OUK das zweiund30ste ± saugstark & streifenfrei ± Aug/Sep 01 the green man

In Köln gibt es sonntags frisch geschlagene Schlagsahne beim Bäcker zu kaufen. In Köln gibt es Grüne Männchen, die sogar in Kanada Drum’n’Bass auflegen. Köln ist eine der Drum’n’Bass-Brutstätten in Deutschland.

Heiner Kruse wohnt in Köln, ist 34 Jahre alt, lebt Drum’n’Bass-Musik und kauft sonntags frisch geschlagene Schlagsahne beim Bäcker in Köln.

Namedropping: Basswerk, Keyboards, Klute, Jungle-growers, drumandbass.de. Authentizität, Vertriebsfragen und nicht zuletzt das anstehende Album sind einige Anhaltspunkte des nun folgenden Interviews in der Schanzenstraße. Lies!

N E U E   V E R P A C K U N G
[Namenswirrwarr, Labelcheck, Kombinationen]

ouk: Woher stammt der Name ‚The Green Man‘?

TGM: ‚The Green Man‘ stammt von dem gleichnamigen Shut Up And Dance-Stück. Ich habe es damals die ganze Zeit gehört, als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe. Und auch mit Laszlo habe ich es immer zusammen gehört. Wir beide haben als Junglegrowers angefangen. Laszlo hat sich ‚Cheetah‘ genannt und mir fiel spontan ‚The Green Man‘ ein.

ouk: Dein Album steht an. Warum wird es auf Combination und nicht auf eurem eigenen Outlet Basswerk veröffentlicht?

TGM: Zuerst gab es die Überlegung eine Basswerk-Compilation zu machen. Dann stellte sich raus, daß ca. 80-90% der Stücke mit meiner Beteiligung entstanden sind. Zudem haben mir sowieso schon immer alle gesagt, ‚mach doch endlich mal ein Album‘. Zudem ist es stressig, selber ein Label am Laufen zu halten. Das beeinträchtigt manchmal deine Arbeit als Musiker, wenn du zusätzlich die Sorge hast, wie es hinterher weitergeht. Ich habe schon lange überlegt mit Philipp Maiburg in irgendeiner Art zusammenzuarbeiten und habe dann die Anfrage für die Traffic-Compilation bekommen. Es ist mir sehr leicht gefallen, ein Nicht-Drum’n’Bass-Stück zu machen. Daraufhin wollte Philipp eine LP aus Nicht-Drum’n’Bass-Stücken mit mir machen. Ich sagte ihm, daß erst die andere LP ansteht, woraufhin er mir anbot, gleich diese LP rauszubringen. Das hat mir irgendwie einen ziemlichen Schub gegeben - endlich konnte ich mich mal nur als Artist betrachten. Combination hat durch das Carhartt-Sponsoring auch mehr finanzielle und personelle Möglichkeiten als wir. Zudem finde ich den Ansatzpunkt interessant, daß sie sich als Ziel gesetzt haben, Musik mit Drum’n’Bass-Ästhetik rauszubringen, die aber nicht auf das Tempo fixiert ist. Sie lassen mir relativ viel Freiheit, sowohl bezüglich der Soundauswahl als auch des Masterings, als auch des Designs, weil sie wissen, was ich bereits mit Basswerk gemacht habe. Philipp kennt die Basswerk-Platten von Nummer Eins an, hat sie gespielt und hat auch ein gewisses Vertrauen in meine Arbeit. Basswerk bleibt ein eigenes, unabhängiges Projekt.

ouk: Wirst du auch als ‚The Green Man‘ auf Combination auftreten?

TGM: Das mit dem Namen ist eine schwierige Geburt. Ich hatte schon immer überlegt mich ‚TGM‘ als Kurzform für „The Green Man“ zu nennen. Wenn ich an irgendwelche Leute CDRs rausgeschickt habe, habe ich immer nur ‚TGM‘ darauf geschrieben. Außerdem hatte mich die Verwechslung mit diesem anderen Techno-‚Greenman‘ genervt. Mein Name wird in Magazinen und auf Flyern auch immer wieder anders geschrieben. So haben wir jetzt beschlossen, das kurze ‚TGM‘ als Artist-Namen bei Combination zu benutzen. Ich werde weiterhin auf Basswerk als ‚The Green Man‘ veröffentlichen und auf dem Combination-Album steht ‚The Green Man‘ mit drauf, damit die Verbindung klar wird.


B A S S W E R K
[Label, Act oder One-Man-Show?]

ouk: DJ, Produzent, Labeltreibender, Veranstalter der Basswerk-Sessions, Journalist für Keyboards und beammeup - was steht bei dir an erster Stelle?

