
Eigenartigerweise ist die Musik von Theo Parrish dazu geeignet, die unterschiedlichsten Menschen an einen Tisch zu bringen. Ehemalige Indie-Rock-Fans sollen mit seinen Platten ganze Radiosendungen bestreiten, und selbst der ein oder andere, ähm, Techno Fan findet Gefallen an seinen Erzeugnissen zumindest, wenn diese mit dreifacher Geschwindigkeit abgespielt werden. Dabei gehört der Mann, ebenso wie Kenny Dixon Jr., zu den Vorzeigeproduzenten moderaterer 4/4-Takte aus Detroit. Zum ersten Mal mit einem Remix für Dewayne Davis It Shows auf Norma Jean Bells Pandamonium-Label in Erscheinung getreten, konnte Parrish spätestens mit dem Auftauchen seiner Plattform Sound Signature für Furore sorgen und die Behauptung entkräften, sein Name sei nur ein weiteres Pseudonym für den Moodymann. Noch dazu ist Parrishs Style von Anfang an distinktiv genug. Zahlreiche Maxis und drei Alben später ist sein Sound Design derart souverän, daß jedes seiner Stücke eine unverwechselbare Handschrift trägt und er wohl als einer der letzten, verzeiht den Ausdruck, legitimen Restauratoren der Housemusik genannt werden kann.
Im Sommer befand sich der Mann auf DJ-Tour quer durch Europa. Grund genug, für ein Interview alle Hebel in Bewegung zu setzen, auch wenn die Soziabilität des fast 30-Jährigen keinen guten Ruf genießt eine Miesmuschel, einsilbig und zickig sollte er angeblich sein. Ein Gerücht, das sich glücklicherweise als völlig haltlos herausstellte. Am Tag nach seinem alles in den Schatten stellenden Auftritt in Offenbachs Robert Johnson war es dann soweit: Der Absolvent des Kansas City Art Institute bittet zur Audienz in heimeliger Atmosphäre. Das Interview mit einem mehr als gutgelaunten und redseligen Theo Parrish wuchs dann schließlich zu einer mehrstündigen Mammut-Unterhaltung aus. Aber lest selbst. Theo Parrish ungefiltert.
Formeln und Strukturen in der Musik
Es gab einen Zeit, wo ich sehr bewußt bestimmte Dinge an bestimmte Stellen gesetzt habe. Die Hi-Hats, den Bass ... aber nach einer Weile fängst Du einfach an, darüber hinaus zu schauen. Du fängst an dich tiefer in die Materie einzuarbeiten und lernst dabei, wie Musik dich persönlich beeinflußt. Es geht also nicht nur darum, was Du mit der Musik machst, sondern auch darum, was die Musik mit dir anstellt. Nur so entfernst du dich von Strukturen. Klar, der Mensch reagiert auf bestimmte Strukturen, auf einen bestimmten Basslauf oder eine bestimmte Akkordfolge. Aber es passiert noch soviel darüber hinaus - ganz unterschiedliche Dinge, je nachdem, was für Musik du spielst und an welchem Ort du sie spielst.
Es gibt keine Formel. Es gibt einfach keine. Es sieht auf den ersten Blick vielleicht so aus ... aber es gibt keine. Punkt, aus. Musik kommt aus einem Gefühl heraus. Sie ist eine Reaktion auf deine Gefühle und es gibt keine Formel im Bezug auf Gefühle, die immer gültig wäre. Geh in dich. Und wenn Du in dich gegangen bist, erforsche deine Gedanken und Gefühle und denke darüber nach, wie diese Gedanke und Gefühle auf jemanden wirken, der dich nicht kennt, der deine Gefühle und deine Motivation, etwas zu tun, nicht kennt. Was ich sagen will, ist daß man das Schreiben über Musik sehr kritisch betrachten muß.
