| Ein Mann und eine Frau gehen aufeinander zu. Isoliert von der Welt
durch Licht und Klang.
Sie stehen sich gegenüber, blicken sich an.
Stille zwischen ihnen.
Er schaut ihr in die Augen. Lang und sehr tief. Beide erkennen den Augenblick.
Sie erschrickt und weicht zurück. Zu viel der Möglichkeit.
Noch immer ruht sein Blick in ihrem. Er ist ein Versprechen, eine Aufforderung.
Er faßt nach ihr, umwirbt, umschleicht sie. Dreht sich, schaut nach
ihr. Sie ist fassungslos, gedankenlos.
Er ist zu schnell, zu schnell zu
nah. Sie fürchtet und erstarrt, steht. Komm, sagt er, geh mit mir.
Ummalt, umschreibt, umschreitet sie.
Ja, möchte sie sagen, kann sie nicht sagen. Es ist zu viel, zu schnell,
zu nah.
Begegnung um Begegnung, Möglichkeit um Möglichkeit verstreichen
und sie steht.
Sie kämpft mit ihrer Angst, windet sich, ringt und gewinnt. Nimmt
ihr Herz und wirft es weit weg. Sie geht auf ihn zu, blickt ihm in die
Augen. Erzählt ihm von den unendlichen Möglichkeiten ihres Herzens.
Umfaßt ihn, schmiegt sich an ihn, lockt.
Doch nun steht er, gedankenlos und blind. Sie sucht seinen Blick, findet
ihn nicht und geht.
Wieder ringt sie mit ihrer Angst. Doch ist sie herzlos,
machtlos. Also dreht sie, geht sie, schmiegt sich auf ihn zu. Macht ihm
Komplimente, Verheißungen, Verlockungen. Er antwortet nicht, der
Augenblick ist vorbei, verpaßt.
Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander, berührungslos und fremd.
Isoliert voneinander in einem Raum von Licht und Klang.
Stille zwischen ihnen.
][ lidoko
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