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Alec Empire mit seinem Riot-Ensemble im Gebäude 9 zu Kölle (26.05.2002), ein seltenes Ereignis in Deutschland, obwohl der gute Alec-Boy im Ausland längst zum Star avanciert ist. Zahlreiche Kooperation, u. a. mit Björk, belegen, daß Alec Empire sich musikalisch nicht auf das ewige Avantgarde-Krachmacher-Klischee festnageln läßt - verdrehte Free-Jazz-Beats treffen auf unterirdische Ambient-Sounds und Breakbeats. Digital Hardcore bedeutet eben nicht, ständig Dissonanzen zu produzieren, sondern viel mehr die Revolution in den Köpfen der Menschen anzuzetteln, ein neues Bewußt-sein muß her.
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ouk: Gibt es bei Digital Hardcore so etwas wie eine politische Ebene?
Alec Empire: Ich denke schon, wenn man heutzutage etwas macht, was nicht konform ist, bewegt man sich auf eine politische Ebene zu. Bei Atari Teenage Riot war immer das Konzept, das jeder Song politische Aussagen haben muß, diese Riot-Sounds-produce-Riots-Philosophie, die wir da verfolgt haben. Ganz so eng habe ich das bei meinen Solo-Sachen aber nicht gesehen. Wenn du etwas machst, das nicht mit dem konformen Mainstream zu tun hat, wirst du sehr schnell ausgeschlossen. Es hat sehr schnell etwas mit Politik zu tun, obman will oder nicht, auch wenn man einen Song hat, der jetzt nicht direkt politisch ist.
ouk: Ihr hattet ja einen Plattenvertrag auf Phonogram, wie kam es dazu, daß ihr bei einem Major unterschrieben habt?
Alec Empire: Wir haben bei vielen Majors Platten herausgebracht, auch später. Wir haben nicht so eine Independent-Idee verfolgt. Wir brauchten das Geld, um unser Label DHR aufzubauen. Da gab es mehrere Majors, die uns beim zweiten Atari-Teenage-Riot-Konzert signen wollten. Wir haben dann halt gesagt, die Leute, die uns das meiste Geld geben, da machen wir halt was mit. Dann haben wir dort die Arbeit sabotiert. Es war sehr naiv gedacht, aber es hat irgendwie funktioniert. Wir haben dann 1994 unser eigenes Label DHR gegründet.
ouk: Wie kam es zu der Kooperation mit Grand Royal?
Alec Empire: Mike D. kam zu einem DJ-Set, was ich in New York hatte. Der war so begeistert, wollte unbedingt die Platten rausbringen. Für uns war das sehr sinnvoll. Die Beastie Boys haben uns sehr unterstützt, indem sie allen Leuten erzählt haben, daß das cool ist, was wir machen. Als die Beastie Boys Hello Nasty aufnahmen, hatten sie nicht mehr soviel Zeit für ihr Label. Wir hatten dann das Gefühl, wir müssen uns mit Leuten auseinandersetzen, die nicht so dieses Musikerverhältnis haben. Also haben wir uns getrennt und unser eigenes Büro in New York eröffnet.
ouk: Welche Unterschiede würdest du machen, wenn du jetzt das Publikum in Amerika mit Deutschland und England vergleichen würdest?
Alec Empire: London und Berlin ist beispielsweise ein riesiger Unterschied, wie wir jetzt wahrscheinlich in den nächsten zwei Tagen sehen werden, bei den Konzerten. Das Publikum ist in jedem Land anders. In Amerika - seltsamerweise - fand ich das Publikum immer sehr offen, also viel offener als in Europa. Ich finde, wenn sich die Engländer erst einmal auf etwas einlassen, sind sie halt voll dabei. Die Deutschen sind halt immer sehr, sehr skeptisch, bei den Sachen, die aus dem eigenen Land kommen. Weil sie, glaube ich, seit dem zweiten Weltkrieg immer alles nur aufgetischt bekommen haben. Sie hatten dann halt Acts, die nur in Deutschland Erfolg hatten. Das muß man jetzt ändern. Ich finde es ja auch o.k., skeptisch zu sein, ein Publikum zu haben, das nicht direkt Hurra schreit.
ouk: Glaubst du, daß sich da in den letzten Jahren etwas geändert hat?
