OUK das fünfund20ste ± offen & erleuchtet ± Juni/Juli 00 Gespaltene Töne

Towa Tei – Last Century Modern – Eastwest
Unmengen an Gast-Künstlern lud sich der Japaner für sein drittes Solo-Album ins Studio ein. Alle aufzuzählen würde diese Rezension sprengen, genannt seien DJ Die, Les Nubians und Sängerin Joanne (MAW). Der Opener verzückt uns mit französisch angehauchtem Quetschkommoden-Vibe, der später noch einmal seinen Soll erfüllt. Dann schimmert nach und nach der V Recordings- und Breakbeat Era-Sound durch. Excellent harmonieren das Drum’n’Bass-Grundgerüst mit der lieblichen Frauenstimme und den Sounds von Towa Tei. Weiterhin wird der Zuhörer durch einen dichten Wald an Einfallsreichtum und musikalischer Vielfalt geführt: Rap-Gesang, Kinderstimmen, Quietsche-Effekte, Vocal-Pitching, Funk-Bassline, Videospiele-Ploings, Hörspiel-Ästhetik und niemals darf der Duft der Frauen fehlen. Die Rhythmik variiert von Dope-Beat bis Latin bis Drum’n’Bass bis House. Towa Tei versteht es akustische Instrumente ungefiltert in elektronische Kontexte zu flechten und somit den Grat zwischen Popmusik und Clubmusik wieder einmal erfolgreich zu meistern. Easy Listening for Runaways. Die japanische Leichtigkeit des Seins. ][ lightwood

VA – 2080 - the eighties now – Dutzend
Wenn sich drei Szene-Schaffende, wie Dittmar Frohmann (Strictly Artists/Blaou Rec.), Atilano González (ehemals !K7) und Jim Avignon (no comment) zusammentun, kann nur ein grandioses, einzigartiges Projekt entstehen. Das Ziel des ‚Dutzend‘-Labels ist, immer zwölf (... ein Dutzend ... Genau!) Tracks einer bestimmten elektronischen Musiksparte auf eine CD zu bannen. Die Tracks müssen in einen Zusammen-hang gestellt werden bzw. etwas gemeinsam haben. „Wie präsentieren sich die 80er im Jahr 2000?“ lautet das Motto der ersten Veröffent-lichung. Vocoder, Computerspiele-Sounds, Gesang im New Wave-Stil, Gitarren und Geschrei verarbeiten Acts wie z. B. Isolée, Antonelli Electr. oder Turner. Teilweise schon auf Vinyl erhältlich gewesen, teilweise aber auch unveröffentlicht, u. a. Erobiques‘ Interpretation von I-Fs‘ „Space Invaders Are Smoking Grass“. Namhafte Labels, wie z. B. Ladomat, Playhouse oder V-Records birgen für Qualität. Die Pixelgrafik und die einfach gehaltene Beschriftung des Covers vervollständigen das Bild. ][ lightwood

Klangstabil - Gioco Bambino - Plate Lunch
Gameboy abuse part 2 aus dem Hause Megahertz. Nachdem die Kultspielkonsole bereits als einziger Soundlieferant für “sprite storage format” diente, wurde dieses Verfahren nun bei “gioco bambino” wiederholt. Das Ergebnis ist das, was man inzwischen mit “typisch Klangstabil” zwar umschreiben, aber nur schwer definieren kann. Klangstabil hat seine eigene Nische irgendwo zwischen Experimental-Elektronik, Noise und Ambient gefunden, was ihnen im Verlauf der letzten Jahre weltweit eine eigenwillige und buntgemischte Fangemeinde und, nicht zuletzt aufgrund der vollkommen abgefahrenen Liveauftritte, Kultstatus bescherte. Gioco Bambino ist Musik für Liebhaber, Menschen, die sich die Zeit nehmen, eine Platte von vorne bis hinten durchzuhören und vor allem Menschen, die nicht in festgefahrenen Strukturen denken. ][ motik

VA – Dumps and Dynamite – Pavlek
Da würde ich ja am liebsten den Presse-Info-Text eins-zu-eins abschreiben. Genial! Kleiner Auszug hier und jetzt: „... Surgery, erste Hilfeleistung für geschädigte Konsumenten ... halbstarke Citypimps, die aufmischen im suburbanen Mittelstandsgefüge des deutschen Südlands, ... Mittelgewichtig Herangewachsene, die an Computertasten operieren ...“ Mit einer Ungezwungenheit, die sich auch in Tracks und Layout wiederspiegeln, geht Label-Chef und Produzent Daniel Wiest die Sache an. Pavlek Records machte jüngst mit vereinzelten 12“s von sich reden, doch ich denke das war nur ein kleiner Vorgeschmack. Man weiß zwar noch nicht was kommen wird, aber vorliegende 19-Track-Compilation sorgt schon mal für heißlaufende Wohnzimmerboxentürme. Stuttgart ist das Growing-Field der Pavlek-Künstler, welche noch unbekannt und unverbraucht ans Werk gehen. Die leider überwiegend kurzen Tracks bewegen sich zwischen Instrumental HipHop und Retro-Style mit leichten Einflüssen aus Jazz, Dub und Artverwandtem. Langsame, gemütliche Dope Beats schaffen eine Grundlage weit entfernt von jeder Big Beat-Schlacht. Eher Kiffer-Romantik steht an der Tagesordnung. Mal monoton, mal deep, mal schräg, mal mit einzigartigen Sounds, mal mit Vocals, mal ganz ohne Samples auskommend, taucht man in gewohnte oder fremde Athmosphären ein. Listening Music ein wenig abseits der Norm mit dem gewissen Etwas. ][ lightwood

