|

Eine kleine Rundschau . . . . . . . . . . . .
Viel zu viel passiert und viel zu wenig davon erhält hier den ihm
zustehenden Rahmen, weshalb mit diesen Zeilen zukünftig ein paar
Highlights mehr an des Lesers Herz gelegt werden sollen. Vor allem neue
Ideen, Gedanken und Experimente sollen hier vorgestellt werden, aber
auch manch Altes, was bereits in Vergessenheit geraten sein mag ...
Im für manchen noch unbekannten Pfarrkirchen jährte sich zum
fünften Male der Geburtstag des Club Bogaloo. Dessen Gründer
Reinhard Wimmer, Josef Wiesmeier und Wolfram "Oscar" Aichner
wollen wir hiermit herzlich gratulieren und fordern sie auf, auch weiterhin
eisern ihren Vorsätzen treu zu bleiben. Mit viel Engagement lassen
die Herren jedes Wochenende Clubkultur par Excellence in Mitten des bayerischen
Nichts aufleben – und das ist nicht immer leicht. Dennoch gastierte
dort schon mehr Prominenz, als in so manchem Großstadtclub, aber
eigentlich ist das gar nicht das Ziel, das verfolgt wird. Vielmehr wurde
im Bogaloo schon immer auch Wert auf lokale Akteure gelegt und mit den
HipHop-Snackers Hone Y, Tominoka und Olly, TechHouse-Spezialist Doc Snijder
sowie Drum'n'Bogaloo-Badass Toasta fand und pflegte man so
erstaunlichen Nachwuchs. Weiter so, bitte.
In München gründete unlängst Reinhard Wimmers ehemaliger
Labelpartner Marcus Hacker sein eigenes Label Perfect Toy. Und auch wenn
Name und Logogestaltung schon einmal an gute alte Trance-Zeiten erinnern,
widmet sich Marcus lieber vorzüglichem Funk, Soul und Jazz, durchaus
auch der tanzbaren Art. Erstes Release war Florian Kellers "Creative
Musicians"-Compilation, die unter eingefleischten Funk-Fans für
Furore sorgte. Inzwischen gibt es mit dem Hypnosis-Album bereits die
zweite CD-Veröffentlichung, auch wenn dieses nicht hundertprozentig
zu überzeugen weiß. Das Stück "My Words" hingegen,
das vor allem durch Marc Franks (Les Gammas) betörenden Gesang besticht,
könnte zu einer kleinen Sommer-Hymne avancieren. ][ mb
Jimi Tenor @ Manufaktur. . . . . . . . . .
Sternenklare Nacht lag über dem ganzen Süden des Landes und
frech verfroren lugten die Sterne herab. Dieses funkelnde Firmament verwandelte
sich mit dem Eintreten in Schorndorfs Manufaktur in die glitzernden Umhänge
der zehn Begleitmusiker des finnischen Gastes. Und gleich mit seinem
Auftauchen auf der Bühne legte das Ensemble los, dem zahlreich erschienenen
Publikum diesen einzigartigen akustischen Cocktail aus Easy Listening,
Jazz und obskuren Popanklängen zu kredenzen. Aber irgendwie schien
nicht so richtig Stimmung aufkommen zu wollen. Vielmehr standen fast
alle wie angewurzelt an ihren Plätzen und bestaunten das musikalische
Spektakel auf der Bühne, das zwischen Herbie Hancock, Sun Ra Arkestra
und den beliebtesten Big Bands dieser Welt farbenfroh verstrahlt seinen
Lauf nahm. Waren die schon alle auf einer eigenen Reise? Doch wo blieb
der Groove? Man wartete darauf daß endlich der Funke von der Bühne
das Parkett zum Lodern bringen würde. Doch das Warten zog sich dahin.
Es zog sich fast durch die ganzen ca. 1,5 Stunden Spielzeit hindurch.
Ohne daß sich groß etwas änderte. Vielmehr schien die
Laune auch der Gäste so langsam sich zu der zu wandeln, die der
blonde Star gerade vorgelebt hatte. Wenn Desinteresse zum Image gehört,
dann ist es diesmal ziemlich schlecht rüber gekommen. Oder war das
intergalaktische Bedientheit? Wenn alles flauschig ist im eigenen Kopf...
Wirklich schlecht war das Konzert ja auch eigentlich nicht, und gelohnt
hatte es sich allemal für die Angereisten, nur es war eben nicht
das, was viele erwartet hatten und vielleicht auch die bunte Big Band
zeitweilig suggeriert hatte. Es fehlte eben ein kleines Stück Party.