Alec Empire: Wir haben ja in den letzten fünf Jahren kein Konzert in Deutschland gegeben, zuletzt gab es eins am 1. Mai 1999 bei den Friedensdemonstrationen in Berlin gegen den Kosovo-Krieg, weil wir nicht damit einverstanden waren, daß sich Deutschland am Krieg beteiligt hat. Dann haben wir noch drei Shows mit Nine Inch Nails gespielt.
ouk: Zwischenzeitlich hast du noch auf einer Kraut-Rock-Nacht aufgelegt?
Alec Empire: Ich habe mit Faust zusammen einen Auftritt gehabt.
ouk: Bist du davon musikalisch beeinflußt worden?
Alec Empire: Beinflußt worden nicht, ich habe den Sound erst entdeckt als ich in Amerika war. Ich fand dann auch die Krautrock-Kraftwerk-Geschichten besser als die eigentlichen Kraftwerk-Geschichten, für die sie ja letztendlich berühmt sind.
ouk: Was hältst du von dem Vergleich, daß Atari Teenage Riot die Linie Kraftwerk - Neubauten in den 90er Jahren fortgesetzt haben?
Alec Empire: Das hab ich mal gelesen, das ist natürlich eine Ehre...(Gelächter)
ouk: Hast du dich denn mal für die Musik der Neubauten interessiert?
Alec Empire: Das hat mich erst in den letzten Jahren ein bißchen angefangen zu interessieren, seit dem ich den Remix gemacht habe. In den 80ern war ich völlig dagegen, da fand ich amerikanischen Punk gut, z. B. die Stooges oder ein paar englische Sachen aus der Punk-Ecke. Es war dann auch so, daß sich jede Band in Berlin damals ähnlich anhören mußte. Ich gehörte zur nächsten Generation, mich hat das nicht so interessiert.
ouk: Ihr habt in Berlin die Bassjunky-Parties gemacht?
Alec Empire: Nee, Bass-Terror.
ouk: Dixon hat dort auch aufgelegt (der heute zum Sonar Kollektiv gehört)?
Alec Empire: Der hat da glaube ich sogar angefangen, das waren glaube ich dort seine ersten DJ-Sets, der wurde immer housiger... das waren 93 die ersten puren Jungle-DrumnBass-Parties, wo nur so ein Sound lief. Es gab ja manchmal hier in Köln DJ Bleed und Triple R... da war immer auch noch Techno dabei, wir haben dann den Schritt gemacht und haben nur noch Breakbeats gespielt.
ouk: Verfolgst du noch DrumnBass?
Alec Empire: Nicht richtig, ich fand mal Bad Company ganz gut, produktionstechnisch ist mir das aber zu einfältig, das ist nicht tief genug. Das kann in Clubs schon funktionieren und wenn ich manchmal in England auf solche Parties gehe, kann mich das dann schon begeistern. Die Begeisterung hält für 20 Minuten an und dann finde ich es einfach zu flach. Die Musik dreht sich um sich selbst seit langer Zeit, sie unterwirft sich freiwillig so einem Diktat des Dancefloors.
ouk: Hängt es vielleicht damit zusammen, daß dieser Mechanismus an die Industrie gekoppelt ist?
Alec Empire: Es liegt glaube ich eher daran, daß der Künstler oder Musiker sich dem Publikum unterordnet. Das ist schon ein Unter-schied, wenn man im Jazz schaut und Leute zum Tanztee aufspielen und immer traditionelle Sachen spielen und die Leute tanzen dazu.
ouk: Wie kommen Atari Teenage Riot oder Alec Empire solo aus dieser Falle wieder heraus?