VA - Tresor 3 - Tresor
Die neben “Auferstanden aus Ruinen” beste Tresor-Compilation seit Bestehen des Berliner Labels wird in abgespeckter Version neu aufgelegt. Den Verantwortlichen gelang es damals fast die gesamte Elite innovationsfreudiger Techno-künstler auf Vinyl zu vereinen. Der Minimal Nation-Klassiker “Rhythm of Vision” aus den Federn Robert Hoods, Dominas Kulthit “Domina” im Maurizio-Mix, Jeff Mills “Allersee-len”-Remix, Daniel Bells “Science Fiction”, oder Blake Baxters “Energizer” sind allesamt Stücke, die aus der Geschichte dieser Musik nicht mehr wegzudenken sind. Bleibt nur zu hoffen, daß diejenigen, die mit diesen Tracks nun zum ersten Mal in Berührung kommen, zu würdigen wissen, was sie da in Händen halten... ][ motik

Senor Coconut - Tour de France - multiColor
5-Track-Maxi, die als „music for the summer 2000!“ angepriesen wird, zumindest aber auf das Mitte Juni erscheinende Album „El Baile Aleman“ einstimmen soll, das (produziert von Atom Heart in Chile) einen Reigen von Kraftwerk-Coverversionen im Latin Style präsentieren wird. Neben der Albumversion von „Tour de France“, das hier als „Merengue“-Stück ausgewiesen wird, und zwei Mixes des nicht auf der LP vertretenen Tracks „Expo 2000“ („Mambo“ + „Mambo Instrumental“) hören wir noch zwei unspektakuläre, aber grundsolide Versionen (Vocal + Instrumental) des Kraftwerk-Klassikers, bei denen Techno-As Good Groove 501 äußerst genrekonform die Remix-Regler bediente. Bei den drei A-Seiten-Tracks dagegen irritieren die stilistischen Zuweisungen eher, denn das Latino-Moment drückt ihnen sicherlich nicht den deutlichsten Stempel auf. Dies ist aber nur ein PR-Manko, kein musikalisches, denn wer will schon die faszinierende formale Strenge von Kraftwerk in einer heißen Salsa-Suppe verkochen sehen? Glücklicherweise wurde dieser Versuchung widerstanden und dafür das Material mit gimmickreichen Arrangements versehen, was für witzige Lebendigkeit sorgt. ][ hve

James Ruskin - Point 2 - Tresor
Blueprint-Knabe James Ruskin bewegt sich mit seinem Debut auf Deutschlands renommiertesten Label Tresor auf gewohnten Wegen und legt ein energetisches Advanced-Techno-Album vor, das sich aus detroitianischen, schwedischen und in einem Fall auch chikagoesken Stilele-menten zusammensetzt. Nicht sonderlich innovativ, aber Ruskin kicks ass und das erfreut jeden DJ. ][ motik

VA - The Sound Of Cologne Zwei - Sound of Cologne Records
Das Kulturamt Köln fand es an der Zeit, den zweiten Teil seiner elektronischen Musikschau zu veröffentlichen, um das rege Treiben in und um die Domstadt festzuhalten. Auf zwei CDs, aufgeteilt in gerade und ungerade Beats, bekommt man 24 Stücke zu hören, die das Kölner Nachtleben beschäftigt haben. Von harten Technobeats a la Morgenstern, bis hin zu Popsongs von Trinkwassern und französischen Schlagern von Donna Regina verschaft CD 1 einen guten Überblick über die Vielzahl an Genres im elektronischen Viervierteltakt. CD 2 widmet sich den ungeraden Beats. Düsterer Elektro, elektronische Experimente sowie treibender Drum’n’Bass beherrschen hier das Bild. Alles in allem also eine Compilation, die einen gelungenen Einblick in Kölns elektronische Szene bietet, auch wenn sie dem Titel sicherlich nicht gerecht werden kann - aber das hatten wir bereits an anderer Stelle. ][ mb

VA - Residents - What’s up
Laut Beipackzettel zu dieser Compilation ist Paris eine Metropole mit vielen Clubs, aber ohne Bars. Eine der wenigen ist die What’s-Up-Bar, deren Vision es ist, eine perfekte Balance zwischen allen neuen Musikrichtungen auszuloten. Bevorzugt wird dann aber doch die House-Musik, deren sich dann auch die vorliegende CD annimmt und fast ausschließlich Tracks des hauseigenen Labels What’s Up Records beherbergt. Sinnlich souliger Deep-House harmoniert dabei problemlos mit treibenden Filter-Tracks, Vocals wechseln sich mit reinen Instrumentals ab. Acts wie Playin’ 4 the City, Cyril K oder Romain sorgen für namentliche Bekanntheit genauso wie für musikalische Abwechslung. ][ mb

King Kooba - Nufound-funk - Second Skin
Nach ihrem letzten Album „Enter The Throne Room“ waren Charlie Tate und DJ Shuff keineswegs am Ende ihrer Abkehr vom reinen Drum’n’Bass-Sound angekommen. Auf ihrem mittlerweile dritten Album regiert der langsame HipHop-Beat über Scratches, Lyrics und fetten Bässen. D’Jaine führt dabei das Wort und verpaßt dem elektronischen Sound King Koobas einen ganz neuen Charme, der nur noch von der betörenden Stimme Melissa Hethcotes übertroffen wird. Future Funk ist nach wie vor das Thema, doch sorgt die Live-Instrumentie-rung für deutlich mehr Wärme. ][ mb