Musikjournalismus
Es geht darum, wie man die Information, die man von anderen bekommt, diskriminiert. Und vor allem geht es darum, wie man an diese Informationen gelangt. Das ist ein ganz heikler Punkt. Du als Vertreter der Presse hast einen sehr großen Einfluß auf die Leute. Deshalb ist es deine Aufgabe, die Distanz zwischen Dir und mir zu überwinden ... und genau das findet meistens nicht statt. Es wird einfach nicht genug Aufmerksamkeit dargebracht. Für mich geht es nicht um House-Musik - für die Presse ist dies ein Name, unter dem sie meine Musik abhandeln kann. Für mich geht es einfach um Musik. Darum will ich wissen, was Du über bestimmte Probleme denkst, was Du dagegen tun kannst, was wir dagegen tun können. Mich interessieren keine Menschen, die darüber schreiben, was andere Menschen tun. Ich mag keine Interviews, in denen ich nichts als Fragen beantworten muß. Ich möchte mich unterhalten, eine Konversation führen. Wenn ich ein Gespräch beginne und meinen Gedanken folge, langsam aber sicher vom Thema abweiche, dann ist das für mich das Natürlichste auf der Welt. Ich habe auch kein Problem damit, wenn du auf einen bestimmten Punkt zurückkommst und von mir verlangst, ihn genauer zu erklären. Ich habe auch schon geschrieben und tu es manchmal auch noch, daher weiß ich, wie wichtig das Schreiben an sich ist und wie wichtig es ist, daß die richtige Botschaft rüberkommt. Die Medien sind eine ganz gefährliche Sache, wenn es darum geht, über Kunst zu berichten.
Ich z.B. weiß nicht viel über die deutsche Szene. Das, was gestern abend vom Publikum zurückkam gefiel mir. Aber an sich weiß ich nichts über das, was hier in Deutschland passiert. Angenommen es gäbe überall auf diesem Planeten eine ganz bestimmte Kultur, die in jeder Region gleich wäre, eine gemeinsame Basis sozusagen. Leute treffen, Ausgehen, Musik und anderen Personen ausgesetzt sein, das meine ich damit. Gemeinsam auf dem Boden sitzen gehört auch dazu - es gibt keine Stühle, keine Tische - wir sitzen auf dem Boden, weil es der gemütlichste Platz ist an dem wir im Moment sein könnten. Wie gesagt, ich weiß nicht, was hier in Deutschland gerade in Sachen Musik angesagt ist, aber ich weiß, was drüben (in den USA) angesagt ist. Musik ist spezifisch, an den Ort gebunden und wenn ich nun erzähle, was dort los ist, dann ist das etwas ganz anderes, als das was passiert. Als Journalist und als jemand, der Informationen festhält, ist es daher wichtig, alles im Zusammenhang zu sehen - die ursprüngliche Bedeutung beizubehalten. Sonst baust du ein fiktives Gebilde auf. Das System des Journalismus profitiert davon, daß wesentliche Aussagen gemacht werden. Dabei kommt es auf die Art zu fragen an, denn dadurch erwirbst du dir den Respekt derjenigen Person, die du interviewst. Warum sollte ich dir etwas Neues, Wesentliches erzählen, wenn du mir mit substanzlosen Fragen daher kommst, denn dann entsteht zwischen uns eine Distanz. Ich möchte aber keine Distanz zwischen dir und mir haben, solange wir ein Interview führen. Ich führe kaum noch Interviews und dies ist wahrscheinlich für lange Zeit das letzte. Das Problem, daß ich mit einer intellektuellen Analyse meiner Musik habe, ist, daß ich nicht die Möglichkeit habe, den Publizisten dieser Gedanken intellektuell zu analysieren. Sprich mit mir, ich habe darüber auch eine Menge zu sagen. Die Musik kommt aus dem Bauch, die Einflüsse dafür vom Kopf. Der Kopf beschützt den Bauch, und ich muß die Möglichkeit haben, darüber zu sprechen. Wenn irgendjemand seine Gedanke über mich