OUK das zweiund40ste ± druckvoll & reinigend ± April/Mai 03 Bla & Blub

Bla + Blub

Eine kleine Rundschau . . . . . . . . . . . .
Viel zu viel passiert und viel zu wenig davon erhält hier den ihm zustehenden Rahmen, weshalb mit diesen Zeilen zukünftig ein paar Highlights mehr an des Lesers Herz gelegt werden sollen. Vor allem neue Ideen, Gedanken und Experimente sollen hier vorgestellt werden, aber auch manch Altes, was bereits in Vergessenheit geraten sein mag ...

Im für manchen noch unbekannten Pfarrkirchen jährte sich zum fünften Male der Geburtstag des Club Bogaloo. Dessen Gründer Reinhard Wimmer, Josef Wiesmeier und Wolfram "Oscar" Aichner wollen wir hiermit herzlich gratulieren und fordern sie auf, auch weiterhin eisern ihren Vorsätzen treu zu bleiben. Mit viel Engagement lassen die Herren jedes Wochenende Clubkultur par Excellence in Mitten des bayerischen Nichts aufleben – und das ist nicht immer leicht. Dennoch gastierte dort schon mehr Prominenz, als in so manchem Großstadtclub, aber eigentlich ist das gar nicht das Ziel, das verfolgt wird. Vielmehr wurde im Bogaloo schon immer auch Wert auf lokale Akteure gelegt und mit den HipHop-Snackers Hone Y, Tominoka und Olly, TechHouse-Spezialist Doc Snijder sowie Drum'n'Bogaloo-Badass Toasta fand und pflegte man so erstaunlichen Nachwuchs. Weiter so, bitte.

In München gründete unlängst Reinhard Wimmers ehemaliger Labelpartner Marcus Hacker sein eigenes Label Perfect Toy. Und auch wenn Name und Logogestaltung schon einmal an gute alte Trance-Zeiten erinnern, widmet sich Marcus lieber vorzüglichem Funk, Soul und Jazz, durchaus auch der tanzbaren Art. Erstes Release war Florian Kellers "Creative Musicians"-Compilation, die unter eingefleischten Funk-Fans für Furore sorgte. Inzwischen gibt es mit dem Hypnosis-Album bereits die zweite CD-Veröffentlichung, auch wenn dieses nicht hundertprozentig zu überzeugen weiß. Das Stück "My Words" hingegen, das vor allem durch Marc Franks (Les Gammas) betörenden Gesang besticht, könnte zu einer kleinen Sommer-Hymne avancieren. ][ mb

Jimi Tenor @ Manufaktur. . . . . . . . . .
Sternenklare Nacht lag über dem ganzen Süden des Landes und frech verfroren lugten die Sterne herab. Dieses funkelnde Firmament verwandelte sich mit dem Eintreten in Schorndorfs Manufaktur in die glitzernden Umhänge der zehn Begleitmusiker des finnischen Gastes. Und gleich mit seinem Auftauchen auf der Bühne legte das Ensemble los, dem zahlreich erschienenen Publikum diesen einzigartigen akustischen Cocktail aus Easy Listening, Jazz und obskuren Popanklängen zu kredenzen. Aber irgendwie schien nicht so richtig Stimmung aufkommen zu wollen. Vielmehr standen fast alle wie angewurzelt an ihren Plätzen und bestaunten das musikalische Spektakel auf der Bühne, das zwischen Herbie Hancock, Sun Ra Arkestra und den beliebtesten Big Bands dieser Welt farbenfroh verstrahlt seinen Lauf nahm. Waren die schon alle auf einer eigenen Reise? Doch wo blieb der Groove? Man wartete darauf daß endlich der Funke von der Bühne das Parkett zum Lodern bringen würde. Doch das Warten zog sich dahin. Es zog sich fast durch die ganzen ca. 1,5 Stunden Spielzeit hindurch. Ohne daß sich groß etwas änderte. Vielmehr schien die Laune auch der Gäste so langsam sich zu der zu wandeln, die der blonde Star gerade vorgelebt hatte. Wenn Desinteresse zum Image gehört, dann ist es diesmal ziemlich schlecht rüber gekommen. Oder war das intergalaktische Bedientheit? Wenn alles flauschig ist im eigenen Kopf... Wirklich schlecht war das Konzert ja auch eigentlich nicht, und gelohnt hatte es sich allemal für die Angereisten, nur es war eben nicht das, was viele erwartet hatten und vielleicht auch die bunte Big Band zeitweilig suggeriert hatte. Es fehlte eben ein kleines Stück Party. Wo war der abgefahrene Moment? Dann plötzlich hellte die Stimmung etwas auf, mehrere Körper begannen sich den Stücken hin zu geben. Endlich schien dieser ominöse Knoten geplatzt zu sein. Doch nur für einen kurzen Moment, da auch schon gleich die erste Pause vor der ersten Zugabe erfolgte. Ein Lied. Abschied. Weitere Pause. Ein weiteres Lied. Das Licht ging an. Konzert vorbei. Einige Gesichter waren erstarrt in ungläubiger Erwartungsmimik. Schade… es hätte bestimmt noch recht abgefahren werden können. ][ g