Arovane - Tides - City Centre Offices
Elektronik ja, Genre nein. Denn Uwe Zahns Produktionen wollen sich so gar nicht in irgendwelche Schubladen einorden lassen, auch wenn Uwe all seine DATs in einem feuerfesten Bisley aufbewahrt. Wer sich Tides anhört, begibt sich auf einen Pfad, der alles andere als glatt und leicht zu begehen ist. Vielmehr bedarf es Aufmerksamkeit und vor allem Toleranz für Neues, um die Tiefen eines jeden Arovane-Stücks zu erkunden. Hier treffen sich Harpsichords mit rauhen Bässen, verhallte Bassdrums mit Gitarrenklängen. Arovane produziert keine aalglatten Glamour-Tracks und auch keine Clickgewitter und schon gar keinen Random Noise. Hier spielen melancholische Harmonien, verlieren sich traurige Gedanken in mittelalterlichen Welten, hier erlebt der tapfere Zuhörer, wie tief Musik wirklich gehen kann.
][ mb

Les Gammas - Exercices de Styles - Compost
Im August letzten Jahres war bereits die Rede von diese Album, erste, noch ungemasterte Test-CDs wurden zur Hörprobe verteilt und vorsichtig erste Interviewmöglichkeiten ausgelotet. Fast ein Jahr später halte ich nun die auslieferungsfertige Ausführung des Albums in der Hand und lese die Auflistung der Live-Musiker durch. Im Hintergrund ertönen erfrischende, brasilianisch anmutende Gitarren-akkorde, wäh-rend ein grooviger, aber sehr dezent gehaltener Rhythmus zum Mit-nicken animiert. Teile des Münchner Symphonie Orchester spielen eine ergreifende Violinparti-tur, worauf hin französische Easy-Listening-Gefühle die brasilianischen Einflüsse ablösen, nicht weniger feurig wirkend und einen in die Szenerie eines Sechziger-Jahre-Krimis versetzen. Auf die Frage, ob dies nun ein Album für die Tanzfläche oder für das Wohnzimmer ist, gibt es keine eindeutige Antwort - die Clubtauglichkeit der einzelnen Tracks wird von diversen DJs in nächster Zeit zu prüfen sein. Wichtig jedoch, und das merkt man eindeutig, war Les Gammas das Arrangement der einzelnen Stücke und die Zusammenstellung im Hinblick auf die Tatsache, ein Album zu produzieren. Womit sie den Fehler vieler anderer vermieden, eine Ansammlung von mehreren, für sich allein sprechenden Titeln zu pressen - nein, Exercices de Styles ist ein Album, das man von vorne bis hinten hören kann, gar muß. ][ mb

VA - Nova Tunes 01 - Nova Records
Ein von PP sales forces vertriebener 73-Minuten-CD-Sampler, der vom französischen Kultsender Radio Nova zusammengestellt wurde. „One year of Radio Nova’s playlist“ ist das Motto dieser äußerst flüssig angeordneten Compilation, die aus der Konglomeratenflut des Downbeat-,Trip-Hop-, Nu-Jazz-, Dub-, etc - Sektors nicht nur durch die geschmackvolle Auswahl der aufgenommenen Titel herausragt, sondern auch durch ihre wohltuende Lebendig-keit, die manch einem Sampler ähnlicher Coleur oftmals abgeht. Ein farbenfroher Groove-Cocktail sozusagen, dessen Vitalität auch vom trefflichen Einsatz überzeugender Vocal-Passagen herrührt - und zwar in einer Weise, die auch Freunde rein instrumentaler Klänge überzeugen müßte. U.a. hören wir House von Victor Davis und James Nylon, Trippiges von Spacek und Skinny, Minimal Sounds von Deadbeats, manischen Ragga (Tate’s Pace) und andere überzeugende Elaborate aus dem Zutatenreservoir der elektronischen Küche (Amalgamation of Soundz, Taxi, oder auch Moloko mit der Herbert’s-Taste-Ful-Dub-Version von „Sing it back“, die es bisher nur auf Vinyl gab). Wir warten auf Nova Tunes 02. ][ hve

DJ Q - Twenty Four 7even - Dorado Filter
„Face the Music“ hieß das 1999 erschienene Debütalbum von DJ Q. In der Zwischenzeit gab’s diverse Remixe und ein paar solide Maxis, jetzt liegt der zweite Longplayer vor. Eine gelungene Mischung aus club style cuts und chilligeren Tracks wird uns da präsentiert, und in beiden Metiers kennt sich der Protagonist hörbar aus. Während es den langsameren Stücken aber (nur) zeitweise an Witz und überraschenden Elementen fehlt, zahlt sich das recht straighte House-Verständnis von DJ Q bei den schnelleren Nummern voll aus. Vielleicht mit ein paar bpm mehr als der Durchschnitt, zeigen sich die flotten Beats von einer wohltuend zupackenden Saftigkeit, die zusammen mit dem wiedererkennungstauglichen Harmonie/Melodie-Überbau ihre dynamische Wirkung auf den Dancefloor nicht verfehlen dürfte. Musik für die Tune Brothers, wenn sie Geschmack hätten... ][ hve