veröffentlicht, läßt mich das für eine Menge Leute in einer bestimmten Perspektive erscheinen. Es geht darum, daß ich davon weiß. Zum Beispiel kenne ich euren Hintergrund, und die Art und Weise wie ihr redet, sagt mir, daß die Dinge okay sind. Ich muß mir keine Sorgen machen. Ihr könntet mit diesem Interview meinetwegen so viel Geld machen, wie ihr wollt, das ist ok für mich, weil ich die Möglichkeit hatte, euch kennenzulernen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Wenn meine Homepage steht, werden all meine Interviews nur auf dieser Seite erscheinen. No more talking to the press, man. Ich gebe euch eines meiner letzten Interviews. Ich mag Interviews eigentlich nicht. Medien sind nicht unbedingt die beste Möglichkeit, um sich über Musik zu äußern. Ich hatte mal ein Interview mit einem Engländer, der mich fragte, wer der bessere von uns beiden sei. Kenny oder ich? Was ist denn das für eine bescheuerte Frage, Mann? Vielleicht mache ich selbst mal ein Magazin. Nur für eine Ausgabe. Um zu zeigen, wie man es machen sollte. Aber es ist mir egal, wer darüber schreibt. Es ist mir egal, wer darüber spricht, ich will wissen, wer zu meiner Musik tanzt, wer sich mein Zeug anhört. Wenn niemand mehr dazu tanzt, werden wir auch nicht mehr darüber sprechen.
Die Kunst, Hintern zu bewegen
Für gewöhnlich benutze ich meine DJ-Sets nicht als Vehikel, um lediglich die neuesten Platten zu spielen. Es gibt so viele tolle Platten und so viel gutes Zeug, das niemand da draußen auflegt. Die Leute haben deshalb überhaupt keinen Zugang zu solchen Sachen. Ich find es wichtig, Sachen zu spielen, die einen emotionellen Wert haben, eine Erinnerung darstellen, Stücke mit denen man vertraut ist. Aber ich versuche das mit neuen Dingen zu verbinden. Ich habe kein richtiges Konzept oder so. Es ist eher eine Mischung verschiedener Sachen: alte Sachen, die ich gemacht habe, neue Sachen, die noch nicht veröffentlicht sind, new classics and old classics. Was ich in einem Moment mache, ist auch nur für diesen Moment gedacht. Was solls? Vielleicht habe ich gute neue Sachen gekauft, vielleicht auch nicht? Vielleicht habe ich guten Scheiß, den man aber nur sehr schwer zusammen bringen kann? Vielleicht bring auch Dinge, die sehr einfach zusammen präsentiert werden können, denen aber einfach das Gefühl und der Inhalt fehlt? Kein Song hat den gleichen emotionalen Inhalt eines anderen. Es ist sehr schwer, die Energie bestimmter Sachen freizusetzen, wenn man diese nicht schon eine Weile aufgelegt hat und von vorne bis hinten kennt. Außerdem muß man auch viel Zeit haben, um die Leute in verschiedene Richtungen zu bringen. Es ist sehr schwer, Dinge, die neu für dich sind in den richtigen Kontext zu bringen. Technisch ist das alles natürlich sehr einfach. Du folgst einfach den Sounds. Aber emotional? Etwas gleichzeitig emotional und soundästhetisch passend zu machen, das ist sehr schwierig. Aber da fängt es auch an, schön zu werden.
Label-Design
Das Label-Design ist ziemlich einfach. Ich mache einfach eine Skizze, ein paar Entwürfe und gebe es weiter. Es ist zwar immer mein eigenes Konzept, aber ich habe jemanden, der das ganze dann für mich ausarbeitet. Ich muss ihm nur sagen, wie ich es mag und wo er die verschiedenen Elemente plazieren soll. Jede der Platten hat ein eigenes Konzept. In naher Zukunft wird man zwei verschiedenartige Sound-Signature-Veröffentlichungen sehen: mit Halbkreis und ohne. Der Halbkreis soll sagen, daß die Platte quasi geteilt ist und in zwei unterschiedliche Richtungen geht.
