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Hefner - Residue - Inertia
Ein Abend mit Hefner das ist eine Einladung, Herz und Seele zu öffnen, Gedanken auszutauschen gemütlich bei einer Tasse Tee die neuesten Tracks anhören. Lee Jones wird darauf bestehen, daß es sich um Songs handelt, traditionelle Musik zeitgerecht aufgearbeitet, von Hand geschrieben und mit der Gitarre zurechtgezupft. Doch kommt es nicht auf das Script an, denn notierte Songs sind Hefner einerlei, auf Stimmung und Lebendigkeit kommt es ihm an. Eben jene Art von Atmosphäre die wir schon bei den An evening with ...-Maxis empfunden haben und die er nun mit seinem Album Residue weiterführen will, bannt er auf 55 Minuten CD-Format und schafft es gleichzeitig in neue Sphären vorzudringen. Hier hört man nicht mehr nur den melancholisch besinnlichen Hefner. Hier offenbart sich die lebenslustige, hoffnungsvolle Seite des Lee Jones, die weiß, daß Soundtracks nicht alles, aber doch sehr viel sind.
Mit ihrer dramatischen Art, ein ungutes Gefühl zu hinterlassen wird dabei ebenso gespielt, wie mit gegenläufigen Bassfiguren, die die musikalische Tief der Stücke verdeutlicht. Dazu trägt auch Josée Hurlocks Gesang bei, der stets die richtige Gefühlslage trifft und für weitere Tiefe in den einzelnen Stücken sorgt aber ebenso vertrackt arrangiert sein kann, wie die eben erwähnten Bassläufe. Ein Abend mit Hefner das ist eine Einladung, die Auszuschlagen ein schwerer Fehler wäre. ][ mb
Reprazent - In The Mode - Talkin Loud
Die Bristol Boys müssen 24 Stunden am Tag produzieren um diesen überdurchschnittlich hohen Output halten zu können. Ob nun Qualität oder Quantität der Full Cycle Gang zu solch einer dauerhaften Präsenz verhilft, variiert von Fall zu Fall. In The Mode' knüpft nicht zwangsweise an das erste Album auf Talkin Loud an, sondern ist eher als Mutterschiff von Breakbeat Era zu identifizieren. Zunächst einmal ist bemerkenswert, daß sich mit Ausnahme des Outros ausschließlich Drum'n'Bass-Tracks auf diesem Album befinden. Weder Downbeat-Nummern, noch 2Step, House, NuJazz, HipHop oder Latin-Boogie scheinen Reprazent zu interessieren. Man feilt lieber am Drum'n'Bass für das 21. Jahrhundert. Sogar der (D'n'B-)Pop-Aspekt findet eine angenehme Gestalt in Lucky Pressure' oder Staircase'. Egal ob eher Song- oder Track-Strukturen vorliegen, die 16 Stücke sind variantenreich und werden mainstream-gewohnte Ohren aufhorchen lassen und ebenso auf dem Dancefloor zu überzeugen wissen. Die Beats sind zwar überwiegend hart und gerecht, rollen jedoch ungemein. Die Drum-Sounds sind teilweise (Balanced Chaos', Switchblade') so bearbeitet worden, daß jede Heavy Metal Combo blaß werden könnte, will sagen: ein wenig übertrieben. Der Einsatz von Streichern findet nicht wie zuletzt bei Krust in einer melodramatischen, düsteren Art und Weise Verwendung. Folkloristisch anmutend (Dirty Beats') oder zeitgemäß schön (Lucky Pressure') gefällt uns das doch gleich viel besser. Zack de la Rocha harmoniert leider nicht so ganz mit Reprazent, was aber an der Abmischung liegen könnte. Who Told You' ist von dem Gesichtspunkt her interessant, da es die Beats schon fast überflüssig macht. Trotz Video scheint mir jedoch das Arrangement selbst für MTV und Viva zu hektisch zu sein. Überflüssig ist die komische MC-Version von Snapshot'. Auf den ersten Vinyl-Auskopplungen finden wir heftige Who told you'-Remixe von Die und noch den exzellenten Rinser Out Of The Game'. Alles in allem könnte so vielleicht der Wu-Tang-Clan klingen ... würde er Drum'n'Bass machen. ][ lightwood
Klute - Fear Of People - Certificate 18
Schon mit seinem ersten Longplayer Casual Bodies' entfernte sich Klute mit seinem Stil von vielen seiner englischen Kollegen und prägte als Zugpferd den Sound von Certificate 18. Ähnlich wie bei Photek, Polar oder Marcus Intalex kann man einen Klute-Track mittlerweile sofort erkennen. Es sind die zahlreichen klackernden', leicht hölzern klingenden Sounds, die in oder unter den Beats zu finden sind und diese sehr spezielle Soundästhetik verkörpern. Elektro-Bleeps finden Platz neben weit gezogenen, sehr sehr deepen, warmen Flächen. Keine übertiebenen Sägezähne haben hier noch Berechtigung. Klute schafft viele Freiräume für einzelne Sounds, die damit Platz zur Entfaltung haben. Selbst wenn es nur für eine HiHat ist, die ihren endlos langen Hall auskosten darf. Vocals finden vereinzelt in unterschiedlichen Zusammenhängen Verwendung. Weniger ist oft mehr. Sogar die fast schon übertriebenen, björk-artigen Befreiungs-Rufe in Auto Karma' fügen sich nahtlos ein. Gewußt wie. Auch diverse sonst eher als Störgeräusche empfundenen Sounds passen in den Kontext, wirken lieblich und aussagekräftig. Zahlreiche Filterspielereien umgarnen alte Samples und neu generierte Sounds. Die vier Non-Drum'n'Bass-Tracks fallen nicht aus dem Rahmen. Man fragt sich sogar, warum sie nicht auch Drum'n'Bass-Geschwindigkait haben. Das Feeling ist vorhanden. Mit Chicks' befindet sich sogar eine deutsch-englische Kooperation auf dem Album. Der Track entstand zusammen mit The Green Man im Kölner Basswerk Studio. Sehr gelungen ist auch die Aufteilung der Tracks auf Vinyl. Die acht Drum'n'Bass-Tracks finden auf einer 3er LP Platz, die Downbeat Tracks auf einer extra Maxi. Als Bonus erschien vorab schon Phone Call' mit neuen Remixen. Neben Hefner liefert Matrix hierauf seinen bisher besten Remix ab. Bei all der positiven Energie, die diese zwölf Tracks in sich bergen, bleibt aber doch eine Frage offen: Vor welchen Menschen hat Tom Withers Angst? ][ lightwood
VA - Tribes of the Underground 6 - infracom!