Ian Pooley - Since them - V2
Ein bißchen Hickhack gab’s um die Veröffent-lichungsparameter dieses Albums: erst wurde explizit auf den 26. Juni hingewiesen, jetzt soll es doch Mitte August werden - Promo-Finte für doppelte Presse? Egal, in diesem Falle wäre sie verdient, denn der erste wirkliche Longplayer des Mainzers Ian Pooley (die 98er LP „The Times“ war ja nur eine, wenn auch recht gelungene, Sammlung seiner Tracks auf Albumlänge) stellt sich als herausragendes Juwel dar. Daß Ian Pooley mit seiner Meisterschaft des programming und dem untrüglichen Gespür für die exakte Realisation virulenter Dancefloor-Bedürfnisse in der oberen Riege nicht nur nationaler Produzenten anzusiedeln ist, dürfte für House-Freunde keine Neuigkeit mehr sein, aber die lässig-elegante Selbstverständlichkeit der Tracks auf diesem in souveräner Geschlossenheit in sich ruhenden Album mag den einen oder anderen doch überraschen. Den Liebhaber Detroiter Technosounds aus gemeinsamen Zeiten mit DJ Tonka hört man nicht mehr heraus, geblieben ist allerdings seine vorbildliche Produktionspräzision und die Durchschlagskraft seiner Stücke auf der Tanzfläche. Dabei dürfen wir bei diesem Album allerdings nicht an Kraftmeierei denken, sondern an ein fast unglaubliches Ausmaß flockiger Groovigkeit, das den Hörer sofort gefangen nimmt. Pooley hat nämlich diesmal seine unbestrittenen Pop-Qualitäten in den Dienst von Brazil- und Afro-Beat-Klängen gestellt. Zwei portugiesische Sängerinnen sorgen für das entsprechende Flair auf stimmlichem Gebiet, während die Arrangements mit ihrem unwiderstehlichen, aber zurückgelehnten Drive getrost darauf verzichten können, mittels aufdringlicher Karnevals-Bläsersätze Latino-Klischees zu bedienen. Das, was andere mit einem nervigen Trompeten-Crescendo anstreben, erreicht Pooley mit einem luftigen Gitarren-Sample, das jegliche Überladung tunlichst vermeidet. Griffig-zupackend und in höchstem Maße fragil gleichermaßen geben sich die Tracks - eine Kunst, die nur wenige beherrschen, genauso wie die hier ebenfalls spürbare Einheit von Abwechs-lung und Geschlossenheit, anspruchsvollem Niveau und Popularitäts-Kompatibilität. Und wer beim Hören und Tanzen den dargebotenen popmusikalischen Feinheiten weiter folgt und dabei auch vor der ideologischen Grenze von Easy-Listening-Anklängen nicht zurückschreckt, wird auf diesem Album zusätzlich Momente entdecken, von denen andere nur träumen können. ][ hve

VA - Erotic Moments In House - Dessous
Was liegt näher, auf einem Label Namens Dessous, eine Werkschau der erotischsten House-Stücke aus dem eigenen Hause zu veröffentlichen. Sämtliche Highlights der letzten 12 Monate spielen auf, verzücken die Seele des Hörers mit ekstatischen Deep-House-Tracks und steigern das Geschehen mit fiesen Filter-Attacken um letztendlich sanftmütig auszuklingen. Hier und dort lassen sich feine Spitzen in Form von Jazz-Einflüßen, trockenen Perkussio-nen und obligatorischen Disco-Anleihen wahrnehmen, stets frisch und stets authentisch. Ein wunderbarer Überblick über eines der interessantesten House-Labels Deutschlands. ][ mb

VA - A Fusion Soul Classics Collection - Universal
Schwedens Vorzeige-Soulboy Mad Mats ist nach mühsamer Arbeit am Ende seiner Platten-sammlung angekommen, die er mit der Absicht durchforschte, die schönsten Soul-Tracks aller Zeiten herauszusuchen. Zusammen kamen 16 zuckersüße Songs von damals und von heute, die selbst den härtesten Soulfeind zum Schmelzen bringen. Dabei kam es Mats weniger auf die Rarität der einzelnen Stücke an, sondern auf das Musikalische in ihnen. Doch das in Worte zu fassen, ist kaum möglich. ][ mb

Mas 2008 - De-cyphered Music - Elektrolux
Warme Flächen und zum Teil verspielte Soundarrangements vermengen sich auf dieser Elektro-Doppel-12“ mit der Ästhetik eiskalter Bassläufe, die an Direct-Beat-Produktionen erinnern. 9 Tracks, deren 4 Clubtauglichkeit besitzen und die restlichen 5 die ideale Vertonung eines sommerlichen Sonnenaufgangs darstellen. Feine Platte. ][ motik

Double X - unGleich in Exile - Kanzleramt
Variable Doppel-12“ von Alexander Kowalski und Torsten Litschko auf der sich die Spannungskurve eines abendfüllenden Sets widerspiegelt. Intro, Floorfiller, Tools und ruhigere Klänge für Beginn und Ende mit Grobrichtung Detroit stehen für eine interessante Zusammenstellung des Duos. ][ motik

