OUK das sechsund20ste ± invers & gegenläufig ± Aug/Sep 00 Gespaltene Töne

GESPA
LTEN
ETÖ
NE

A Guy Called Gerald - Essence - !K7
Als einer der wenigen renommierten Künstler schätzt A Guy Called Gerald das Netz der Netze und ist der momentan einzige ‘bekannte' Drum'n'Bass-Artist auf mp3.com. Doch man kommt eben (noch?) nicht ohne Label auf dem klassischen Wege aus und so liegt uns das neue Album auf Studio K7 vor. "Essence" stellt im Drum'n'Bass-’Pop'-Kontext das andere Extrem zu Breakbeat Era und Reprazent dar. Weniger tanzflächenorientiert, mit leichtem Gesang und spacigen Sounds wird den fünfzehn Tracks in langgezogenen Atemzügen eine Art Listening-Form abgewonnen. Kaum verzogene Acid-Basslines, eher purer Kontra- oder Sinusbass bestimmen das Bild. Die Beats sind wie so oft bei Gerald Simpson eine Philosophie für sich und dienen an dieser Stelle durchaus nur als Transportmittel. Ungefilterte Old School-Breakbeats flimmern durch, bevor sie wieder im Hintergrund verschwinden. Extreme Sounds, Bleeps und Klonks, oft zwischen den Zeilen plaziert, geben dem ganzen einen elektronischen Touch, wo doch der enorme Einsatz an Strings eine organische Form der Tracks vorgibt. Egal ob man hier von ‘Tracks' oder ‘Songs' sprechen mag, egal ob nun Lady Kier, Louise Rhodes (Lamb) oder Wendy Page singt - dieses Album wird einen sehr wichtigen Platz in einer neuen Nische einnehmen. ][ lightwood

Alexanders Dark Band - Lord Calrec - DC
Wie kann man das schaffen? Gerade erst wurden die beiden Depth Charge Longplayer ‘Lust 1 und 2’, gefolgt von Octagon Mans’ ‘Ito Calculus’ in die Regale beim Händler geräumt, da kündigt sich schon weiteres Material des Schaffenswunders aus der Klangfabrik an. Dabei schafft es J. Saul Kane mit annähernd chirurgischer Präzision, die mannigfaltigen Einzelprojekte eigenständig weiter zu entwickeln. So auch bei dem Vinyl-Only-Release ‘Lord Calrec’. An Stelle eines Rhythmusgerüstes, bestehend aus Hong-Kong-Movie-Samples, verschmelzen nun analoge Synthiesounds mit Jeff-Mills-artigen Drumstrukturen zu einer klangvisuellen Reise durch die Rillen der elf Titel. Wie in einer Art Trance entstehen aus den minimalen Klangebenen ganze Welten, deren Landschaftsstruktur, geprägt durch unterschiedliche BPMs und verspielten, aber dennoch verhaltenen Breaks, viele Ansichten dem inneren Auge bereiten. Ohne große Schnörkel wohl die subtilste Umsetzung seiner Vorliebe für das Medium Film. ][ g

Theo Parrish - Parallel Dimensions - Sound Signature LP1
mood - blues
beats - african mission - black
vibe - true
sound signature - Theo Parrish
][ neon tse tse 

Earth Vol. 4
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, daß Danny Bukem abseits des Drum'n'Bass seinen Trieb nach weiteren groovigen Errungenschaften frönt und somit vielleicht auch seine Wurzeln neu sprießen läßt. ‘Earth' dient dabei als Plattform. Die mittlerweile vierte Zusammenstellung progressivem, elektronischem Souls in all seinen Varianten erblickt nun bereits das Licht der Welt. Und nicht mehr nur die ungerade Bassdrum wird verherrlicht, sondern auch straighte House-Tracks werden gesichtet. Hervor stechen jedoch die funkigen, jazzigen Ergüsse bekannter und unbekannter Acts wie Tayla, Big Bud, Makoto u.a. Elf musikalisch perfekte und clubtaugliche Tracks für Jedermann. ][ lightwood

Carl Craig - Designer Music: The Remixes Vol 1 - Planet E
Carl Craig vergleicht Remixen mit dem Recyceln von Flaschen, schmilzt das Original ein, um daraus ein neues Objekt zu formen. Was dabei herauskommt, ähnelt manchmal nur wenig dem Original. Auf „Designer Music Vol. 1“ veröffentlicht er nun neun seiner Remixarbeiten - darunter Remixe on UFOs „Planet Plan“, Incognitos „Out of the Storm“ und Ron Trends „Altered States“ - und verdeutlicht seine musikalischen Geschicke, die er auch im Umgang mit fremden Material problemlos anwenden kann. Oftmals ändert er dabei das Original fast vollständig, setzt es somit in einen neuen Kontext und eröffnet neue Dimensionen. Er arbeitet dabei wie ein Designer, kreiert neue Stile aus vorhandenem Material und schafft es dabei, zeitlose Musik zu schaffen. ][ mb

