OUK das dreiund30ste ± geradeaus & über Eck ± Okt/Nov 01 gespaltene töne

T.he G.reen M.an - You Decide - Combination
Endlich. Heiner Kruses Longplayer. Längst überfällig. Uns liegt beinahe ein reines Solo-Album vor, hat doch der Kölner die zahlreichen Koproduktionen mit seinen Studio-Gästen nicht miteinbezogen. Das Presseinfo der Vorab-Single trifft den Nagel auf den Kopf: ‚Jeder Track eine neue Geschichte‘. So kann bei ‚You Decide‘ jeder einzelne Track für sich alleine stehen, aber auch alles zusammen ergibt ein schlüssiges Bild. Und sogar zwischen den Tracks findet man kleine Geschichten, die sich in Form von Interludes, bestehend aus authentischen Samples, ergeben. The Green Man offeriert das, was ein jeder Drum’n’Bass-Produzent heutzutage leisten sollte: ein breites Spektrum. Für jeden ist etwas dabei. Die Mischung aus bereits veröffentlichtem und unveröffentlichtem Material verstärkt die Breitbandigkeit. Herausgekommen ist zudem kein lieblos gewolltes, konstruiertes Album, sondern viel mehr der Spiegel einer langen Drum’n’Bass-Vergangenheit, geprägt von Erlebnissen, Erfahrungen und Gefühlen. Berührungsängste sind keine vorhanden, so erschafft man mit ‚Illegal‘ und ‚Infinity‘ zwei Vocal-Tracks, die einen gesund-poppigen Geschmack aufweisen und nicht zuletzt zu Hits avancierten (und vielleicht noch einmal avancieren werden?). The Green Man schickt den Zuhörer auf Reisen und jeder kann selbst entscheiden, wo er hingeht und ob er zurückkehren will oder nicht. Eintauchen in tiefste Gefilde (Fog, Lost), easy am Strand cruisen (Damn Wire, I Go), feierwütig die Arme in die Luft werfen (Infinity, Illegal, Ruff) oder wehmütige Momente am eigenen Körper erfahren (Separation, Tender Suicide). Mal locker und weich, mal knarzig und sperrig, mal filigran, mal hallig, aber immer von melodischen Flächen- und Leadsounds umgeben. Für den Club und für zuhause. Die sehr homogene Zusammenarbeit mit Klute trägt in ‚Lost‘ und ‚Chicks‘ die dicksten Früchte. Und wenn die Geschwindigkeit mal nicht bei 175 BPM liegt, dann fragen wir uns warum ‚Philtry‘ doch mehr nach Drum’n’Bass als nach allem anderen klingt. Das fragmentarische ‚51063‘ weist eine eindrucksvolle Stimmung auf und ist auf -8 sogar mixbar! Spannend und nützlich ist das gewählte Vinyl-Format. So bleiben dem DJ keine Wünsche mehr offen, hat er doch auf vier Scheiben alle Tracks laut gepresst und bereits erschienene Tracks wurden auf einer Seite zusammengepackt. Genießt dieses Album in vollen Zügen, denn das zweite ist schon fast in den Startlöchern... ][ lightwood

Quoit - Properties - Quatermass
Ganz im Gegensatz zu der sonst eher "sanften" Schiene des belgischen Labels präsentiert sich diese Veröffentlichung als düsteres Drum´n´Bass-Sammelsurium. Fast wie ein ganzes DJ-Set reihen sich die einzelnen der sieben Tracks aneinander und treiben den Hörer in eine Welt der zuckenden Bässe, verzerrten Sounds und abstrakten Breaks. Musik, die absolut für den Tanzboden konstruiert ist. Klar durchstrukturiert und weit entfernt von Anspruchslosigkeit. Wenn auch die einzelnen Tracks sich im ganzen ähneln, so liegt der Facettenreichtum eher im Detail. ][ g

Carsten Jost - You Don’t Need A Weatherman To Know Which Way The Wind Blows - Ladomat 2000
Auf fast 73 Minuten, mit Stücken, die teilweise schon als Maxi auf Dial Rec. erschienen sind, quietsch, brummt, knarrt und düdelt Carsten Jost ohne Rücksicht auf Verluste los, läßt sich von charmanten Akkorden ein Stückweit begleiten und klingt an sich sehr vergügt. Im krassen Gegensatz dazu das Booklet, welches pixelige, genuesische Gewaltakte des letzten G8-Gipfels zeigt - schwarz, weiß, brutal. Während des betrachten dieses Booklets verdüstert sich dann die Stimmung und auch die Musik erscheint plötzlich in ganz anderem Lichte. Ängstlich stimmende Schreie ertönen aus dem Bassgebrummel und irgendwie fühlt man sich plötzlich wie in einem schlechten Krimi. Mit unglaublichem Feingefühl schafft Carsten Jost eine düstere, nachdenkliche Stimmung und würde einen für den Rest des Albums nahezu regungslos im Sessel sitzen lassen, wenn der tief unten wummernde Bass nicht ständig zum Mitwippen animieren würde. ][ mb

Künstlertreu - My Scetchbook Of Whack - Eleganz
Jeder der nach der zweiten Veröffentlichung von Manu Chao befürchtet hatte, der Charme der Easy Listening Reinterpretationen würde in dem Morast der Wiederholung verkommen, der sei nun beruhigt. Mit dieser Veröffentlichung werden von Künstlertreu neue Welten geschaffen. Dort, wo Zeit und Raum sich im hypnotischen Strudel der 13 Stücke verlieren. Wo wiederbelebte Rhythmen auf moderne treffen. Easy Listening neben Drum´n´Bass-angehauchtem Beat. Pop neben 70er Filmsounds. Rockige Gitarren auf treibenden E-Bässen davongleiten. Samples den Hintergrund zu einer Spielwiese der Stereophonie werden lassen. Und Pink Floyd mit Beck auf die Butthole Surfers stoßen, während Nils Petter Molvaer mit U.N.K.L.E jammen und Jesse Franko alles filmt. Und schon ist die im ersten Satz versuchte Verschubladisierung wieder einmal gescheitert. Funkig groovend und elektronisch verspielt, luftig leicht und spannend fesselnd. Unglaublich facettenreich und feingliedrig. So abwechslungsreich wie eine WildWuchsWiese. Jeder Titel ein in sich abgeschlossenes Kapitel eines musikalischen Hörbuches. Sehr einfühlsam. Sehr elegant. ][ g

Fried Dähn - Nachtmusik - Edition Musikat
Der Reutlinger Cellist hat seinen eigenen Soundkosmos irgendwo zwischen modernem Jazz, Experimentalmusik, Klassik und Elektronik geschaffen. Offen für alles - eigenständig wie nichts. Das Cello als Waffe. Was man so alles mit einem Cello anstellen kann, bekommt man am besten bei seinen Solo-Auftritten zu Gehör. Elektronisch, akustisch, percussiv, gesamplet - eben multifunktional. Auf eine größtenteils virtuose Art und Weise fügt Fried Dähn auf seiner CD ‚Nachtmusik‘ collagenartige Bilder zusammen. Und das Spektrum ist gewaltig. Leicht plockernde Ambientströmungen (‚Nocturne‘), ein komplexes HiHat-Szenario, das im Froschteich beginnt und im Sound-Chaos endet (‚Frogs‘), vokale Häckseleien (‚Fleur De Nuit‘), eine Liebesgeschichte zwischen Drum’n’Bass und Cello (‚Journey to u. p.‘) und zahlreiche weitere Errungenschaften ungezwungener Genre-Kombinationen mit vereinzelten Sample-Schweinereien. Da macht es auch nichts aus, wenn sich die Beats nicht immer wie auf einer astrein und druckvoll produzierten 12“ anhören. Nebensache. Wenn man sich zwischendurch im Chaos verliert, ziehen einen die tragenden Cello-Sounds wieder heraus. ‚Ramshot‘ ist ein Hit und Tricky würde sicherlich zu gerne seine Stimme darüber legen. Gesamtwirkung: erfrischend andersartig. Ich will keine Schublade finden... Alles weitere hier: www.friedstyle.com ][ lightwood