Random Noise Generation - Links In The Chain - 430 West
10 Jahre 430 West sind Grund genug für die Burden-Brüder mittels dieser LP auf ihr Schaffen zurückzublicken und mit teilweise unreleasten Tracks auch einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Die Detroiter waren in den Neunzigern maßgeblich an der Entwicklung des einzigartigen Sounds ihrer Heimat-stadt beteiligt und haben 430 West zu einer Institution in der wenig beständigen Labellandschaft aufgebaut. Feinster Detroittechno in all seinen Varianten für Liebhaber. ][ motik

Klaus Wunderlich - Sound 2000-Moog-Organ-Rhythm - Telefunken
Wem ist er in den Plattenkisten der Flohmärkte nicht schon mal unter die Augen gekommen. Klaus Wunderlich, der Virtuose an der Orgel. Doch nun, oder besser 1973, stellte er uns seine musikalische Vision des neuen Jahrtausends vor. Aber nicht wie gewohnt tief in die Tasten seiner Hammond greifend, bediente er sich hier eines zukunftsorientierteren Instrumentes: dem Moog. Aufgrund des einstimmigen Spielmodus des Gerätes wurden teilweise die Stücke im Multiplaybackverfahren bis zu zwölf mal überspielt. Neben nachgespielten Versionen mit einem witzig-infantilen Erhörungsbild, ragt hier vor allem seine eigene Komposition „Krimoogulus“ besonders hervor. Schüsse, Explosionen und Klänge der Unterwelt, alles synthetisch erzeugt, mischen sich mit einer Captain-Future-mäßigen Atmosphäre zu einem wirren Stereo-Trip ganz besonderer Art. Angesichts der moderaten Flohmarktpreise im Bereich solcher Vinylkostbarkeiten, lohnt es sich tatsächlich die Augen offen zu halten. Danke Klaus, daß Du uns Deinen Moog vorgestellt hast. ][ g

Cali Agents - How The West Was One - Supperrappin
Von wegen viele Köche verderben den Brei. Rasco und Planet Asia haben sich als Produzenten Leute wie Madlib, Protest, Paul Nice oder M-Boogie ins Boot geholt und sorgen mit dem unter Cali Agents erscheinenden End-produkt für einen der heißesten Anwärter auf das HipHop-Album des Jahres. Die Bay Area Protagonisten überzeugen mit schnörkellosen Rhymes und auf den Punkt produzierten Beats und beweisen, daß die Unterscheidung von East- und Westcoast längst keinen Sinn mehr macht. Außergewöhnlich gut! ][ motik

VA - Decks`n`Mics - Deck 8
Daß deutschsprachiger Rap sich ab und zu ein bißchen zu wichtig nimmt, mag sein, doch welches Potential unter deutschen Reimern und Beatschnitzern besteht, beweist vorliegende Compilation des Dortmunder Deck 8 Labels. Das Tracklisting umfaßt Acts wie Main Concept, Total Chaos, Waxolutionists oder DCS, deren Namen für sich selbst stehen und den Unter-grund der deutsch-österreichischen HipHop-Szene repräsentieren. Grundsolide Produktio-nen, ansprechender Flow und nette Texte sprechen für ein Selbstbewußtsein, das inzwischen durchaus seine Berechtigung hat. ][ motik

Lord Tanamo with Dr. Ring-Ding & the Senior Allstars - Best Place in the World - GRO-LP 038
Lord Tanamo war der erste Sänger der Skatalites und somit eine wichtige Figur in der Geschichte des Ska. Auf dieser Platte sind alte Klassiker, wie z.B. „In the mood for Ska“ und neue Kompositionen des Lord zu hören. Seine Wurzeln im Jazz und Calypso sind auch heute noch unverkennbar. Mit den Senior Allstars ist hier eine Band am Start, die oft genug bewiesen hat, daß sie mehr ist als eine Backing-Band, so z.B. mit ihren aktuellen Scheiben Sniff (GRM-LP 101) und Nemo (GRM-LP 040). Egal mit wem die Allstars spielen, ob alleine, mit dem Dr. oder eben mit Lord Tanamo, es ist einfach nur schön. ][ mo’

The Toasters - Dog eat Dog - GRO-VS 114
Die New Yorker Institution in Sachen Ska hat mit dieser 7“ (vier Stücke) in ihrem typischen Third-Wave-Sound ein nettes Teil abgeliefert. Das schönste an dieser Single ist, daß endlich mal eine Grover-Band ein Lied über Barney gemacht hat. Denn ohne diesen Mann wären alle ihre Tourneen anders verlaufen. Er ist im positivsten Sinne ein „Mädchen für alles“. Ob am Plattenstand, im Bandbus oder bei der Künstlerbetreuung ist er immer der ruhende Pol. In diesem Sinne: Barney, keep on rockin’!
][ mo’

Frau Doktor - Dauer-camper - ELM-LP 1007
Die zehnköpfige Combo aus Hessen hat einfach Spaß bei dem, was sie tut. Von sanften Rocksteady über traditionelle Instrumentals bis hin zu Punk-Ska ist alles vertreten. King Rocko Schamoni und Guz, welcher auch als Produzent fungiert hat, haben jeweils auch einen Titel beigesteuert. Es ist die dritte Platte dieser Band, bei der sie sich die Unbeschwertheit und den Spaßfaktor erhalten haben. Gut so. ][ mo’