Burnt Friedman - Con Ritmo - Nonplace
Friedman wechselt gern seine Combo und seinen Sound gleich mit. Auf „Con Ritmo“ versucht er sich an Lateinamerikanischem, das er wagemutig seinen vor Hall strotzenden Dub-Beats hinzu addiert. Aufgenommen wurde das vorliegende Material während einer Südamerika-Tournee (ja, live und so) und versteht es in lockere Jazzatmosphären vorzudringen. Sanfte, melancholische Saxophonklänge jauchzen zu tief brummenden Moogsounds (gespielt von Atom Heart) und spacigen Gitarrenlicks, während Drums und Percussions langsam groovend für Tempo sorgen. Folkloristischer Latin-Space-Jazz mit sehr gutem Groove-Anteil. Hut ab! ][ mb

Luomo - Vocalcity - Forcetracks
Gute, groovige Deep-House-Tracks sind in letzter Zeit selten geworden, derartige Alben gar Mangelware. Da freut es um so mehr, daß mit Luomo ein solches Album aus Deutschland kommt. Dem Titel wird gebührend Rechnung getragen, wobei Berührungsängste nicht angebracht sind: keine nervig, jaulenden Männerchöre oder krächzende Diven, sondern zart hauchende Frauenstimmen versüßen den Groove. Romantisch, verführend und doch schweißtreibend präsentiert sich dieses Album dem Hörer und fordert ihn neckisch auf, sich der Versuchung hinzugeben. ][ mb

LoSoul - Belong - Playhouse
Der zweite „große“ Playhousekünstler präsentiert sein von vielen sehnlichst erwünschtes Album und enttäuscht, trotz der hochgesteckten Erwartungen, nicht im Geringsten. Ohne würgende Discoriffs und sich selbst zerstörende Filterattacken setzt Peter Kremeier seine Auffassung von House um, greift tief in die Materie ein, räumt auf und bringt somit verloren gegangenes, aber für House an sich immanent wichtiges wieder hervor. Melodramatisch, brummend, obskur, fett, minimal, stabil und ausgefeilt - all das sind Attribute seines Sounds, der so frisch ist wie schon lange keiner mehr. Der Beat treibt, der Bass vibriert, keine Jazzgitarre dudelt, kein alter Käse - in keinster Weise wird hier ein Kompromiß eingegangen, um augenscheinlich Virtuosität vorzutäuschen, wie es viele tun, die den Deep-House-Zug im Postwagon mitfahren. Auf der Tanzfläche werden so Verstand und Füße gekoppelt - und darauf kommt es bei House-Music schließlich an. ][ mb

Banned-X - Songs An’ Trax - MultiColor
Hier handelt es sich um das neue Projekt des ürsprünglich aus Griechenland stammenden Frankfurter Produzenten und DJs Gabriel Le Mar. Vor nicht allzu langer Zeit veröffentlichte er mit „Gab’s Gift“ ein ausgezeichnetes Solo-Album, und auch seine sonstigen Referenzen als Remixer und Produzent sind nicht von schlechten Eltern (u.a. als Teil von Ambient/Downbeat-Projekten wie „The Saafi Brothers“ und „Aural Float“, von Techno-Acts wie „Montauk P.“ oder vom Nu-Dub-Kollektiv „Serious Dropout“ - viele seiner Tracks laufen auch in der „Space Night“ des BR). Seinem musikalischen Credo von der Kombinationsfähigkeit verschiedener elektronischer Stile bleibt er auch hier treu, konkret heißt das dann in etwa Dub/Reggae meets Tech/House. Dabei ergeben sich, je nach Gewichtung der verschiedenen Elemente, eben „songs“ oder „tracks“ - wie im Albumtitel angedeutet - , die durch ihre künstlerische Geschlossenheit und Geradlinigkeit den Eindruck eines beliebigen Sammelsuriums erfolgreich vermeiden. Seine spezifische Note erlangt der Longplayer durch Le Mars Zusammenarbeit mit drei verschiedenen Vokalisten, nämlich dem aus Jamaika stammenden Sänger Jah Meek, dem Sänger(Songwriter George DIN aus Frankfurt sowie dem aus London stammenden und in den 80ern ebenfalls in die Main-Metropole übersiedelten MC Mark Jefferies, der im Laufe der letzten Jahre zahllose Auftritte für Dancehall- und Dubsound-Systems absolvierte (kleine, allgemeine Abschweifung: diese „zahllosen Auftritte“ - auch MC-Plage genannt - nehmen manchenorts stark kontrakonsumptive Formen an!). Alle drei jedenfalls bringen individuelles Flair in die Stücke, ohne die ausdrucksstarke Handschrift des Masterminds zu verwischen. Ihre Einbindung funktioniert sogar so unauffällig bis selbstverständlich, daß das Album auch für weniger vocal-begeisterte Hörer empfehlenswert bleibt, denn alle kreativen Qualitätten Le Mars kommen nachdrücklich zur Geltung ][ hve

