es sich um 60´s Ska und Rocksteady mit leichtem Jazz-Einschlag. Die Stücke funktionieren sowohl auf 33, als auch auf 45, wobei ich eindeutig die 33er Variante bevorzuge; auf 45 ist es mir zu turbo-mäßig. Elmo-Records (Sublabel von Grover) hat mit diesem Releas mal wieder sein Gespür für Qualität unter Beweis gestellt. Diese Combo groovt elegant daher und wenn sie weiterhin viel live spielen, werden die Auftritte auch noch besser.
][ mo`
Lightning Head - Me & Me Princess - Best Seven 01
Auch Acid-Jazzer und Rare-Groover scheinen mittlerweile den Reiz des alten Off-Beat entdeckt zu haben, hier in Form von Dancehall. Hinter Lightning Head verbirgt sich ein Teil von Rockers-Hifi und hinter dem neuen Label Best Seven steckt die Bürofachkraft/DJ von Sonar Kollektiv/Jazzanova Daniel W. Best. Bei dieser 7 handelt es sich um ein relaxtes und dubiges Dancehall Stück (B-Seite Instrumental), welches nicht so brachial daher kommt wie die derzeitigen Releases aus Jamaika. Die nächste Ver-öffentlichung wird von Rob Gallagher (Galliano) sein, dieses Teil rockt und schiebt mächtig und danach ist Dego (4 Hero) dran, mal schauen was er so zu Wege bringt. Das Best Seven Ding scheint auf jeden Fall ganz interessant zu werden. ][ mo`
Lowtec - Your mistakes are not forgiven - Playhouse
Man könnte jetzt Jens Kuhns Titelwahl mit den skandalösen Vorfällen zu Beginn des Jahres in Verbin-dung bringen und seinen minimalen, äußerst korrekt arrangierten Sound als Antwort auf politische Nachlässigkeit nehmen. Wollen wir aber nicht. Viel zu schnell verliert sich unser Ich in den hypnotischen Grooves und den verführerischen Melodien, die nur eines im Sinn haben: den Hörer langsam aber sicher in Richtung Tanzfläche zu schieben. um ihn dort mit ihrer Kraft zum Tanzen zu bringen. ][ mb
DJ Deep feat. Oliver Portel - Inner Peace - Chilli Funk
Lofty und seine Männer behelfen sich französischer Housekünste, um sich ihres, in letzter Zeit doch sehr nervig gewordenen, Funky-Daddel-House-Sound zu entledigen und wieder auf gekonnt tiefes und äußerst grooviges Material zu setzen. Ein fröhlich hüpfender Bass unterstützt dabei warme Keyboard-Sounds im Versuch die Gemüter zu erfreuen, was ange-sichts der Lässigkeit mit der die zwei Tracks, auftreten kein Problem sein sollte. ][ mb
Kosma - Odessa - Infracom!
Eine Idee geht um die Welt, mal sehen, wem sie gefällt. Nach Mustang wollen nun auch die Jungs von Infracom! ein wenig Konzept in ihre Verpackung bringen und liefern die hier vorliegende erste Maxi (fünf werden es insgesamt sein) des neuen Kosma-Albums in einer goldenen Sammlerbox aus, in die dann die restlichen vier mit hinein gesteckt werden können. Doch kommen wir zum Eigentlichen. Roskoe Kretschmar schuf mit Odessa ein äußerst theatralisches Werk voller Trommelwirbel, melancholischen Akkorden und einer sirenengleichen (... die von der Insel) Gesangslinie. Energie und Aus-druckskraft entsprechen einem Opernstück und lassen den Hörer Gänsehaut spüren. Kaum zu glauben, wie es Peter Kruder gelingt das Stück durch seine Bearbeitung noch düsterer klingen zu lassen, wobei das Schlagwerk bei weitem nicht so ausgreift wirkt wie im Original. Der erste Eindruck auf das kommende Album fällt somit äußerst wohlwollend aus und wir dürfen gespannt sein, womit uns die nächsten vier Maxis überraschen werden. ][ mb
Felka - Mole
Die Schweizer Drum'n'Bass-Live-Band Felka hat auf Mole Listening Pearls ihr Zuhause gefunden. Spacig' ist zwar ein ausgelutschtes Wort, doch bei Felka ist dies absolut zutreffend. Akustische Instrumente bestehen anstandslos neben moderner Elektronik. Ein organischer Mix auf der Basis von filigranen Breakbeats und Fusion-Elementen. Sombre' wirkt sehr soundtrackartig. Eine weite Klanglandschaft entsteht auf der Basis von einfachen Beats. Auf der Flipside dann Sightseeing in Paradise', sehr trancig angehaucht mit vorsichtig eingesetzter E-Gitarre. Erinnert ein bißchen an Orbital. Definitiv Musik zum Zuhören und Genießen. Ausschau halten nach dem Album Stromlinienbaby'.