Matrix - At the risk of one´s life - Shokoy
Matrix zeichnet sich verantwortlich für eine der besten Veröffentlichungen, die das Reutlinger Label bis dato vorzuweisen hat. Fordernder Advanced Techno irgendwo zwischen Detroit und Stockholm mit zeitlosem Charakter. Diese Platte wirft zum wiederholten Male die Frage auf, warum die Shokoy-Releases lediglich fern der Heimat reißenden Absatz finden. Aber das hat wohl wieder mal mit dem Propheten im eigenen Lande zu tun... ][ motik

Redagain P & Keen K - Urlaub am Strand - Lo-Fi Stereo
Newschool-Elektro aus Deutschland, der aber entgegen der Labelinformation dann doch nicht ganz ohne Retro-Anleihen auskommt. Nichts-destotrotz sehr coole Beats, die von einer ungeheuren Soundvielfalt umwoben werden, ohne überladen zu wirken. Die hervorragend produzierte EP umfaßt 5 Tracks, die den Bogen von chilligen Vorprogrammklängen zu bestem Dancefloorsound spannen. ][ motik

Luke Slater - Body freefall, electronic inform 1 & 2 - Novamute
Gleich zwei Maxis befassen sich mit einem Rework des von der LP “Wireless” stammenden Originals, was doch mit Sicherheit nichts mit finanziellem Kalkül zu tun hat,oder...(?) Wie auch immer, Part 1 wurde vom Meister höchstselbst erstellt, wobei erwähnenswert hier vor allem der ungeheuer druckvolle Technomix ist, der mittels verquerer Sounds und einem gegen Ende immer intensiver werdenden geshuffleten Rauschen jede Tanzfläche zum Brennen bringen wird. Der Elektromix, über dessen gesamte Länge sich ein etwas zu sehr im Vordergrund stehendes Vocodersample zieht, erscheint dagegen zu überladen und eher hausbacken. Auf #2 wurde Junior Cartier und Slam die Ehre gegeben Hand anzulegen, was ihnen dann auch in ansprechendem Maße gelungen ist. Der Counterplan-Mix ist ein gediegenes und wenig auffälliges Vorprogrammstück, Cartier bleibt ebenfalls in entspannteren Vierviertel-Gefilden, allerdings durch die dem Stück innewohnende Dynamik mit erhöhter Tanzflächen-tauglichkeit. Solide. ][ motik

Re:death Before Disko -Remixes - Forte
Die verschiedenen Neubearbeitungen stammen aus illustrer Künstlerhand, so von DJ Slip, Neil Landstrumm, Christian Morgenstern oder den Kitbuilders und erfreuen sich einer dementsprechenden Qualität. Mit Ausnahme der Kitbuilders, die sich wenig überraschend für eine gelungene und höllisch druckvolle Elektro-Adaption entschieden, liegen hier größtenteils äußerst tanzflächenkompatible 4/4-Tracks vor, die insgesamt eine große musikalische Band-breite umfassen. So könnte Falko Brocksiepers Adaption ohne Probleme dem Captain-Future-Soundtrack entspringen, während uns Neil Landstrumm in die Finsternis der schottischen Highlands entführt, Christian Morgenstern in Uptempo-House-Gefilde eindringt und die Ural-13-Diktators den Spagat zwischen New Wave-Grundstruktur und Disko wagen. Feine Zusammenstellung. ][ motik

Sender Berlin - Sender Berlin Interpretations - Ungleich
4 entspannte und doch tanzflächentaugliche Remixes von Pacou, Sender Berlin, DISX3 und Der Jim. Besonders der DISX3-Track überzeugt durch altbewährte Chain-Reaction-Ästhetik. Auch Der Jim schlägt in diese Kerbe, klingt dabei aber wie die entspannte Version des Luke Slater “Forklift”-Remixes. Pacou bleibt sich und seiner Detroit-Vorliebe treu während Sender Berlin eher housigere Töne anschlägt. Ungleich muß man auf alle Fälle im Auge behalten. ][ motik

Christian Borée - Against - Kanzleramt
Ohne die Labelinfo zu lesen war das erste, was einem hierzu einfiel, das Wort Trance und unvergessene Stunden in Frankfurt so um 1992 herum, was vielleicht auch der Grund ist, warum die Jungs zum Cover der ersten Releases zurückgekehrt sind. In der Labelinfo liest man dann auch etwas von “Trance in gut” und einer neuen Entwicklung. Kanzleramt und Trance? Damit haben sie angefangen, aber nach Jahren der kommerziellen Ausschlachtung dieser Musik mit dieser Platte aufzutauchen, ist etwas verwegen. Sie klingt wie der Sound of Frankfurt anno dazumals und übertrifft damit an Qualität natürlich die aktuellen Produktionen auf diesem Gebiet um Längen. Nur, was soll das? Sollte man nicht endlich mal versuchen, Techno auf die nächste Stufe zu bringen, anstatt in der Vergangenheit zu wühlen? Diese Platte ist wunderschön und verleitet einen dazu die guten alten Scheiben mal wieder hervorzukramen, aber sie kommt 7 Jahre zu spät und sie läßt sich mit vielem verbinden, aber nicht mit der Definition “neu”. ][ motik

Fabrice Lig - Escape from nowhere - Raygun 007
Wer die erste von Lig auf Raygun kennt weiß was ihn erwartet und wird die Neue lieben. Gute Fortsetzung des von ihm eingeschlagenen Weges. Irgendwie oldschoolig und sehr detroitig mit Strings und diesem ganz bestimmten Flair. Diese Platte muß im Club gespielt werden um die Message von Fabrice weiter zu verstreuen. Der Mann hat auch ein sehr gutes Händchen für das Arrangement so das diese Platte auch nach dem zwanzigsten Hören noch für Überraschungen gut ist. ][ aleister