Man kommt wohl nicht umhin, wenigstens heimlich Vergleiche mit Composts Future Souonds of Jazz-Serie zu ziehen, wenngleich Inhalt und Ausrichtung der Tribes-Reihe in eine andere Richtung gehen. Weniger Vorgabe, sondern vielmehr Übersicht bietet sich dem interessierten Hörer mit dieser CD. Housig, jazzig, funkig die große Vielzahl an Stilen des modernen Clubgeschehens deckt Kompilator Michael Rütten aka. Soulpatrol gekonnt ab, bevor er mit einer eigenen Produktion die Sammlung abschließt. Hefner, Pavel Kostiuk, Maurice Fulton und Silent Poets sind nur einige der hier vertretenen Künstler, wobei auch bei Tribes of the Underground Namen eine untergeordnete Rolle spielen. Solange die Stammeszugehörigkeit stimmt (und das steht hier außer Frage), bleibt an der Qualität kein Zweifel hängen. ][ mb
Kreidler - Ihre dritte LP
Wieder einmal hat sich das lange Warten gelohnt. Schon angekündigt durch die vorab veröffentlichte Maxi Circles (Wonder 02) mit ihrem Exclusivtrack Circumstanced erscheint nun endlich das langersehntes 3. Album (Wonder 03). Im Gegensatz zu den früheren Veröffentlichungen wie etwa Weekend geht hier die Tendenz weiter in Richtung Kunstpop der eigenen Art. Einzelne Fragmente ergänzen sich komplettierend zu einem ganzen Song. Deren elf bestimmen dann den Fluß der Platte in sich selbst. Die gesamte Konzeption von Cover, über Arrangement bis hin zum Einzelsound eröffnen ein in sich geschlossenes System, dessen hörbare Ehrlichkeit klangliche Anmut verkörpert. Mit swingenden Elementen, die durch das ganze Album tänzeln, sowie den kreidlerischen Melodien entsteht ein pulsierend plastisches Soundgebilde der ´Welt des Stereo´, weit ab von stressigen Alltagssequenzen. Frei und leicht legen sich die Klänge über strapazierende Spannungen, um mit charmanter Eleganz den Hörer tief hinein in die eigenen Strukturen, bis hin zur Auflösung, zu begleiten. Manchmal melancholische Aufbruchstimmung verbreitend, gleitet man weiter in den audiellen Landschaften aus Zuckerwatte und Geschmeidigkeit, immer behutsam durch klangliche Kompositionsfeinheiten geführt. Das neue Label Wonder (siehe auch Bohren und der Club of Gore-Konzertbesprechung in dieser Ausgabe) geht dabei mit einer sehr neugierig machenden Art an den Start. ][ g
Etienne de Crecy - Tempovision -V2
Superdiscount, Motorbass - die Herzen aller Houser dürften bei diesen Namen schneller schlagen. Nun ist der Mann hinter diesen Projekten also wieder zurück, versucht es im Alleingang und stellt unter Beweis, daß es auch noch ein Leben nach dem Hype gibt. Langsam groovt er sich ein, beschwingt aber noch sehr, sehr zurückhalten. Aber nur Mut Herr Crecy, das wird schon. Track drei wirkt schon flotter, irgendwie beschwipst, man kommt in Stimmung. Discoid geht es in den Club, äußerst funky und definitiv poppig. Aber auch elegant, im richtigen Moment zurückhaltend bis schließlich das Grande Finale stattfindet und mit einem grandiosen Feuerwerk beendet. ][ mb
Jeremy Dower - Sentimental Dance Music For Couples - Plug Research
Düstere Welten lassen die ersten Sekunden Spielzeit erahnen, bevor sentimentale Blechbläsersoli sich in den Vordergrund arbeiten. Verspielt rohe Töne gesellen sich schnell in längst vergangener 80er-Jahre Romantik hinzu. Unglaublich menschlich und von unwiderstehlichen Gefühlen gezeichnet schmiegen sich abstrakte nah an zugängliche Soundstrukturen. Moderne umspielt melancholisch altmodische Themen mit synthetischem Feingefühl. Freunde des Gregory Fleckner Quintets und alter Sciencefiction-Filme werden auch hier Zeit und Raum vergessen. Aber selbst die vielen Anleihen an bekannte Welten haben nicht zur Folge, daß nach kurzem Hören sich ein Gefühl des das kenn ich schon einstellt. Vielmehr lassen warme Lo-Fi-Geräusche, hervorgezaubert aus längst angestaubten Kisten mit hohem Erinnerungswert, die beabsichtigte Oberflächlichkeit in einem Meer aus Tiefsinn baden, schmunzelnd eine Welle nach der anderen auskostend. Ohne dabei erzwungen andersartig zu wirken die feinfühligste Wiederbelebung des easy Zuhörens. ][ g
Nicola Conte - Jet Sounds - Schema