Something is Broken . . . . . . . . . . . . . .
" SiB" nennt sich der neue Tonträger-Vertrieb aus dem Schwabenländle. Rino von Dublex Inc. und Jörg Röber (ehemals PP Sales) geben Stoff in Sachen Downbeats, Breakbeats, Drum'n'Bass, 2Step, Dub und Artverwandtem. Mit Farout, Ecco Chamber und Pulver sind die ersten zugkräftigen Boliden im Stall. Ansäßig im Hause Music Mail in Stuttgart, kann auf die dortige Infrastruktur zurückgegriffen werden. Da wird sich keiner auch nur irgendwas brechen... www.sib-distribution.com ][ lightwood

Happy Tree Friends - Episode #1 "First Blood" - Mondo-Media (DVD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
" Ach, sind die süüüüß", so liegt es einem auf der Zunge, wenn die putzigen Cartoonfreunde uns herzlich in ihre farbenfroh animierte (Flash?-)Welt einladen. Dort wo zum Beispiel Disco Bear zum flotten Tänzchen auffordert, Handy prächtige Baumhäuser errichtet oder Lumpy sich um den nötigen Spaß beim Karussellfahren kümmert. Jeder ist für den anderen da und zusammen vergnügen sie sich glücklich. Ein Szenario voller ungetrübter Glücklichkeit. Herzchennäschen. HAPPY. Schnell erobern sie durch ihr Ball- oder Versteckenspielen, ihren liebevollen Umgang miteinander und ihre kindliche Unschuld jedes Herz.
… Ritsch… Gerade erst sind ein paar Sekunden auf dem Bildschirm erstrahlt, als auch schon das Schicksal seinen Lauf nimmt. Irgendwie scheinen diese so goldigen Figuren von enormem Pech verfolgt zu sein, denn alles, was sie so selbstlos und gut gemeint in die Hände nehmen, endet in einem Desaster.
… Ritsch… Zwei Ärmchen halten der starken Zentrifugalkraft des Karussells nicht mehr stand, Rettungshubschrauber zerstückeln bei Rettungsaktionen neue Opfer, bevor sie selbst auf den zu Rettenden stürzen. Ameisen wehren sich mit aller Härte gegen die hungrige Tischgebetsunterbrechung von Sniffles dem Ameisenbär. Und auch heroische Rettungsaktionen von Splendid münden in eine ungewollte Enthauptung aufgrund eines die Flugbahn verstellenden Baumes. TREE. Erinnerungen an den nicht so ganz unwahren Part aus einem lange zurückliegenden Songs der Kinderzimmer Productions: "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint". Eine unglaubliche Überraschung explodiert in einem. Man traut kaum seinen Augen. Ungläubiges Schweigen, bevor die Lachmuskeln über ein Schmunzeln hinweg stärker und stärker zu zucken beginnen. Ist es Schadenfreude? Vielleicht auch ein wenig. Vordergründig aber sicherlich das schonungslose Aufeinanderprallen zweier Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein heftiger Knaller. Gigantisch. Etwas, das man weiterzeigen möchte, weil es so außergewöhnlich ist.
Einen ersten Eindruck ihres bunten Treibens kann man unter www.happytreefriends.com sich erhaschen. Witziger und wesentlich umfangreicher geht es dann auf der DVD "First Blood" weiter. Neben 14 Episoden und weiteren versteckten Bonusfolgen, originalen Zeichnungen und Skizzen erfreut besonders der interaktive Bereich: "Smoochies". Kleine harmlose Geschenke warten darauf Giggels, Cuddels, Toothy oder Nutty überreicht zu werden, um dann…
… No cartoon animals were harmed during the making of Happy Tree FRIENDS... ][ g


back