Alec Empire: Man muß sich selbst immer weiter über die Grenzen hinaus bewegen, sich selbst fordern und dadurch auch das Publikum. Bei mir gibt es ganz entscheidende Einschnitte, wo ich Musik gemacht habe. Ende 91 gab es z. B. den Punkt, wo ich gesagt habe, Techno in dem Sinne, ich kann es nicht mehr machen. Dann haben wir halt bei Force Inc. angefangen auch Sachen zu machen mit Breakbeats, 92/93 habe ich dann noch einmal darüber nachgedacht, weil ich Detroit-Techno sehr gut fand, aber irgendwie gibt es so Momente, wo man merkt, jetzt geht es nicht mehr, weil sonst würde ich die Leute da draußen belügen.
ouk: Geht es dabei um Identifikation?
Alec Empire: Nicht unbedingt das Identifizieren, man fühlt halt nicht mehr die Energie. Gerade bei DrumnBass, man ist damit das erste Mal in Kontakt gekommen, die Parties, die Beats und die Lautstärke, das kann einen begeistern, aber wenn das nicht mehr so ist, sollte man auch den Mut haben, sich aus der Szene heraus zu bewegen, gerade als Musiker, weil irgendwann stellt jedes Genre Regeln auf und dann dreht sich alles nur noch im Kreis.
ouk: Wie schafft man es, konstant Energie aufzubauen?
Alec Empire: Es hat was zu tun mit Wiederholung. Wenn ich im Fern-sehen das erste Mal die Aufnahmen vom World-Trade-Center sehe, wie die Flugzeuge reinfliegen, löst das viel aus, wenn ich das dann 100mal gesehen habe, ist die eigentliche Wirkung verloren. Es ist also wichtig sich nicht in Wiederholungsschleifen zu begeben, damit man selbst neue Energie erzeugen kann. Außerdem ist das Forschen nach dem nächsten Kick sehr wichtig, oder jedenfalls der Drang danach.
ouk: Glaubst du, daß die Leute dadurch bewußt entpolitisiert werden?
Alec Empire: Die Leute sind abgestumpft gegenüber Leid, Elend, Gewalt, Liebe - das ist glaube ich das Allerschlimmste, das wird ja nie gesagt. Ich glaube es ist noch nie ein Song geschrieben worden, der Liebe richtig rüber bringt - das Gefühl.
ouk: Thematisiert ihr das auch in euren Texten?
Alec Empire: Da traue ich mich noch gar nicht ran, weil ich finde, das darf man nicht verraten. Und es ist eigentlich eine Lüge, wenn die Leute sich hinstellen und die ganze Zeit lächeln und dann irgendwelche Liebessongs spielen, die so oberflächlich sind, daß das eigentlich nichts damit zu tun hat. Das würde ich nicht machen.
ouk: Wie definierst du Riot?
Alec Empire: Riot bedeutet: Regeln aufbrechen, Gesetze durchbrechen und Energie freisetzen. Der Effekt, der Konsequenzen nach sich zieht beim Publikum. Daß sie plötzlich die Welt aus einer anderen Sichtweise sehen und radikal werden, also viel eher verstehen, um was es geht. Ich treffe jetzt viel mehr Leute, die mir sagen, ich verstehe genau, was ihr bei der Future-of-War-Platte gesagt habt. Es ist genau das, was abgeht. Früher habe ich gedacht, ihr seid irgendwie Verschwörungstheoretiker oder Leute, die alles nur schlecht sehen. Jetzt kapiere ich, was passiert.
ouk: Was ist nun die Zukunft des Krieges?
Alec Empire: Es geht darum, wie unsere Gesellschaft ihren Wohlstand darauf aufbaut, andere Länder anzugreifen, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, auf Kosten anderer Menschenleben. Das ist eine Industrie, die es schon ganz lange gibt. Seit dem Golfkrieg ist es so gut unter Kontrolle, daß man es fast gar nicht mehr aufhalten kann.
ouk: Glaubst du, daß eine Tendenz existiert zum totalen Überwachungsstaat?