Teebee - Through The Eyes Of A Scorpion - Certificate 18
Torgeir Byrknes hält den skandinavischen Rekord im Singles veröffentlichen - die meisten nämlich. Aber wenn wir mal ehrlich sind, verhält es sich bei einer Teebee-Maxi wie folgt: Man kauft sie, vielleicht weil jede Menge bekannte Sounds und Samples darin sind ... man spielt den einen oder anderen Track und denkt immer: Irgendetwas stimmt nicht... Bevor wir die Lösung finden, halten wir die nächste 12“ von Teebee in den Händen. Clever. Bei vorliegendem Album lenkt Teebee nochmal in eine andere Richtung. Zum einen kommt er seinem Kumpanen K aka Polar näher und erschafft viele weite Soundlandschaften. Zum anderen kredenzt er neuartig wirkende Rave-Basslines, die eingängiger kaum sein können und seinen Hang zu Dancefloor-tauglichen Tracks unterstreichen. Nicht zuletzt ist ihm der Einsatz von Vocals mehr als geglückt. Im Kampf um die Partynase Nr. 1 hat Teebee soeben Bad Company ausgestochen. An den Beats allerdings muß er noch arbeiten, die hängen einem wirklich langsam zu Hals raus. Ehrlich. ][ lightwood

VA - Output 64 / Delete All Data / The Album - L’age D’or
Nachdem die Maxi (siehe Bespr. ouk 032) überzeugend bis heute nicht mehr aufhören wollte sich zu drehen, nun endlich alle 15 Ideen, wie man Commodore 64er Spiele-Sounds im einundzwanzigsten Jahrhundert behandelt, auf einer CD. Stärker verdeutlicht sich nun das verfolgte Konzept des dahinterstehenden Projekts, außergewöhnliche Umgehensweise mit den einzelnen 8-Bit-Soundschnipseln zu veröffentlichen. Immer sind sie nur Bestandteil und nie das Grundgerüst, um welches sich bloße Neuerungen schlängeln. Der Sample als eigenes Geräusch, als eigene Klangquelle. Auch wenn so ziemlich jede musikalische Modeerscheinung von dem Erscheinungstermin des 64er bis heute ebenfalls ihre Wiederaufgreifung erfährt, ist alles doch meilenweit von simplem Retro entfernt. Selbst wenn manche Spiele häufiger als Grundlage verwendet werden, fällt dies nicht auf, da der unterschiedliche Umgang alles eigenständig hervorbringt. Tanzbar bis zum letzten Level. ][ g

Andre Estermann - Balloon - Sellwell
Geboren in einem Universum voller analoger Synthesizer, schält sich Titel für Titel eine variierende Atmosphäre an die empfänglichen Membranen im Ohr. So romantisch wie Kraftwerk, so gleitend wie Fuse, und doch verspielt wie Selected Ambient Works. Wie oft muß man so etwas hören, bis Langeweile beginnt davon auszugehen? Sicherlich ein enormer Aufwand von Zeit. Intelligent-Listening steht in den Linernotes und das paßt sehr gut. Aber man muß bereit sein, sich auf diese Veröffentlichung einzulassen, auch wenn sie harmonisch den Hintergrund zu beschallen vermag, eröffnen sich ihre ganzen Details erst beim intensiven Sich-Darin-Verlieren und -Wiederfinden. ][ g

4hero - Creating Patterns - Talkin Loud
Weicht Drum’n’Bass dem Konsens-Fusion-(Nu)Jazz? Hat man ‚Page Two‘ sicherheitshalber gleich ganz weggelassen? Oder sind beide Seiten zu einer verschmolzen? [...] sie wollen zeigen, daß sie „nicht nur zwei weitere Drum’n’Bass-Künstler sind, die versuchen den Mainstream zu erobern.“ [...] Aha, da liegt der Hund begraben. Ein schwaches Bild, oder was will uns diese Werbesendung sagen? Daß Drum’n’Bass im Mainstream nicht funktioniert? Daß Drum’n’Bass im Mainstream-Format nicht genießbar ist? Vielleicht war der Druck zu stark und das gefloppte Reprazent-Album war eine Vorwarnung. Die gewollten Dropouts der Promo-CD stören zunächst beim Rezensieren. Kein Genuß im Fluß. Ich bin mir sicher, Marc und Dego scheren sich einen Dreck um Marketing, Pressestimmen und Promotexte, wenn es um ihr Album geht. ‚Creating Patterns‘ gleicht einem vorzüglich abgeschmecktem Gemüseeintopf für Feinschmecker. Lecker. Eine Garde Electronica, ein vollbesetzter Orchestergraben und Roots, Roots und nochmals Roots mußten für diese Kreation herhalten. Gewürzt mit neugewonnenen Eidgenossen wie Ursula Rucker, Jill Scott, Mark Murphy, Alma Horton und Terry Callier. Percussiv, breakbeatig, soulig und nicht zu vergessen: ganz schön schräg das Ganze! Der Hang zum Mystischen ging nicht verloren, was man in ‚Twothsme‘ zu spüren bekommt. Schräger als bei ‚Eight‘ haben es 4hero bisher auch nicht geschafft. Jazzig, aber rough. Keine weiche Butter. Knarzig. Neu. Songs - kaum DJ-Futter. Gesamtkunstwerk. 4hero machen niemals einen Schritt zurück. Sie erfinden sich immer wieder neu. ][ lightwood

Air Liquide - X - Proof!
Nach langer Zeit sind Air Liquide wieder zurück. Und erstrahlen mit einem neuen Antlitz. Jammin Unit und Dr. Walker wandeln auf neuen Pfaden. Musik zu Relaxen, smooth, funkig und sexy wie ein fruchtiger Cocktail in einer Bar auf einem fremden Planeten. Als Transporter in diese neu entdeckte Welt dient dabei der Mind Trip Remix von Reinhard Schmitz, der das neue Gesicht auf alt vertraute Stimmungen dezent schmiedet. "This Is Not A Mind Trip, This Is A Body Jurney..." Ein Konzept das sich auch diesmal wieder empfinden läßt. Unendliche kulturelle Einflüsse durchwachsen die einzelnen der 15 Titel des Silberlings. Schönheit scheint Programmpunkt eins zu sein. Beibehalten haben die beiden aber den virtuosen Umgang mit Tanzelementen und spacigen Sounds, die schon immer jedes ihrer Alben zu einem angenahm aufregenden Erlebnis machten und auch diesmal machen. Dann fast am Ende der Spielzeit die Stereo Total Version von "If There Was No Gravity" - Liaison Formidable. ][ g