Johannes Heil - Die eigene Achse (Heiko Laux Rmx) - JH
Obwohl “die eigene Achse” 98 zum Loveparade-Hit avancierte, kommt man nicht umhin diesen Track in die Kategorie exzellent einzustufen, denn die ihm immanente Energie nimmt ihm keineswegs den Anspruch, was ihn damals zu einem der wenigen von allen akzeptierten Clubhits machte. Der Laux-Remix ändert nicht viel, ist aber vielleicht noch druckvoller. Das Original wurde auf Heils eigenem Label noch mal mit draufgepackt, so daß diese Platte nun auch offiziell in Technoland kursiert, nachdem sie damals nur als Whitelabel erhältlich war. ][ motik

Thomas P. Heckmann - Sundance - Sub-Wave
Der Debut-Release des neuen Sub-Wave-Labels stammt von Label-Boss Thomas P. Heckmann, der Sub-Wave als Unterlabel zu Wave-Scape erdacht hat, um hierauf Stücke zu featuren, die zu funky und nett für das Mutterschiff sind. Die A-Seite klingt wie ein gutgelauntes Remake von Bizz O.D.´s “Cranked” und schafft damit den Sprung, der der B-Seite verwehrt blieb, nämlich den über den Status eines reinen DJ-Tools hinaus, wobei es dabei bleibt, daß Heckmann-Tracks in den letzten Jahren nicht mehr an seine Glanztaten früherer Tage heranreichen. ][ motik

Electric Envoy - Phase Edit - Parasound
Purer Vorwärts-Techno mit Nitzer Ebb-Anleihen, nicht sonderlich innovativ, geht aber ab wie Hölle, ohne dabei an Qualität einzubüßen. ][ motik

Cultural Mambo - Docking In Outer Space - Nuphonic
Adam Goldstone bringt neues aus Afro-Land. Auf seiner neuesten 12“ fusioniert er wirbelnde Kongas, verhallte Bläsersätze und dubbige Bässe, läßt afrikanische Stammesgesänge ertönen und sorgt nebenbei noch für einen ordentlich tanzbaren Groove. A- und B-Seite unterscheiden sich nicht sonderlich voneinander und auch sonst fehlt es dieser Platte an Abwechs-lung, um den geschulten Tänzer aus der Reserve zu locken. ][ mb

Vanguard - Shizo Disco E.P. - Frisbee Tracks
Nachdem Vanguard mit der Remix-Single „Dort wo alles begann“(bekannt vor allem durch „Der Dritte Raum“) in der entsprechenden Szene einen bemerkenswerten Achtungserfolg landen konnte, verkürzen sie uns die Wartezeit auf ihren für den Sommer angekündigten Long-player mit dieser 4-Track-EP. Während die A-Seite mehr Electro-infizierten Techno bietet, der sich z.T. an der Elektronik-Szene der frühen 80er orientiert (so wird in „Geisha Boys“ ein bekannter Heaven 17-Titel verarbeitet), dabei aber phasenweise ein bißchen unausgegoren daherkommt, schallen einem auf der B-Seite die Tracks stilistisch vertrauter und vor allem technoid schlüssiger entgegen. Wie gesagt, für die Wartezeit gut geeignet, wobei ich mir für das Album etwas weniger Elektro wünschen würde. ][ hve

Sand 11 - E-Mühle - Ladomat 2000
Ein rühriges Hamburger Label, das mitunter recht unkonventionell klingende Musik aus dem schwer zu definierenden Bereich Freestyle/ Ambient/Elektro zu Gehör bringt. Sand 11 decken auf den vier Stücken ihrer Maxi so viele unterschiedliche Intensitäten, Kompositions-prinzipien, Eingängigkeits- und Experimentali-tätsgrade ab, wie viele andere auf ganzen Alben nicht. Dabei wird schnell deutlich, daß sich die Macher hier nicht wahllos aus dem reichhaltigen stilistischen Pool elektronischer Optionen bedient haben, sondern sehr bewußt und mit, am jeweiligen Track klar erkennbaren Zielvor-gaben souverän konzipierte und realisierte Stücke produziert haben. Zwar weiß der Hörer nicht, was ihn bei einem Titel genau erwartet, aber er spürt vom ersten Ton an, daß es die Produzenten mit fast traumwandlerischer Sicherheit ganz genau wußten. Und das gibt dieser Platte einen nahezu zwingenden Charakter. ][ hve

Natural Calamity - And that’s saying a lot - Nuphonic
Dub und Dancehall sind auf dem Vormarsch, die Tanzabende der Republik zu erobern. Da verwundert es einen nicht, daß der verhallte Sound immer mehr Einfluß auf andersartige Produk-tionen nimmt. Nuphonic ist so ein Label, auf dem neben dem ebenfalls populären Afro-Beat-Sound häufiger dubbige House-Rhythmen zu hören sind. Natural Calamity belassen es jedoch nicht bei brummenden Bässen und verhallten Drums, sondern zaubern mit Hilfe einer lieblichen Melodie und ohrsäuselnden Vocals ihre ganz eigene heile Welt. Äußerst herzergreifend, groovig und irgendwie auch ein kleiner Ohrwurm. Auf der Rückseite verwandeln Groove Armada das Stück in eine lässige Britpop-Ballade, die eigentlich schon längst in den Charts zu finden sein müßte. ][ mb

