|

Twin Peaks - Erste Season - Paramount . . . . . . .
Ein kleines Städtchen in den waldigen Grenzregionen zwischen Kanada
und Amerika wird zum Schauplatz eines anfänglich noch harmlos wirkenden
Mordes, als am 24. Februar die in Plastikfolie eingewickelte Leiche von
Laura Palmer (Sheryl Lee) am Flußufer angespült wird. Und schon
wird der Zuschauer in das Geschehen hineingezogen. Bereits im Verlauf
des Pilotfilmes beginnt man sich in Twin Peaks heimisch zu fühlen,
wenn der sympathische Sheriff Harry S. Truman ("einen Namen, den
man nicht so schnell vergißt") und sein leicht zu Tränen
gerührter Deputy Andy Brennan (Harry Goaz) ihre ersten Untersuchungen
zwischen Ed Hurleys Tankstelle, dem Roadhouse, dem R&R-Diner und dem
Great Northern Hotel beginnen. Schnitt. Durch dunkle Tannenwälder
("Douglastannen") reist der F.B.I.-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan)
in die aufgewühlte Idylle. Doch er: ruhig und sachlich mit seinem
Diktiergerät Diane. Kurzbericht und Spesenabrechnung. Ein zweites
Opfer ist aufgetaucht. Seine übersinnlichen Fähigkeiten treten
mit jedem Augenblick mehr zum Vorschein und lassen eine obskure Geschichte
mit vielen Stimmungsschwankungen entstehen. Immer geheimnisvoller wird
die Fahndung nach dem eingetragenen "J" in Lauras "Kokain"
- Tagebuch. Kein Wunder, beginnen doch knapp von einem Drittel der Charaktere
die Namen mit diesem Buchstaben. Aber bei einer guten und heißen
Tasse Kaffee werden es die skurrilen Vorgehensweisen des F.B.I.-Agenten
schon ans Tageslicht bringen. Was hat der Einarmige damit zu tun? Welche
Hinweise verstecken sich hinter den Rätseln der Log Lady (Catherine
Coulson)? Was erzählt der kleine Zwerg (Michael Anderson) vor dem
schweren roten Vorhang? Worauf deutet das "R" unter dem Fingernagel
hin? Daneben das gebrochene Herz des sicherlich so manchem Drogenexperiment
nicht abgeneigten Dr. Jacoby (Russ Tamblyn), das gruselige Vorbeihuschen
des Killers Bob (Frank Silva), der sprechende Beo, die rote Corvette,
der Mann in einem lachenden Beutel, die zwielichtigen Geschäfte des
Duos Leland Palmer (Ray Wise) & Benjamin Horne (Richard Beymer), ...
Scheint eines der Rätsel gelöst zu sein, wachsen aus ihm wieder
neue heraus, die das Mitraten, die eigene ganz persönliche Untersuchung
des Falles, zu einem Fernsehvergnügen ohnegleichen werden lassen,
was ja nicht zuletzt auch die zahlreichen Twin-Peaks-Abende zeigen, die
überall veranstaltet werden. Und über allem schwebt die perfekt
ausgewählte Musik von Angelo Baddalamenti: düster, traurig,
rätselhaft mit leicht verspielten Jazzanklängen.
Das DVD-Set beinhaltet den Pilotfilm, der nicht zu verwechseln ist mit
"Fire Walk With Me", der eigentlichen Kinovariante mit David
Bowie und den üblichen Verdächtigen, sowie die Teile 1-7 der
niemals alt werdenden Serie (Erstausstrahlung 1990). Also die erste Staffel
des von David Lynch und Mark Frost dann später auf 29 Folgen erweiterten
Serienhammers. Wer sich noch nie diesen Grundstein aller Mysteryserien
angeschaut hat, bekommt hier einen Leckerbissen der ganz besonderen Art.
Aber auch diejenigen, die schon seit Jahren die Fernsehzeitungen auf der
Suche nach einer erneuten Ausstrahlung durchforsten, können sich
nun richtig freuen, da schon für Mai diesen Jahres die nächste
Staffel angekündigt ist. ][ g
Die drei ??? - Master Of Chess/Live & Unplugged - Europa/BMG
. . . . . .
Als 1979 das erste ??? Hörspiel (Der Superpapagei) die Trommelfelle
der Menschheit berührte, hätte sich sicherlich niemand auch
nur träumen lassen, daß die Geschichten um Justus Jonas (1.
Detektiv), Bob Andrews (Recherchen und Archiv) und Peter Shaw (2. Detektiv)
einen solchen Erfolg haben würden. Längst sind es nicht mehr
nur die Eltern detektivbegeisterter Kinder, die in die Läden kommen
und sich aus dem über 100 Folgen umfaßenden Repertoire die
eine oder andere Kassette ergattern. Vielmehr hat sich das Klientel deutlich
zu den jungen Erwachsenen und Junggebliebenen hin gewandelt. Ein neuer
Kult war geboren. Und so quasi als erstmaligen Höhepunkt begaben
sich die Originalsprecher: Oliver Rohbeck, Andreas Fröhlich und Jens
Wawrczeck dann auf bundesweite Tournee. Wer das Glück hatte, an einem
dieser Abende noch eine der begehrten Karten zu ergattern, hat wohl ein
Erlebnis gehabt, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten ist. Der
Ansturm war gigantisch, so daß das Ludwigsburger Scala den zuhörenden
Zuschauern sogar gleich zwei Vorführungen an einem Tag schenkte.
