| das einund40ste ± lichtend & sichtend ± Feb/März 03 | Jenseits von Bits und Bytes |
|
Nach fast genau einem Jahr nun also der zweite Teil der Kino-Trilogie aus Mittelerde. Und natürlich kommen auch mit diesen "Zwei Türmen" zahlreiche neue Spiele auf den Markt. Wie letzte Ausgabe angekündigt, sollen diese nun hier im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Zunächst präsentiert der Kosmos Verlag ein neues 2-Spieler-Spiel von Peter Neugebauer. Ganz im Gegenteil zu seinem ersten Spiel dieses Lizenzthema betreffend, das wohl wirklich stark daneben lag, kann man sich nun bei DAS DUELL auf ein spannendes Abenteuer freuen. Im Gegensatz zu den ganzen bereits erschienen Varianten, beschränkt sich diese Ausgabe auf einen einzigen Schauplatz der Geschichte: die Brücke von Moria. Beide Spieler, in den Rollen von Gandalf und dem Balrog, starten mit der gleichen Anzahl von Energiekarten. Abwechselnd werden diese ausgespielt und so aneinander gelegt, daß die jeweiligen Energiepunkte gegeneinander abgerechnet werden können. Hierbei entscheidet sich, welche der Attacken von welchem Charakter erfolgreich bestritten wurden oder welche abgewehrt wurden. Bei erlittenen Treffern reduzieren sich die Energiepunkte des verletzten Spielers. Ist die sechste Karte in dem laufenden Durchgang ausgelegt, so endet dieser und die Wertung wird vollzogen. Die unterschiedlichen, noch übrig gebliebenen Energiepunkte geben an wie weit auf der Brücke die eigene Figur gezogen werden darf. Aber auch wenn der erlittene Schaden des einen oder anderen zu groß ist, endet der Durchgang und ein neuer beginnt. Hat im Verlauf einer Partie nach drei Durchgängen noch kein Sieger die fünf Stufen zum Höhepunkt der Brücke erklommen, so kommt es zum identisch ablaufenden Finale. Als weiteres Spielmaterial stehen den Spielern 11 Aktionskarten zur Verfügung, die in einem Verhältnis 5 (Balrog) zu 6 (Gandalf) weiterhin ein asymmetrisches, spannendes Kräfteverhältnis schaffen. Gerade durch die einfachen Regeln sowie das schnell erklärbare Wertungsprinzip stellt das Duell eine gelungene Umsetzung der Szene in den Minen der Zwerge dar, an dessen Ort man sicherlich gerne häufiger zurückkehren möchte. Weiterhin erschien zum zweiten Teil beim Kosmos Verlag das neue Mehrpersonenbrettspiel DIE ZWEI TÜRME von J. R. R. Hering. Wie auch schon in der cineastischen Vorlage bestimmt hier der Krieg der Orks das Geschehen auf dem Brett für 2-4 Spieler. Gemeinsam versuchen sie eine Verbindung zwischen Baraddur (Saurons Turm) und dem Orthanc (Sarumans Turm) zu verhindern. Immer wieder werden neue Orkkarten aufgedeckt, um die wilden Horden auf das Brett zu bringen. Dabei schreitet die baldige Vereinigung mit großen Schritten voran. Doch auf der anderen Seite ziehen die Helden ihre Figuren durch die Armee der Finsternis, in hoffnungsvoller Erwartung der eintreffenden Ents. Entsprechend der Werte und Laufrichtungen gezogener Heldenkarten bewegen sie sich über die Orkplättchen hinweg und fegen diese mit aller Kraft wieder aus Mittelerde heraus. Dabei helfen strategische Varianten wie ein Sprung auf Schattenfell oder die Zange, sich schnell größerer Truppen zu entledigen und wieder ein wenig Platz für taktische Erwägungen zu schaffen. Durch zusätzliche Ereigniskarten bleiben die Situationen immer spannend und abwechslungsreich, da sowohl neue Orks den Spielplan überrennen als auch ganze Regionen von ihnen gesäubert werden können. Haben es die Spieler geschafft, das Bündnis bis zum Eintreffen der Ents zu verhindern, so entscheidet sich wer sich am wagemutigsten an diesem Sieg beteiligt hat und nun der Held von Mittelerde wird. Man spielt also gemeinsam gegen einen Feind und dennoch ganz bedacht auf die eigene Punktezahl. Durch das sehr schön gestaltete Spielmaterial und die zahlreichen Szenenfotos des Filmes macht es richtig Freude, sich erneut in die Geschichte zu versetzen und in phantastischen Abenteuern alles wieder zu erleben. Auch der Ravensburger Verlag setzt seine Kartenspielreihe mit einem neuen Spiel von Reiner Knizia fort. Bei der neuen Veröffentlichung DIE ZWEI TÜRME geht für 2-5 Teilnehmer die Reise