VA - Contribution - Magic Vinyl
Eine interessante Zusammenstellung bietet die erste Compilation des noch jungen Stuttgarter Drum’n’Bass-Labels. Sechs deutsche Acts teilen sich mit fünf internationalen Acts das Feld, von Tschechei bis Schweden, von Frankreich bis Österreich plus UK. Das roughe Image der bisherigen Releases wird durchbrochen, trotzdem darf man keine reine Listening-CD erwarten. Für jeden ist etwas dabei. Native Minds festigen mit einem weiteren zeitlosen, smoothen Stepper (‚Da Flex‘) ihren Stil. Blueveiner fügen sich nahtlos an, brechen aber später mit einer verzerrten Bassline die Stimmung. Stonedhigh aka DJ Touchwood erschafft eine gelungene Atmosphäre, die Beats grooven jedoch zu wenig. Bei Drop Bass ist das zwar auch der Fall, aber die Oldschool-Bassline macht das locker wieder wett. Neurotix bildet mit dem ‚Long Gone Rmx‘ den Höhepunkt: Längst vergessene Boymerang-Beats, spannender Aufbau und ein dezentes Vocal. Cycom produziert seinen geliebten schweren Maschinen-Funk. Desweiteren sind bereits auf Vinyl erschienene Tracks enthalten von Racoon, Ayala & Maiburg und Magic Vinyl Stuff. Durchwachsen und streetwise. ][ lightwood

Computer-jockeys - Plankton - Island
Ein rundes Album zum Genießen und Träumen liefern die beiden CJs ab. Elektro-Pop mit starkem Einschlag zur Mangamania. Nachdem ein trashiges Intro versucht Aufmerksamkeit zu erlangen, tauchen wir ein in eine Unterwasserwelt, in der sich alles in Zeitlupe bewegt. Diverse Sängerinnen, u. a. Ayako Akashiba oder Stella Schwarz, schaffen es mit ihren sanften Stimmchen dennoch die Gesangslinien omnipräsent und einprägsam in den Raum zu stellen. Behutsam entwickeln sich drumherum zeitlos gleitende Dub-, Elektro- und Downbeat-Atmosphären. Wenn Melodien, dann wird gekonnt damit umgegangen und zum Hit gemacht (‚My Golden Boy...‘). Popformate werden neu ausgelotet. Minimalere, melodisch abgespeckte Tracks verlieren sich hingegen. Lief vor kurzem noch die hipste NuJazz- oder Brasil-House-Compilation in jedem Café, werden die CJs wohl dessen Erbe antreten. Elegant. ][ lightwood

Figurine - The Heartfelt
VA - Raumschiff Monika - beide Monika Enterprise
Erste Hürde: 80er. Nicht die richtigen 80er, wie sie jeder von uns auf seine Weise erlebt hat, sondern bereits die jugendkulturell upgedateten, feuilletonistisch frisierten Retro-80er unserer Zeit. Hat sich das ersteinmal, bekommt man es mit einer Gruppe von Leuten und ihrer Musik zu tun, die man dann eigentlich auch gleich mal persönlich kennenlernen möchte. Vielseitig talentiert (ein gewisser David Figurine hat jedenfalls das sehr schöne Artwork zu verantworten), und offenbar rechtschaffenen Geistes, erinnern sie an die großartigen Add N to (X). Figurine sind aber Amerikaner und deswegen etwas verträumter, weswegen sie ihre von der Polarität Schlagzeug (akustisch) und Maschine getragene Soundwelt auch für einen melancholischen Südstaaten-Hippie-Einfluss öffneten, der mir Mazzy Star in Erinnerung ruft. Klingt krank? Klingt gut! Geniale Überleitung: Gudrun Gut fand die Band beim Kaliforni-schen Label Plug Research und lizensierte The Heartfelt vom Fleck weg sofort für ihre very own Monika Enterprise. Und zwischen den Quarks, Barbara Morgenstern und Contriva machen sich Figurine zwar etwas seltsam, da mit Wohnzimmersessions in Berliner Szene-bezirken nicht assoziierbar, aber nicht zuletzt deswegen mir ein angenehme Überraschung. Eine Labelrückschau von Monika Enterprise gibt es ebenfalls, in erster Linie repräsentiert von besagtem Personal. Alles ist ganz nett, aber eben auch so, tja, vordergründig nett. Was die Sache immer so merkwürdig macht, denn: Ich kenne diese Leute ja nicht. Zigarettenrauchen reissen in der Mitte einiges raus und schenken dir einen feministischen Hit mit Zeug zum Evergreen. Darf auf keinem Mixtape fehlen. ][ mandel

VA - Output 04 - Headphone
Eine Labelschau, die auf ein bisher immer etwas am Rande agierendes Kollektiv aufmerksam macht. Mit den Projekten HEM, Freeform und HIA im Zentrum und etwas außerhalb kreisenden, freundlich gesinnten Solitären pflegt man hier eine der zugänglicheren Styles abstrakter Listening-Elektronik. Zugänglich vor allem über die Arrangements, die der geschlossenen Dynamik der Artificial-Intelligence (Warp)-Ära noch ideell näher stehen, als die zerfaserten
Landschaften in denen es heutzutage clickt & cutst & glischt. Da allerdings sind die Sounds zum überwiegenden Teil bereits angekommen, aber auch die älteren Tracks, darunter einer von Bryn Jones/Muslimgauze (die kurze Zeit, an ihn zu denken, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Lage der Dinge, ist schon genug wert, um den Track zu schätzen...). Zuhören ist allerdings essentiell, sonst zieht sich die Musik sehr schüchtern in einen tapetenartigen Zwischenzustand zurück, und das hat sie nicht verdient. ][ mandel

VA - Iron Curtain Revisited - Cripple Dick Hot Wax
Nachdem sich die bereits erschienene Compilation „Iron Curtain“ mit namhaften Komponisten und Musikern aus dem ehemaligen Ostblock und deren Werken beschäftigt hat, liegt es natürlich nahe, diese Werke diversen Remixarbeiten unterziehen zu lassen. Logisch, daß Crippled Dick Hot Wax dies von denjenigen Musikern bewerkstelligen ließ, die sich als Djs und Musiker nicht nur mit herkömmlichem Jazz, sondern auch mit dessen modernen Varianten auseinandersetzen. Zwölf Remixe von solch illustren Namen wie Les Gammas, Joakim Lone, Kasar oder Phoneheads beherbergt diese Kompilation also und erfreut den Hörer mit mehr als nur Sample-orientierten Tanzflur-Miniaturen der Originale. Liebevoll wurde das vorliegende Material zerlegt, neue Teile hinzugefügt und versucht den Stücken das Flaire des Modernen einzuhauchen. Schwankend zwischen düsterem Drum’n’Bass, rasanten BrokenBeats und melodiösem Downtempo wird auf gesamter Länge Musikgenuß geboten. ][ mb

alva.noto
alva.noto ist Carsten Nicolai aus dem Raster Noton-Umfeld. In der Szene herrscht Einigkeit darüber: unkörperlicher als die geht nicht, dennoch zählen die beliebten Live-Acts zu den ihren. Was nun die Musik von alva.noto betrifft: Sie bewegt sich in einem Gebiet, aus dem keine Signale an mich dringen, für die ich irgendwelche Kommunikationsrezeptoren ausgebildet habe. Genausogut könnte ich meinem Staubsauger Botschaften ablauschen, während ich Leute kenne, die bei dieser audiblen Eiseskälte erst richtig warm werden - wenn die Knurpselreste, der granulierte Hallrest und das fiese feine Flirren sich wie Eiskristalle vor der absoluten Stille abzeichnen. Früher hörten die Leute auch gerne das Glitschen der Fingern von Pat Metheny oder Mark Knopfler, und ihre Anlage richteten sie danach ein, dass diese Geräusche zu hören waren. Gibt es da Zusammenhänge? Wie dem auch sei, es gibt auch bei Laptop-Musik den Punkt, an dem sie so interessant wird wie satanistischer Heavy Metal. Kann man auch hören, muss aber nicht sein. ][ mandel