Alec Empire: Die Gefahr ist total da und es wird wahrscheinlich nicht so aussehen, daß an jeder Ecke drei Polizisten stehen, die mit einem Finger auf einen zeigen, wenn man das falsche Buch gelesen hat. Ich glaube es passiert im Kopf bei den Leuten. Die meisten Ängste existieren sowieso nur in den Köpfen der Leute.Wenn man sich die amerikanischen Wahlen anguckt, wenn die Industrie Lust hat einen bestimmten Politiker durchzusetzen, kann sie es fast auch schaffen.
ouk: Gibt es so eine Tendenz auch in Deutschland?
Alec Empire: Noch ist es hier nicht so schlimm, aber es ist unfaßbar, dass eine Partei wie die CDU nach der ganzen Spendenaffäre noch gewählt wird. Da könnte ich fast Satanist werden und sagen: die Masse der Leute sind Schweine, die müssen so behandelt werden. Es ist unfaßbar, daß die Leute so ein kurzes Gedächtnis haben.
ouk: Ist das Internet eine demokratische Plattform?
Alec Empire: Nee, ich glaube eher, daß ist was für die Leute, die dort ihre Ergüsse ablassen können. Und sie sind alle immer zu Hause, das saugt den Leuten Lebenszeit ab, Lebensenergie. Seit dem Internet ist die Welt nicht besser geworden. Die Musikszene auch überhaupt nicht. Alle Versprechungen, die die MP3-File-Szene und alle Leute gemacht haben, die Revolution kommt, die Majors sind dadurch mächtiger geworden, Indies gehen Pleite, die Majors kriegen das so unter Kontrolle, dass es irgendwann keine Indie-Platten-Läden mehr geben wird.
ouk: Vernetzt ihr euch überhaupt?
Alec Empire: Das war vielleicht früher so. Aber ich gehe meinen Weg sehr alleine. Also wenn ich jetzt sage, ich mache mit anderen Musikern was, dann mache ich das auf der musikalischen Ebene. Ich habe ja DHR komplett umstrukturiert. Weil die anderen Musiker andere Ideen verfolgt haben, habe ich gesagt, dann mache ich das halt in Zukunft anders. Diese Netzwerk-Idee, das kann sich so schnell ändern, das ist sehr schwer, man muß wirklich Leute finden, die hundertprozentig dahinter stehen. Und ich bin mittlerweile so konsequent, daß ich sage, wenn jemand irgendwie schon nur ein Kiffer ist, würde ich mit ihm kein Netzwerk mehr machen.Wenn es drauf ankommt sind die Leute sofort weg. Das ist gut als Leistungsverweigerung, kann ich alles gut verstehen; wenn es darum geht etwas zu erreichen, macht das keinen Sinn. Ich glaube, viele Musiker, die sehr talentiert sind, begeben sich in eine bestimmte Abhängigkeit, weil sie sich ohnmächtig fühlen. Ich kann das durchaus gut verstehen, weil man sich manchmal nicht sicher ist, was man überhaupt noch tun kann.
ouk: Hast du dich selbst schon ohnmächtig gefühlt?
Alec Empire: Das habe ich oft, ich halte mich aber an der Musik fest und versuche, nicht irgendwelche Ausreden zu finden, vor mir selbst. Im Jahre 2000 war das so. Wir kamen von der Atari-Teenage-Riot-Tour zurück, wir haben jahrelang getourt, Platten- und Solo-Sachen gemacht und immer dazwischen getourt. Körperlich waren wir einfach am Ende, wir hatten große Probleme in der Band 99 und mußten einfach Anfang 2000 aufhören und Touren abbrechen und eigentlich sagen, wir müssen uns jetzt erst einmal aufladen und wieder alles in den Griff bekommen, damit wir überhaupt so eine Energie jeden Abend erzeugen können. Wir hatten superharte Tourpläne. Wir sind ja auf der ganzen Welt die ganze Zeit gewesen, haben das aufgebaut. Wenn etwas so physisch ist, dann kann man auch ausbrennen. Ich mußte dann mein eigenes Ding genauso durchziehen, wie ich es fühle, mit der Gefahr, daß es später keinen anderen interessiert. So ist die neue Platte zustande gekommen, und es ist sehr gut für mich, daß ich dafür bis jetzt ein so gutes Feedback im Ausland bekommen habe.
ouk: Du hast ja auch mal eine Jazzplatte gemacht...