Das Deva - Free My Soul - Blaou
Nach einigen weniger erträglichen Veröffentlichungen kehrt Blaou zu tieferen Gefilden zurück und zeigt, daß es zu Recht eines meiner Lieblingslabels ist. Ein-fache Arrangements, druckvolle Grooves und eine gute Portion Funk prägen das Erscheinungsbild dieser Platte. Einfach, aber gut. ][ mb

Demonic 001
Die Verwirrung um Source Direct, wer jetzt nun aussteigt oder ob man sich getrennt hat, ist immer noch nicht geklärt. Fest steht jedenfalls, daß es ein neues Source Direct-Label mit Namen ‚Demonic‘ gibt. Katalog-Nummer Eins liegt uns vor und wer hätte gedacht, daß sich zwei Tracks darauf befinden, die richtig schön dampfen. „Yo Bitch“ ist ein bescheuerter Track-Name und paßt auch eigentlich überhaupt nicht zu den dämonischen Sound-Eskapaden der A-Seite. Wenn jemand mit Amen umgehen kann, dann Source Direct. Wie ein Gewitter wird sich dieser Track über den Clubs ergießen. Besonderes Kennzeichen ist ein sehr straight eingesetzter Drumsound, vergleichbar mit dem Anklopfen an einer Tür. Die Flipside verbreitet dann schon fast Urlaubsstimmung und offenbart gleichzeitig einen eigenständigen Stil. Ein karibisch klingender Sound spielt die Lead-Melodie, die sich durch den nie zu dick auftragenden Track hindurchzieht. Fein abgestimmte Bongos und HiHats unterstützen die rollenden Beats. In der Mitte dann plötzlich ein funkiger Bass à la Adam F, dann Halfbeat in der Karibik und schließlich darf ausgerollt werden. ][ lightwood

Subtitles 001/002
Zwei Norweger allein in London. Wahnsinn, in welch kurzer Zeit sich Teebee und K aka Polar einen Ruf in der Drum’n’Bass-Welt geschaffen haben und auf Labeln wie Moving Shadow, Certificate 18, Juice und demnächst Metalheadz und Thermal Releases feiern durften und dürfen. Nach all der Aufbauarbeit wurde es nun Zeit für das eigene Outlet Subtitles. Während Teebee, der eigentliche DJ der beiden, eher Tracks für die Tanzfläche produziert, wendet sich K, der eigentliche Produzent der beiden, Drum’n’Bass als Listening-Form zu. Das erste Release stammt von Teebee und beginnt gleich einmal mit dicker Bassline. Ein sich langsam aufbauender Party-tune mit doch sehr starken Anleihen der Sounds an Bad Company. Funktional, aber einseitig. Die Rückseite verspricht mehr. Soundtrackartig, verspielt, und eine liebliche Melodie, die dich irgendwo nach ganz oben befördert. Doch man landet immer wieder dort, wo man gestartet war. K, der momentan in den USA an seinem Album werkelt, zeichnet sich für die zweite Subtitles verantwortlich. Bei „Thought Control“ und „7th Dynasty“ läuft der Beat und der Bass eigentlich von vorne bis hinten nahezu unverändert durch. Man merkt die Monotonie jedoch nicht, denn die unterschiedlichsten Sounds und Samples toben sich darüber aus. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber irgendwie glaube ich, daß ich bei den Tracks von K immer den Nordpolarstern vor Augen habe... ][ lightwood

Timeless 006
Das Label von DJ Lee entwickelt sich zu einem Aushängeschild eines ganz bestimmten Sounds und löst so langsam aber sicher die Vorherrschaft von Renegade Hardware ab. Die Kanadier Cause 4 Concern werden als großer Nachwuchs gefeiert und so krallt sich Timeless gleich einmal zwei Tracks von ihnen. Der Bongo-Break in „Show U Something“ klingt zunächst einmal wie Konflict. Nach kurzem Intro und Break werden die Beats allerdings etwas verzwickter und ultraschnelle HiHats treiben die ganze Sache an. Wenn dann ein tiefer, dermaßen überzeugender Analog-Bass einsetzt, ist sowieso alles zu spät. Gegen Ende hin wird die Stimmung durch eine liebliche Fläche abgekühlt. Eine sehr hypnotische Melodie taucht immer wieder unerwartet bei „4 Ever“ auf. Zurückgelehnt lasse ich mich von trockenen Beats berieseln und erwarte heißhungrig den schneidenden Sägezahn. Auch hier wieder leichte Ansätze von Bongo-Breaks. ][ lightwood

Timeless 007
Alles was Phantom Audio (=Digital & Spirit) momentan releasen, läßt sich schon kurze Zeit später in Gold aufwiegen. Auf sämtlichen Labeln sind die beiden momentan zu finden, sicherlich nicht zuletzt auf Timeless. „Remote Control“ ist sehr crazy. Zackige Beats, die immer wieder neu moduliert und leicht verändert werden, treiben unglaublich frisch voran. Im kurzen Break setzt dann der unverkennbare Sound ein, der schnell alle Hände in die Lüfte fliegen läßt. „Void“ zieht Parallelen zu „Phantom Force“ durch Verwendung der nahezu gleichen Beats. Eine springende Bassline steht im Vordergrund, viel mehr passiert nicht. Zwei kompromißlose und dreckige Tracks nur für die Tanzfläche. ][ lightwood


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