Allgemein werden demnächst sehr viele ungewohnte Sachen auf Sound Signature erscheinen. Dinge, die ihr davor noch nicht gehört habt mehr Sachen mir SängerInnen und allen möglichen Arten von Vocals. Außerdem werde ich ein bißchen mehr von einer Executive Producer Position anstreben. Es gibt so viele gute Leute und Talente da draußen, die ich zu finden versuche. Zum Beispiel, Marsellus Pittman, ich meine, sein Zeug ist einfach absurd. Oder Leron Carson, Maaaan, Leron Carson, ihr habt keine Ahnung ... mit ihm habe ich 1987 in Chicago Stücke produziert, bevor ich wegzog. Ich meine, ich produziere schon seit ich 14 Jahre alt war. Das ist wirklich eine lange Zeitspanne. Es ist einfach nur eine Frage des Wachsens. Je mehr man macht, desto besser wird man. Ich selbst will auch mehr Sachen machen. Ich will mehr Produkte von mir da draußen haben. Die Sache ist die: ein Label zu managen und darauf gleichzeitig als Künstler vertreten zu sein ist ... phew ... verdammt hart. Wie kannst du das alles unter einen Hut bringen? Du brauchst einfach Leute, auf die du dich verlassen kannst und die dir bei vielen Dingen unter die Arme greifen. Sonst spielst du sehr schnell mit dem Feuer.
Marketing und Politik
Die allgemeine Einstellung heutzutage lautet: Wenn es nicht profitabel ist, wird es nicht unterstützt. So einfach ist das. Das findet quer durch alle Bereiche der Gesellschaft statt. Sie wissen, wie man etwas vermarkten kann und wie man es melken kann. Es reizt sie nicht, etwas nachhaltiges zu schaffen und es reizt sie auch nicht, die Regeln zu brechen. Alles wird zu einem Gimmick. Die einzige Möglichkeit, junge Menschen für eine politische Bewegung, die auch von Bedeutung ist, zu gewinnen, besteht darin, die Medien zu infiltrieren, um überhaupt erst einmal die Aufmerksamkeit dieser jungen Menschen zu erlangen. Das ist ja das Schlimme. Zur Zeit wird dem geschriebenen Wort einfach keine Bedeutung beigemessen.
(schwarze) Botschaften
Ich bin in den USA aufgewachsen, nicht in Afrika. Das ist etwas, was Du über mich verstehen mußt. Das ist meine Art etwas zu interpretieren. Es ist für mich die beste Möglichkeit, eine Botschaft an meine Leute weiterzureichen. Und ich hoffe, daß auch andere Menschen diese Botschaft wahrnehmen. Es ist eine Ironie des Schicksals, aber es sollte keine sein. Die Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben, die Chance eines ganz gewöhnlichen Menschen etwas zu verändern, das sind die zwei größten Probleme, die ich im Zusammenhang mit jeglicher Art von Musik habe. Ein erwachsener Verstand ist in der Lage unterscheiden zu können, ein junger Verstand, gerade im Begriff heranzuwachsen, kann das nicht. Jede Art von Musik, die von einem Schwarzen gespielt wird, enthält eine schwarze Botschaft. Das ist unsere Sprache. Allein die Tatsache, daß du eine Stimme hast, fordert kritische Aussagen. Durch deine Stimme hast du die Chance, deine Worte zu Gehör zu bringen. Aber wieviele Stimmen gibt es, die davon berichten, wie es sich anfühl,t in diesem Jahrhundert zu leben? Wieviele? Wer spricht darüber, ohne von irgendeiner Firma gekauft zu sein? Denkt darüber nach, wie es wäre, wenn Kenny (Dixon) nicht gesagt hätte, was auf seinem Album stand. Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt. Die Medien sagten einhellig, das es falsch war, so etwas zu sagen. Sie vergaßen, daß er ein Künstler ist und das Recht hat, zu sagen, was immer er will. Wenn du dich dadurch angegriffen gefühlt hast, war es ein Fehler, deshalb nicht seine Musik anzuhören. Im Gegenteil, gerade dann mußt du noch vieles hören und lernen.
