| das einund40ste ± lichtend & sichtend ± Feb/März 03 | tony allen |
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Eine verschlüsselte afrikanische Botschaft wird über einen poly-rhythmischen Kanal verschickt. Die Nachricht dient nicht der perfiden Geheimhaltung. Die Metaphorik besticht durch ihre Einfachheit - Home Cooking - und doch verdeutlicht diese einfache, sinnreiche Sprache ein Problem unserer Zeit der absoluten Geschwindigkeit. Wie wir unser Leben gestalten, scheint oft fremdbestimmt zu sein, wir wissen nicht genau, auf welcher Autobahn wir uns befinden. Die Autobahn als Symbol zunehmender Geschwindigkeit verdeutlicht den Eintritt in ein neues Zeitalter, vor uns liegen gewaltige künstliche Horizonte, wir werden alleingelassen mit dieser neuen Welt und diese Kunst-Sphäre besticht durch ihren Ereignischarakter, den wir zwangsweise unentbehrlich kommentieren. Ereignisse, neue Trends, brachiale Modewellen, gegen die man kaum anzuschwimmen vermag, man folgt der Strömung und verläßt sinkende Boote unentwegt. Dann wird gesagt: dieses oder jenes Musik-Phänomen entspricht nicht mehr unserer Zeit, das haben wir doch schon gehört, das ist nicht neu, darüber kann man nicht mehr sprechen, laßt uns das vergessen. Was folgt, ist fehlende Anschlußkommunikation. Und doch: zuhause kochen braucht seine Zeit, Rezepte erproben und entwickeln, auf Traditionen zurückgreifen, ein wunderbares Mahl kredenzen. Auf unserer Autobahn wird Junk-Food verzehrt, aber die Kunst des Kochens erlischt nicht gänzlich durch diese verzehrende Technik. Immer existieren beide Wege, immer existieren mannigfache Möglichkeiten einer Existenz-Formierung. Formen entstehen aus losgelösten Elementen. Die Elemente sind es, die in ihrem Zusammenspiel Formen entstehen lassen und diese Formen spiegeln sich in anderen wieder. Zuhause kochen eröffnet die Möglichkeit einer Unterscheidung von unterschiedlichen Formen. Eine Form kann einer banalen Unterscheidung entsprechen und damit reduziert werden auf zwei Möglichkeiten. Wenn wir afrikanische Musik betrachten, wird schnell klar, das wir, ohne darüber nachzudenken, möglicherweise stereotypen Vorstellungen erlegen sind. Die Vorstellung, daß afrikanische Kultur, ihrem Wesen nach einer
Kultur entspricht, die sich ihrer Tradition bewußt ist, beruht auf
der Annahme von Identität. Wir setzen diese Musik dann mit der Vergangenheit
gleich und berauben ihr das Entfaltungs-Potential. Oasis wird dann als
neuer Trend betrachtet und beispielsweise von der englischen Presse als
kolossales Ereignis hochstilisiert, afroamerikanische Musik hingegen auf
Identität festgenagelt und damit werden rassistische Pforten sperrangelweit
geöffnet. Nur muß dieser kulturelle Background nicht zwangsweise mit der Musik über die Figur der Symmetrie gleichgesetzt werden. ][ j.n
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