VA - Perceptions of Pacha Vol. 1 - Pacha UK
Der Pacha-Club auf Ibiza gehört für Ballermann-Kinder (die Eltern auf Mallorca, die Kinder auf Ibiza!) weltweit zu den beliebtesten. Die enormen Party-Aktivitäten dort haben sogar zur Gründung eines gleichnamigen Labels geführt, auf dem jetzt ein erster House-Sampler erschienen ist, durchgängig gemixt von Terry Farley und Pete Heller. Die vocal-lastige Compilation fällt bestenfalls dadurch auf, daß nichts auf ihr herausragt, allerdings nicht etwa, weil der Qualitätsstandard so hoch wäre, sondern weil sie von vorne bis hinten unterdurchschnittlich und langweilig klingt. Selbst ein „Tune Brothers“-Mitschnitt hätte da Chancen, interessanter zu klingen. Etwas für Leute, die ihren Zugang zur klassischen Musik über Richard Claydermann suchen. Oder, um mit Eddy Amador zu sprechen: “not everyone understands house music ...“. ][ hve

Netzer - Pressing - Pauls Musique
Netzer sind die drei Stuttgarter Musiker Markus Birkle (Akustische Gitarre), Fanta 4-Bassist Markus Kössler und Drummer Oli Rubow. Den Namen schenkte ihnen Deutschlands gleichnamiger Fußball-Kritiker Nr. 1. Was liegt uns bei diesem CD-Album vor? Acoustic Drum'n'Bass? Oder doch Jazz? Das Konzept (entnommen aus der Presse-Info): „Das improvisatorische Element, die Interaktion und die harmonischen Strukturen des Jazz mit dem Sound, dem Druck und der Philosophie moderner Club-Musik zu verbinden.“ Die Beats kommen natürlich längst nicht so druckvoll rüber, wie bei einer amtlichen Drum'n'Bass-12", doch das ist auch nicht nötig. Photek hat bei der Inspiration des Drummers sicherlich mal wieder Pate gestanden. Am erstaunlichsten finde ich jedoch, wie angenehm das Melodie-Gitarrenspiel in den Kontext einfließt und gleichzeitig für Ohrwürmer erster Güte sorgt. Acht Tracks, die noch so manchen Jazz-Veteranen in den Club locken müßten, aber auch den jüngsten Clubgänger aufhorchen lassen. Live weiß das Trio zu überzeugen und es bleibt jedem selbst überlassen, ob er zu dieser Fusion aus Drum'n'Bass, Trip Hop, Ambient und Jazz lieber tanzt oder zuhört. ][ lightwood

Through the Eyes - Full Cycle
Die Konstanz in der Veröffentlichungspolitik mancher Label liegt mittlerweile darin, sich eine Ruhepause zu gönnen, dann mit geballter Ladung ein Release nach dem anderen aus dem Ärmel zu schütteln, und das Ganze womöglich noch mit einer Compilation zu toppen. Full Cycle änderte sein grafisches Outfit, lieferte mehrere gefeierte Maxis in kurzer Zeit ab und legt jetzt mit "Through the Eyes" noch eine Compilation auf den Tisch, die zu dreivierteln aus neuen Tracks besteht. Ich vergaß: eine Mix-CD gibt es inklusive. Straffe Leistung. Das brachial-düstere "Kloakin Device" von Krust und Roni Size' stupide wirkendes "Snapshot" lassen Clubberherzen höher hüpfen, werden mit Sicherheit auch in einigen Top10s des Jahres auftauchen, sind aber nicht wirklich essentiell. Herrausstechend findet man da eher Dies "Jitta Bug", Reel Times "Mine" oder Surges "Cisco". Tracks, die eben nicht ganz so trockenpoliert wurden und vereinzelt Muster auf der Rauhfasertapete erblicken lassen. Alles in allem funktionaler, rockender und rollender Bristol-Sound. ][ lightwood

John B - Redox - Beta
Da bekommt man doch fast den Eindruck, der gute John Williams veröffentlichte etwas zu voreilig sein "Catalyst"-Album. So trägt mit "Catalyst - Reprocessed" dieses Triple-Vinyl auch zurecht seinen Namen. Sechs Tracks in sechs neuen Versionen, die gößtenteils einiges mehr können als die ‘Originale'. Lediglich der neue "Prowler"-Remix ist überflüssig. Übertrieben kitschig wirkt der Latino Mix von "We Like The Music", zielt aber sogleich darauf hin, was John B. wirklich gut kann: eine herrausstechende musikalische Note in clubtaugliche Drum'n'Bass-Kontexte einzubauen. Ähnliches gilt für "Simulated Sax". "Gollum" bekommt von "Poison Arrow" eins auf die Mütze, bei "Let Rip" konkurriert akustischer Bass mit dem Sägezahn und bei "Imagine" läßt es sich angenehm kuscheln. ][ lightwood