Alec Empire: ...Hyper Modern Jazz... richtige Jazz-Puristen regen sich über die Platte auf, aber Leute die aus dem Free-Jazz-Bereich kommen, finden die Platte super. Das ist die alte Diskussion über Sun Ra, Miles Davis, also wie weit ist es noch Jazz? Es war eine Platte, die 96 rausgekommen ist, weit bevor solche Sachen wie Squarepusher passiert sind. Da haben sich viele Leute drüber aufgeregt. Die zweite CD von meinem neuen Album ist ja auch so eine Art von Weiterführung. Eigentlich, wenn ich eine Band auf Tour zusammenstelle, orientiere ich mich von der Herangehensweise an Miles Davis, wie der sich die Bands zusammengestellt hat, wieviel Freiheit er den Leuten gelassen hat, wie er versucht hat die Leute weiter zu pushen, daß sie nicht mehr die Regeln im Kopf haben. Ich wollte das Line-Up offenhalten, daß ich nicht in diese Tour-Routine reinkomme und dann halt das auch spannend halten kann, für mich, für das Publikum. Wenn man zwei Shows sieht, sieht man nicht die gleiche Promotion-Nummer, was man ja bei vielen Bands beobachten kann. Mich hat es selbst immer genervt bei Atari Teenage Riot, dadurch, daß wir nicht vier Musiker waren, die zusammen gespielt haben. Es war mehr so eine Art von Lo-Fi-Punk-Rock-Statement.
ouk: In welcher Phase befindest du dich derzeitig?
Alec Empire: Wir bereiten uns jetzt auf die Festivals im Sommer vor, z. B. das Reading-Festival in England. In Deutschland spielen wir kein Festival. Das Bizarre hat uns zeitlich gesehen einen schlechten Platz angeboten. Das war fast eine persönliche Beleidigung.
ouk: Wann wäre das gewesen?
Alec Empire: Irgendwann nachmittags, die Engländer wissen, daß ein Festival vom Aufbau der Musik gut sein muß, es müssen Sachen im Kontext funktionieren, manchmal ist es auch nicht so wichtig zu schauen, wer bis dahin soundsoviele Platten verkauft hat, sondern manchmal ist es einfach wichtig, daß der Tag/Abend gut rüber kommt, selbst für die Leute, die die Musik nicht kennen.
ouk: Wie kam es eigentlich zu der Kooperation mit dem Brotzki-Quartett, Beats auf der linken Spur, Streicher auf der Rechten.
Alec Empire: Das war ein wenig unfair datiert, da ich der war, der die Spuren zusammenflicken mußte. Wir sind ins Studio gegangen, Björk hatte eine Super-Idee. Wir hatten nur das erste Problem, daß die Streicher nicht zu meinen Beats spielen konnten im Timing, und dann haben wir es halt stundenlang probiert. Dann hab ich einfach am Ende des Tages gesagt, spielt es einfach und ich werde die Beats dann dazu schreiben oder dazu programmieren, neu arrangieren. Das waren insgesamt vier Songs und ich habe bestimmt neun Monate daran gesessen, weil es natürlich technisch unheimlich schwer war elektronische Rhythmen zu menschlichem Timing zu synchronisieren unter der Voraussetzung, daß es sich nicht zu konstruiert anhört.
ouk: Hast du dir das vorher so vorgestellt?
Alec Empire: Das hat sich so keiner vorgestellt, Björk auch nicht. Es war schon im Studio so eine Stimmung, das kann man gar nicht schaffen, das kann man technisch gar nicht machen, was du vorhast. Aber das hat mich dann irgendwie gereizt und ich habe mich dann da reingehangen, um dann später zu hören, daß das jetzt nicht ganz in die Karriere-Pläne hineinpaßt, daß es irgendwann rauskommt, sie aber nicht wissen, wann. Ich hoffe, es kommt irgendwann doch noch raus und nicht erst, wenn einer von uns beiden gestorben ist. ][ j.n
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