Drei Szenen, die stark an die 60er erinnern: 1. )Eine junge Frau am Strand wandert durchs Meer. Allein, nur Sand und Wasser um sie herum. Die Sonne scheint auf die Wellen herab, während ein sanfter Bossa-Rhythmus durch die Luft schallt. 2.) Ein Macho im Sportwagen. Schnell rast er den Hügel hinab, flitzt durch die Kurven. Seine Verfolger nur knapp hinter ihm, während im Radio eine Bigband einen 5/4-Takt anstimmt. 3.) Es ist Nacht und jeder Schatten erzählt seine eigene Geschichte. Östliche Klänge klingen über den Platz, vorangetrieben von psychadelischen Beats. Bossa im Jahr 2000. Nicola Conte ist der unbestrittene Bossa-König und die oben beschriebenen Szenen flackern während dem Anhören dieser CD bildhaft vor Augen. Sicherlich geht alles wesentlich elektronischer zu, las noch vor 40 Jahren, doch Rhythmus, Gefühl und Leichtigkeit finden sich auch in Nicola Contes Stücken wieder. Mit Jet Sounds wagt er sich zum ersten Mal alleine vor die Türe, um eine cineastische Geschichte zum Beschreiben, in der stets die Guten gewinnen. Und das natürlich mit Hilfe seiner Tracks. ][ mb
Antonelli Electr. - Click - italic
Click is made by machines. Nicht mehr, nicht weniger. Keine Referenzen, keine Signaturen, keine Soundhinweise Antonelli Electr. verstand es schon immer seine musikalischen Vorstellungen maschinell umzusetzen und messerscharf in Bits und Bytes oder auch Clicks und Clacks festzuhalten. Melodien sind für ihn nette Spielereien, Methoden den Tänzer in Trance zu versetzen. Manchmal gar ragen sie erhaben im Glanze ihrer Schönheit hervor und säuseln in endloser Wiederholung dahin. Deutlich merkt man dem Album die gesammelten Erfahrungen an, die Antonelli auf seinen diversen Live-Gigs widerfuhren. Moderner, harmonischer und in sich schlüssiger wirkt es, ohne dabei an Agressivität und Biss zu verlieren. ][ mb
Jeff Sharel - Jeff Sharel - Statra
In Frankreich ist man seit jeher für afrikanische Kultureinflüße offen. Neben Frederic Galliano wagt sich nun sein Landsmann Jeff Sharel ans Licht der Öffentlichkeit, um mit seinem Debüt-Album sanft und gefühlvoll verschiedene Rhythmen und Drumsounds zu kombinieren. Auch vermag es Jeff Sharel, seine Sehnsucht nach Freiheit und etwas Größerem durch die Tiefe seiner Kompositionen auszudrücken, anders aber als Galliano tut er dies weniger durch komplizierte Jazzimprovisation, dafür mehr durch Groove und Soul, weshalb sich als Gesamtbild ein harmonisches Nebeneinander eines jeden Klangerzeugers bildet. Kaum Dissonanzen, keine Reibung, dafür jede Menge Details, die sich wie bei einem Puzzle langsam aber sicher zusammenfinden. ][ mb
VA - Dub Infusions 89 - 99 - Best Seven
Sollte man mich nach einer Prognose über das Ding von Morgen fragen, ich würde ohne zu zögern Dub und Reggae nennen und behaupten, daß diese Musik in spätestens zwei Jahren HipHop den Rang abgelaufen hat. Umso besser, wenn sich Daniel Haaksman, Shantels ehemaliger Lissania-Kollege, aufmacht, eine Compilation mit Dubtracks bekannter Dancefloor-Helden wie Kruder & Dorfmeister, Rockers HiFi oder Norman Cook zusammenzustellen. Die besten Tracks, rare Tunes, schlichtweg Dub-Essentials aus zehn Jahren moderner Dub-Geschichte machen sich dabei gegenseitig das Echo streitig und sorgen für jede Menge Brummen im Wohnzimmer. ][ mb
Music for Speakers 1-3
Mit diesen drei Veröffentlichungen startet das neue holländische Label seine akustische Präsentation einer experimentellen Klangwelt. Dabei gewährt COMPILATION 1 (MfS-01) den weitreichensten Einblick in die tanzbodentauglichen Experimente zwischen abstrakt-jazzigen und neuentdeckten Rhythmen. Die fünf Soundkünstler David Caron, Aardvarck, Madcap, Sonar Lodge und Sandor Caron, welche sich die 13 Titel der CD gerecht untereinander aufteilen, offerieren dabei ein breites Spektrum entspannt melancholischer Atmosphären, die sich zwar deutlich der Elemente des Drum´n´Bass, TripHop, Funk, Soul und Ambient bedienen, diese aber nur als Bausteine für ein neues, frisches, innovatives Tanzmusikgerüst verwenden. Selbst anklingende Parallelen zu Nils Petter Molvaer oder dem Cinematic Orchestra verhallen schnell in dem eigenständigen Umgang mit ihren Basics. Gefühlvoll treten die einzelnen Soundebenen in einen gemeinsamen Kontext ohne sich im WirrWarr zu verlieren, was sich auch in der zweiten Veröffentlichung CODA (MfS-02) fortsetzt. Auf den vier, hier zwischen dunklen Ambientsoundscapes und äußerst funkigen Drumprogrammen tänzelnden, Tracks vereinen sich nochmals gerade vorgestellten Klangingineure ohne David Caron. Als sicherlich nur vorübergehend letztes Release stellen dann Sonar Lodge mit der BUZZIN´EP (MfS-03) ein klangarchitektonisches Kunstwerk vor. Während sich noch die Versionen der A-Seite in einem jazzanovesken Kleid hüllen, katapultiert vorallem die Turn-Over-Seite den Hörer in einen verrückt bizarren Kosmos weit ab vom Clubgeschehen. Manchmal ist weniger einfach doch mehr könnte das Motto dieses Labels sein, was sich auch in dem schlicht schönen Coverdesign des Digipacks und der beiden Maxis widerspiegelt.][ g
