| das vierund30ste ± auf & davon ± Dez 01/Jan 02 | jenseits von bits und bytes |
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Die Skyline von Manhattan hat sich nun stark verändert, aus welchem Grund braucht wohl an keiner Stelle erneut erwähnt zu werden, und hat auch in dem kommenden Zusammenhang nur wenig Bedeutung. Doch ist diese Veränderung Grund genug, tausende von Puzzlespielbegeisterte und Sammler in die Spielwarengeschäfte zu treiben und sich zu Hauf die in kleine Stücke zerteilte alte Ansicht zu sichern. Es gab wohl kaum ein Motiv, daß sich einer solchen Beliebtheit erfreute. Allerorts sind sie gefragt, die zerschnittenen Ablichtungen auf starkem Karton, und schon sehr bald ausverkauft. Was kommt danach? Geht der Run auf Spieleschachteln los wie das im Hans Im Glück Verlag erschienene ehemalige Spiel des Jahres Manhattan (auch hier selbstverständlich noch mit zwei Türmen) oder das im Ravensburger Spieleverlag zu Scotland Yard dazugesellte NY-Chase? Traurig ist es ja schon, wenn nicht mehr Geschmack und Spielfreude die Kaufentscheidung beeinflussen, sondern ein gewisser Katastrophentourismus. Könnte es möglich sein, daß diese Menschen darüber auch äußerst enttäuscht waren, als bei den Onlineauktionen das geschmacklose Versteigern einzelner Trümmer der Zwillingstürme (in gewisser Weise ja auch Puzzleteile) eingestellt wurde. Was legen solche Personen dieses Jahr wohl unter den Weihnachtsbaum? Also weg von den USA und schnell in die phantastischen Welten eingetaucht, die von Zeit zu Zeit auch die dubiosen Folgen dieses Ereignisses vergessen lassen. Zum Beispiel auf einer Reise in die ferne Sternenwelt Catans. Mit dem neuen Zweispielerspiel Sternenschiff Catan von Klaus Teuber startet man in vier Galaxien, die als verdeckte Stapel zwischen den Raumschiffspielplänen der beiden Sternenfahrer auf deren Erkundung warten. Wie bei Siedler dem Kartenspiel rollt man Würfel und läßt die Rohstoffe produzieren. Jeder Spieler startet nur mit einer rohstoffproduzierenden Kolonie sein Abenteuer, und so versuchen beide durch unterschiedlich weite Reisen in eine der Galaxien nach neuen Kolonien zu suchen, um an weitere Rohstoffquellen zu gelangen. Diese sind erforderlich um das eigene Mutterschiff auszubauen und neue Handels- und Kolonisationsflotten zu errichten. Eine auserwählte Galaxie wird nun offen auf dem Tisch für beide Spieler aufgedeckt, so daß markante Kolonien und Handelsplaneten wie Eckpfeiler die Reiseroute definieren. Am Ende seiner Flugphase, werden eventuell beanspruchte Planeten dem Spieler ausgehändigt und durch neue Karten ersetzt und gemischt Die Galaxien behalten ihre Tiefe. Die Reise bleibt weiterhin spannend und erst im Laufe mehrerer Züge manövriert man sein Schiff durch vertrauter werdende Gefilde, die durch Begegnungskarten wie Piraten, hilfesuchende Völker und zu erreichende Zielplaneten für Abwechslung sorgen. Auch wenn für manche die Catan-Familie ins Uferlose zu wachsen scheint, so ist dieses Spiel in der angeschwollenen Zweispielerschachtel aus dem Hause Kosmos eine taktische Herausforderung neuer und zu gleich angenehm vertrauter Art, die nach ca. 60 Minuten nach einer weiteren Partie ruft. Komplexität kommt hier ebenso wenig zu kurz wie konzentriertes strategisches Denken. Vor allem aber ist es, im Gegensatz zum oben erwähnten Siedler, gelungen, die Rohstofftauschmöglichkeit unter den Spielern als wichtiges und funktionierendes Element bei einem Zweierspiel zu integrieren. Aus gleichem Hause erreicht die Fangemeinde der Herr Der Ringe-Trilogie, genau richtig zum bundesweiten Filmstart, eine weitere