Living In The City
Life comes back, but it doesnt come back black ... ha, ha, ha. Im Ernst, Detroit ist nicht mehr die Geisterstadt, die sie mal war, aber trotzdem hat die ganze Sache System. Es wird schwarzen Leuten einfach schwer gemacht, in Detroit zu leben. Immobilienfirmen haben eine Menge ungenutztes Land und Wohnungen aufgekauft, die dann als Eigentumswohnungen, die man auch leasen kann, ausgeschrieben werden. Die Mieter bestimmen, wer einziehen darf und es ist aufgrund seines Leasingcharakters sehr attraktiv für die Leute. Aber wer kann sich das leisten? Schwarze nicht. Die Immobilienunternehmen haben die Gebäude gekauft, die während der Landflucht der Weißen in Detroit anfielen. Als die Weißen in die Vorstadt zogen, wurde es ungemütlich in Detroit. Die Kriminalitätsrate stieg, die Polizei griff härter durch und alles war irgendwie scary. Jetzt verkaufen die Unternehmen die Gebäude an deren Kinder zurück. Die Vorstädter kommen nach Downtown und der Kreis beginnt von vorne.
Religion als Lebenshilfe
Ob ich religiös bin, ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht. Vielleicht. Ich kann es wirklich nicht sagen. Was ist Religion? Die Kirche? Religion ist meiner Ansicht nach eine sehr persönliche Sache, Religion ist so subjektiv. Ich glaube, daß es genauso viele unterschiedliche Religionen wie Menschen gibt. So lange ich an irgendetwas glaube, ist es doch ok. Was andere Leute glaube, ist deren Sache. Es gibt einen Glauben ohne Religion und Vertrauen. Man sollte das alles nicht so verbissen sehen und jeden nach seiner Fasson seelig werden lassen. Selbst Atheisten glauben doch. Die Wissenschaft ist deren Gott. Beweisführung und logisches Denken heißen deren Götter. Wir brauchen einfach die Bestätigung und die Versicherung, daß alles in Ordnung ist. An etwas zu glauben, hilft da ungemein. Glaube kann gedeihen und verwelken wie eine Blume. Ok, ich bin religiös, ich glaube an Profit, ich glaube an Information, ich glaube an Außerirdische. Zugegeben, ich würde noch mehr an Außerirdische glauben, wenn ich sie treffen könnte ... ha, ha, ha. Vielleicht spreche ich aber auch gerade zu ihnen? Und vielleicht bin ich sogar selbst einer, ohne es zu wissen... ha, ha, ha
Die Angst und Video Games
Sprache ist so eine verrückte Sache. Und so interessant und aufregend. Die Unfähigkeit von einer bestimmten Idee zu einer andern, im Sinne von Verstehen, zu kommen, verursacht so viel Ärger. Es gibt so viele Dinge, die von Menschen definiert und klassifiziert sind, ohne daß darüber einen weiteren Moment nachgedacht wird. Well, Menschen sind solche furchtsamen Geschöpfe. So ängstlich. Wenn wir zwischen die Entfernungen von Sprache und Grenzen geraten, und gute Absichten erkennen, wollen wir diese nicht wahrhaben. Wir wollen nicht einmal wahrhaben, daß das andere Individuum mit dem wir kommunizieren, gute Absichten hat. Wir sind einfach eingeschüchtert und ängstlich. Und was macht das aus uns? Angsthasen. Wenn wir erwachsen sind, wollen wir Sicherheit und Versicherungen. Scared Living. Alles besteht aus Metaldetektoren, Überwachungskameras, Gated Communities und Angst. Nichts als Angst. Die Angst nährt in uns das Verlangen nach mehr Geld. Würden sich die ganzen Alien-Merchandise-Artikel so gut verkaufen, wenn uns nicht ständig eingeredet werden würde, das Außerirdische zu fürchten? Ich bezweifle das. Niemand würde fernsehen ohne Angst. Ich versuche nicht fernzusehen, aber leider habe ich vor einem Monat Kabelfernsehen bekommen. Dabei habe ich vor sieben Jahren oder so entschieden, mir niemals einen Fernseher zu kaufen, dann brauchte ich aber einen, um Videospiele spielen zu können. Ich habe bis jetzt noch keinen Computer. Also brauchte ich einen fernseher. Zu dem Zeitpunkt war ich süchtig nach Videospielen. Play Station und Tekken. Ich liebe Tekken. Mit Kenny und den Jungs spiele ich nichts anderes. Man hat mir über Dego von Reinforced erzählt, er wäre gut in Tekken. Ich habe ihm in den Arsch getreten...he, he...ein paar Mal und er weiß es. Ich war auf einem Festival in Belgium und die hatten Play-Station-Stände aufgebaut; ich habe 23 Kids ohne Unterbrechung vermöbelt, dann mußte ich auf die Toilette.