Rootsman - Roots Bloody Rootsman - Meteo Sound / Echo Beach
Die Dubs des Rootsman ragten schon immer - zumindest tendenziell - aus dem an Überraschungen wahrlich arm gewordenen Digi-Dub von der Insel heraus: Seine Stepper steppten etwas flotter, nicht selten schlich sich eine harsche Breakbeat-Kante in die Rhythmusstrukturen und erlaubten einen flexiblen Einsatz auch jenseits strikter Dub-Dances (die ja leider ohnehin aus der Mode sind). Während also die Riddims eigentlich das Hauptwerk ausmachen, ordnen sich die Vocal-Beiträge oder die häufig den Nahen Osten oder auch mal den Balkan streifenden Hooks dem eher unter, zumindest nach meiner Wahrnehmung. Die hier versammelten Tracks sind nicht neu, bringen aber diese würdige Balance nochmal auf Album-Länge zur Wirkung, wobei das Format eher den Fan zufriedenstellen sollte. Wer neu dazukommt, dem könnte der Sound - nach Basic Channel, Pole und Word Sound - etwas oll vorkommen.][ mandel

Neil Landstrumm - She Took A Bullet Meant For Me - Tresor
11 Tracks auf CD (53 min) oder 9 Tracks auf Doppelvinyl umfaßt das fünfte Soloalbum von Neil Landstrumm (davon das vierte auf Tresor). Ungewollt passend zu den Skyline-Dezimierungen in Manhattan klingt die Produktion überwiegend lebensfeindlich, ungemütlich und „geräuschig“. In hohen Frequenzen wird da gekreischt, gesägt und gezischt. Das im meist gemäßigten Tempo fortschreitende rhythmische Fundament rundet den Sound allerdings zu einer satten Kompaktheit ab, ohne dabei spektakulär oder bombastisch zu werden. Die sinnes(über)reizenden Klänge verursachen aber auch eine fast ständig präsente Unruhe, die den Drive etwas bremst und hohe Beweglichkeit suggeriert, ohne dabei immer klar nach vorne zu zeigen. Wenige akkordische Zusätze bieten etwas zu selten wohlklangliche Erholungspausen, doch die schneidende Bestimmtheit der klanglichen Gesamtkonzeption deutet eine (positive) Rückbesinnung auf klassische Aspekte von Techno an, auch wenn die leider recht unauffällig eingebauten Fragmente aus anderen Stilrichtungen wie Breakbeat, Hip Hop, Electro und Tronic Funk das Werk klar als eines aus dem 21. Jahrhundert ausweisen. Allerdings wohl nicht (wie propagiert) wegweisend für selbiges, auch wenn dem Titel „America wants more oil, thanks“ politökonomische Aktualität kaum abgesprochen werden kann. ][ hve

VA - Treibstoff Gemixt - Treibstoff
In den drei Jahren seines Bestehens hat sich das Kölner Label Treibstoff quasi still und heimlich zum Geheimtip entwickelt. Irgendwo zwischen minimalem House, Soundästhetik und Popspielereien widersteht man der Versuchung, ins allgemeine Kölner Techno-Klischee zu verfallen. Mal lehnt man sich am sphärischen Space-Night-Sound an, mal blubbern die acidlastigen Bässe und Synthies. Eine gekonnte Werkschau und ein gelungener Steilpaß für die kommenden Veröffentlichungen. ][ mb

John Matthias - Smalltown, Shining - Lifelike
Es ist schon erstaunlich, wie Mr. Herbert einen immer wieder überrascht. Mit Matthias’ Album jedenfalls dürfte die anhaltende Diskussion um Herberts aktuelles Musikverständnis kräftig geschürt werden, denn für die Puristen unter den Elektronikern (und bei denen war Herbert ja bis vor kurzem noch Gott) dürfte hierbei nur resigniertes Kopfschütteln angesagt sein. Mit seiner Klampfe in der Hand spielte John Matthias hier ganz traditionelle Akkustikmusik ein - irgendwo zwischen Blues, Country und R.E.M. angesiedelt - untermalt von mit leidender Stimme vorgetragenem Gesang. Hier und da läßt Herbert die Elektronik sprechen, hält sich aber selbst weitestgehend aus dem Geschehen heraus. „Echtes Leben“ würde Herbert wahrscheinlich sagen. Nichts Neues oder gar Bahnbrechendes sage ich, sondern solide, schöne und vor allem geduldige Songwriter-Kunst für naßkalte Herbsttage, wie wir sie gerade erleben. ][ mb

VA - Sender Panorama - Sender
Senden und Empfangen. Das kann man manchmal schon sprichwörtlich nehmen, man denke da nur an den geheimnisvollen Vincent Radar, der das Label über das Internet kontaktierte. Um den Sendebereich zu vergrößern nun also diese zehn Stücke umfassende Compilation in CD-Form. Minimal wie immer fügen sich die zwei bislang unveröffentlichten Tracks nahtlos ins Programm, den Rest kennt man bereits von den Maxis und sei hier kurz unter „minimal treibend, groovend und an irgendeiner Stelle immer auch schräg“ zusammengefaßt. ][ mb

Khan - No Comprendo - Playhouse
Eine äußerst ansprechende und hochinteressante LP ist dieses „Blinddate“, über dessen Protagonisten mir keinerlei Informationen vorliegen. Wir bewegen uns in einem undefinierbaren Grenzbereich zwischen Rock(?) und Elektronik. Sowohl mit konventionellen Instrumenten, vornehmlich der Gitarre, als auch mit modernen Beat-Programmierungen und elektronischen Fragmenten repetetiver wie situativ-spielerischer Natur, sowie männlichen und weiblichen Gesangsstimmen wird ein eigenwilliges Stilkonglomerat geschaffen, das man vage mit Folkrock-Minimalelektronik umschreiben könnte. Die nie rockig bretternde Gitarre agiert mehr mit Einzeltönen als akkordisch, zitiert slidend verhallte Hawaii-Klischees und bleibt bei aller Präsenz zurückhaltend, ja manchmal fast versteckt. Die Rhythmusvariationen decken eine erstaunliche Bandbreite ab: von schleppend-blechern und sparsam-zerklüftet über Zeitlupen-Rockabilly und reduziertem Latin-Hauch bis hin zu bedrohlich anschwellender Atmosphärik und zügigem Staccato. Darüber männlicher (Sprech-)Gesang, der in seiner eindrucksvollen Gequältheit oder unsympathischen Slang-Zerdehntheit einen manchmal fast an „Captain Beafheart“ erinnernden Anarcho-Touch besitzt. Oder weibliche vocals, die meist auf französisch agieren und bei einem der Songs mittels Durchbrechung des sonst vorherrschenden Prinzips, Melodien lediglich anzudeuten, sogar melancholisches Hit-Potential erreichen. Dabei vermittelt die Klarheit der aufgegriffenen musikalischen Formen trotz aller anfänglichen Befremdlichkeit eine für die stilistische Vielfalt erstaunliche Vertrautheit, unter deren Schutz das Experimentelle dieser „Stilübungen“ organisch involviert und damit programmatisch entdogmatisiert wird. Die Ausführung klingt eher staubtrocken-kurzangebunden als tough trashig und bewahrt sich dabei ein sympathisches Low-Budget-Outfit. Insgesamt wirft diese Veröffentlichung vielleicht mehr Fragen auf als sie Antworten gibt und ist darum wohl eher zeittypisch oder zeitgemäß als trendy zu nennen, aber das zeichnet überdurchschnittliche Produktionen meistens aus. ][ hve