TGM: Am meisten Spaß macht mir das Produzieren, wobei das hinter allem anderen auch steckt. Partys zu organisieren und das Label zu führen sind ein schöner Ausgleich, weil ich keine Lust habe, nur im Studio zu hängen und gar nicht mehr mitzubekommen, was sonst passiert. Ein eigenes Label zu gründen und zu pflegen, ein eigenes Profil zu haben, vom Sound wie vom Erscheinungsbild oder vom Menschlichen, wie die Leute drauf sind und auftreten, das macht schon Spaß. Und damit will ich auch nicht aufhören. Nur bin ich relativ kompromißlos. Mit Basswerk haben wir unsere Linie durchgezogen. Was uns fehlt, ist eigentlich eine Vermarktungsperson, weil wir bei Basswerk ein Zwischending sind zwischen einem Label und einem Act, eher so eine Art Projekt oder Künstlerkollektiv. Die Hauptbeteiligten sind Laszlo (Cheetah), der zunehmend produziert, Marcel (Sehvermögen), seit kurzem Grischa (Flyer und mehr) und mal mehr, mal weniger intensiv Jens (J-Cut, D-Chance, drumandbass.de), wobei ich mich vor allem um die Labelarbeit kümmere. Das liegt daran, daß ich damals zunächst meine eigenen Sachen unverzüglich rausbringen wollte und so das Label startete. Ich glaube, daß ein kleines Independent-Label heutzutage der Nachfolger von dem ist, was früher eine Band war. Viel Geld läßt sich auf Anhieb erstmal nicht damit verdienen und wenn man Glück hat, wird man vielleicht bekannter dadurch. Der Vorteil ist, wenn sich eine Band zerstreitet, geht gar nichts mehr, wenn sich beim Label die Leute streiten, kann es trotzdem weitergehen, weil jeder für sich produzieren kann. Eine Labellandschaft ist zudem wichtig als Teil einer Kultur. Ich glaube die musikalische Vielfalt in England entsteht dadurch, daß es dort sehr viele Labels gibt und man den Mut hat zu sagen: Das produziere ich jetzt nicht für ‚meine Regale‘, sondern ich mache auch die Arbeit dafür, daß das unter die Leute kommt. Natürlich kann ich in Deutschland die Vertriebe verstehen, die einfach keine Kapazität mehr für noch mehr neue Labels haben. Für die musikalische Entwicklung sind viele Labels jedoch wichtig, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, daß mehr Gutes übrig bleibt, wenn hundert Labels da sind, als wenn zehn da sind. Es werden immer Sachen auf der Strecke bleiben, aber es entwickelt sich einfach auch was völlig Unabhängiges von dem was bereits da war. Ein neues Label heißt zunächst einmal, daß niemand da ist, der von vornherein Vorschriften macht, wie was zu klingen hat.

ouk: Du erwähntest, daß ihr mit Basswerk immer eure Linie durchgezogen habt. Wohin geht der Kurs? Was ist eure Philosophie?

TGM: Basswerk ist aus den Partys heraus entstanden und dementsprechend sind die Stücke, die auf Basswerk erscheinen, lange vorher getestet und ausgearbeitet worden. Junglegrowers und Basswerk gehören zu den ersten Drum’n’Bass-Labels in Deutschland. Es gibt den Leuten, die in der Stadt produzieren einen Schub, wenn sie wissen, sie müssen ihr Tape nicht an irgendeine Adresse schicken, sondern können es direkt jemandem in die Hand drücken. So bekommt man sehr viel Musik. Wir haben die dann gespielt und was uns davon interessant erschien, haben wir rausgebracht.

ouk: Beschreibe doch mal eure Soundvorstellung.

TGM: Der Sound ist tanzbar, gleichzeitig experimentell und er ist auch vielseitig. Die Faszination von Jungle am Anfang war, daß alles erlaubt war. Heute gerät das manchmal in Vergessenheit. Daran wollten wir schon mit der ersten Basswerk Sessions CD erinnern. Die Philosophie bei den Basswerk-Partys war immer, eine musikalische Reise zu unternehmen. Außer Jump-Up sind alle Stilrichtungen von Drum’n’Bass vertreten. Das spiegelt sich auch in den Produktionen wieder. Als ich angefangen habe zu produzieren, sind da eher ‚Opener‘ rausgekommen, Stücke, die man früh am Abend spielt. Mit der Zeit entstanden härtere Stücke, die eher für die Peaktime geeignet waren. Jetzt habe ich auch eines gemacht, ‚Tender Suicide‘, wo ich genau weiß, das spiele ich besser nicht vor vier Uhr. Dann ist es allerdings genau richtig.


F O R M A T E
[Video, DVD, Vinyl-Alben, CD-Dubplates, Split-Maxis]

ouk: Was mir im Kölner Raum immer wieder auffällt, ist, daß die visuelle Komponente auf den Partys eine wichtige Rolle spielt. So sind weniger Dias oder Deko zu sehen, sondern viel mehr ein interaktives Spiel von Video und Audio. Ist das bei euren Basswerk-Partys bereits Pflicht? Wie kam es dazu?

TGM: So etwas entsteht immer ein bißchen durch Zufall. Nach drei Jahren im Club ‚Underground‘ hatten wir das Gefühl, wir wollen etwas verändern. Das ‚Underground‘ hatte leider auf Mainstream-Programm umgeschaltet. Da haben wir drei Jahre lang Partys gemacht, bei denen wir eigentlich nur deutsche Leute eingeladen haben und das paßte einfach dahin. Es kostete 6 DM Eintritt und funktionierte. Dann haben wir als Location das Gebäude 9 bekommen, wo man ganz andere Sachen inszenieren und mal einen Engländer einladen kann, mehr Leute braucht und wo der Raum auch wesentlich höher ist. Wir haben Marcel (Sehvermögen) kennengelernt, der Lust auf Drum’n’Bass hatte. Die ganzen Videos, die er von Anfang an gemacht hatte, waren von der Ästhetik her auf Drum’n’Bass ausgerichtet. Das gefiel uns und seine Bilder waren somit von Anfang an fester Bestandteil unserer Basswerk Sessions. Wir haben das Gefühl, daß das die Party bereichert. Es ist eine Dimension dazugekommen und alles wirkt sehr homogen.

ouk: Wird es zu deinem Album auch ein Video geben?

