OUK Das Sechste   super & bleifrei Brief an unsere Leser

Betr.:
TORQUE
Ed Rush, Nico, Trace, Fierce
No U Turn Records


Lieber Ralf,

kürzlich hattest Du uns in ‘Heimat und Welt’ (Nomen est Omen) berichtet, daß Drum’n’Bass das Ding der Stunde ist und selbst Tic,Tac,Toe von ihren Liedchen Drum’n’Bass - Remixe anfertigen ließen. Genialerweise hat dies den zuständigen Redakteur veranlasst Deinen Artikel auch noch mit einem Bild von diesen drei Gören zu garnieren. Aber am meisten hat mich jedoch Deine Feststellung überrascht, daß Drum’n’Bass immer jazziger würde. Selbst hektische Suche nach dem Erscheinungsdatum ergab, daß es sich tatsächlich um eine aktuelle Ausgabe und nicht wie kurzzeitig befürchtet um ein zwei Jahre altes Teil handelte. O.K., Schwamm drüber, es kann Dir jetzt geholfen werden. Die Herren Ed Rush, Nico, Trace und Fierce waren so freundlich und haben auf Ihrem Label No U Turn ein Album mit den zur Zeit definitiv amtlichen Beats und Breaks herausgebracht. Das solltest Du dir echt mal anhören, diese fiesen, völlig durchgedrehten Basslines sind einfach umwerfend und absolut typisch für den düsteren Sound von No U Turn Platten. Es knallt mit einer so massiven Wucht aus den Boxen, daß es Dich unweigerlich auf den Dancefloor treibt. Die Tunes auf dieser Platte sind absolut beststeppendes Material und aus den Blue Note Cafes dieser Welt nicht mehr wegzudenken.

Solltest Du die No U Turn - Releases des letzten Jahres verpasst haben, wovon ich ausgehe, dann würde ich Dir die CD-Version empfehlen, denn da sind auch so göttliche Bretter wie "Mothership", "Sector 3" und "Technology" drauf und als Dreingabe gibt’s noch eine Mix-CD von Ed Rush. Letzterer soll übrigens, so verlautete es aus regelmäßig gut unterrichteten Kreisen, am 24. April im S35 / Ludwigsburg seine Mix-Künste auch live darbieten. Ich hoffe wir sehen uns, ansonsten wüsche ich Dir alles Gute,

Dein Martin.





Es ist ganz klar. Französisches Vinylgut zählt zur Zeit zu den beliebtesten Mitbringsel aus dem heimischen Recordstore. Und während Motor-bass remixen was das Zeug hält, entführt einen Thomas Bangalter auf eine ausgedehnte Cut’n’Scratch - Tour. Doch von alle dem wollen wir uns distanzieren und lieber einen Blick in die heimische Labelküche werfen. Egoismus? Nein. Denn hier ist wirklich drin, was auf dem Cover steht. In langweiligem Schwarz kommt es daher und scheut doch keinen Vergleich mit der Konkurrenz. Manchmal etwas langatmig und schleppend, aber stets groovig (was für ein Allerweltswort) und immer mit dem gewissen etwas lockend, treibt es einen in den Abend hinein. Ein anderes mal hat es einen Jahrmarktflair vorzuweisen, der zwar kitschig, aber nie langweilig oder gar abweisend wirkt. Und während die erste noch singend das Herz zu erobern versuchte, wird hier der Charm instrumentaler Musik voll ausgereizt.

Doch auch auf der anderen Seite des Wassers gesteht man die Liebe zum Gesang. Mit pompösen Saxsoli und einer Bassline die nur Tanzen zuläßt, feiert man die gefundene Weißheit und gelobt der ewigen Treue. ][ mb


Novel Cuisine für den Housemann von gestern:

tiefschwarz - twentyfour seven - continue musics # arj snoek

- 125 ep - ladomat 2000 # jay williams - testify - soulfuric

Außer Konkurrenz, weil 5x so dick und 5x so gut:

session seven, compiled by david morales - ministry of sound 

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