| das vierund20ste ± zugänglich & reichhaltig ± April/Mai 00 | oni.tor |
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| { } |||| Der erste Schritt war Harakiri, ein halbjährlich erscheinendes Subkultur-Magazin mit Intellekt, das 1993 als Produkt eines Politikwissenschaftlerhirngespinsts das schummrige Licht der Westhalbkugel erblickte. Die anfängliche Ausrichtung gen Indierock zerbröselte mehr und mehr zu einer stilistischen Vielfalt, die Dub, HipHop, Hardcore oder Noiserock beinhaltete und schließlich in einer Vorliebe für elektronische Klänge kumulierte. In dieser Zeit mehrte sich der Wunsch, vom bloßen Konsumenten zu einem aktiven Teil der Musikkultur zu mutieren, was durch das Magazin bereits in Angriff genommen, aber Ende 1998 in Kooperation mit den Musikern der Postkrautrockformation "Ma chérie for painting" durch die Schaffung des Labels oni.tor gänzlich Realität wurde. || { } ||| Markus Koch, nicht verwandt und nicht verschwägert mit Jörg Koch sowie Thomas Venker, allesamt Protagonisten der Harakiri-Redaktion, schossen dann mit dem Debut eben genannter Krautrocker das 0 zu 1 für (oder gegen?) oni.tor. Nach konzeptionellen Unstimmigkeiten kam es jedenfalls schon bald zur Trennung mit dem Ergebnis des trisyllabischen Neuanfangs Ende 1999, nun aber in rein elektronischer Ausrichtung. ||| { } || Ziel war und ist es den in Stuttgart vorherrschenden Strömungen in Tausender-Auflage ein musikalisches Gegengewicht zu bieten. oni.tor soll vor allem für frischen Sound stehen, der sich vom Einheitsbrei abhebt, wobei stilistisch die Grenzen sehr weit gefasst sind. Nichtsdestotrotz ist die Sympathie zu den Kompakt-Mannen an Rhein und Dom nicht zu leugnen, was vielleicht im Groben die ungefähre Soundrichtung beschreiben könnte. |||| { } | Ein zu begrüßendes Anliegen ist die Intention, interessanten Künstlern aus der Region ein Forum und die Möglichkeit zu unbeeinflußter Entfaltung zu bieten. So wird in Bälde das Debutalbum des Plochingers Joachim Spieth erscheinen, der bereits mit "Abi 99" auf Kompakt für Aufsehen gesorgt hat. Bisher wurden ausschließlich LPs veröffentlicht, was auch in Zukunft seine Fortsetzung finden soll. Dies nicht nur aufgrund der dadurch entstehenden Freiheiten, sondern auch aus finanztechnischen Gründen; das Pressen einer Maxi kostet nicht weniger, als das einer LP. Da man am Coverdesign nicht sparen möchte, bietet sich die derzeitige Verfahrensweise an. Die oni.tor-Künstler werden keineswegs exklusiv an das Label gebunden. Vielmehr ist erwünscht, daß diese auch andere Release-Möglichkeiten nutzen, denn die dadurch geschaffene Medien- und Öffentlichkeitspräsenz erweitert deren Bekanntheitsgrad, was letztlich auch oni.tor zugute kommt und zu steigendem Absatz führt. Dies ist deshalb wichtig, weil das Projekt eine freizeittechnische Angelegenheit der studierten Politikwissenschaftler ist, mithin ein Minusgeschäft möglichst vermieden werden soll. | { } |||| Der Aspekt des musikalischen Gegengewichts findet seine Fortsetzung in der zweiwöchentlich im Stuttgarter Club "Le Fonque" organisierten Partyreihe "Klangforschung Süd". Der Ansatz ist eher akademisch gewählt, so daß der Partycharakter nicht selten zugunsten der Didaktik in den Hintergrund treten darf, um den Anwesenden eine etwas andere Art von Musik zu präsentieren. Dies soll auch als Erklärung für die Tatsache dienen, daß auf mixtechnische Feinheiten entweder gar keinen oder im Fall von Markus Koch nur zweitrangig Wert gelegt wird. Vor allem Mixing als Selbstzweck wird abgelehnt, da hierbei die Musik ihrer Identität beraubt würde. Eine Ansicht, die mehr als diskussionswürdig erscheint, deren Hinterfragung hier aber nicht Thema sein soll. || { } ||| Die Booking-Kriterien im Bereich elektronischer Musik sind ohnehin Produktionen und Bekanntheitsgrad, so daß die oni.tor-Belegschaft mit Hagedorn von den Computerjockeys und Label-eigengewächs Solovyev bereits die gesamte Bundesrepublik bereiste. Vorläufiger Höhepunkt dürfte der April-Auftritt im Münchner Ultraschall sein, dem unbestrittenen Mecca des elektronischen Untergrunds. Auch dort wird versucht werden, die Suche nach dem Besonderen in Audiosignale umzuwandeln. ||| { } || DJ-Tools sind demgemäß verpönt, die freilich auch wenig Sinn machen, wenn nicht gemixt wird... Angenehmer Nebenaspekt der Überschreitung der Stuttgarter Stadtgrenze sind zahlreiche Kontakte. Das Signing des Franzosen ElectroniCat wurde dieser Art unter Dach und Fach gebracht, mit den Kölner Kompaktlern besteht seit den Auftritten beim Battery Park Festival ein reger Austausch, was durch deren Gastauftritte auch den partytechnisch nicht immer verwöhnten Stuttgartern einen Lichtblick bietet. ][ motik Diskographie oni.tor 0:1 Ma chérie for painting -Samba Continentale oni.tor im Vertrieb von Kompakt & oni.tor@gmx.de |
Checksum
Hagedorn
Solovyev |
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