TGM: Wahrscheinlich. Aber es wird vor allen Dingen demnächst eine DVD geben. Die monatlichen Partys mit Videoanimationen machen wir seit März 1999 und mit der DVD wollen wir das dokumentieren.

ouk: ... auf Basswerk?

TGM: Das kommt vermutlich auch auf Combination raus, weil es wieder schwierig wird, das Ganze vorzufinanzieren. Philipp gefällt die Idee und er glaubt an die Sache. Der Vertrieb muß auch offen für so etwas sein. In Amerika ist die DVD bereits viel verbreiteter als hier. Hier wird die DVD ihren Siegeszug noch antreten. Viele Vertriebe sagen noch, daß sie davon keine Ahnung haben. Bei der DVD oder bei Basswerk geht es auch darum, neue Sachen auszuprobieren.

reizvoller eine DVD zu machen als nur eine Basswerk-Sessions-Vol. 2-Compilation.

ouk: In welchem Vinyl-Format wird dein Album erscheinen? Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche Konzepte. Ich selbst kaufe mir z. B. selten ganze Alben auf Vinyl, weil man letztendlich sowieso nur ein oder zwei Tracks davon effektiv spielt. Es stellt sich die Frage: Gebe ich dafür 80 DM aus?

TGM: Wenn es eine Basswerk-Compilation geworden wäre, hätte ich alle Stücke einzeln als Maxis rausgebracht. Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht. Viele Labels veröffentlichen irgendwann eine CD, die hauptsächlich Material beinhaltet, das vorher schon auf Maxi erschienen ist. Wir hatten damals mit der ersten Basswerk-Sessions-Compilation versucht, die ganze Compilation thematisch aufzuteilen in zwei Doppel- und eine Einzel-Maxi. Aber wie du es auch drehst und wendest, eine Album-Vinyl-Veröffentlichung als deutsches Label war zumindest bislang finanziell schwierig. Jetzt machen wir ein klassisches Album, das in England gemastert wurde. Dadurch konnten wir zwei bzw. drei laute Tracks auf eine Seite packen, insgesamt 13 Tracks auf vier Platten. Ich glaube es ist ein vielseitiges Album geworden. Vinyl- und CD-Version sind leicht unterschiedlich und berücksichtigen das jeweilige Format. Zusätzlich gibt es eine Vorab-Maxi, die das Album nicht repräsentieren, sondern ergänzen soll. Vinyl ist zwar teuer, aber ich liebe Vinyl. Jedoch habe ich als DJ auch keine Hemmungen mal ein Stück von CD zu spielen. Ich kann mit dem CD-Player umgehen und brauche mein Geld einfach noch für andere Sachen.

ouk: Wenn man dich auflegen hört, mixt du tatsächlich viel mit CDs. Boykottierst du gänzlich das im Drum’n’Bass weit verbreitete Dubplate-Schneiden?

TGM: Ich will das nicht boykottieren in dem Sinne, daß ich es blöd finde. Ich will es mir auch nicht aufzwingen lassen, weil es cool ist. Sondern ich nehme einfach die Arbeitsweise, die sich ganz natürlich aus meinem Arbeitsprozeß ergibt. So produziere ich ein Stück, mische es ab, lasse die Einstellungen am Mischer so stehen und will dann im Club hören, wie es klingt. Hinterher nehme ich es im Studio nochmal neu auf und ändere, was mir im Club nicht gefallen hat. Das könnte ich mit einem Dubplate gar nicht machen. Es dauert erstens zu lang bis es da ist, und zweitens kostet es eine Unsumme Geld. Mit meiner Arbeitsweise kann ich eben am gleichen Abend das Stück abmischen und am nächsten Tag verbessern und wieder spielen.

ouk: Stichwort ‚Split-Maxis‘ - ein Konzept, das sich bei Basswerk schon immer durchgezogen hat?

TGM: Ja, das hat sich von Anfang an durchgezogen. Ich finde Maxis interessant, die zwei Seiten haben, die unterschiedlich sind. Oft produziert ein Künstler einen guten Track und muß dazu noch eine B-Seite machen. Das kann auch interessant sein, wenn die B-Seite experimentell ist. Aber gerade als neues Label, das versucht Fuß zu fassen, haben wir uns eigentlich vorgenommen mit zwei A-Seiten zu überzeugen.

ouk: Aber zwei A-Seiten können doch auch von einem Künstler kommen...