VA - Music For Modern Living 5 - Lounge Records
So stellt man sich die Leichtigkeit des Seins vor: nicht versessen auf einen Stil, ein Tempo und eine Absicht, sondernd chillend und treibend zu gleich. Wie die Stimmung im Leben, so auch die Musik. Ob das nun modernes Leben ist, sei einmal dahingestellt. Man möge nun aber sofort von der Vermutung, hier handele es sich schlicht um eine weitere Cocktailbar-Compilation abstand nehmen, denn dazu ist die Auswahl zu gelungen. Nicht Gefälligkeit schwingt hier das Zepter sondern Musiker wie Henri Salvador, Zero 7 oder Mr Hernando ... und die wissen schon, wie sie sich Aufmerksamkeit verschaffen. ][ mb

Paul Kalkbrenner - Zeit - Bpitch Control
Das zweite Album von Paul Kalkbrenner ist als 41-min-CD oder Doppelvinyl erhältlich, wobei beide Versionen Tracks beinhalten, die der jeweils anderen fehlen. Wir hören minimalistischen Trance ohne die sonstigen Attribute von Psychedelic oder Tribal Techno (unpassenderweise oft auch „Goa“ genannt) wie Galopper-Bassdrum, verzwirbelte Melodielinien und dramaturgische Breaks mit spannungsaufbauenden Wirbeleffekten. Dafür: schwebende Delay-Loops in anpsychedelisierter Sphärik über einem simplen Grundbeat. Effektive Genügsamkeit ist Trumpf, eine überschaubare Anzahl stimmiger Sounds erzeugt beliebigkeitsferne Eindringlichkeit und eine in sich ruhende Gesamtausstrahlung. Kleine Themen in sparsamer „Instrumentierung“ bestimmen die Individualität der einzelnen Tracks, während das Album als Ganzes einen gelungenen leitmotivisch-konzeptionellen Eindruck hinterläßt, in dessen unspektakulärer Unaufdringlichkeit die eigentliche Stärke dieses moderaten, manchmal leicht düsteren, unaufgeregten und zwar nicht genialen, aber äußerst kompetent gearbeiteten Tonträgers liegt. Und einen kleinen potentiellen Hit beinhaltet er obendrein. ][ hve

Wibute - Eight Domestic Challenge - Jazzland
Mehr Freejazz der modernen Art aus Norwegen. Schrill, monströs und abgespaced. In leichter Anlehnung an Miles Davies zu „Bitches brew“-Zeiten versuchen Wibute ihre eigene Vorstellung von Groove umzusetzen. Düster und tief brummelt dabei der Bass, während das Schlagzeug die Musiker stets antreibt, ihr bestes zu geben. Paukenmonologe wechseln sich ab mit kurzen, gesampelten Loops alá Jan Jelinek und überhaupt scheint man sich hier diversen Einflüssen hinzugeben. Keineswegs so elegant wie Bugge Wesseltoft und auch nicht so experimentell wie Audun Kleive. Dennoch kann man sich mit dieser Platte auf eine Entdeckungsreise begeben, sonische Abenteuer erleben oder auch einfach nur einen gemütlichen Samstagnachmittag verbringen. Sehr vielseitig und trotzdem gut. ][ mb

Gotan Project - La Revancha Del Tango - Ya Basta
Ach, was habe ich sie geliebt. Klein, gefühlvoll und damals noch ganz was anderes - so anders als alles andere. Was die ersten beiden Maxis des Gotan Projects auszeichnete, war ihre Leichtigkeit und Dichte zugleich. Anmutend verschmolzen sie die melancholischen Melodien mit elektronischen (Tango)Rhythmen. Anmutend und schön wirkt auch das Album-Debut, voll und ganz in argentinische Tangowolken gehüllt. Dennoch scheint die Leichtigkeit früherer Tage verlorengegangen zu sein, zu oft wirkt die Schlagzeug-programmierung stoisch und steif. Besonders im Vergleich mit den Stücken der beiden ersten Maxis, die ebenfalls auf dem Album enthalten sind, bemerkt man den stockenden Fluß und die zu einheitlichen Kompositionen. Kein rundum gelungenes Album also, das von Anfang bis Ende den Hörer fesselt - mehr eine gekonnte Ansammlung einzelner Maxis, die sich insgesamt aber zu wenig von einander unterscheiden. ][ mb

Diggler - Atomic Dancefloor - Raummusik
Andreas Mügge ergründet mit seinem zweiten Longplayer weiterhin die dubbige Seite des Tecno, fernab jeglicher Bretzel-, Schranz- und Pophymnen, wie es heutzutage oftmals gang und gebe ist. Erstaunlich die Tiefe, die er mit wenigen, aber eindrucksvollen Mitteln erzeugt, dabei stets abwechslungs- und facettenreich bleibt und immer auch ein Auge auf die Tanzfläche wirft. Vergleichen mit Basic Channel, alten Bush-Platten und dergleichen ist er längst erhaben, denn seine Soundgebilde sind längst zu etwas Eigenständigem mutiert. ][ mb

VA - Berlin 2001 - Bpitch Control
Jedes Jahr ein Berlin-Techno-Sampler von Bpitch Control, eigenen Angaben zufolge ab jetzt als akustische Chronik von Leben und Veränderungen einer Stadt zu verstehen. 73 CD-Minuten (+ Minimovie) oder acht Vinyl-Seiten (+ Bonustrack) bringen Künstler des Labels oder befreundeten Umfelds und so auch die gesamte dadurch abgedeckte musikalische Bandbreite zu Gehör. Leichter verdauliche und sperrige, straighte und gebreakte, Mainstream-angehauchte und Avantgarde-beeinflußte, instrumentale und vokalisierte, schnelle und langsame, ambitionierte und improvisierte, heitere und düstere, einfacher und komplexer strukturierte Tracks bieten genügend Stoff für verschiedene Bedürfnisse und Präferenzen, gleichzeitig aber auch einen großzügigen (wenn auch nicht repräsentativen) Überblick über aktuelle elektronische Tendenzen im Techno-Kontext der Bundeshauptstadt. Dem Bestreben nach Originalität und Vielfalt wird dabei der Vorzug gegenüber hermetisch konstruierter Homogenität gegeben. Minimalistische Konzepte und kreative Experimentierfreudigkeit dominieren über opportunistische Anbiederungen. Und wenn auch hier (wie in so vielen derzeitigen Produktionen) der Electro-Einfluß der 80er auf manchen Titeln nicht zu überhören ist, so ist der Umgang damit (im Gegensatz zu einigen jener Produktionen) doch vom Bewußtsein eines Entwicklung fortschreibenden Stilzitats gekennzeichnet und weist zudem eine meist unverkrampfte, Berlin-typische Pfiffigkeit auf, die auch Raum für manches Gimmick läßt. Insgesamt eine empfehlenswerte Compilation, auf der u.a. folgende Protagonisten zu hören sind: Tim Buktu, Barbara Morgenstern, Ellen Allien, Smash TV, Mark Verbos, Mia (schon auf dem Indie-Pop-Sampler „Berlin macht Schule“ zu hören), Paul Kalkbrenner, ... ][ hve