Tocotronic - Kook Variationen - L’Age d’Or
Ein Remix-Album, das programmatisch eine Annäherung von Rockismus-freiem Rock (eigentlich ein Widerspruch in sich, zumal man das larmoyante, wenn auch zugegebenermaßen bisweilen reizvolle Pennäler-Genudel dieser Hamburger-Schule-Band aufgrund seiner pubertären Schrittfeuchtigkeit kaum als Rock bezeichnen kann) und elektronischen Klängen versucht, und in der musikalischen Umsetzung dieses Unterfangens einige gelungene Ergebnisse zeitigt. Eines davon („Freiburg V3.0“ von Tocotronic vs Console) kann als Maxi-Auskopplung schon auf positives Feedback zurückblicken, weitere Remixe von anderen Tocotronic-Titeln sind indes angekündigt. Die 13 auf diesem recht abwechslungsreich zusammengestellten Album vorliegenden orientieren sich glücklicherweise überwiegend nicht zu eng am Original und verstehen es zumeist, das Grundmaterial durch die eigene Kreativität in neue Zusammenhänge zu stellen. Da dabei verschiedene Ansätze gewählt wurden, ist die Frage nach Präferenzen mehr mit geschmacklichen Aspekten zu beantworten, doch eine gewisse Solidität muß man allen Variationen attestieren. Dafür sorgen u.a. so vertraute Namen wie Electric Mojo, Phoneheads, Funkstörung, Fischmob oder DJ DSL. Wer sich in dieser Bandbreite zuhause fühlt, dürfte sicherlich Freude an dieser Veröffentlichung haben. ][ hve

International DeeJay Gigolos - CD Four
Ein typisches Hell-Set -ungemixt- auf einer wirklich gelungenen Compilation, die zu zwei Dritteln unveröffentlichtes Material enthält. Hells Lieblingsspielwiese ist das Zusammenspiel von Vergangenheit und Zukunft, was als Grundstruktur diese Zusammenstellung beherrscht und so etwas wie die Gigolo-Philosophie darstellen dürfte. Als besondere Bonbons gelang es dem höllischen Helmut zwei der raren Dopplereffekt-Tracks und die vielleicht beste deutsche Platte aller Zeiten Futurerhythms „Vein Melter“ zu lizensieren. ][ motik

AB 18 - Machines Talking - Parasound
Betrachtet man sich die Visionen eines Billy Joy oder Ray Kurzweil von der baldigen Verdrängung der Menschheit durch Maschinen, so stellt vorliegende Dreifach-EP die perfekte akkustische Umsetzung dieses Szenarios dar. Finster-böse DJ-Tools im Advanced-Techno-Bereich, eingerahmt von 2 introverdächtigen Slow-Motion-Monstern. Bester Parasound-Auswurf bisher. Vorab wird bereits die Single „Steam Machine“ erscheinen. ][ motik

Quasimoto - The Unseen - Stones Throw
Everlast verkündete kürzlich, daß Leute wie Lauryn Hill die Zukunft des HipHop darstellen. Auch angesichts seiner letzten Platte kann man da nur müde lächeln. Die wirkliche Zukunft dieser Musik wird vielmehr von Künstlern wie Quasimoto aus der nun schon sagenumwobenen Bay-Area repräsentiert. Mit den aus Madlibs Feder entspringenden verbogenen Beats und nasal und absolut unkonventionell erzählten kranken Reimen hat er sich schon durch seine ersten beiden Singles ins Herz der HipHop-Avantgarde gespielt. Mit der vorliegenden Debut-LP setzt er diesen Weg konsequent fort. Schade, daß sich die wenigsten trauen werden, dieses großartige Stück schwarzen Goldes ihrem Publikum zu präsentieren. Für Kenner ein Muß. ][ motik

DJ Slip - The Machines will know who you are - Kanzleramt
Woody-MC-Bride-Homie DJ Slip beweist mit diesem lange erwarteten Debut-Album seine musikalische Variabilität und spinnt den Faden von Instrumental-HipHop über Elektro bis hin zu dem, was ihn bekannt gemacht hat, nämlich Minimaltechno subtiler Machart. Wer als open-minded HipHop-Freak Beats sucht, die sonst keiner kennt, sollte den Sprung über die verhasste Schwelle hin zur Elektronik wagen. Techno- und Elektrofreunde wissen ohnehin, was sie an dem Wahl-New-Yorker haben. Stiltechnisch ist die Platte daher schwer einzuordnen, aber vielleicht gerade deswegen nicht uninteressant. ][ motik

Minus 8 - Elysian Fields - Compost
Nein, nein, Richi Hawtin hat es keineswegs auf Michael Reinboths Label verschlagen, auch wenn ich das immer noch gefragt werde. Vielmehr debütiert hier der Schweizer Robert Jan Meyer, der bereits seit Anfang der Neunziger unter diesem Namen als Produzent von Donbeat-, Drum’n’Bass, und NuJazz-Tracks firmiert, womit wir auch schon bei der Musik angekommen sind. Meist ruhig und sanft wirken die 14 Songs äußerst entspannend auf die eigene Stimmung und schaffen es dennoch auf die diversen in ihnen enthaltenen Details aufmerksam zu machen, was auch am Mitwirken von Musikern wie Chris Wiesendanger und den Sängerinnen Billie und Tanja Birri liegt. Immer dann, wenn man es nicht erwartet, rüttelt Minus 8 einen auf, wirft wild mit Trommelwirbeln um sich oder treibt den Hörer mit schnellen Bassläufen vor sich her, die entfernt an den hypnotischen Groove eines James Brown erinnern. ][ mb