][ lightwood
Precision 015
Puh, da gibt es eigentlich nicht viel zu zu sagen. Miguel Ayala liefert mit Tetracell White' einen der besten Drum'n'Bass-Tracks aus Deutsch-land ever ab! Ein 100%iger Tanzflächen-Burner, der von hinten bis vorne einfach perfekt arrangiert ist und sich von Takt zu Takt steigert. Sehr heftig und kompromißlos gut. Irgendwie klingt das auch gar nicht nach typisch deutschem Drum'n'Bass. Assimilation' strahlt dann wieder Precision-Ästhetik aus. Die Bassdrum könnte ein bißchen mehr drücken. Ansonsten treibende Beats und ein weiche Acidbassline. Die besondere Note erhält der Track durch einen gegen später auftauchenden Sound, der unverkennbar haften bleibt. ][ lightwood
Valve 003 EP
"Bretter, die die Welt bedeuten" könnte Dillinja in Zukunft seine Tracks untertiteln. Man kennt mittlerweile die verzerrten Beats und Basslines und interessant ist eigentlich nur noch die persönliche Note jedes Tracks, das Vocal, Cembalo usw. Schade, daß sich Lemon D auch zunehmend dieser übersteuerten Beats seines Kollegen annimmt, anstatt frühere Strömungen seines Schaffens weiter entwickelt. Man möge sich nur an "Urban Style Music" erinnern... So präsentieren die beiden auf dieser Doppel-EP wenig Spektakuläres, eher Dillinja-Style vom Fließband. "D-Type" glänzt mit witzigen Samples vom Quietsche-Entchen und Gelächter bis hin zu gruselfilmsoundtrackartigem Pfeiffen und ein in der Mitte plötzlich auftauchendes Raunen einer Menschenmenge. "Saved My Life"-VIP besticht durch eine dich-weg-drückende' Bassline. Der eigentliche Höhepunkt ist der "Organic Funk"-Remix, schwerer Drum'n'Bass-Funk, der an die ersten Test-Releases erinnert. Abgerundet wird das Ganze durch einen Remix des Amen-Klassikers "Fade 2 Black" - sehr nahe am Original. Wer weiß, wie lange das noch gut geht... ][ lightwood
Street Beats 018 EP
Das Street Beat Camp serviert uns mit der Blue Room EP' eines seiner Release-Höhepunkte. Haupt-Engineer Blue, der auch mit den Münchnern vom Southern Sessions Imprint in engem Kontakt steht, zaubert mit seinen Homies Donovan, Raser, Ridla und Aurora vier beachtlich frische Tracks. Vocal-Sprengsel, Old School-Elemente oder Jazz-Partikel machen den einen oder anderen Track unverkennbar. Knackige, rollende Beats treiben die ganze Angelegenheit richtig an. An manchen Ecken schimmern kleine Bad Company-Anleihen durch, doch der wirkliche Knüppel bleibt im Sack. Alles extrem tanzbar, gute Laune fördernd und selbst zu Hause noch crisp. Ein neuer Vibe, weder dark noch happy, der eine große Masse an Vinylkäufern zufrieden stellen sollte.
][ lightwood
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