550 Rondy - Yes We´ve Got Rhythm - Cheap
"Yes you do!". Fast wie die Retrospektive in Neudefinition des österreichischen Labels auf einer EP. Könnte damit zusammenhängen, daß Martin Stepanek, der hier zusammen mit Catarina Pratter und Matthias Lichtenegger arbeitet, sich auch schon an Projekten wie Sluts-n-Strings, Showroom Recordings und B-Low beteiligt hatte. Sieben verschiedenste Stilrichtungen versammeln sich, dank einer Zwei-Track-Bonus-7" auf vier Seiten klingenden Vinyls. Und wie es klingt. Ein House-Track, der mit einer fast schon lasziv wirkenden Stimme keck zum Tanzen auffordert. Lowbeat-ExperimentalNoise im Zeitalter des Hyper-ModernJazz. Streicher- und Bläserfragmentsamples zwischen Elektro-Funk- Gerüsten. Verzerrte Geräuschexperimente in einer Welt beschwingter Harmonie. Immer verspielt und einfallsreich. Bis ins kleinste Detail durchkomponiert und dadurch auch interessant bis in den hintersten Winkel. Wie eine Reise durch eine ereignisreiche Nacht unterschiedlichster Orte, mit denen man Stück für Stück verschmelzt. Das Label, das in seinem selbstgeschaffenen Genre nie aufhört immer wieder etwas neues auszuprobieren, ist mal wieder einen Schritt nach vorne gegangen und hat neue Fußstapfen hinterlassen. Warum müssen solche Platten ein Ende haben? ][ g

VA - Zitrone - Duftplatten
Das erste im vergangenen Sommer gegründete Sublabel von Heimelektro Ulm. Wie gewohnt super limitiert, diesmal auf 500 Stück und verflucht eigenständig. Wenn zum Beispiel Hans Platzgumer, vielen bekannt von Disko B Releases, zusammen mit Albert Poeschl den Tanzboden in eine Tribal-Elektro-Hölle verwandelt, düster treibend, alles mit sich ziehend. Gleich im Anschluß der zweite Track auf der B-Seite. Aufwendig strukturiertes Zusammenspiel von autechre’schen Beats und mit leicht säurehaltigen Geräuschlandschaften. Während sich auf der A-Seite ein 15-minütiger Tanzwurm entlangschlängelt, der durch alte Kellergewölbe, über sandige Buchten und durch die hallenden Kathedralen im funkelnden Stroboskop gekrochen kommt. Heftig zuckt alles, bis nach einem Moment der sphärischen Entspannung der Körper wieder zurückerobert wird von der verausgabenden Klangattacke. Tanzmusik für ein neues Jahrhundert. ][ g

Sandor Caron - Agenda - Music For Speakers
Tanzmusik für ambientige Ballsäle. Ruhig, ausgeglichen, sanft plätschernd und dennoch gehaltvoll. Einfach die Augen schließen und sich vom Beat treiben lassen. Leichtfüßig in reduzierten Landschaften weit weg vom Grund schwebend, keimt nur selten ein Gedanke an das Bodenständige auf. Die deutlich vordergründige Arbeit mit Rhythmus und Sound führt aber nicht zu einer verkopften Platte. Ganz im Gegenteil existieren allle vier Tracks in einer empfindsamen Welt der soundästhetischen Poesie. Darunter zwei Remixe: ein trippiger von Sonar Lodge und eine CuttingAndPeep-Version von Funckarma. Die zum Schluß offerierte Downtempo-Nummer führt dann langsam den Hörer durch zarte Wolkenfetzen zurück in seine schöne Realität. ][ g

Arne Weinberg - Snowflake - Groundzero
Arne Weinberg, Tübinger Produzent (auf Propaganda Records) und „Hydraulik“-DJ, legt mit der 4-Track-EP „Snowflake“ sein erstes Release auf Groundzero (003) vor. Die Platte mit einer Gesamtspielzeit von ca 20 Minuten, vertrieben von Clone in Rotterdam, gefällt durch ein straightes und transparentes Rhythmuskorsett, das, unabhängig von den variierenden Tempi, mit Percussionsprengseln versetzt wird, von denen eine angenehm belebende Wirkung ausgeht, auch wenn sie an wenigen Stellen durch ihre überraschende Plazierung den (falschen) Eindruck erwecken, nicht ganz sattelfest gezurrt zu sein. Funktional, d.h. unaufdringlich und sparsam eingesetzte Psychedelic-Elemente erzeugen durch die Verwendung vertrauter, in Moll gehaltener Keyboardsounds eine hohe stilistische Geschlossenheit, die sich aber atmosphärisch nicht an ausgelutschten Trancenation-, sondern an programmatisch soliden Minimalismus-Standards orientiert. Kein Dreschflegel-Techno, sondern eine besonnen konzipierte Veröffentlichung, die in ihrer Ausführung vielleicht manchmal eine Spur zuviel Hektik im Detail aufweist, aber durch ihre Substanz mit jedem Anhören schlüssiger und damit auch zeitgemäßer klingt. ][ hve

Diverse 12”s - Bpitch Control
Bereits Ende Juli, kurz nach ihrem Mix-Sampler „Flieg mit Ellen Allien“, wurden die „Stadtkind Remixes“, Auskopplungs-Bearbeitungen ihrer LP vom März, veröffentlicht. Mark Verbos mit Gimmicks und kontinuierlichem Pop-Groove, Barbara Morgenstern mit sprunghafter Rhythmik und expressiven Sounds, sowie Turner mit ruhigen, fast elegischen Tönen gewinnen dem Track der Labelgründerin weitere reizvolle Aspekte ab.
Anfang September erschien dann die 5-Track-Maxi „The High B.“ des 22jährigen Pariser Produzenten „Feadz“, der bereits mit Mr Oizo und der Scratch-Supergroup „Audiomicid“ zusammenarbeitete. Reduzierter Noise-Funk-Electro-Techno mit plastisch angeschlagenen Einzelton-Synkopen und dramatisch klingenden Stimmensamples beschert uns spröde, aber interessante Klänge. Seit Anfang Oktober schließlich auf dem Markt: die 4-Track-EP „Now“ von „Smash TV“. Das Erbe der 80er manifestiert sich hier in verhalten fortschreitenden Electro-Titeln, denen Industrial-Touch und „Joy-Division“-Mood zugeschrieben werden muß. Karg stampfend und überwiegend befreit von Harmonien schieben Doppel-Bassdrums die Stücke schleppend vor sich her, während Vocoder-Vocals die Sparsamkeit des Zutaten-Arsenals unterstreichen. Ein Grenzgang zwischen B-Boy-Programming und abstrakten Klangstrukturen, der nicht-dancefloor-orientierte Electech-Hörer sicherlich ansprechen wird. ][ hve