Hidden Agenda - Whatever happened to ... - Straight Ahead
Seit jeher Rebellen, überraschten die Brüder Jason und Mark Goodings stets mit Drum’n’Bass-Entwürfen, die weit ab von dem lagen, was die Allgemeinheit gerade beschäftigte. Egal welche Richtung Drum’n’Bass einschlägt, Hidden Agenda waren entweder schon dort, oder hatten nie vor, einen solchen Weg einzuschlagen. Auf dem Schweizer Straight-Ahead-Label liefern sie nun ihr erstes Album ab, um eine wage Standortbestimmung zu liefern und gleichzeitig zu zeigen, daß alle Möglichkeiten offen stehen. Ihre knallharten, treibenden Beats preschen unweigerlich voran und stürmen jeden noch so großen Tanztempel. Soulige Einflüße und sanfte Melodieansätze dienen hierbei nicht nur bloßer Ablenkung, sie entfalten sich, vom soliden Fundament der Beats gestützt, zu wahren Seelenklempnern im Umfeld einer solch präzisen und technischen Umgebung. ][ mb

Rechenzentrum - Landschaft nach der Schlacht - Shitkatapult
Shitkatapults Strike Elf noch mitten in der Schlacht. Punkrock im Herzen, den Teufel im Nacken, Mut auf der Zunge und die nötige Freiheit im Kleinhirn lassen hoffentlich auch morgen noch das SK-Kollektiv singen: "Wir werden immer grösser". Das Rechenzentrum soll davon Zeugnis geben insofern zumindest, daß das Ergebnis dieser Haltung bis auf weiteres unkalkulierbar spannend bleibt und präsentiert eine Gruppe, die zwar auch als Gesamtkunstwerk in dem Kontext "deutsche Köpfe präsentieren knorkenkryptischen Minimalismus" durchaus so manche Kulturdiskussion anreichern könnte, darin zu baden meine Temperatur nicht ist, aber darüberhinaus auch die wichtigste aller Disziplinen gewinnt: Sie hat einen eigenen Vibe, der auch beim Heraushören von verschiedenen Einflüssen bestehen bleibt. Karg poetisch und kühl atmend, aber lebendig, als wenn man in einer bitterkalten Nacht sich eine Bahnhofshalle mit einem Unbekannten teilt. ][ neon tse tse

Ian Pooley - Coracao Tambor - V2
Das erst jüngst erschienene neue Pooley-Album „Since then“ wurde bereits im letzten ouk besprochen, und zwar fast euphorisch. Über drei Monate nach dem ersten Anhören hat sich an dieser Einschätzung nichts geändert, für mich ist es schon jetzt einer der Kandidaten für das Album des Jahres. Und „Curacao Tambor“ mein Lieblingsstück darauf; erst seitdem es in den Clubs zunehmend eingesetzt wird, habe ich aufgehört, es ständig daheim anzuhören. Die 4-Track-Maxi-Auskopplung dieses Titels geriet allerdings (fast erwartungsgemäß) zu einer Enttäuschung. Neben der phantastischen Albumversion finden wir darauf eine radio-edit, die der schönsten (und dabei doch völlig chartstauglichen) Passage des Tracks beraubt wurde, und zwei Remixe. Der erste, über 11 1/2 Minuten lange, kommt vom britischen House-Act „swag“ aka Chris Duckenfield & Richard Brown und ist einer der überflüssigsten, die ich je gehört habe, denn passieren tut da praktisch nichts. Der zweite, gut neun Minuten lange, wurde von „Needs“ (Marek & Lars Bartkuhn + DJ Yannick) produziert und erzeugt zumindest so etwas wie Atmosphärik, wenn auch die gleichermaßen sensiblen wie zündenden Stimmen der brasilianischen Sängerinnen Rosanna und Zelia hier zu statischen Delay-Schleifen degeneriert werden, ohne ihnen allerdings dabei ihre reizvolle deepe Qualität (zu der die Remixer aber nichts beigetragen haben!) wirklich nehmen zu können. Kauft euch lieber das Album - das weist keine Ausfälle auf! ][ hve

Markant 26, 27
Ambientige Atmosphäre liegt wie opiater Nebel über einer komplexen Track-Architektur, ohne die hervorbrechenden Einzelsounds zu betäuben. Auf unendlichen Spuren scheinen eigene Rhythmusstrukturen immer wieder nach vorne dringen zu wollen. Spannungen laden sich, um gleich wieder gelöst in der Grundstimmung zu verebben. Ähnlich einem Netz aus Klängen, Geräuschen und Beats verdichten sich fast schon wie nach einem literarischen Schema die einzelnen Sounds über die Exposition zum Hauptteil hin. Nie entsteht dabei das Gefühl, an einem überladenen Punkt zu stehen, bei dem alles zu einem Brei verschlammt. Vielmehr lassen sich viele kleine akustische Details erst nach einem weiteren Hörgenuß erschließen. Dabei lösen sich alle Verknüpfungen der namenlosen neun Titel, die zusammen auch auf einer CD erhältlich sind, zum Schluß hin wieder so sanft auf, daß mit angenehmer Entspannung die Leerlaufzeit bis zur nächsten Erzählung ertragen werden kann. ][ g