TGM: Das hängt davon ab, was an Material da ist. Wir haben nicht von Anfang an unsere ganzen Produktionen als perfekt angesehen. Man konkurriert aber im Endeffekt mit den perfektesten Produkten, wenn man zum gleichen Preis im Plattenladen erhältlich ist, wie z. B. der neuen Metalheadz. So fand ich es sinnvoll, von jedem Künstler das aktuell beste Stück zu releasen, als von jedem das erst- und zweitbeste. Wir wollten als Gesamtprojekt auch nicht so schnell in einer Schublade landen. Ich gebe zu, wenn jetzt zwei Künstler auf unterschiedlichen Leveln gewesen wären, hätte das nicht unbedingt Sinn gemacht. Es ging auch darum, mehrere Artists auf dem Label zu etablieren und zu motivieren. Für jeden Künstler ist es ein enorm großer Motivationsfaktor, wenn er den ersten Release hat. Und den ersten Release konnte man dadurch für so manchen Künstler eher verwirklichen. Viele begreifen jedoch nicht, daß man damit nicht gleich das große Geld verdienen kann. Ich habe für Basswerk eigentlich immer eher Leute gesucht, die eine Crew bilden, die zusammenarbeitet und bei der jeder einen Teil der Arbeit übernimmt. Daher finde ich auch wieder den Vergleich von Label und Band sehr angebracht, denn die meisten Labels sind Crews.


A K Z E P T A N Z & H E R K U N F T
[Vertriebe, Die Fantastischen Vier, Technik-Kompetenz]

ouk: Du warst vor kurzem in Kanada...?

TGM: Ich habe auf Partys in Toronto, Montreal und einige Male im Radio aufgelegt und noch zwei Stücke produziert.

ouk: Wie ist dort das Interesse speziell an deutschem Drum’n’Bass? Glaubst du, daß die Akzeptanz allgemein im Ausland gewachsen ist?

TGM: Ja. In Kanada schlug mir sehr viel Interesse entgegen, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Viele deutsche Drum’n’Bass-Platten sind absolut konkurrenzfähig. Das Problem ist nur, daß sie überhaupt erstmal irgendwo hinkommen müssen. In Amerika ist es z.B. so, daß sie in kleinen Stückzahlen zu bekommen sind und die dann für ‚Rumours‘ sorgen, weil wenige DJs sie haben, spielen und die Leute nachfragen: Was ist das? Wo bekomme ich das? Es macht auf jeden Fall schon die Runde, daß aus Deutschland auch sehr gute Platten kommen. Jetzt müssen nur noch die Vertriebe den besten Platten eine Chance geben. Anders verhält es sich mit einem DJ-Auftritt. Ich kann verstehen, daß es aus der Sicht eines ausländischen Promoters kein großes Geschäft ist, deutsche Acts zu buchen, bevor diese nicht vor Ort richtig bekannt sind. Ich habe zum Glück dort Leute gehabt, die schon Jahre lang von mir CDs geschickt bekommen haben, meine Sachen mögen und mich gebucht haben.

ouk: Also liegt der Schwachpunkt deiner Meinung nach im Vertriebsbereich?

TGM: Ja, wobei sich da die Frage stellt: was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Die Leute, die im Vertrieb arbeiten sind überlastet. Die haben zum Teil gar keine Zeit, sich die Musik anzuhören. Die müssen eine Flut von Neuheiten bewältigen und zuallererst natürlich das Pflichtprogramm bestellen, also die bekannten englischen Labels. Der Plattenladen hat das gleiche Problem und sogar noch viel eher, weil er weniger finanziellen Spielraum hat. Die bestellen zehn Platten, bei denen sie genau wissen, daß sie sie verkaufen werden, z.B. eine neue Metalheadz. Bei einem unbekannten Label, von dem sie vorher nichts gehört haben, ist das ein Risiko. Aber eine gute Platte verkauft sich, egal von wem sie ist. Deshalb sollten deutsche Labels vor allem ihre erfolgreichsten und nicht nur die neuesten Platten exportieren.

ouk: Was willst du deutschen Drum’n’Bass-Produzenten mit auf den Weg geben?

TGM: Ich finde es wichtig, daß die Leute in Deutschland einen Sound machen, der ihrer eigenen Herkunft oder Vision entspricht. Deshalb würde ich jetzt auch eine Lanze brechen für die Fantastischen Vier. Auch wenn andere HipHop-Produktionen rauher klingen oder näher an amerikanischen Produktionen sind, haben die Jungs trotzdem was gemacht, was irgendwo mehr ‚deutsch‘ ist und daher authentischer. Die Kopie kann nie soviel Erfolg haben wie das Original. Im Ausland gibt es genug Interesse an deutscher elektronischer Musik. In Amerika nehmen sie deutsche Namen, am liebsten mit einem ‚K‘ drin, um technisch zu klingen. Das ist dort hip. Deutschland wird Kompetenz in Sachen technischer Musik zugestanden. Natürlich muß man Respekt vor England als Ursprungsland des Drum’n’Bass haben, aber wir müssen trotzdem unser eigenes Ding machen, um eine echte Alternative zu sein. Die Engländer sind von der Mentalität so, daß sie aus Deutschland eher etwas interessiert, wenn es anders klingt. Zumindest trifft das auf diejenigen zu, die wirklich am künstlerischen interessiert sind. Im Drum’n’Bass fallen mir zwei Grundhaltungen auf: einmal die sportliche Wettbewerbsgrundhaltung, wo es in erster Linie darum geht, wer die neuesten und härtesten Scheiben hat, die noch niemand gehört hat und dann die künstlerische Grundhaltung, wo es eher um die Entwicklung von neuen Stilen oder die Wirkung von Musik an sich geht und weniger um Namedropping, Aktualität oder Exklusivität.

ouk: Wie siehst du im Drum’n’Bass-Bereich die Situation der Produzenten in Deutsch-land? Ich denke, bislang gab es zu wenige, um ein komplettes deutsches Drum’n’Bass-Ding zu präsentieren. DJs, Veranstalter und Labels gab es schon immer viele.