Mick Wills - Atomic EP - Gigolo Records
Dumpfer Vier-Viertel-Takt, fiese Sägezähne, treibende HiHats. Mick Wills ziehlt ganz klar auf die Tanzfläche, schichtet in „Kill!Kill!“ eine Ebene auf die andere, spielt ein wenig mit Melodien und trägt das Kunstwerk anschließend Stück für Stück wieder ab. Auf „Calling all the boys“ hingegen regieren ganz klar die 80er, wohl oder übel ein Muß bei Gigolo und wenn man die Augen schließt, sieht man all diese häßlichen Bubenköpfe, Annoraks und Glitzerkacheldiskos vor sich. Bester Track ganz klar: „Atomic Brain“ - treiben, pumpend und gnadenlos nach vorn gehend ... was man bei den anderen Tracks leider etwas vermisst. ][ mb

Diverse 12”s - Frisbee
Hoffentlich hat sich bei einem meiner Lieblingslabels inzwischen wieder die Erkenntnis durchgesetzt, daß zu einer guten Veröffentlichungspolitik auf Maxi-Ebene nicht nur das Releasen pumpender, zuerst die Magengrube bedienender, ansonsten aber bisweilen in konturloser Monotonie erstickender Dancefloor-Tools gehört (wie zuletzt zu oft), sondern das Augenmerk ebenso auf kreativer Intelligenz und Variationsreichtum liegen sollte (wie bei den Frisbee-Longplayern meistens). „Electric Envoy“ (= Alex Bau & Sven Dedek, auch bekannt als „Basic Implant“ und „Basic Cell“) kommen diesem Postulat auf ihrer 3-Track-Maxi „Electronic Mess“ schon etwas mehr nach als diverse Vorgängerproduktionen auf Frisbee, könnten aber diesbezüglich noch substanziellere Ergebnisse zeitigen. Einen wesentlich deutlicheren Schritt in diese Richtung machen jetzt Gregor Trescher und Ralph Sliwinski (auch unter „Schub AG“ und „Laut 29“ bereits vinylisiert) als „The Supply Vessel“ auf ihrer 4-Track-Maxi „Shoma“. Hier werden fehlende Ideen nicht mit Baßvolumina kompensiert, sondern die gleichwohl treibenden Beats mit größerer Sorgfalt bei Auswahl und Abstimmung der Sounds, sowie mit dramaturgisch ansprechenden Arrangements zu Stücken geformt, die auch andere Wahrnehmungsebenen bedienen, ohne damit etwas von ihrer Dancefloor-Tauglichkeit zu verlieren. Weiter so! ][ hve

Fengari/Marc Thompson - Lost in Love / Robotertanz - Spielwiese
Debüt-Release von „Spielwiese“, dem kleinen 7-inch-Label „für Klangforschung“ (Infotext). Zwei Seiten, zwei Titel, zweifelsfrei produziert von drei Leuten, nämlich der Techno-DJ Fengari und ihren Mitstreitern Carsten Reiss und Marc Thompson. Eine aufgekratzte Mischung aus anarchisch extrahierten NDW-Paradigmen und modern-technoiden „Kraftwerk“-Reminiszenzen im minimalistischen Kindermelodie-Avantgarde-Gewand, die sich souverän auf dem schmalen Grad zwischen programmatischer Modernität und produktiver Unbekümmertheit bewegt. Mehr als nur nett. ][ hve

Precision 021
Pentagon sind Warez und Inza aus Japan, die sowohl dort, als mittlerweile auch in Europa keine Unbekannten mehr sein dürften. Das bald erscheinende Release auf V Recordings spricht für sich. ‚Mendoza‘ ist ein sehr durchgestyltes Dancefloor-Brett. Trotz sauberer Ästhetik sticht eine gewisse Prise Funk hervor. Die Geradlinigkeit wird mit pumpender Bassline und Highspeed-Percussion durchbrochen. Gehüllt in Detroit-Sounds bleibt der Track eingängig und treibend bis zum letzten Takt. Bei ‚Taser‘ findet man sich langsam ein, wobei es erst nach dem ersten Drittel nach dem Breakdown spannend wird. Bis dahin baut sich ein zurücklehnender, smoother Track mit vereinzelten ‚Yeah‘-Fetzen auf. Dann dieser überzeugende Synthie-Sound, der dich bis zum Schluß hoffen läßt, daß hier eine zweite A-Seite vorliegt. Es bleibt eine coole, runde B-Seite. ][ lightwood

Offline 001
Der perfekte Start für ein neues Label: Metropolis Mastering, frischer tatkräfitger Vertrieb (Nu Urban Music) und nicht zuletzt jahrelange Erfahrung im Veröffentlichen und Produzieren. Daniel Savine und DJ Rio starten ihr eigenes Ding. Und die beiden wissen zu überzeugen - mit einer mutigen 12“. Savine erschafft mit ‚Slowdown‘ ein interessantes Beatkonstrukt, das vertrackt mit schneidenden HiHats arbeitet und von einem kurzen ‚Baby‘-Vocal begleitet wird. Sehr minimal im Aufbau gehalten, gesellt sich lediglich eine Fläche hinzu, die selbst Goldie überzeugen könnte. Rio zeigt ungeahnte Seiten auf. ‚Rios Theme‘ ist ein luftig-leichter Stepper, der den Sommer noch einmal aufleben läßt. Sehr sauber und übersichtlich arrangiert, wird unweigerlich zum munteren Mitsummen aufgefordert. Gekonnt wird mit Samples umgegangen und ein sehr harmonischer Gitarrenriff ausgepackt. Hinzu gesellt sich diese eingängige Frauenstimme, die lieblich vor sich hinträllert. Im Gegensatz zu vielen anderen momentan kursierenden jazzigen Vocal-Tracks, klingt das hier ziemlich frisch und alles andere als cheesy. Gelungenes Debut, das Lust auf mehr macht. ][ lightwood

Splatter Beatz 001
Das muntere Labelgründen in Deutschlands Drum’n’Bass-Landschaft geht weiter. Labelowner und Hauptproduzenten sind Krasq’n und Royce aus dem U3R-Umfeld. Beide uns vorliegenden Tracks tauchten bereits in einigen Top10s in Form der Dubplate und auf der Lost In Bass Vol. 2 Compilation auf. Hier wird von Royce ‚Alte Schule‘ in allen Richtungen betrieben. ‚Live & Direct‘ glänzt mit brilliantem Intro voller OldSchool-Sounds. Plötzlich ein Ragga-Vocal mit Mickey Mouse-Stimme, das keineswegs naiv wirkt. Wabernde Bassline und straighte Beats mit rollendem Appeal sorgen für Funktionalität. Weitere OldSchool-Elemente werden eingeflochten und man wartet immer sehnsüchtig auf das Ragga-Vocal. Zwischendurch verliert sich der Track etwas, ansonsten frisches DJ-Futter. ‚Wire Rope Rmx‘ präsentiert sich in doch recht ähnlichem Gewand, etwas zurückhaltender, aber dafür rollender. Hier darf die Bassline aus der Reihe tanzen und der Aufbau ist schlüssiger. Die Vorfreude auf ‚Heavy Hardcore‘ ist groß. ][ lightwood