S'Apex - Henryk (Funkstörung Rmx) - Poets Club
Funkstörung zelebrieren hier mit Daniel Meiers Track ein Beat-Feuerwerk bis zur völligen Zerstörung. Die Beats poppen wie sich zu Popcorn entwickelnder Mais. Irgendwann quillt der Topf über und die zweite Fuhre Mais gibt sich in rhythmischer Weise ihrem Schicksal hin. Nicht einmal ein Aphex Twin in seinen besten Zeiten fabriziert solch perverse Beat-Orgien. Non-repetitive Beats ziehen sich fast durch den ganzen Track hindurch. Kein Wunder, man war auch mehrere Tage mit der Programmierung beschäftigt, was den Rosenheimern bekanntlich am meisten Spaß macht. Ein Hörerlebnis. Als Zusatz finden wir mit "Big Hit" einen Vorgeschmack auf das Ende des Jahres erscheinende S'Apex-Album. Sound-Architekturen erster Güte bescheren uns schwere Geschütze. Beats, die nicht genau wissen, wo sie hinwollen, aber sich dann für den klassischen Weg entscheiden. Sehr tragend bis tragisch werden Atmosphären in unterschiedlichen Schichten aufgebaut. Man möchte tanzen, schwebt dann aber lieber davon. Filmmusik. Zukunftsvisionen. ][ lightwood

Micatone EP - No Zession
Imprint des Sonar Kollektivs, Berlin. Micatone ist eine richtige Band mit Sängerin. Auch aus Berlin. "Step Into The Gallery" ist ein exzellenter, leichter, aber funkiger Vocal-Drum'n'Bass-Tune. Die Beats säuseln ein bißchen vor sich hin, aber der schwebende Bass gleitet astrein mit den Vocals von Lisa Bassenge. Zum Schluß entdeckt man ein kleines Gimmick, das so manchen Freestyle-DJ erfreuen wird. Nach einem kurzen Break ändert sich die Geschwindigkeit... Die B-Seite featured zwei Nu Jazz-Stücke. "Torture" arbeitet mit einer interessanten Off-Beat-Rhythmik, schwerem Bass und leichten Vocals als Ausgleich. Bei "Run" stehen eher die Vocals im Vordergrund. ][ lightwood

Central Intelligence Rec. 005
Nicht zu verwechseln mit C. I. A., dem Label von Total Science. Bereits Katalognummer 004 von DJ Kalm offerierte uns einen eigenständigen, soliden bis einzigartigen Drum'n'Bass-Sound. Auch vorliegende Doppel-EP, vermutlich wieder von Kalm (White Label...), sticht aus der Flut an belanglosen 12"s und zahllosen Plagiaten hervor. Eigentlich wird hier in der Auswahl der einzelnen Soundelemente nichts grundlegendes Neues geboten. Viel mehr ist die Art und Weise, wie die Sounds zusammenspielen, relevant. Trancige Einflüsse sind ebenso wie detroit'esque zu spüren, und liefern den Tracks eine unverkennbare Stimmung oder besser geasgt: Wärme. Klare, straighte Beats und Basslines lassen bei zwei Tracks Vergleiche mit Bad Company aufkommen, doch zumindest der Track auf der B-Seite wirkt wesentlich purer und eleganter. Die restlichen zwei Tracks sind eher zurückhaltender Natur, aber bauen eine angenheme Atmosphäre auf und passen wohl am besten in ein Set von Grooverider zu seinen besten Zeiten. C. I. R. ist auf jeden Fall Anwärter auf den Titel ‘Drum'n'Bass-Label des Jahres'. ][ lightwood

Surface to Air EP - Dune Rec.
Drum'n'Bass going worldwide! Die Kanadier lassen etwas von sich hören. Dune Recordings ist in Montreal beheimatet und uns liegt das bereits vierte und reifste Release vor. Man möchte Vergleiche ziehen zu Produktionen von K/Polar und das kommt nicht von ungefähr. Ist es das nordische Klima oder die Landschaft? Viele speziell anmutenden, flirrenden Sounds und Flächen, bei denen einem weitreichende Gewässer oder Wälder in den Sinn kommen, herrschen vor. Die Liebe zum Detail und vor allen Dingen die Art und Weise, wie sich gewisse Sounds verändern bzw. moduliert werden, spielen zudem eine wichtige Rolle. Wenn man bei Tracks von einer ‘angenehmen Ausstrahlung' sprechen kann, dann bei diesen Vier auf dieser Doppel-EP. Da kann sich selbst das Good Looking-Camp noch eine Scheibe abschneiden. ][ lightwood


Paul Brtschitsch - Eternal (Rmxs) - Frisbee Tracks
Paul Brtschitschs im Februar erschienenes Album „Surftronic“ kann inzwischen auf einige positive Rezensionen zurückblicken (u.a. im vorvorletzten ouk). Kein Wunder also, daß der Techno-Markt da nach Remixen schrie. Mit der Veröffentlichung dieser 3-Track-Maxi kommt das Frankfurter Label diesen Wünschen nach. Dazu wurde das auf dem Album etwas ruhiger startende und mit unüberhörbaren Trance-Einflüssen versehene Stück „Eternal Aspects“ auserkoren, das von Pascal F.E.O.S. und D.Diggler bearbeitet wurde, sowie dem Ganzen ein neuerlicher Brtschitsch-Mix des Tracks „Electronic Affair“ hinzugefügt. Alle drei Nummern warten mit zügigen und die nötige reduzierte Härte zeigenden Variationen der zugrundeliegenden Titel auf. Ihre Tauglichkeit als DJ-Tools kommt dabei voll zur Geltung, während der „Nur-Hörer“ doch ein bißchen die Variationsbreite des Albums vermißt. ][ hve