TGM: Ich bekomme immer mehr Demos zugeschickt. Ich denke, da draußen tut sich eine Menge. Bei mir war es auch so, daß ich das Produzieren angefangen habe, mehr ernst zu nehmen, als ich immer mehr Leute um mich herum hatte, die das auch gemacht haben. Es hilft, wenn man von so etwas nicht nur abstrakt in der Zeitung liest, sondern mal konkret mit jemandem zusammenarbeitet, der das lebt und auch davon lebt. Das ist einfach ein Prozeß, der eine sehr lange Zeit in Anspruch nimmt. Ich glaube, in Deutschland hat es später angefangen als in England, weil es zu wenig Leute gab, die genug Kraft hatten, das jetzt völlig auf sich alleine gestellt durchzuziehen. Wenn hingegen dein Kumpel nebenan und der Kellner in der Bar was machen und man sich trifft und sich gegenseitig seine Sachen vorspielt, dann ist es leichter, das durchzuziehen. Hinzu kommt der technische Fortschritt, der es immer mehr Leuten ermöglicht zu produzieren, z. B. mit Reason. In England ist alles stark auf London fixiert und diese eine Stadt hat ein unglaubliches Entwicklungstempo. Das wird wohl in Berlin vergleichbar werden. Ansonsten ist Deutschland eher zersplittert, was aber auch gut sein kann, weil dadurch unterschiedlichere Ansätze entstehen. Zudem beeinflußt die Umgebung den Sound. Wenn du dir Drum’n’Bass aus Frankfurt anhörst, klingt das nunmal ein bißchen technoider.


Y O U D E C I D E
[Marktwirtschaft, Professoren, Behördengänge]

ouk: Wie wird der Titel deines Albums lauten?

TGM: ‚You decide‘. In erster Linie geht es mir um die Musik, die letztendlich ein momentanes Lebensgefühl ausdrückt. Für mich ist Drum’n’Bass auch ein bißchen Anarchie, obwohl es auch ‚Drum’n’Bass-Soldaten‘ gibt. Da es statt einer Compilation ein Solo-Album geworden ist, kann ich Dinge, die mir persönlich auf der Seele liegen, im Titel und in einem Text ausdrücken.
Jeder kann selbst entscheiden, was er macht und jeder sollte nicht jemand anderen verantwortlich machen, wenn er selbst nicht das macht, was er machen will. Oder daß das Fernsehen eine Art Droge ist, die dich passiv und deine Entscheidungen manipulieren kann, aber nicht muß.
Oder etwas mehr politisches: Als die DDR gescheitert ist, war ich gerade an der Uni und die radikaleren Marktwirtschaftsprofessoren haben auf einmal Oberwasser bekommen. Die Diskussion, ob jetzt Marktwirtschaft oder Zentralwirtschaft sinnvoll ist, war mit einem Schlag gelöst. Marktwirtschaft gilt jetzt als die einzige Lösung und seitdem wird sie überall angewendet, weil diese Professoren starken politischen Einfluß haben. Die ganzen Studenten werden von diesen Leuten erzogen und übernehmen dieses Denken oft mit zu großer Selbstverständlichkeit, weil sie einfach nur ihr Studium abschließen wollen. Das ist aber totale Schwarzweiß-Malerei, wenn Wettbewerb als Lösungsprinzip für alle möglichen Fragen als Optimum genommen wird. Ich habe es an der Uni erlebt. Da war ein Typ, in dessen Vorlesungen du eigentlich gar nicht gehen mußtest, denn es war immer klar, daß jedes Problem, das auftaucht, vom Wettbewerb gelöst wird. Der Typ war bei den fünf Weisen. Es kommt ja bei den Nachrichten an erster Stelle, wenn die fünf Weisen irgendetwas sagen. Das ist einfach krass.
Ob eine Großmutter mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren kann, das kann man nicht damit lösen, indem man das Ganze privatisiert, weil damit eben nicht soviel Geld zu verdienen ist. Die Abkehr vom Kommunismus hatte zur Folge, daß man nun sagte: Es ist veraltetes Prinzip oder verbotenes Dogma, Güter vom Staat für schützenswert zu erklären (... nach dem Motto: Der Staat darf nicht wie in der DDR vorgeben, was gebraucht wird, weil das ineffizient ist.). Doch meiner Meinung nach brauchen wir z. B. eine funktionierende Eisenbahn und ein gutes Gesundheitssystem, auch wenn sich das nicht rentiert. Dafür gibt es Steuern. Es wird ja auch nicht alles billiger, wie z.B. die Telefon- oder Stromgebühren. Das wird einem vorgegaukelt. In Wirklichkeit steigen oft die Preise und davon wird wieder etwas abgezogen. Und es wird dir etwas von deiner Zeit geraubt, wenn du durchblicken willst.
Wenn jetzt das Rabattgesetz kommt, wird der Grundpreis eben teilweise erst einmal höher angesetzt und wenn du clever genug bist, kannst du ihn runterhandeln. Aber die ‚normale‘ Oma, die keine Lust hat zu handeln oder ein solider Arbeiter, der sein Leben lang anständig die Arbeit gemacht hat, kommt damit vielleicht nicht klar. Das ist nicht unbedingt jedermanns Mentalität.
Profitieren werden letztendlich immer diejenigen mit der größten Profitgier und Cleverness. Wenn Geld nicht die erste Priorität in deinem Leben ist, siehst du eher alt aus. Da sollte der Staat etwas dagegenhalten. Vielleicht stehe ich der amerikanischen Kultur oder Globalisierung skeptisch gegenüber. Trotzdem ist es schwer, wenn du in dieser Welt lebst, in der das alles passiert, dich dem ganzen zu entziehen. Du kannst ja nicht einfach sagen, ich finde das alles scheiße. Entweder mußt du dann auswandern oder du hast ständig Ärger am Hals.
Ich finde, man sollte seine Energie für das aufheben, was einem wichtig ist, und muß sich dann vielleicht mit unangenehmen Dingen, wie z. B. Behördengängen, Preisvergleichsforschungen oder mit der Umwelt, in der man lebt, arrangieren. Bei ‚You Decide‘ geht es darum, daß du dir dessen bewußt bist, daß es so ist und daß du selber, obwohl diese Scheiße existiert, immer noch die Wahl hast zu sagen, ich setze hier und da meine Prioritäten. Und vielleicht darum, daß man auch mal den Mund aufmacht und seine eigene Meinung dazu sagt, obwohl man als einziger nicht in der Lage sein wird, das System zu ändern.