Alex Cortex - Laconic - Source
gesamt - gut 1 - elegant - 2 - gleitend - 3 - albern - 4 - zickig - 5 - funky - 6 - tracky - 7 - verspielt - 8 - pongig - 9 - hektisch - 10 - schön - 11 - easy - 12 - tanzig - 13 - regnerisch - 14 - komisch -
15 - spacig - ][ neon tse tse
Phife Dawg - Ventilation: da Ep - Groove Attack
Mit Ventilation bringt der ex Tribe-Call-Quest-Künstler Phife Dawg sein erstes Soloalbum heraus. Interessanter Weise auf dem deutschen Label Groove Attack, die sich sehr glücklich darüber fühlen, Phife Dawg unter Vertrag zu haben. In seiner Solokarriere will sich Phife Dawg vorallem vom Tribe-Vibe-Sound entfernen, was ihm durchaus gelungen ist. Das Album wurde von einem All-Star-Beatmaker-Team produziert, unter anderem mit Pete Rock, Hi-Tek (Reflection Eternal), Jay-Dee, Dave West (De La Soul) Fred Wreck und Rick Rock. Heraus kamen gute und solide Beats mit interessanten Lyrics, die sich deutlich dem Ostküsten-Sound annehmen. Übrigens ist gerade das Video zum Track Flawless in New York gedreht worden und sollte bald auf euren Bildschirmen flimmern. ][ et
Chateau Flight - Puzzle - Versatile
Noch zu gut erinnert man sich an GilbRs Venus, das die Tanzflächen dieser Welt unsicher machte und die Tänzer mächtig ins Schwitzen brachte. Zusammen mit i:Cube aber unter dem Namen Chateau Flight ist jeglicher Vorwärtsdrang entfleucht, als ob nie gesehen. Äußerst verspielt präsentiert sich ihr Debüt-Album mal schmeißen sie einen fetten Basslauf ins Rennen, dann wieder ein solides Schlagwerk, um beides kurz darauf vor einer Dudelgitarre davonrennen zu lassen. Keine Bassdrum, die dem Hörer ihr Marschtempo auzwängt, nirgendwo ein Filtereffekt in Sicht, daß am liebsten das gesamte Signal schlucken würde und somit den zahlreichen Geräuschen und Klangsprengseln ihre Daseinsberechtigung streitig machen würde. Äußerst experimentell schaffen die beiden Franzosen damit ein Gebilde, in dem scheinbar alle Stile und alle Töne dieser Welt Platz haben. Scheinbar, denn kurz vor dem endgültigen Kollaps, vollführen sie eine Kehrtwende und bringen ihre Schöpfung wieder unter Kontrolle. Man darf gespannt sein, wen i:Cube und GilbR als Remixer an ihr Werk lassen werden und ob diese überhaupt einen Einfluß auf das Puzzlebild nehmen können. ][ mb
Main Concept - Plan 58 - Deck 8
Es ist schön zu wissen, daß sich doch nicht alle dem derzeitigen HipHop-Ausverkauf anschließen und sich selbst verscherbeln. David Pe und DJ Explizit jedenfalls bleiben sich treu und auf der Seite des "Guten", was ihnen ein reines Gewissen und die Anerkennung derer einbringt, die wirklich "für HipHop leben". Plan 58 ist ein reines Freestyle-Album für das sich die Münchner Leute wie Spax, Reptile oder Samy ins Boot geholt haben. Die Beats sind "fett und rund" und über Skills braucht man beim angehenden Arzt David Pe ohnehin nicht zu sprechen. Dazu gibt es Turntablism-Einschübe durch Mixwell, Roger Reckless und andere. Tolles Album mit vielen offenen und versteckten Seitenhieben auf Medienhörige und Erfolgsklone. ][ motik
Jori Hulkkonen - When no one is watching we are invisible - F-Com
15 Jahre Musikerdasein ist kein Pappenstiel. Juri Hulkkonen hat nicht nur das hinter sich, sondern auch 5 Jahre Tourerfahrung. Die geballte Kraft, die er in diesen Jahren gespürt und erlebt hat, versucht er nun in einer Retrospektive festzuhalten, zu formen und wiederzugeben. Seine Stücke wirken vielleicht gerade deshalb so inspirierend und nachdenklich. Aus House, Jazz und Gesang mischt sich Jori zeitlose Musik zusammen, die mühelos sowohl auf, als auch neben der Tanzfläche bestehen kann.Das beste aus seiner bewegten Vergangenheit darf so erneut unsere Ohren verwöhnen. ][ mb
Matthew Herbert - Lets all make mistakes - Tresor
Laßt uns alle Fehler machen, fordert Herbert auf und begeht den ersten gleich selbst, indem er sich als Künstler dieser Compilation ausgibt. Weitere folgen beim zusammenmixen der einzelnen Tracks, den Herbert hält so gar nichts von sterilen Computermixen, mit denen heutzutage die meisten Compilation versehen werden. Fehlerfrei allerdings ist die Auswahl der Stücke, denn auf den musikalischen Geschmack des englischen Minimalisten kann man sich verlassen. Gnadenlos elektronischer Techno paart sich mit deepen Housetücken und abstrakten Elektromonstern, die einem mit viel Krach das Bewußtsein vernebeln. ][ mb
Jeff Mills - Metropolis - Soundtrack - Tresor