Johannes Heil - Future Primitive - Kanzleramt
Leicht verschrobene Flächen über einem unauffälligen Vierviertel-Beat und eine stetig sich ins unendliche schraubende Bassline erfahren durch den B-Seiten-Titel „Golden Dawn“ eine treffende Umschreibung. Auch auf der A-Seite beweist Johannes Heil mittels feinfühliger Strings seinen Sinn für die Harmonielehre, wobei es ihm durch Einfügen klassischer Advanced-Techno-Elemente gelingt, nicht in den Untiefen des längst vergessen geglaubten Trancemorasts zu versinken. ][ motik

Fanon Flowers - Diagnostic Check
Chronobios - Ur-sprung - beide Treibsand

Treibsand hat sich binnen kürzester Zeit in die Elite deutscher Technolabels vorgearbeitet und versteht es das hohe Niveau zu halten. Vorzeige-Act des noch jungen Münchner Labels ist Chronobios, wer auch immer dahinterstecken mag, der scheinbar spielend leicht eine ungeheure Energie in seine dichten und treibenden Tracks zu legen fähig ist. Aber auch die Detroiter fanon Flowers stehen dem nicht viel nach, auch wenn sie von der soundtechnischen Treibsand-Grundstruktur etwas abweichen. Bekannt von Releases auf Black Nation oder Konsequent stehen sie geradezu klassisch für den Sound ihrer Heimatstadt. Gemeinsam ist diesen Plastikrundlingen vor allem eines: Bewegungszwang und genau das ist ihre Bestimmung. ][ motik
Ural 13 Diktators - Total Destruction EP - Forte
Die house- und technounterlegte Exhumierung von Funk, Disko und anderer Eremiten, wie beispielsweise Jean-Michel-Jarre-Liedgut als Innovation zu verkaufen, ist fast schon ein bißchen frech, aber der finnischen Combo Ural 13 Diktators gelingt es jedenfalls dem ganzen ihre eigene Note einzuverleiben, was dann durchaus reizvoll erscheint. Durch den Johannes-Heil-Mix von „Total destruction“, der sich das Motiv des Visage-Klassikers „Fade to grey“ in unaudringlicher Weise zu eigen macht, sowie das hypnotische „You want my love“ wird das Ganze sogar zum Gewinner. Gute Platte, die Lust auf das bald erscheinende Album gleichen Namens macht. Trotzdem kein Schritt nach vorne, aber das muß ja auch nicht sein. ][ motik

Savas Pascalidis - Dancing in outer space - Lasergun
Sehr obskur und absolut phantastisch was der Grieche da wieder aus seiner Hardware herausgezaubert hat. Schräge Melodien und eine Vielzahl an perkussiven Elementen schaffen eine extrem dichte Atmosphäre und lassen den Blick angstvoll, Angriffe fremder Mächte fürchtend, gen Himmel schweifen. Aus seinem immensen musikgeschichtlichen Kenntnisstand schöpfend verbindet Pascalidis seine Ideen mit klassischen Elementen zu etwas Besonderen. Der Stuttgarter untermauert mit dieser Platte den schon jetzt guten Ruf des Label-Rookies Lasergun und verfestigt auch seine Position in der Top Ten der deutschen Produzentenliga. ][ motik
Ellen Allien - Dataromance - Bpitch Control
Die von einem kunstvollen Cover umhüllte 10“ beinhaltet das beste Material, das die Berlinerin jemals vorgelegt hat. Synthetische Monotonie, die ein bißchen wie Blake Baxter mit einem Schuß 80er-Romantik klingt. Hierauf dürfte sich jeder einigen können, der sich für technoide Klänge erwärmen läßt. Der Sommerhit schlechthin, der aber auch und gerade anspruchsvolle Gemüter jubilieren läßt. Beide Seiten Volltreffer. ][ motik

Full swing - Summer EP - Orthlorng Musork
„Summer“ ist experimentelle Ambientmusik in bester Tradition der frühen Sähkö-Releases. Der Sommer dürfte hier in seiner Funktion als Lieferant unzähliger Krabbeltiere gemeint sein, denn von sommerlicher Musik kann man hier nicht unbedingt sprechen. Full Swing aka Stephan Matthieu spuckt auf Absatzmärkte und Konventionen und läßt seiner Kreativität freien Lauf. Diese Platte knackt und brummt und zischt und fistelt in Sphären fern jeglicher Realität und das ist großartig. ][ motik