Beide restlos ausverkauft. Gewissermaßen ein interaktives Hörspiel,
das von einer Theateraufführung nicht weit entfernt gewesen war.
Und genau das machte den ganz besonderen Reiz aus, wenn die perfekt hervorgezauberten
Geräusche von Peter Klinkenberg durch kleine Gestiken und Grimassen
derart untermalt wurden, daß kaum ein Lachmuskel unbeansprucht blieb.
Doch nicht unerwähnt sollen auch die weiteren Hauptmitwirkenden bleiben,
da Frauke Poolmann und Olaf Kreutzenbeck, jeweils in einer Dreifachrolle,
der Erzähler Helmut Krauss sowie das Licht- und Tonteam ebenfalls
erheblich dazu beitrugen, die Abende in ihrer außergewöhnlichen
Individualität zu untermauern. Und nun die Doppel-CD mit der Liveaufnahme
aus dem CinemaxX-Colosseum in Berlin. Für die Dabeigewesenen ein
schönes Stück Freude an der Retrospektive, wenn die einzelnen
Szenen noch einmal farbenfroh vor dem inneren Äuglein aufblitzen;
für alle anderen eine neue spannende Geschichte, die im Gegensatz
zu den Studioaufnahmen einen ganz eigenen Charakter besitzt, ist sie doch
in einem Stück aufgenommen und nicht wie die sonstigen über
mehrere Abschnitte. Sehr atmosphärisch. Sicherlich mag man der CD
vorhalten können, daß gewisse Situationskomiken niemals wiedergegeben
werden können, doch dies schmälert den Wert dieser Veröffentlichung
nur minimal und läßt sie weiterhin einen absoluten Hit in jeder
Sammlung sein. ][ g
J. J. R. Tolkien - Der kleine Hobbit - Hörbuchverlag . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . .
Nachdem nun "Die zwei Türme", der zweite Teil der Herr-der-Ringe-Trilogie
in den deutschen Kinos für neue Furore sorgt, wollen wir das Augenmerk
auf die wesentlich kompaktere Vorgeschichte in Mittelerde lenken: den
kleinen Hobbit. Dies geschieht dabei auch nicht ganz zusammenhanglos,
denn Gollum, einer der neuen (vielleicht sogar DER neue) Protagonisten
des Leinwanderfolges begegnete ja den Fans von Tolkien bereits in der
Erzählung um Bilbo. Als dieser mit seinen Zwergenfreunden auszog,
um endlich Abenteuer zu erleben. Aus hobbistisch typisch gekränkter
Ehre alle Gefahren vergessend, macht sich die Truppe um den Meisterdieb
Bilbo (gesprochen von Horst Bollmann) auf um den ersten Erkundungsstreifzug
für uns Erlebende durch Mittelerde zu unternehmen. Vertraute Wesen
wie Gandalf (gesprochen von Bernhard Minetti), Orks, Höhlentrolle,
Riesenspinnen, der Drachen Smaug, und natürlich Gollum (gesprochen
von Jürgen von Manger) begegnen dem Hörer. Der erste Kontakt,
kurz nach dem Ringfund. Quasi als alles begann. Die Kompaktheit, mit welcher
der Hörspielfreund hier in die Erzählung hineingerissen wird,
ist ohnegleichen. Natürlich unterscheiden sich beide literarischen
Werke erheblich in ihrem Umfang, doch die Ereignisse folgen beim "Kleinen
Hobbit" schneller und schneller. Diesem dramaturgischen Lauf angepaßt,
steigern auch die Sprecher immer mehr die charakterlichen Eigenschaften
der Protagonisten. Schnell spürt man die sich anbahnenden Spannungen
zwischen den Personen oder die lauernde Gefahr. Dabei unterstützt
werden sie durch die atmosphärische Untermalung von Enno Dugend,
der stimmungsvoll die Situationen auskleidet und ihnen dadurch enorme
Tiefe verleiht. Alles zusammen schafft ein facettenreiches, akustisches
Bild mit viel Platz für die eigene Phantasie und Vorstellungskraft.
Mit ca. 276 Minuten Spielzeit auf vier CDs liegt sie auch gerade so an
der Grenze zwischen Hörspielen, die man sich am Stück anhören
kann und eben solchen, die man Abschnitt für Abschnitt erlebt. Aber
ganz gleich ob man sich an einem mystischen Abend in den spannenden Abenteuern
wiederfindet und für Stunden die Abenteuer erlebt, oder immer wieder
kurze Ausflüge unternimmt - die Reise lohnt sich auf jeden Fall.
][ g
|