Z U K U N F T S P E R S P E K T I V E N
[Spätzünder, Vollzeit-Drum’n’Basser, Reiseträume]

ouk: Kannst du ausschließlich von Drum’n’Bass leben?

TGM: Es bewegt sich jetzt dahin. Ich will auf jeden Fall die Freiheit haben, Drum’n’Bass nur so zu machen, wie ich es will. Somit nehme ich in Kauf, daß ich nebenher noch andere Sachen machen muß, mit denen ich mein Geld verdiene. Wobei, wenn ich jetzt für die Keyboards schreibe, ist das ein Zwischending, wo man das technische Know-How, das man durch Drum’n’Bass erlernt hat, anwenden kann. Ansonsten mache ich es bis auf ein paar Freiberufler-Jobs Vollzeit.

ouk: Aber das war bei dir auch mal anders. Du hast BWL studiert. Was war denn die Initialzündung Musiker zu werden? Oder anders gefragt: Warum das sichere Leben aufgeben zugunsten einer unsicheren Zukunft?

TGM: Ich bin ein ziemlicher Spätzünder. Ich habe bereits 1986 etwas auf einem Synthie gemacht was in die Richtung Information Society (Tommy Boy) ging. Ich fand das supercool, aber alle Freunde, denen ich das vorgespielt habe, haben darüber gelacht und jeder hat dir gesagt: schön, aber das ist doch nur ein Hobby. Ich hatte nicht genug Selbstbewußtsein zu sagen, nein - das ist mehr! Das hat sich erst im Laufe der Jahre ergeben. Es gibt sehr viele Leute, die davon träumen, Musik zu machen, aber immer sagen, ich muß erst noch dieses oder jenes Projekt erledigen, mit dem Ergebnis, daß sie im Endeffekt nie dazu kommen. Zwei meiner besten Kumpels sind im Alter von 25 Jahren gestorben. Der eine hatte noch kurz vor seinem Tod angefangen, Musik zu machen. So habe ich mir gedacht, ich mache das, was ich letztendlich wirklich machen will, nicht erst wenn ich todkrank bin, sondern vorher.

ouk: Wie lange hast du nach deinem Studium gearbeitet?

TGM: Überhaupt nicht. Ich habe nur als DJ gearbeitet und lebe eigentlich seit 1991 davon.

ouk: Aber nicht nur als Drum’n’Bass-DJ...?

TGM: Nein, ich habe alles mögliche aufgelegt. Wobei dadurch auch das Drum’n’Bass-Auflegen erst entstanden ist. Drum’n’Bass war schon von Anfang an eine Musik für Musiker und Vielhörer. Es macht einem DJ Spaß, wenn er nicht immer dasselbe auflegen muß. Ein Nicky Blackmarket würde sich wahrscheinlich freuen, wenn er mal einen Abend ganz andere Musik auflegen dürfte.

ouk: Wie sieht deine Zielsetzung aus? Wo willst du in zehn Jahren sein?

TGM: Ich will davon leben können, Musik zu machen.

ouk: Hast du Träume?

TGM: Es war ein wunderbares Erlebnis, ins Ausland zu fahren und dort nicht ein normaler Tourist zu sein, sondern empfangen zu werden, Leute zu treffen, mit denen man direkt was gemeinsam hat. Ich muß gar nicht lange in den Urlaub fahren. Ich stelle mir das sehr schön vor, Musik zu machen, damit ab und zu durch die Welt zu reisen und andere Sachen zu sehen.


A U T H E N T I Z I T Ä T
[Kinderlieder, Equipment, Zufallsprodukte]

ouk: Hat das Reisen Einfluß auf deinen Sound?