Heiko Laux - Sense Fiction Rmx Part 1 - Kanzleramt
Neben den Remixes von Surgeon und di_indicator befindet sich auf KA 44/1 auch ein noch nicht veröffentlichter Latino-Percussion-Housetrack von Laux selbst. Die di_indicator-Interpretation von „Moved“ bewegt sich in melodiös-relaxten Tech-House-Gefilden, Surgeon sorgt mittels ungerader Beatsruktur und der ihm eigenen Sounds für den Anspieltip. ][ motik
Bang goes - Rizla EP - Bruchstuecke
Experimentell, tanzflächenfunktional, durchdacht und außergewöhnlich gut präsentiert sich der Schweizer Roland Widmer aka DJ bang goes auf diesem 4-Tracker. Das ist Techno für Fortgeschrittene, der teilweise an die großartige figure-skating ep des disko B-Acts Northstar erinnert, ohne diese zu kopieren. Der Resident des Zürcher Clubs Rohstofflager setzt mit dieser Platte Akzente und bringt frischen Wind in den Untergrund. ][ motik

Blake Baxter - EP Frequencies - Tresor
Blake Baxter steht mit Meilensteinen wie „Prince of Techno“ und einer Vielzahl großartiger Releases für einen unverkennbaren chicagobeeinflußten Tech-House. EP-Frequencies ist eine überarbeitete Rückbesinnung auf seine ersten Gehversuche auf Deutschlands Technolabel Nummer 1, Tresor. Damals hieß das „Dreamsequence“, wofür dieses Mal keine Zeit bleibt, denn Baxter kicks ass, wobei nicht einmal der ein oder andere Trommelwirbel dieses Ergebnis zu stören vermag. ][ motik

Patrik Skoog - 01 - Native Diffusion
Dem Schweden Patrik Skoog von Headroom wurde die Ehre zuteil für die Debut-12“ auf Native Diffusion zu sorgen. Native Diffusion ist ein Unterlabel des erfolgreichen Shokoy-Imprints und wird es womöglich schaffen, den vor allem im Ausland sehr beliebten Boss Elef Tsiroudis auch in seiner schwäbischen Heimat die Props zukommen zu lassen, die er mit seinen Veröffentlichungen verdient. Klassischer Vorwärtstechno für rauchende Fußsohlen mit einer unverkennbar eigenen Note, die das ganze aus der Flut der Neulinge hervortreten läßt. ][ motik

Stewart Walker - Reformation of negative Space - Tresor
Walker ist für minimalen Techno mit Tanzflächen-Appeal bekannt und genau das bekommen wir hier von ihm serviert. Allerdings gilt es von einer hervorzuhebenden Ausnahme zu berichten: „Corporal Sellout“ ist ein Ausflug in die Welt der gebrochenen Beats und überzeugt mit einer schwer zu fassenden Rhythmik und Drum’n’bass-Elementen. ][ motik

Diego - From here to now - Kanzleramt
Dichter atmosphärischer Advanced Techno aus der Schweiz für kondenswasserschwitzende Clubwände auf der A-, ein verspielter Viervierteltrack und ein wabberndes Broken-Beat-Soundmonster auf der B-Seite. Recht so.

DJ Rush - Jack your body
Hörspielmusik Chicago-House der reinen Lehre in bester Dancemania-Tradition als Liebes-erklärung an die Jacktracks der 80er. Funkensprühende Tanz-musik mit eingebauter Tanzflächenfüllgarantie und explicit lyrics. ][ motik

Dean De Costa - Theorie EP - Lo-Fi Stereo
Diese Platte klingt definitiv deutsch und doch liegt ihr Ursprung in Kalifornien. Die entspannten Tracks bedienen sich der Studio-1-Grundstruktur und der typischen Basic-Channel- und Chain-Reaction-Sounds, was sich nicht nur nach guter Musik anhört, sondern auch ist. Ein weiteres Highlight auf dem Hanauer Label. ][ motik

René Breitbarth - Plus - Treibstoff
Zwei melodische Listening-Tracks mit komplexer Beatstruktur auf der A-Seite werden von dem Titelstück auf der B-Seite unterstützt, dem der Part der Clubtauglichkeit zukommt und der auf gediegene Weise mittels eines irritierenden Stimmen-Samples gehobene Houseansprüche erfüllt. ][ motik

T. P. Heckmann - Dimension-Disco
Die Label-Info verkündet den Wahlspruch zum neuesten Werk des Fließbandarbeiters der deutschen Technoszene. „Musik ist zum Tanzen da“ ist die gedrängte Zusammenfassung des Lebenswerks von Herrn Heckmann, der uns schon vor Urzeiten mit seinen Kompositionen erfreute. Bekannt wurde er vor allem durch sein Label Trope und den Act Drax, aber auch durch Beiträge für Labels wie Djax. Für „Dimension Disco“ stand wohl der Maurizio-Klassiker „Lyot“ Pate, dessen Thema in ein druckvolles Technokostüm gepackt wurde. „Augenblicke“ ist ein DJ-Tool feiner Machart. Zum Tanzen eben. ][ motik

Ugly Ugly Marsmen - Direct Bass - Aural Satisfaction
Streng limitierte Liveaufnahme der beiden Frankfurter Christian Berg und Sebastian Obländer, die sich erstmals auf Vinyl verewigen. Neben drei relativ unauffälligen Minimaltechnostücken, enthält dieses Release den energetischen Titeltrack, der derbe abgeht und durch eine fordernde volle Bassline zu überzeugen weiß. ][ motik


back