| das neunund30ste ± sitzt & glänzt ± Okt/Nov 02 | Jenseits von Bits und Bytes |
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JENSEITS JENSEITS VON VON BITS BITS UND BYTES BYTES Parallel zu den fast einer Milllionen Menschen, die sich den drei großen B's live und vor Ort widmeten, als das Brandenburger Tor in Berlin von Modeschöpfer Bogner im Reissverschlußverfahren nach zweijähriger Renovierung wieder enthüllt wurde, nützten andere den feierlichen Tag der Einheit für ein gemütliches Zusammensein. Während an Stelle des vierten B's aus den USA dessen Vorgänger Clinton die Menge warten ließ, träumten die Daheimgebliebenen wilde Abenteuer am Spieltisch. Zum Beispiel setzten drei bis fünf Spieler bei Piratenbucht (Amigo) die Segel ihrer Kaperschiffe um nach möglichst vielen Ruhmespunkten zu streben. Über zwölf Runden hinweg versuchen die Nachwuchspiraten durch das geschickte Zuladen von Gold und Schätzen die anderen hinter sich im Kielwasser zu lassen. Doch nicht immer läuft alles so glatt, wie die Wasseroberfläche zwischen den sechs Inseln des Spielbretts. Wäre ja auch kein wirklich spannendes Erlebnis. Nein, vielmehr basiert das Spielprinzip des Autorenduos Paul Randles und Daniel Stahl auf zahlreichen Seeschlachten, die zu Ruhm und Ansehen führen. Eine jeweilige Runde beginnend, dreht jeder sein Steuerrad auf geheimen Kurs zu einer der Inseln, um sich dort deren besondere Eigenschaft zunutze machen zu können. So lassen sich die vier Schiffsbereiche des eigenen Seglers auf logischerweise vier verschiedenen Inseln verstärken. Somit können durch den Ausbau des Rumpfbereiches noch mehr Schätze an Bord verstaut werden, durch Zuwächse im Kanonen- und Mannschaftsbereich die Kampfkraft erhöht und durch Auftakeln neuer Tücher im Segelbereich die Manövriereigenschaften perfektioniert werden. Nur wollen die anderen Mitspieler ebenfalls diese Attribute verbessern, so daß nicht selten mehrere das gleiche Ziel ansteuern. Auf einer Insel landen kann aber immer nur einer, und schon kommt es zum Kampf auf hoher See. Nun treten drei Schiffsbereiche in den Vordergrund, da die Segelsektion entscheidet, wer sein Schiff am schnellsten so drehen kann, daß die Kanonen in Position kommen. Mannschaft und Kanonen ergeben zusammen, aus wie vielen Rohren gefeuert werden darf. Der Startspieler eines Kampfes zielt und läßt die Würfel wie Kanonenkugeln durch die Luft sausen. Gerade durch die Möglichkeit gezielt einzelne Bereiche eines gegnerischen Schiffes zu zerstören, ermahnt möglichst alle Bereiche ausgewogen zu entwickeln. Dies führt wiederum dazu möglichst häufig die unterschiedlichen Inseln anzusteuern, was viele Kämpfe mit sich bringt. Ein perfekter Kreisschluß in diesem Spiel, der die Partien zu herausragenden Abenteuern werden läßt. Nachdem eine Schlacht gewonnen ist und der Sieger in den verfliegenden Pulvernebeln den festen Boden betritt, darf er die dort wartenden Schätze an Bord nehmen, sofern seine Ladekapazität ihm dies erlaubt. Sollte der Rumpf mal voll geladen sein, schippert man am besten in der nächsten Runde zur Schatzinsel und versteckt seine Beute im warmen Sand der friedlichen Bucht, da hier nicht gekämpft wird. Zumindest untereinander nicht. Ist aber das schwarze Schiff Black Beards ebenfalls in der Lagune, so ist es vorbei mit der Ruhe und das Entladen verzögert sich möglicherweise noch einmal. Black Beard ist dabei ein spielerunabhängiger Agressor, der ständig seine festgesetzten Runden zieht und durch seine Stärke und Kampfkraft manchen Besuch einer Insel zwei, wenn nicht sogar drei Mal überlegen läßt. Ähnlich verhält es sich mit der Royal Navy, die aus dem Aktionsstapel gezogen den Spielern das Fürchten lehren kann. Daneben beeinflussen andere Aktions-, Kampf- und Ruhmeskarten kontinuierlich das Geschehen und führen zu noch mehr unberechenbaren Momenten - zu noch mehr Spannung. Wodurch die sechste Insel ihren Reiz bekommt, da auf ihr diese Karten in der Taverne für glänzendes Gold veräußert werden. Wer "Piratenbucht" einmal gespielt hat wird schnell die überschaubare Komplexität in seinen Handlungsmöglichkeiten lieben und häufig neue Freibeuter herausfordern wollen. Das sehr hübsche Spielmaterial und die simplen Regeln sorgen schnell für guten Wind um erneut in See zu stechen. ][ g |
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