Persönliche Ängste
Natürlich habe auch ich Angst davor, gierig zu werden. Wer hat das nicht? Aber es ist gut, wenn du Leute hast, die dich auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn du diesen verlassen hast. Die dich kennen und die dich kannten, bevor du dich für diese Art von Beruf entschieden hast. Geld kann eine gute Sache sein, aber zu viel davon verwirrt dich. Wenn du anfängst in Dollars zu denken. Man kommt an einen Punkt, an dem man sich fragt Woraus bin ich gemacht? Wohin will ich gehen? Was sind meine Prioritäten? Und wenn deine Priorität ist, daß du funktionierst, dann hast du keine langfristigen Ziele und am Ende dienst du nur dir selbst. Und du bist nicht mehr daran interessiert irgendetwas zu tun, daß über deine Person hinausgeht.
Hip Hop
Hip Hop, ich liebe Hip Hop wirklich und verfolge die Entwicklungen ganz genau. Madlib und sein Alter Ego Quasimoto sind einfach großartig. Kennst du Hip on the Grouch? Mann, das musst du dir besorgen. Und erst Come On Feet. Das Stück ist ansteckend (ahmt die Melodie nach - der Verf.). Ein anderer Produzent, der mich wirklich beeindruckt ist Jay Dee. Von ihm gibt es einen Remix für Busta Rhymes. Ein komplett andere Version als das Original und die Art und Weise, wie er mit der Bassline ausgeflippt ist. Ich kann mir nicht erklären, wie er das gemacht hat. Ich meine, er hat sie die ganze Zeit verändert, es scheint fast so, als ob sich der Sound während des Stücks um sich selbst dreht. Vielleicht war es ein Effekt, vielleicht hat er es selbst getan oder vielleicht war es etwas völlig anderes? Really weird und sehr seltsam. Aber ich konnte auch mit Biggie Smalls etwas anfangen, bevor sie zu stark in dieses ganze Bling Bling Ding abgerutscht sind. Es langweilt mich, wenn die Leute anfangen ihre gewohnte Qualität zu verlieren, aber sein erstes Album Ready to Die ist einfach ein Klassiker.
Detroit Electronic Music Festival
Nein, nein, ihr sprecht hier über das Ford Focus Electronic Festival (die Betonung liegt auf Ford Focus - der Verf.). Das ist das Festival, über das ihr redet. Ihr meint nicht das eine...es gibt nur eines, das heißt, es gab nur eines seiner Art. Aber ich war von der ganzen Entwicklung nicht so enttäuscht wie einige andere. Wißt ihr was? Du kennst die Natur einer Schlange, wenn du dich mit ihr einläßt, oder? Du kennst die Schlange und du weißt wie sie sich verhält. Du hattest schon Schlangenbisse und du weißt wie sie es ankündigen, bevor sie zuschlagen. Du kennst all diese Dinge und du gehst trotzdem ohne Gegengift für den Fall der Fälle zu einem Treffen mit der Schlange, so daß es nicht so sehr schmerzt? All right, du hängst mit der Schlange aus, die Schlange kommt in dein Haus, du kochst mit ihr zu Abend, du sprichst mit ihr Hallo Schlange, wie gehts?. Dann beißt sie dich und du sagst (mit verstellter, erhobener Piepsstimme der Verf.) Ich kann es nicht glauben. Die Schlange hat mich gebissen. Mann, das ist eine Schlange, das ist es, was Schlangen tun und was sie tun werden.
