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Das Fünfte facettenreich & blickdicht | 3 Seiten Ewigkeit |
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| Ewigkeit | ||
In einem Staat, in dem Doktrien wie 'liberty & justice for all' hochgehalten werden und "the pursuit of happiness" als Lebensmaxime angesehen wird, regiert in Wirklichkeit das Geld. Moral und Ordnung sind Unterdrückungsinstrument, Segregation ist Alltag. Der in den 60er Jahren erfolgreich gestartete Versuch, eine Gleichberechtigung der Schwarzen in Amerika herzustellen, geriet mit Beginn des Vietnamkrieges in Vergessenheit. Die Worte Martin Luther Kings klangen zwar immer noch in den Ohren der black community, für den Rest der Bevölkerung jedoch war dieses Thema mit Kings Tod abgeschloßen. Die Industrie finanzierte ihre Geschäfte weiterhin auf Kosten der Minderheiten und nutzte jede ihnen gebotene Chance andere auszunutzen. In einem vom weißen Macho dominierten Land ist jeder eine bitch, black men, black women, even white women. Alle.
Resignation, Armut, Unzufriedenheit, vor allem aber mangelndes Selbstbewußtsein führten dazu, daß Schwarze gegen Schwarze kämpfen, East Coast vs. West Coast. HipHop mutierte zu einer Diss-Arie in der nichts und niemand verschont wird und während die Abschaffung jeglicher Sozialpolitik zu immer rigideren Umverteilungskämpfen führt - auf einen weißen Amerikaner unterhalb der Armutsgrenze treffen inzwischen sechs Schwarze - erfreuen sich die Reichen über die Einfacheit noch reicher zu werden. Gesteuert von der weißen Industrie, treiben sich Brüder in den Abgrund. Denn wer immer einen schwarzen Jugendlichen signt, nimmt nicht nur eine Karriere unter Vertrag, sondern ein ganzes Leben. Und er übernimmt die Verantwortung für dieses Leben. Doch für die Industrie wirft der Gangsta mehr Geld ab, als der auf Not und Mißstand aufmerksam machende Rapper. Und dank dieser Industrie und der Medien ist der Gangster zeitweilig die einzige Lösung für die Probleme der black community. Der Gangsta als Fiktion des schießwütigen, unehrenhaften Schwarzen.
Schon längst nicht mehr dient die Musik als Mittel zur Kritik. Zurückgezogen auf die reine Dokumentation der Tatsachen hat auch sie den düsteren Klang des Alltags angenommen. Weg ist der politische Anspruch der HipHop so wichtig werden ließ. Zu viele geben sich der Orientierungslosigkeit ihres Lebens hin. Neuerscheinungen werden von einem resignativen, niederdückenden Tonfall beherrscht, gepaart mit Sexismen und Verschwörungstheorien. Fragt sich, ob das Medium, das einst ausrückte um der weißen Suprematie den Kampf anzusagen, nicht Gefahr läuft, sich selber abzuschaffen, wenn am Ende doch nur wieder auf die eigenen Reihen geschossen wird.
Aus diesem Grund muß der schwarze Mann über seinen Schatten springen, will er denn frei werden. "But can you kill the nigga in you" fordert Isaac Hayes auf einem neuen Chuck-D-track zur Studie der eigenen Historie auf.
Doch wo Krieg ist, gibt es auch Opfer. Eines von ihnen ist Tupac Shakur, der am 7. September letzten Jahres von 4 Kugel getroffen wurde und sechs Tage später seinen Verletzungen erlag. Es war mit Sicherheit eines von vielen "Black-on-Black crimes", doch nichts anderes hätte mehr Aufmerksamkeit hervorrufen können, hätte die Medien so wachrütteln können, wie Tupacs Tod. Verwunderlich, daß ein Mann, der wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, als Volksheld angesehen wird. Wie kommt es, daß der Tod eines Künstlers als Tragödie bezeichnet wird, der seine Konkurrenten von Mobb Deep wegen Sichelzellanämie verhöhnte? Er war die Stimme der urbanen Angst, er war das Symbol für das schwarze Dasein. Längst hatte er eingesehen, daß er diese Welt nicht mehr retten kann. ER bemerkte den desorientierten Zustand in den Ghettos und enthüllte ihn der Öffentlichkeit um dem Leben seiner Brüder und Schwestern wieder Sinn zu geben. Er selbst allerdings hatte schon längst mit seinem "Thug life" schluß gemacht. Exit - 2Pac - Entrance - Makavelli. Niccolo Machiavelli, übrigens, war ein Märtyrer, der sich tot stellte, um nur wenig später wieder aufzuerstehen - Zufall?
In no way is this portrait an expression of disrespect for Jesus Christ - in der Religiösität endet die Suche nach Antworten. Und das nicht erst seit der Nation of Islam, welche sicherlich nicht das schlechteste Programm für den schwarzen Mann ist, um sich kennenzulernen. Auch in der Musik wird immer häufiger Gebrauch von Glauben gemacht. Noch ist nicht die Hoffnung verloren. ][ mb
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