Der Fritz Lang-Klassiker "Metropolis" scheint auch für die Lichtgestalt des Techno eine magische Wirkung zu entfalten, jedenfalls hat Jeff Mills ihm nun einen Soundtrack auf den Leib geschneidert, der das Düstere und Bedrück-ende dieses Films geradezu perfekt in Audiosignale umwandelt. Mills bleibt auf den vertrauten Pfaden seines oft kopierten aber nie erreichten einzigartigen Styles, der auch nach so vielen Jahren nicht an Faszination eingebüßt hat. Detroittechno und Millsambient at its best. ][ motik
Elektro Music Department - Live at Las Vegas - EMD 02
15 Tracks aus den vergangenen zwei Jahren die allesamt für mehr Spannung sorgen als mancher Technoabend. Abstrakt und vollkommen auf den Rhythmus fokusiert sind die wohl besten Merkmale für Musik aus dem Hause EMD, wobei nie an Kommentaren und in Tönen und Geräuschen erzählten Geschichten gespart wird. Prägnant, unmissverständlich und vorallem gut präsentiert sich diese CD. ][ mb
Diego - Mouth full of fresh cut flowers - Kanzleramt
Gewagte Interpretationen könnten dem Titel des Albums die Aussage entnehmen, daß, in Anlehnung an welkende Blumen, diese Klänge zwar für den Augenblick eine gewisse Freshness in sich bergen, aber schon bald der Vergessenheit anheim fallen. Aber eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Der 19-jährige Schweizer bewegt sich bei seinem Debut-Longplayer auf traditionellen Motorcity-Pfaden, wenn auch eine gewisse Weiterentwicklung nicht zu leugnen ist und sorgt damit für zeitlosen Detroittechno höchster Güte. Auffallend ist die Dichte und Detailtreue der einzelnen Stücke, die Diego Hostettler trotz seiner Jugend als ausgereiften und kompletten Produzenten ausweisen. Man kann froh sein, daß sich der Kanzleramtvertreter vom Klavier entfernt und der Elektronik zugewendet hat. Feines Debut mit Hoffnung auf mehr. ][ motik
Heiko Laux - Sense Fiction Remixes Part 2 - Kanzleramt
Bereits das Original gehört zu den besten Veröffentlichungen des Jahres und auch die Remix-Künstler haben sich gewaltig angestrengt, um dieses Niveau zu halten. Villalobos hat die Beatstruktur von "Moved" erhalten und daraus ein dubbiges weltentrücktes House-Epos höchster Güte geschaffen. Kowalski bewegt sich mit seiner "Sense Fiction"-Adaption auf groovigen Advanced-Techno-Pfaden während Diego dasselbe Stück zu einem dichten und athmosphärischen 4-to-the-floor-Stomper umgewandelt hat. ][ motik
Malte - Susii - Oni.tor
Und wieder mal flasht uns das Stuttgarter Oni.tor-Label mit einem bemerkenswert guten Minimalismus-Album. Sicherlich ist eine Affinität zu Robert Hood und auch zur Berliner Schule bei Malte Tinnus nicht zu leugnen, aber jene Musik als Leitfaden für die Grundstruktur dieser LP zu wählen, kann im Falle einer ausgezeichneten und teils insbesondere beattechnisch eigenständigen Umsetzung keinesfalls negativ bewertet werden. Volltreffer. ][ motik
Blake Baxter - Dream Sequence - Tresor
Verklärte glasige Augen und ein Anflug von Wehmut lassen sich beim Hören dieser CD nicht vermeiden. Der König des Chicago Tech-House wirft einen Blick 10 Jahre zurück und erinnert den geneigten Hörer an Munitionsbunker, Stroboskope und Bauarbeiterhelme. Neben 5 neubearbeiteten Tracks entführt uns Blake Baxter mit einer Retrospektive auf seine ersten Tresor-Veröffentlichungen in eine Zeit, in der noch keiner seine Gedanken an technounterlegte Gameshowjingles und massenverdummenden Techno-Chartbrei verschwendete. Ravesignals, Plink und Plonk als hätte sich nie etwas geändert. Diese Musik steht für den Aufbruch in ein neues musikalisches Zeitalter, auch wenn Techno und House zu diesem Zeitpunkt schon im Kindergartenalter standen. Großartig. ][ motik
Shake-Up 007/008
Die beiden Kölner X-Plorer & Dee-Pulse lassen sich nach kurzer Verweildauer und Hard:Edged-Exkursionen wieder mit neuem Material hören. Sie gehören in Deutschland sicherlich zu den Produzenten mit dem unverkennbarsten Stil. Saubere, plastische, futuristisch anmutende Arrangements, die rocken und gleichzeitig unglaublich smooth sein können. El Nino' ist von allen vier Tracks der mit dem größten Abgehfaktor. Sehr einfach strukturiert, werden die kickenden Beats von einer sich ständig modulierenden Bassline vorangetrieben. Stilistisches Merkmal bildet ein ab und an auftauchender Sound, der an eine Walstimme erinnert. Zu Funk Emotions' braucht man wohl nicht viel sagen, denn der Name ist Programm. Ein Funk-Bass auf Kaffefahrt am Sonntag-Nachmittag. Joker' knüpft daran fast lückenlos an, wird etwas deeper und legt mehr wert auf eine treibendere Stimmung. Ork Walk' bekommt dann ungeradere und komplexere Beats mit viel HiHats im Vordergrund. Der schwere Bass sägt monoton am letzten Ast. Nach dem zweiten Break scheint sich alles noch einmal zu überschlagen. Interessante Rhythmik mit eigenem Touch. ][ lightwood