Magic Vinyl 003
Ich möchte nicht allzu viel über dieses Release verraten. Sagen wir es mal so: Vorliegende Katalognummer Drei hebt sich insofern von den bisherigen Releases ab, daß hier Samplen in einem anderen Sinne als bisher betrieben wurde. Platten dieser Art gibt es viel zu wenige. Die Hookline der A-Seite kennen wir und was von Mr. Sprite drumherum gestrickt wurde, ist ebenso eingängig und funktional. Ein paar Feinheiten in Aufbau und Abmischung hätten noch glattgebügelt werden können, aber alles in allem feines Futter für die Feiermeute. Wäre die B-Seite etwas früher auf den Markt gekommen, hätte sie ‚Bodyrock‘ sicherlich die Schau gestohlen. Ähnlich verzwirbelter Beat, der einen langsam an den Hauptpart heranführt. Dort wurde das Sample-Thema durchaus geschickt eingeflochten. Die Auswahl weiterer Sounds ist gelungen und klingt zugleich ungewohnt. Aufhorchen ist angesagt! ][ lightwood

Nachtstrom vs. Platzgumer - Heimelektro Ulm
Wer hätte es gedacht. Die Heimelektroniker, mittlerweile in München ansässig, präsentieren eine äußerst interessante, pure Drum’n’Bass-10“. Interessant in der Form, daß die beiden Interpreten sich sonst eher auf anderen musikalischen Gebieten bewegen. Drum’n’Bass gilt aber bekanntlich als multifunktional und so kommen auch die beiden Österreicher nicht daran vorbei. Zudem scheint auf Heimelektro Ulm immer alles möglich zu sein. Mit ‚Cantatus I‘ bzw. ‚II‘ sind die Tracks betitelt. Die Beats klingen etwas angestaubt, bilden aber hier nur ein gesundes Grundgerüst. Dieses wird lediglich in den beiden Mittelteilen, einmal in Squarepusher-Manier, einmal mit Störgeräuschen, bearbeitet, ohne jedoch gänzlich kaputt zu gehen oder zu nerven. Der Kern der Tracks sind Klangverformungen mit unterschiedlichen Sounds und Motiven, die zu ansehnlichen Bildern mutieren, wie sie damals hätte Plug nicht besser hinzaubern können. Verspielt und überzeugend zugleich. Bitte mehr davon! Und man kann nur inständig hoffen, daß diese Platte die richtigen Leute erreichen wird. ][ lightwood

A New Dawn 004
Hollands Drum’n’Bass-Szene konzentriert sich zunehmend auf zwei Gesichter, die sich für etliche Produktionen verantwortlich zeigen: Falcon und DJ Chase. Zusammen als Timecode-Audio liefern sie auf vorliegender Maxi zwei Rave-Batzen ab. ‚Acid People‘ ist einfach gehalten und lebt von einem spannend gemachten Breakdown, der von einem überaus eingängigen Acid-Zirpen aufgelöst wird. Ansonsten passiert nicht viel, aber die wuchtige Bass-Beat-Kombination reicht auch aus, um Schaden auf der Tanzfläche anzurichten. ‚Well Wicked‘ fängt vielversprechend an, wirkt aber schnell ein wenig zu steif. Die hervorstechenden Momente und Elemente bleiben geringfügig. ][ lightwood

O.H. Krill - Chasing the One - DC
Kein Big Beat auf dieser Seite, keiner auf der anderen. Schonmal schräg für Depth Charges Label. Stattdessen bringt das dreiköpfige Team von O.H. Krill düster-verbastelten 7/8-Jazz zwischen Lalo Schifrin und Red Snapper. Mit letzteren teilen sie auch die leicht quere Rappeligkeit, der den Track wohl davor bewahren wird, auf der Pest des Jahres - den mediokren Nu Jazz-Samplern - verramscht zu werden. Dem Cherrystones-Remix mangelt es leider an Ereignissen. ][ mandel

Kyoto Jazz Massive - Substream - Compost
Die Okino-Brüder melden sich auf ihrer europäischen Homebase mit einem gelungenen „Eclipse“-Nachfolger zurück und zeigen, daß moderner Clubjazz sehr wohl soulig sein kann. Ein leicht funkiger Basslauf im Stile früher Curtom-Platten und soulige Vocals sorgen hierbei für Wohlfühlcharakter auf der Tanzfläche. Daneben sorgt Afronaught mit seinen zwei „Eclipse“-Variationen für gelungene Remixarbeit. Vor allem der Dub-Mix entführt in die für ihn typische, basslastige Welt des Grooves. ][ mb

The Amalgamation of Soundz - Alone - Compost
Jean Claude und Mark alias Amalgamation of Soundz wagen sich dagegen in musikalischere Gefielde vor und erschufen mit „Alone“ eine traurig-melancholische Ballade zum Tanzen. Ein zärtlich gezupfter Gitarren-Lick sorgt dabei für gefühlvolle Grundstimmung, mit deren Hilfe der sirenenartige Gesang den Hörer vollends in eine Traumwelt entführt. Die B-Seite gibt sich milder, psychedelischer, imitiert eine rasante Verfolgungsjagd mit unbekanntem Ausgang und würde perfekt in einen alten Gangster-Film passen. ][ mb

Defcon 5 - Goodbye And Welcome - Moving
Diese 7“ bewegt nicht nur, sie treibt dich vor sich her, drängt dich in die Ecke, um dich dann eiskalt ratlos stehen zu lassen und spurlos zu verschwinden. Defcon 5 bieten rasanten HipHop, herzergreifenden Soul und einen unschlagbaren Groove, erzeugt mit wenigen, einfachen Handgriffen. Alicia Rene’s Gesang bohrt sich direkt in den Gehörgang, zeigt, daß er etwas mitteilen will und ... aus. Circa zwei Minuten, dann ist man wieder alleingelassen. Lediglich mit dem Wissen zurückbleibend, daß es hier nicht mehr als zwei Minuten bedarf - und daß man diese Platte sofort wieder hören will. ][ mb

Space Clique - Cosmic Confusion EP - Spinning Wheel
Die beiden Space-Clique-Herren setzen beharrlich ihre musikalische Karriere und die Verschmelzung von verschiedenen Genres fort. Mit „Zone“ haben sie dabei ein absolutes Funk-Monster in die Welt gesetzt, das ohne Scheu die Beine zum Zappeln und die Hüfte zum Schwingen bringt. Offbeats, Bass, Keyboards ... alles sitzt genau richtig. Eine herrliche Mischung aus druckvollen BrokenBeats und liebevollem Soul. Auch die anderen Stücken warten mit liebevoll programmierten Beats und Hang zum Detail auf und brennen sich förmlich ins Gehör. Auf der B-Seite liefern Celestial Boogie einen Remix des zuckersüßen „Continue the Journey” ab, der aber sehr wohl auch im Club funktioniert. ][ mb

To Rococo Rot & i-Sound - Pantone EP - City Slang
Eigentlich mehr eine Ergänzung zu dem bereits veröffentlichten Album. Die Weiterführung des überaus einfühlsamen Konzeptes. Popmusik in einer neuen Definition. Schön und selbstbewußt. Fünf Stücke, die sich aus den gemeinsamen Auftritten mit i-Sound entwickelt hatten. Hierdurch erklingen die beiden Titel "Pantone" und "The Trance Of Travel", die schon auf dem Longplayer vertreten waren, in einem völlig veränderten Gewand. Nahtlos sich in die "Music Is A Hungry Ghost" einreihend, wie eine Bonus-12” für die Wartezeit, bis wieder synthetischer Klang und harmonische Menschlichkeit Hand in Hand viel Raum und Zeit zum klanglichen Träumen schenken. ][ g


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