Einige Leute haben das erwartet. Jeder wußte es, er wußte es. So etwas passiert einfach, wenn man sich mit großen Unternehmen abgibt. Manchmal entdeckt man, daß die versprochene Solidarität nicht vorhanden ist. Aber ich glaube, daß er die ganze Sache recht gut und mit viel Würde über die Bühne gebracht hat. Es ist ganz simpel: du suchst Sponsoren, also mußt du dich vertraglich absichern. Das ist vielleicht unbequem und fürchterlich, aber so ist es leider.
Wir leben in Detroit, da ist man daran gewöhnt. Alles, was auf irgendeine Art von kreativem und künstlerischem Wert war und von hier kam, wurde ausgebeutet. Das gleiche ist mir mit Better Days (Parrishs Clubnacht der Verf.) passiert. Wenn du etwas Besonderes tust und dir nicht darüber im klaren bist, wie du es beschützen kannst, wirst du verletzt. Der Punkt ist, daß große Unternehmen Kunst für sich vereinnahmen, um Profit daraus zu schlagen das ist passiert. Wir haben alle zugesehen, wie es passiert ist. Ich bin sehr froh darüber, daß wir ein DEMF hatten, vielleicht wird es wieder eins geben; und ich weiß es zu schätzen, daß zumindest ein paar Leute aus Detroit bezahlt wurden, aber um mit irgendwelchen Mega-Unternehmen oder Sponsoren zu dealen, muß man einfach seine Hausaufgaben machen. Traurig aber wahr.
Cosmic Cars
Yeah, ich fahre einen alten Ford Mustang. Was für eine Ironie, ausgerechnet Ford...Aber die machen einfach fabelhafte Motoren. Leider sind sie auch für die schlimmsten Stoßdämpfer auf diesem Planeten verantwortlich. Die sind wirklich scheiße, also mußte ich ein paar Veränderungen an dem Wagen vornehmen. Du ersetzt die schlechten Teile eines Wagens einfach durch bessere. Das ist es, was du tun mußt. Ohne Wagen bist du in Detroit auch extrem behindert und um den Bus zu nehmen, bedarf es einer langen, langen Vorbereitung ... ha, ha, ha ... Aber abgesehen von dem praktischen Nutzen liebe ich Racing. Ich kann tagelang über mein Auto reden. Oh Mann, gebt mir meinen Mustang. Ich würde es auf eurer Autobahn lieben, aber dazu bräuchte ich einen Audi SA, der mit dem Porsche Motor. Der neue Porsche Twin Turbo ist auch wirklich baad. Aber Autos sind einfach nur mein kleines Hobby abseits der Musik. Gegen Mad Mike würde ich zum Beispiel gerne mal ein Rennen fahren, aber er würde mir richtig in den Arsch treten. Er ist einfach zu schnell. Wenn du aus deinem Wagen die Sitze ausbaust, weil du Platz für die Reifen brauchst, dann meinst du es wohl wirklich ernst. Der Wagen von dem Typ besteht nur aus Stahl, einem Sitz und einem Lenkrad. Mann, ich mag einfach Geschwindigkeiten, die weit über 200 km/h liegen und das länger als nur eine Viertelmeile. Es ist mein Privatvergnügen und etwas, daß ich nicht mal versuche, vor meiner Umwelt zu rechtfertigen, weil ich so etwas einfach nicht rechtfertigen kann ... ha, ha, ha. ][ janson, neon tse tse
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