Basswerk 011
Damn Wire' ist der Spät-Sommer-Hit schlechthin, kann man mit ihm doch die restliche Energie des Sommers spüren. Sehr einfach gestrickt, gelingt dem Labelowner The Green Man ein wohlig klingender Hands-In-The-Air-Track. Kein Old School nötig. Treibende Beats, Ohrwurm-Bassline und eine eingängige Fläche - mehr braucht eine Hymne nicht. Reduziert auf das wesentliche, bohrt sich schnell die Hookline in deinem Kopf fest. Copper To Iron' steppt etwas gemächlicher. Die Bassline nach dem ersten Break bratzelt rotzfrech und wild umher im Kontrast zum leichten, beruhigenden Flächensound. Kleine Spielereien und Effekte runden die B-Seite ab. ][ lightwood
Basswerk 012
Geschmäcker sind verschieden. So kam es, daß bei der Kooperation von Philipp Maiburg und The Green Man aus einem Track zwei wurden. Vorliegendes 2nd Flight' ist nach dem Gusto des Einen, 4th Flight' (erscheint auf Infracom!) nach dem Gusto des Anderen abgemischt. Eine
kontinuierlich ansteigende Spannungskurve wird durch die einzelnen Elemente gebildet, die nach und nach auftauchen. Eine ziemlich tiefe und breite Bassline walzt den Weg frei. Am Ende kehrt die anfängliche Stimmung, erzeugt durch die weichen und stark gefilterten Flächensounds, zurück. Die Flipside ist das Debut von Cheetah aus der Basswerk-Crew, der u. a. die Basswerk-Cover malt. Radio' ist eine interessante Kombination verschiedenster Einflüsse. Der Jungle-Vibe aus der 95/96er Zeit trifft hier auf eine Collage vieler, kaum zu unterscheidenden Sounds, die in ihrer Gesamtheit erst zur Wirkung kommen. Über diesen Klangteppich spielen unterschiedliche Basslines ihr eigenes Spiel. Dred-Bass und ein ungewohnt slidender Bass lassen die Puppen tanzen. ][ lightwood
Skunk Rock 005
Alte Bekannte firmieren unter neuem Namen. Die drei Amerikaner UFO!, Sage und Empress steuern unter Triadd den nächsten Skunk Rock Track bei: Hydroxy'. Ein sonar-ähnlicher Sound geleitet einen nahtlos in die erste Runde. Nach Zweidritteln kommt dann ein Break, plötzlich verstummt alles und man darf sich so richtig schön mit dem Einsetzen des Beats fallen lassen. Klasse. Insgesamt hätte lediglich ein wenig mehr Bass gut getan. Auf der B-Seite dann das bewährte Rezept wie bei den vorherigen Skunk Rocks: Remix-Time! Mit Digital & Spirit holt man sich zwei hochkarätige Produzenten, die aber nicht ganz so glänzen. Vielleicht haben die beiden einfach zu viel Arbeit momentan. Viel Old School, viel Dub, wie immer, aber alles wirkt zu schwer, zu überladen, und kommt nicht so richtig in die Gänge. ][ lightwood
Skunk Rock 006
UFO! die zweite. My Personal Blackmail' besticht durch filmmusikartige Streicher. Der Beat holpert aber zu sehr und auch mit den stark angezerrten Acid-Sounds wirkt alles zu ruppig. Man verfällt eher in ein Techno- als in ein Drum'n'Bass-Feeling. Die Flipside bearbeitete dieses Mal Konflict, die vom Original eigentlich nichts stehen lassen. Die typischen Konflict-Beats sind sofort erkennbar und es baut sich langsam aber sicher eine vielversprechende Spannung auf. Zwar ist diese Seite auch sehr straight, jedoch haben Kemal & Rob Data das geschicktere Händchen für Arrangement, Sounds und Feeling. Eine der besten Konflict-Produktionen. ][ lightwood
Twister - Sequence 23 - The Remix Project - Res
Die enorme Nachfrage machte eine Nachpressung dieser Remixe unumgänglich, was für leerausgegangene Plattendreher sicherlich ein Segen ist, denn auch nicht vollkommen unter Drogen stehende Clubgänger werden sich der Energie dieser Tracks kaum entziehen können. Paul Edge macht zwar Musik, die vor 6 Jahren auf der Höhe der Zeit gelegen hätte und nun etwas altbacken klingt. Aber nichts desto trotz wird dieses Stück dank seiner Power auf jeder Tanzfläche mehr als nur funktionieren. Dave Angel präsentiert sich traditionell mit den ihm typischen leicht verschleppten Sounds, klingt aber zu sehr nach Digital Clubs "The club" um damit seinem großartigen Lebenswerk einen neuerlichen Eckpunkt hinzuzusetzen. Auch die Sound Associates dürften sich die ehedem erfolgreichen X-Trax-Platten zum Vorbild genommen haben und entschieden sich für einen klassischen Vierviertel-Groover. Allen Mixen ist ein sicheres Gespür für brennende Tanzflächen gemein. ][ motik
Headquarter 001