TGM: Ja, das finde ich auch einen sehr wichtigen Punkt. Die Musik, die man macht, sollte einen authentischen Bezug zu einem selber haben. Von meiner musikalischen Vorgeschichte her, habe ich neben meinem DJ-Repertoire Yello, Wally Badarou, Air, Dead Can Dance oder ähnliche Sachen gehört. Mein Vater und mein Onkel haben dagegen beide in Jazzbands gespielt. Irgendwie vermischt sich das alles zu einer Erfahrung und mit jeder Reise, die du machst, kommt eine Erfahrung hinzu. So finde ich, daß man beim Samplen nicht nur auf irgendwelche hippen Sample-CDs zurückgreifen sollte. Es gibt genug Material, z.B. von den Lieblingsstücken, die man als Kind gehört hat, was man samplen kann. Beim Samplen habe ich die Philosophie, daß ich nie eine Sequenz sample, außer vielleicht bei den Drums, aber nie eine Melodielinie, sondern immer nur einzelne Sounds, die ich dann bearbeite und selber spiele. Man entwickelt sich ständig weiter, hört neue Sachen und wird durch andere Musiker und vor allem durch neue Platten beeinflußt. Ich nehme mit dem Mikro viele Sounds selbst auf, was man bei einigen Stücken nicht nur in den Athmos hören kann. So wird ein zu Boden fallender Skischuh zur Snare... Die LP ist letztendlich sehr authentisch geworden, zumal noch die zwei Tracks dabei sind, die auf der Reise nach Kanada entstanden sind. Die Musik muß dein Individuum widerspiegeln.

ouk: Was für eine Rolle spielt die Technik bei deinem ganzen Produktionsprozeß? Beeinflußt die Technik deine Musik?

TGM: Auf jeden Fall. Dein Equipment gibt dir eine bestimmte Arbeitsweise vor bzw. du hast im Idealfall eine Vorstellung deiner Arbeitsweise und stellst dir danach dein Equipment zusammen. Jedes Equipment hat seine Vor- und Nachteile, wobei das auch nicht schlimm ist. Daraus kann sogar ein Stil entstehen. Denn man lernt, damit umzugehen und erkennt, daß es klug ist, bestimmte Dinge so zu machen, wie es das jeweilige Equipment ermöglicht. Bei der Zusammenarbeit mit Klute habe ich gelernt, daß es bei der Musik auch einen bestimmten Punkt gibt, an dem man vielleicht besser versuchen muß, die totale Kontrolle abzugeben und Dinge geschehen zu lassen, Zufallsprodukte zuzulassen, anstatt immer nur nach Perfektion zu streben. Ich glaube was auch meine Musik beeinflußt hat, ist, daß ich hier in einem Studio bin, wo ich sehr laut hören kann. Ich kann hier Krach machen ohne Ende, richtig in der Musik versinken und ich glaube das hört man den Stücken auch ein bißchen an. Es entsteht ein anderes Feeling dadurch.


U K - C O N N E C T I O N
[Klute, Aquasky]

ouk: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Klute? Es ist nicht gerade üblich, daß ein Engländer im Drum’n’Bass-Bereich offen eingestellt ist und sogar mit einem Deutschen kooperiert.

TGM: Bei Klute habe ich schon beim ersten Gespräch - ich habe damals ein Interview mit ihm für die beammeup gemacht - gemerkt, was für ein offener Typ er ist. Auf unseren Partys haben wir meistens Leute eingeladen, die wir persönlich kannten und weniger Agenturen benutzt. So haben wir ihn zur Basswerk Session eingeladen. Er hatte mir regelmäßig seine Sachen geschickt, ich hatte ihm regelmäßig meine Sachen geschickt. Als er gerade seine LP produzierte, rief er an und fragte ob ich Zeit hätte mit ihm ein Stück zu produzieren. Dann ist er für eine Woche nach Köln gekommen. Wir haben ‚Chirashi‘ produziert, was jetzt auf Basswerk 13 rauskommt. Daraufhin haben wir noch zwei weitere Stücke produziert, ‚Chicks‘ und ‚Lost‘. ‚Chicks‘ ist hier in Köln entstanden, ‚Lost‘ bei ihm in London, auch wenn Athmos vom Stuttgarter Bahnhof mit drin sind... :-)

ouk: Hattet ihr nicht auch mal was mit Aquasky zu tun?

TGM: Als ich die erste Junglegrowers Platte rausgebracht habe, war ich drei Tage in London. Die Platte war geschnitten, ich hatte ein Dubplate und einen Abend Zeit. Ich bin in einen Club gegangen, wo zufällig jemand von Aquasky aufgelegt hatte, habe ihm das Dubplate gegeben und ihn gefragt, ob er es spielen möchte und er hat es sofort gespielt. Die Jungs waren ziemlich locker, aber wir haben nie irgendetwas zusammen produziert. Laszlo hat später dann einmal ein Bild für das Cover ihrer ‚Orange Dust‘ LP gemalt.

ouk: ... d. h. du bist einfach in den Club gerannt und hast dem DJ deine Platte in die Hand gedrückt?
TGM: Ja, ich hatte ihn natürlich nicht belagert, sondern höflich gefragt, wobei ich später die Hände überm Kopf zusammengeschlagen habe, weil es 1996 war, das Stück ein Tempo von 175 BPM hatte und er sie auf -8 abgespielt hatte.