Spielschachtel. Gestaltet mit original Szenefotos können bei Der Herr der Ringe - Die Gefährten drei bis vier Spieler die erste Etappe der Reise aus dem Auenland erleben. Gemeinsam ziehen sie aus, um für sich die meisten Punkte zu sammeln. Doch die Gruppe ist ein wichtiger Begleiter, von dem man sich aufgrund der überall lauernden Gefahren nicht zu weit entfernen sollte. Wer von der Gier nach Sonderpunkten getrieben vorneweg marschiert, muß auch die stärksten Gegner überwältigen, für die es aber auch weiteren Ruhm zur Belohnung gibt. Und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Kleine Entwicklungsschritte, welche die Charaktere durch erbeutete Waffen oder freundlich gesinnte Wegbegleiter machen, machen dieses, nicht übertrieben komplexe, Familien-, Würfelspiel zu einer unterhaltsamen und miteifernden Begegnung. Schön ist vor allem, daß das Regelwerk in nur wenigen Minuten neuen Reisenden erklärt werden kann, die schnell in dem Spiel selbständig Prioritäten für Rüstung und Bewegungsweite in Anbetracht der lockenden Punkte festsetzen können. Zum verwechseln ähnlich mischt bei dem heiß begehrten Lizenzthema auch der Ravensburger Spieleverlag mit. Das Kartenspiel Herr Der Ringe - Die Gefährten (Kein Druckfehler), lädt dabei in einer kleineren Schachtel mit annähernd identischer Gestaltung, zwei bis drei Spieler ein, ebenfalls die Reise der Gefährten mitzumachen. Über zehn Orte, die als Kartenpaar jeweils auf den Tisch gelegt werden, versuchen die einzelnen Spieler durch geschicktes Anlegen ihrer Zahlenkarten möglichst hohe Werte zu erzielen, um eine Etappe für sich zu entscheiden. Vor allem die begehrten Ringplättchen sowie Sondereigenschaften mancher Reiseabschnitte lassen einen wahren Nervenkrieg entflammen. Wird eine neue Region ausgelegt, können bereits gespielte Kartenwerte wieder an Bedeutung gewinnen und so manchen auch zur Aufgabe eines Unternehmens zwingen. Ein richtiges Zockerspiel, das schnellstens zu erlernen und auf einfachstem Strickmuster basierend es schafft nach unzähligen Partien immer noch spannend und interessant zu bleiben. Ganz anders das (Kosmos-)Zweispielerspiel Der Herr Der Ringe-Die Suche von Peter Neugebauer. Ein Kartenlegespiel, das anfänglich noch recht interessant zu sein scheint, da zufällig gezogene Begegnungen eine gewisse Monotonie auf dem sich entwickelnden Spielplan ablösen, doch selbst die verpufft schon nach kürzester Zeit. Dann noch ein Wettlauf zum Schicksalsberg, welcher meistens kein wirklicher Wettlauf ist. Irgendwie ist kein so richtiger Sinn zu erkennen... Aber auch andere Themen scheinen noch zu dieser besonderen cineastischen Jahreszeit von Interesse zu sein. Und so schickt wieder mal das grandiose Hosentaschenformat des Adlung-Verlages Spielbegeisterte in ausgeklüngelte Abenteuer. Zum Beispiel mit dem heißen Kartenspiel Pompeji, bei dem 2-4 Stadtarchitekten in der durch ein Erdbeben zerstörte Stadt am Fuße des Vesuv neue Monumente errichten. Begehrte Bauplätze müssen erspäht werden und strategisch wichtige besetzt werden. Andere Bauplätze hingegen sind tabu. Dabei verändert jede in das, am Ende sieben mal sieben große, Kartenraster gespielte Karte die Situation und läßt einige entwickelte Taktiken neu überdenken. Spannend von der ersten Karte bis zur letzten. Am Ende gewinnt der, der den meisten Überblick in den verwinkelten Straßenschluchten der Stadt behalten konnte. Auch bei diesem Spiel steht dabei kein kompliziertes Regelwerk den Spielern im Weg, sich schnell in die tiefen des Spiels von Frank Brandt zu begeben. ][ g |
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