Wir dürfen ein neues Label in der Runde begrüßen: Headquarter Recordings, das erste DrumnBass-Outlet aus dem Osten. Dean Saster aus Dresden steckt hinter der Angelegenheit und hat sich bereits mit seinem Tapelabel Headquarter Entertapement' einen Namen gemacht. Racoon liefert mit vorliegender Veröffentlichung eine bodenständige 12" ab. Zu Future Concept' fallen mir lediglich zwei Worte ein: hart und gerecht. Sehr straight und monoton könnte man dieses gut als DJ-Tool verwenden. Bactericide' rollt da schon wesentlich mehr. Und die Acidbassline weiß wie sie dich um den Finger wickeln kann. Originelle Sounds verbinden das Ganze zu einem funktionalen Dancefloor-Track. ][ lightwood
Teebee - Remix EP - Certificate 18
Stolen Documents' remixte Kollege Polar und der gilt nicht zu Unrecht als Mann der Stunde'. Die Beats klingen wie ein erster Versuch einen Drum'n'Bass-Beat zu bauen und daran zu scheitern. So der Eindruck beim ersten Durchzappen. Alles nur Gewöhnungssache? Ja, nach mehrmaligem Hören will man nämlich keinen anderen Beat mehr hören. Das swingt einfach zu easy daher. Bei der Auswahl der stilbildenden Sounds greift Polar mal wieder in die Zauberkiste: beschwörende, dronen-artige Endzeit-Horns, gepaart mit Jahrmarkt-Orgel und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Stimm-Fetzen. Andersartig und innovativ. Definitiv. Teebee bearbeitet auf der anderen Seite noch einmal Space Age'. Zwar nicht besonders innovativ, dafür um so raviger. ][ lightwood
Paul Edge - Invisible - Res
1994 entfachte ein Herr namens Dave Clarke mit Red 1 und Red 2 einen ungeheuren Begeisterungssturm, der unzählige Nachahmer auf den Plan rief. Diesem ganz eigenen Sound kann sich Paul Edge wohl immer noch nicht entziehen und erfreut uns mit dem Zehntausendsten und dann vielleicht doch mal letztem Red-2-Plagiat, das nicht annähernd dem Original nahekommt, dem allerdings eine leicht verstaubte Danceflooreignung nicht abzusprechen ist. ][ motik
Bolz Bolz - Take a walk - Fels
Der Kölner Bolz Bolz hat sich für diese Platte Justin Berkovi und La Monde als Remixer ins Boot geholt mit dem Ergebnis, daß man sich nur schwer für einen der Mixe entscheiden kann. Das Original wird bestimmt von einem melodischen und dennoch kitschfreiem Thema und eindringlichen Sprachsamples und erinnert in Teilen an Produktionen von Kevin Saunderson. Berkovi macht sich ebenfalls das Grundthema zu eigen, schielt aber etwas mehr Richtung Tanzfläche ohne sich vom Original allzuweit zu entfernen. La Monde präsentiert sich sehr düster und kommt ohne den melodischen Teil aus. Alle drei Mixe verdienen Bestnoten. Das zugehörige Album gleichen Namens hält dieses Niveau mühelos durch einen gekonnten Mix aus traditionellen Elementen und ausgekochten Soundtüfteleien zwischen Elektro, New Wave und Techno. ][ motik
Daz & Diz - Fango EP - Resident
Daz Sound und Richard Dearlove verbinden ihren unterschiedlichen Background zu einer explosiven Housemischung. Neben einem energetischen Discohousetrack und einem etwas überladen wirkenden und mit einem unnötigen Gitarrenintermezzo sich selbst diskreditierenden Housestück ist Gewinner der Platte das an alte Pierretracks erinnernde "Monoculture". Allen drei Stücken ist eine nach vorne gehende Bassline gemeinsam, die den nötigen Druck für die Tanzflächen erzeugt. ][ motik
Slobodan - Trauma Hounds - Shokoy
Advanced Techno mit dichten Basslines des Slowenen Slobodan, der durch liebevolle Detailarbeit weit über dem Standard liegt. So langsam sollten auch die Stuttgarter dahinterkommen, daß Shokoy eine Topadresse in Deutschland ist, aber man kennt das ja, der Prophet im eigenen Lande... ][ motik
Ghost - 02 - Native Diffusion
Native Diffusion ist ein Sublabel von Shokoy und bewegt sich soundtechnisch in ähnlichen Gefilden. Ghost ist ein Projekt der Schweden Skoog und Ehrlin, das mit ausgefeilten Sounds Akzente im Advanced Techno-Bereich zu setzen fähig ist. ][ motik
Simon V - Bomb on the Beach - Santorin
Walking...
Nun man stelle sich das mal vor:
Da sitzt man friedlich am Strand und dann kommt eine Frau entlang, und ... wie, so war das nicht gemeint ? hm ... dann anders: Du sitzt am Strand und da fliegt ein Flugzeug über Dir und plötzlich schreien alle "ein Bomber". Du guckst doof und nimmst schnell noch einen Schluck Sonnencreme zu Dir, ja, das tut gut ... Bomb on the beach ... Ein solcher Titel kann nur einem wahren Romantiker einfallen. Und da wären wir auch schon bei der Musik: Die klingt nämlich a) wie new romantics go d+b (zum Glück instrumental) und b) wie new wave goes d+b (auch instrumental), trotzdem ziemlich gewaltätig das Ganze, tststs ... , Simon.