T R A T S C H & C L I N C H
[Kölle-Zoff, 2Step-Swing, Der Grüne Mann]

ouk: Warum zoffen sich die ganzen Drum’n’Bass-Leute in Köln?

TGM: Leider gibt es in Köln nicht so viele Locations und es gibt auch nicht so viele Besucher für die Partys. Wenn die einen auf einmal eine gute Location haben, die anderen aber nicht, entsteht eine Konkurrenzsituation. Das Phänomen tritt in anderen Städten auch auf, so z. B. auch in Kanada. Die Crews innerhalb einer Stadt beäugen sich manchmal schräg, aber Gäste, die aus einer anderen Stadt kommen, haben wieder mit allen zu tun. Es ist schade, denn wenn sich die Kölner alle zusammenschließen würden, könnte man mit einem gemeinsamen Köln-Sound nach außen hin auftreten. Und diesen Sound gibt es ja tatsächlich. Er ist dadurch geprägt, daß es in Köln diesen einen Plattenladen gibt, Groove Attack, bei dem alle einkaufen und der auch irgendwo die Stilrichtung von allen gleichermaßen beeinflußt hat. Diesen Köln-Stil könnte man z. B. mit einem gemeinsamen Label relativ groß machen. Aber Köln splittet sich zusehends und möglicherweise kommen zu Basswerk und Shake-Up demnächst noch weitere Labels dazu. Auf der anderen Seite kann Vielseitigkeit manchmal auch wichtig sein und sich parallel mehr Verschiedenes entwickeln. Selbst wenn man in einer Konkurrenzsituation steckt, sollte man doch immer noch auf einer menschlichen, vernünftigen und gewissen respektvollen Ebene miteinander umgehen können. Mit den meisten Leuten klappt das auch. Ärger gab es nur mit einzelnen und darüber wird dann gerne getratscht.

ouk: Was meinst du zu dem ganzen 2Step-UK-Garage-Ding?

TGM: Mich stört etwas der Swing-Faktor in den Grooves in Verbindung mit dem Tempo und wenn zu viele soulige Vocals drin sind. Da finde ich amerikanische Produktionen im R’n’B-Bereich fast experimenteller. Aber es gibt auch gute 2Step-Stücke und es war auf jeden Fall eine Bereicherung für die Musik-Welt. Es ist bloß nicht so mein Ding.

ouk: Glaubst du an Außerirdische? [... Ja, es gibt sie noch, die ouk-Standardfrage!]

TGM: Klar, ich bin der Grüne Mann!

][ lightwood, simon v

 

Discographie The Green Man

Junglegrowers & Basswerk
JG 01 The Green Man Vol. 2-4
JG 02 „Smart Thoughts“ (Platform Nova (with Basztart))
BW 01 VA / „Infinity“
BW 02 „Flow“
BW 03 „Ragtime“
BW 04 Bw. Sessions 1 Electro Cutz: VA / „Berlin“
BW 05 Bw. Sessions 1 Funk Cutz: VA / „Chains“ (with Kingz)
BW 06 Bw. Sessions 1 Mellow Cutz: VA / „MKS“ (Kahluah Funk), „Adelina“ (Acoustinetics (with O. Heuss))
BW 07 „Reincarnation“ (vs. Andy 99)
BW 08 Michael Rose vs. Kinder Atom „Illegal“ (Rmx), „Yellow Dawn“
BW 11 „Damn Wire“ / „Copper to Iron“
BW 12 „2nd flight“ (with Phoneheads)

Remixes & Compilationbeiträge
Valour ‘Seventh Sun’ (Artelier): „40 Degrees“ (Rmx), „Format“ (with Valour)
Wicked Wax Vol.2: „Infinity“
Barcode (Motor Music/Case Invaders): „Smart Thoughts“ (Platform Nova (with Basztart))
Wicked Wax Vol.4: „Andrealina“ (Rmx) (Acoustinetics (with O. Heuss))
N.O.H.A. „Time & Vision“ (Rmx) (Motor Music)
Density (Zoomshot): „Infinity“
Quiet Storm (ID&T Music): „Infinity“, „Ragtime“
The Sound Of Cologne Vol.1: „Ragtime“
The Sound Of Cologne Vol.2: „Dunkelblau“ (with Cheetah) (excl.)
Electronic Lounge (ZYX): „Reincarnation“
Phoneheads ‘2nd Sight’ (Infracom!): „4th Flight“ (with Phoneheads)
Combination Traffic: „Philtry“ (excl.)
Haute Couture Records - DJ Maus Mix-CD: „Reincarnation“
Metro Breaks Next Level - DJ Freedom Mix-CD: „Chamber“ (with Freedom & Kingz) (excl.), „Illegal“ (Rmx)
Klute ‘Fear Of People’ (Certificate 18): „Chicks“ (with Klute)
Simon V „Fruity“ (Rmx) (Santorin)

Coming soon
Beats Beyond The Underground (Neuton): „Infinity“
Hidden Rooms Vol. 3 (Certificate 18): „Lost“ (with Klute)
TGM/ The Green Man ‘You Decide’ CD & 4xVinyl Album (Combination) + Vorab-Maxi
BW 13 „Chirashi“ (with Klute)



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