von Amon Hen bis nach Minas Tirith. Doch überall lauern Gefahren, welche die Reisenden in den sechs Durchgängen mit Hilfe ihrer persönlichen Charaktereigenschaften bewältigen müssen. Entscheidend sind dabei Entschlossenheit, Kraft, Weisheit und Ausdauer. Wer die meisten Karten mit den entsprechenden Symbolen ausspielen kann, gewinnt die Wertung des jeweiligen Ortes, erhält den Ring und macht sich weiter als Etappensieger auf den Weg, diesmal als Startspieler des nächsten Abschnittes. Auch hier zeigt sich, daß ein einfaches Spielprinzip ebenfalls gut geeignet ist, viele spannende Herausforderungen zu liefern. Die Wartezeit bis zum nächsten Kartenabenteuer der Serie wird so bei vielen wie im Winde verfliegen. Ein weiterer Anbieter auf dem Markt, nur leider nicht in jedem Spielwarengeschäft erhältlich, ist Gamesworkshop mit seinem zweiten Teil der Tabletopvariante. Schon allein das konsequent weitergeführte Design der Schachteln (Grundbox und kommende Themenboxen) verrät, daß es nahtlos wie im Film dort anschließt, wo das letzte Regelwerk aufhörte. Wohl am wichtigsten ist eben dieses neue 160 Seiten starke Regelwerk, das neben einer Armee von 32 Miniaturen (12 Reiter von Rohan & 20 Uruk-hai) sowie einer weiteren Gebäuderuine den Inhalt der Box ausmacht. War das ursprüngliche Regelwerk noch näher angelehnt an den großen Bruder "Warhammer", so gestaltet sich das neue wesentlich eigenständiger. Regeln für unterschiedliche Gelände, die Bewegungen, Fernkampf, Magie und dergleichen wurden ausgefeilt und überarbeitet. Darüber hinaus kamen nun, entsprechend der filmischen Szenen, neue Eigenschaften hinzu. Eigens für die Reiter von Rohan entwickelte Kavallerieregeln sowie die Regeln zur Belagerung der Festung von Helms Klamm erlauben es, der eigenen Phantasie entsprechend, unzählige andere Gebäude zu belagern und zu erobern. Besonders herausragend allerdings die Regeln der Speerträger, die auch aus größeren Distanzen zum Angriff kommen und so z.B. aus der zweiten Reihe attackieren können. Hier hat man gut aufgepaßt. Da die Miniaturen, wie auch schon im ersten Teil, den Gesichtszügen der Schauspieler entsprechend modelliert wurden, geht das Basteln, Bemalen und Sammeln in die nächste Runde. Auch wenn der Erfolg des ersten Teiles wohl ein wenig hinter dem Erhofften zurückblieb, so scheint doch die neue Aufmachung noch verstärkter den Neueinsteiger anzusprechen, und ihm einen schönen Einstieg in die Welt des Tabletops zu ermöglichen. Ebenfalls das Thema in seine Produktpalette aufnehmend, verkleidet die Firma Hasbro/Parker das wohl meist gespielte Strategiespiel Risiko mit dem Antlitz von Mittelerde. Zunächst sticht einem die wunderschön umgesetzte, originale Kartenillustration des Spielbretts in die Augen. Aber dabei beließ man es nicht bei RISKO DER HERR DER RINGE. Ganz im Gegenteil fügte man dem bekannten Regelwerk neue Punkte hinzu, die den Spielverlauf für 2-4 Spieler zu einer wirklich neuen und besonderen Herausforderung werden lassen. Nun stehen sich die Mächte des Bösen und des Guten gegenüber, welche durch speziell für diese Sonderausgabe ausgewählte Miniaturen symbolisiert werden. Zusätzliche Heerführer-Figuren ermöglichen es, bei Angriff und Verteidigung zusätzliche Zähler zu den gewürfelten Augenzahlen zu erhalten. Die Verteidigungswerte ebenfalls steigernd, kann so manche Festung zum sicheren Schutzwall vor Angriffen werden. Abgeschlossene Missionen, die anhand geheim gezogener Karten als Auftrag zu erfüllen sind, und ebenfalls neu im Repertoire integrierte Machtkarten schenken wertvolle Punkte in der Endabrechnung. Sicherlich aber am stärksten das neue Spielprinzip hervorhebend, reisen die Gefährten ebenfalls durch die Gegenden, bis diese den Spielplan verlassen haben, und somit das Spiel beendet ist. Es kommt also nicht mehr zu den nächtelangen Hin- und Herbewegungen der Truppen, die meistens auf einen enttäuschenden Gleichstand hinaus laufen. Vielmehr wird dadurch der Spielfluß noch aktionsreicher und abwechslungsreicher. Für alle, die schon immer gerne Risiko gezockt haben, ein neues schönes Erlebnis, vielleicht sogar ein Muß. ][ g |
|
|