Die Remixe: Da haben die Santorinis für ihre Remixe aber nett gewählt, griffen sie zu Polar aus Norwegen, der ihnen auch einen schönen galant gleitenden Remix von Rainclouds gezaubert hat und zu Debutant Cycom aus Frankfurt, der auf der B-Seite den eigentlichen Gewinnertrack knackig, knarzend funkig, naiv spannend und neuartig stellen durfte. So macht d+b auch wieder Spass ... ][ neon tse tse
Hardcell - Aggressions - Evil Deception
Hypnotischer Advancedtechno mit einer bösen und dichten Atmosphäre, der den Hörer auf die Tanzfläche bannt. Hinter Hardcell steckt der Schwede Nils Danielsson. ][ motik
Ibrahim Alfa - Gangster Chick EP - Hörspielmusik
Variable 12'Inch des Mosquito-Acts, die vor allem durch das von einem monumentalen Bass und obskuren Geräuschen unterlegte Elektro-/Big Beat-Monster "The dead zone" zu überzeugen weiß. ][ motik
Thomas Schumacher - Remixes - Spielzeug
The Advent und Ben Long legten Hand an irgendwelches Liedgut von Thomas Schumacher. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, unspektakulärer Advanced Techno, bestens geeignet als Füllmaterial. ][ motik
Dave Tarrida - Scream Therapy - Tresor
Auch wenn Tarrida zwischenzeitlich in Barcelona wohnhaft ist, klingt seine Musik weiterhin - mit einer housigen Ausnahme - größtenteils schottisch und das ist gut so. Finsterböse verquere Sounds und komplexe Beatstrukturen mit Freudentränenappeal für Fortgeschrittene lassen uns dem Winter gelassen entgegenblicken. ][ motik
Diskordia - So big and so close - Tresor
Diskordia ist eine kroatisch-serbische Koproduktion der Herren Darko Veble und Mario Vrbanac, die mit vorliegendem 4-Tracker ihre zweite Veröffentlichung auf Deutschlands Techno-Imprint Nummer 1 vorweisen. "So big and so close" ist tanzflächenfunktionaler und professionell produzierter Detroittechno. Solide, aber sicher kein Meilenstein auf dem Kultlabel. ][ motik
Dave - Feeling - Decore
David Krasemann, der auch schon auf Raum...musik veröffentlichte, sorgt mit trockenem und reduziertem Tech-House für den Opener auf dem Label-Rookie Decore. Die entspannten Tracks beweisen einmal mehr, daß weniger auch mehr sein kann. ][ motik
Glenn Vernon - Tell Me` Ep - Soiree Records
deep, intelligent, late night, body music, so
der Subtitel von dem bereits zehn Jahre
opperierenden house-label aus Detroit ...
deep ,intelligent, late night, body music
paßt auch wunderbar als Beschreibung
für diese schöne und vielseitige Ep des Sängers Glenn Vernon ... schlicht und schön. ][ neon tse tse
Taxi - People come runnin - infracom!
Hier kommen sie also angerannt: Paul Cullen, Simon Lovejoy und Jo Lanndy, jene Neuentdeckung Michael Rüttens, die unter dem Namen Taxi firmiert und äußerst sinnlich sich ins Gedächtnis einzunisten versucht. Daß infracom! nebenbei zur aktuellen Napster-Debatte Stellung bezieht und zum vorsätzlichen Plündern von Jos Gesangslinien aufruft, macht diese 12 nicht weniger interessant, als die gelungenen Needs- und Dixon-Remixe, die es vermögen, dem Original ihren eigenen Charm aufzuzwingen. Dezent verpacken sie den gehaltvollen Basslauf und den betörenden Gesang des Originals mit pumpenden Drums und sorgen so für infracom!s erste Houseplatte. ][ mb
Atjazz feat. Dawn B. - Harmony - Mantis
Englands neue Deep-House-Helden sorgen zur Zeit für allerhand Rummel und - und das ist schließlich viel wichtiger - genau so viel gute Musik. Nachdem es bereits auf dem limitierten LabFunk-Sampler zu hören war, erscheint Harmony nun als Maxi-Auskopplung, bevor Anfang nächsten Jahres dann das komplette Album erscheint. Frisch und ohne Scham bewegt sich der Track in einem dezenten Off-Beat voran, während Dawn B. leise ihre Stimme flüstern läßt. Ganz anders der Swag-Remix, bei dem tiefe, knarzende Bässe für viel Druck und Freude auf dem Tanzboden sorgen und somit wohl des öfteren im Club deiner Wahl zu hören sein dürfte. ][ mb
Yukihiro Fukutomi - Ep - JCR
Ein vielbeschäftigter Mann ist er, der Japaner Fukutomi, der früher für Pizzicato 5 fürs Programmieren zuständig war. Und nachdem das Demo-Tape seines demnächst erscheinenden Albums bereits in Gilles Petersons Radioshow auftauchte, wurde er regelrecht mit Labelanfragen überhäuft. Leider spiegelt sich dies auch in den hier vorliegenden Produktionen wieder, wirken sie doch teilweise noch ein wenig unfertig. Thema ist eindeutig Fusion, hier und da verschmelzen schnelle, gebrochene Rhythmen mit Disco-Style-Synthies und P-Funk-Bässen. David-Bowie-artiger Gesang, trifft auf Jazzschlagzeug, schafft es aber nicht, die mangelnde Vielfalt in Aufbau und Arrangement wettzumachen. Ein banaler Tanzflächenfüller ist diese Platte aber auch nicht. Lediglich Music is the healer weiss sich klar als 2Step-Track zu erkennen zu geben, wobei sich das Stück stark verdächtig nach einem alten House-Klassiker anhört. ][ mb
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