| das dreiund30ste ± geradeaus & über Eck ± Okt/Nov 01 | jenseits von bits und bytes |
Jenseits von Bits und Bytes
...Ja was nun. Fällt doch die Auswahl äußerst schwer, da die Familie um das vertraute Produkt im Laufe der Jahre viel Zuwachs bekommen hat. Manche sind mit der Zeit bereits aus den Regalen wieder verschwunden, doch andere warten noch geduldig: PokemonMonopoly, EuroMonopoly, KinderAusgabe so wie MonopolyDeLuxe. Daneben die im letzten Jahr bei einem anderen Verlag (WinningMoves) erschienenen Städte Ausgaben, bei denen sich die Spieler fast jeder deutschen Großstadt ihre eigene Stadt "kaufen" können. Und nun der neueste Geniestreich der Firma Hasbro, die mit MONOPOLY-BAYERN MÜNCHEN und MONOPOLY-DIE BÖRSE genau den Nerv der Zeit zu treffen versucht. Mag sein, daß einige mit dem Fußballverein wenig anfangen können, doch scheint es keinen weiteren zu geben, der über eine solche überregionale Fangemeinde verfügt wie eben genannter aus Bayerns Landeshauptstadt. Sicherlich liegt aber die Börsen-Ausgabe genau im Trend. Allerorts wird das Börsengeschäft mit verstärktem Interesse verfolgt und auch zunehmend, nicht nur an den aus Nachrichten vertrauten Umschlageplätzen, praktiziert. Nicht immer hat man Glück und die erworbenen Wertpapiere steigen in ihrem Kurs auf einen astronomischen Wert. Häufiger ist eher das Gegenteil zu verbuchen, und lang werden die Gesichter der frisch gebackenen Broker. Dann doch lieber erst mal den Gang aufs Parkett mit den Lieben daheim in einer etwas stressfreieren Atmosphäre simulieren und trainieren. Den etwas modifizierten Spielplan aus der Schachtel geholt, den elektronischen Broker mit 2 Batterien versorgt, eingeschaltet und schon kann es für 2-6 Spieler losgehen. An Stelle der vertrauten Straßen erwirbt man nun Anteile an den verschiedensten Unternehmen und spekuliert auf Dividenden und Gewinne. Wie eben in der Wirklichkeit. Alle Transaktionen werden in den elektronischen Broker eingegeben, der kontinuierlich die aktuellen Kurse berechnet und den Spielern anzeigt, was zu investieren ist und was ausgeschüttet wird. Dadurch entsteht während einer beliebig langen Spieldauer eine recht authentische Athmosphäre, die in der Welt der BrettspielBörsenSimulationen seinesgleichen wohl vergeblich sucht. Auch die sicherlich für viele etwas unverständliche Altersangabe von 8 Jahren zeigt wie weit sich bereits der Klan der Börsengänger ausgeweitet hat, und signalisiert somit nicht, daß es sich um ein "Kinderspiel" handelt. Vielmehr hat Monopoly auch durch diese neue Ausgabe den Charakter eines Familienspiels beibehalten. Nur selten waren Spiele, die ausschließlich der funbringenden Unterhaltung dienten, Bestandteil dieser Rubrik. Doch Wolfgang Kramers PlemPlem (Schmidt Spiele) gibt Anlaß, davon eine Ausnahme zu machen. Basierend auf den Zahlenspielen vergangener WG-Abende, bei denen eine vorher bestimmte Zahl und deren Vielfaches nicht mehr genannt werden dürfen oder schwierige Zungenbrecher im Kreis herum fehlerfrei wiedergegeben werden müssen. Ergänzt durch eine Fülle Reaktionsvermögen erfordernder Aufgaben sowie pantomimischer Abendakrobatik entstand ein Partyspiel mit ganz besonderem Unterhaltungswert. Unglaublich zügig lassen sich die äußerst simplen Grundmechanismen der Einzelkomponenten den Spielern erklären und schon kann der Fun starten. Doch Achtung, wer einen Fehler macht bekommt Black-Out-Chips. Nicht daß es entscheidend wäre bei diesem Spiel zu gewinnen, vielmehr wird die 3-7 Spieler-Runde beherrscht von dem Spaß am Spiel, doch wer acht der vermaledeiten Chips hinter seinem verkehrt herum aufgestellten Sichtschirm für ihn uneinsichtig gesammelt hat, ist verantwortlich für das Ende einer heiteren Runde Spaß. Und fast unerträglich wird die Stille, so daß schnell die Spieler sich mit ihren neugewählten Kosenamen vorstellen, der Partylöwe auf dem Brett geduldig wartet und eine weitere aktions- sowie bewegungsreiche Runde ausgerufen wird. Für manche wohl etwas erstaunlich den Namen Wolfgang Kramer diesmal nicht im Zusammenhang mit strategischen Abenteuern zu lesen, doch auch schon seine frühere Veröffentlichung Haste Worte (FX-Schmidt-Ravensburger) zeigt wie gekonnt auch ein anderes Genre von ihm bedient werden kann. Ebenfalls ein alter Klassiker im neuen Gewand meldet sich aus der Welt der Taktik-Spiele für zwei zurück. Und mal ehrlich, wer kennt sie nicht mehr, die roten und blauen Spielechips, die an hochwertige Jetons aus einem Casino erinnerten. Vier von ihnen in einer horizontalen, vertikalen oder diagonalen Linie führten zum Sieg. Vier Gewinnt eben. Doch nun ist mit Vier Gewinnt Flip (Hasbro) ist eine neue Ära angebrochen. Ein kleiner Anhang, hinter welchem sich ein riesiger Berg neuer Spannung verbirgt. Das auf dem Tisch stehende Spielgestänge ist jetzt nämlich beweglich geworden. Der genial einfache, an Tic-Tac-Toe erinnernde Mechanismus des Spieles ist der gleiche geblieben: immer noch werden die nun neugestalteten Steine in die Rillen fallen gelassen, doch dann steht alles plötzlich Kopf, wenn sich einer der Spieler entscheidet das Gestänge in seiner Halterung um 180 Grad zu drehen. Bereits eingebrachte Steine bleiben aber, egal ob sie vorher unten lagen oder oben, durch einen Haltemechanismus an ihrem angestammten Platz. Es ist also möglich geworden von zwei Seiten zum Sieg zu bauen, was ein unglaubliches Potential an Konzentration erfordert. Das Resultat ist ein Spiel, das durch seine schnelle Erlernbarkeit, eine kurze Spieldauer von ca. 15 Minuten sowie seine simple Handhabung zu tausenden kniffeligen Herausforderungen einlädt. ][ g |
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