Wo war der abgefahrene Moment? Dann plötzlich hellte die Stimmung
etwas auf, mehrere Körper begannen sich den Stücken hin zu
geben. Endlich schien dieser ominöse Knoten geplatzt zu sein. Doch
nur für einen kurzen Moment, da auch schon gleich die erste Pause
vor der ersten Zugabe erfolgte. Ein Lied. Abschied. Weitere Pause. Ein
weiteres Lied. Das Licht ging an. Konzert vorbei. Einige Gesichter waren
erstarrt in ungläubiger Erwartungsmimik. Schade… es hätte
bestimmt noch recht abgefahren werden können. ][ g
Something is Broken . . . . . . . . . . . . . .
"
SiB" nennt sich der neue Tonträger-Vertrieb aus dem Schwabenländle.
Rino von Dublex Inc. und Jörg Röber (ehemals PP Sales) geben
Stoff in Sachen Downbeats, Breakbeats, Drum'n'Bass, 2Step,
Dub und Artverwandtem. Mit Farout, Ecco Chamber und Pulver sind die ersten
zugkräftigen Boliden im Stall. Ansäßig im Hause Music
Mail in Stuttgart, kann auf die dortige Infrastruktur zurückgegriffen
werden. Da wird sich keiner auch nur irgendwas brechen... www.sib-distribution.com ][ lightwood
Happy Tree Friends - Episode #1 "First Blood" - Mondo-Media
(DVD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
"
Ach, sind die süüüüß", so liegt es einem
auf der Zunge, wenn die putzigen Cartoonfreunde uns herzlich in ihre
farbenfroh animierte (Flash?-)Welt einladen. Dort wo zum Beispiel Disco
Bear zum flotten Tänzchen auffordert, Handy prächtige Baumhäuser
errichtet oder Lumpy sich um den nötigen Spaß beim Karussellfahren
kümmert. Jeder ist für den anderen da und zusammen vergnügen
sie sich glücklich. Ein Szenario voller ungetrübter Glücklichkeit.
Herzchennäschen. HAPPY. Schnell erobern sie durch ihr Ball- oder
Versteckenspielen, ihren liebevollen Umgang miteinander und ihre kindliche
Unschuld jedes Herz.
…
Ritsch… Gerade erst sind ein paar Sekunden auf dem Bildschirm erstrahlt,
als auch schon das Schicksal seinen Lauf nimmt. Irgendwie scheinen diese
so goldigen Figuren von enormem Pech verfolgt zu sein, denn alles, was
sie so selbstlos und gut gemeint in die Hände nehmen, endet in einem
Desaster.
…
Ritsch… Zwei Ärmchen halten der starken Zentrifugalkraft des
Karussells nicht mehr stand, Rettungshubschrauber zerstückeln bei
Rettungsaktionen neue Opfer, bevor sie selbst auf den zu Rettenden stürzen.
Ameisen wehren sich mit aller Härte gegen die hungrige Tischgebetsunterbrechung
von Sniffles dem Ameisenbär. Und auch heroische Rettungsaktionen
von Splendid münden in eine ungewollte Enthauptung aufgrund eines
die Flugbahn verstellenden Baumes. TREE. Erinnerungen an den nicht so
ganz unwahren Part aus einem lange zurückliegenden Songs der Kinderzimmer
Productions: "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint". Eine
unglaubliche Überraschung explodiert in einem. Man traut kaum seinen
Augen. Ungläubiges Schweigen, bevor die Lachmuskeln über ein
Schmunzeln hinweg stärker und stärker zu zucken beginnen. Ist
es Schadenfreude? Vielleicht auch ein wenig. Vordergründig aber
sicherlich das schonungslose Aufeinanderprallen zweier Welten, die unterschiedlicher
nicht sein könnten. Ein heftiger Knaller. Gigantisch. Etwas, das
man weiterzeigen möchte, weil es so außergewöhnlich ist.
Einen ersten Eindruck ihres bunten Treibens kann man unter www.happytreefriends.com sich erhaschen. Witziger und wesentlich umfangreicher geht es dann auf
der DVD "First Blood" weiter. Neben 14 Episoden und weiteren
versteckten Bonusfolgen, originalen Zeichnungen und Skizzen erfreut besonders
der interaktive Bereich: "Smoochies". Kleine harmlose Geschenke
warten darauf Giggels, Cuddels, Toothy oder Nutty überreicht zu
werden, um dann… … No cartoon animals were harmed during the
making of Happy Tree FRIENDS... ][ g
|