OUK Das Siebte   Schüsse & Küsse ouk interview:
Claus Bachor

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    A b e r   w i r   k o m m e n    w i e d e r 

Idealismus ist ein Begriff, der sehr schnell in die Waagschale geworfen wird, wenn es darum geht Anfeindungen entgegenzutreten oder Lorbeeren einzuheimsen, doch nur selten entspricht dieser Bezug der Wahrheit. Ähnlich verhält es sich mit der oft bekannten Liebe zur Musik. Erst die Beständigkeit aber führt zu einer Verifikation. Beständigkeit und Charakterstärke, die in einem Festhalten an getroffenen Entscheidungen mündet, kaum einer erweist sich dieser Begriffe würdiger, als das Kölner Musikurgestein Claus Bachor. Am besten kann man ihn wohl als Mann auf des Messers Schneide beschreiben, der kein Blatt vor den Mund nimmt und gerade deshalb von vielen Seitenn einen ungeheuren Respekt erfährt.Trotz eines abgeschlossenem Geschichte-und Geographie-Studiums entschied er sich gegen den bürgerlichen Weg, was ihn zu einer der Kapazitäten und zu einer der grauen Eminenzen der neueren Musikgeschichte machte. Andererseits ist er mit Ausnahme seines Vaters, der es früher nicht wahrhaben wollte, in seiner Familie bis heute hierfür nicht akzeptiert. Der Zufall-in Gestalt einer TBC-Lungenerkrankung und eines anschließenden klimabedingten Aufenthalts in Nürnberg 1972-sollte den Weg Bachors entscheidend prägen. Seine mit schwarzen GI´s in Kontakt stehenden Cousins brachten aus den Clubs dem 13-jährigen immer wieder Platten von George Clinton, Fatback, der Jaydeefamily oder den Barclays mit, der hiervon begeistert war und fortan begann, sich selbst die Platten als Importe im Laden zu erschließen. Statt in Sportklamotten oder Bücher wurde von nun an nur noch in Vinyl-vornehmlich aus dem Black Music Bereich-investiert, wodurch sich ein Backkatalog von über 30000 Platten ansammelte, der heute auch als Gedächtnisstütze dient.

Claus Bachor

Bachor: Ich sehe Techno dadurch natürlich auch in einem anderen Kontext, als jemand, der sich erst seit 1990 damit beschäftigt. Es bringt zwangsläufig eine andere Sichtweise mit sich. Das soll jetzt kein Vorwurf an die Vorgenannten sein, aber durch das Wissen wird man sofort zwischen schwarzem Techno, originär von Detroit beeinflußt-nur von Detroit zu sprechen wäre falsch-, und dem Rest unterscheiden. Du wirst auch Ravetechno und alles, was an kommerziellen Auswüchsen entstanden ist, komplett ablehnen und nie spielen, wenn Du denn schwarzen Beat einfach fühlst. Es geht um rhythmisch treibende Elemente ohne dabei stumpf und massenkompatibel zu wirken.

ouk: Franky Bones warf Jeff Mills einmal vor, im Limelight den "Dominator" gespielt zu haben. War das für Dich auch schon ein Sakrileg?

B: Nein, Ich mochte den Dominator auch. Er hat das Prinzip der sägenden schneidenden Töne im Techno quasi noch auf eine neue Spitze getrieben. Alles danach war allerdings des guten zuviel. Aber Dominator ist genauso wie Mentasm ein stilprägendes Sample geblieben. Dazu kann man auch stehen. Später wurde es dann mißbraucht, was zu Auswüchsen wie "James Brown is dead", "James Brown is still allive" ect. führte. Da habe ich schon angefangen, mich von dieser Form von Techno zu verabschieden, was für mich auch Probleme als DJ nach sich gezogen hat. Die Weigerung, so etwas zu spielen, beschränkte meine Bookings auf 1,2 Clubs in Köln. Darüber hinaus hat sich kein Aas um Claus Bachor gekümmert, war ja auch richtig so.

ouk: Hat Dich Trance je interessiert?

B: Trance ist, als ob Du eine schöne krosse Waffel nimmst und in einen Topf mit übelsüßem Zeugs tauchst und das Ding saugt sich voll und wird so richtig süffig. Du kannst es auswringen und es wabert so aus und im Grunde genommen ist das Element, um das es eigentlich geht nicht mehr richtig wahrzunehmen. Trance ist eine üble grüne Masse, die immer mehr auswuchert und von den Leuten, die nicht schnell genug wegkommen Besitz ergreift. Ich konnte entkommen...Aber Trance ist nicht gleich Trance. Es gibt durchaus frühe House&Technotracks, die einfach nur hypnotisch waren. Die NuGroove-Maxi "Falling into a trance ist die komplette Versinnbildlichung dieses Begriffs auf musikalische Art und Weise, wie man es besser gar nicht mehr machen kann.

ouk: Betrachtet man den status quo der gesamten Musik, fehlen die Innovationen, etwas wirklich Neues ist nicht auszumachen, vielmehr werden zwar immer noch qualitativ hochwertige aber meist nur aus Gegebenem zusammengefügte Releases auf den Markt geworfen.

B: Richtig. Dies schlägt sich auch in Neo-Disco nieder, was ja nichts anderes ist, als die Zusammenführung von House mit Discosamples, aber teilweise gar nicht schlecht ist. Es macht Spaß sie zu hören, zu spielen und auch mit den Originalen verbinden zu können. Letztenendes gibt es tatsächlich wenig innovative Sounds, aber es gibt sie, wie beispielsweise von DJ Kareem , der richtungsweisende, stiltechnisch sehr reduzierte tracks fährt, die aber trotzdem nach vorne gehen und einem neue Hör-und Klangwelten eröffnen. Hingegen die bewußte Reduktion der Reduktion der Reduktion und der nochmaligen Reduktion, die als selbstauferlegte Disziplin z.B. bei Studio 1 sehr stark nachzuvollziehen ist, die im Grunde genommen nichts anderes ist,als Basic Channel der frühen Zeit in die heutige Zeit übertragen, ist auch langweilig und nichts Neues. Das neue Ding wird aber irgendwann schlagartig geschehen. Jeff Mills beispielsweise ist fähig wieder Tore zu öffnen, auch wenn er gerade auf dem bestehenden status quo verharrt, was aber auch vom equipment abhängig ist und das wird er wieder austauschen. Man muß sich einfach die Besten tracks herausgreifen. Einen solchen Zustand erreicht aber jede Musikrichtung. Viel schlimmer ist, das guter Techno nicht die Bedeutung hat, die er haben sollte. Stattdessen wird sehr viel anderer Müll über das zweite Houserevival, in diesem Zusammenhang auch Dancefloor, auf die Tanzfläche gespült, daß man schlichtweg nur noch kotzen kann. Das ist aber ein normaler Prozeß. Techno wurde jahrelang künstlich immer mehr nach oben gepuscht Hierfür war Frontpage das entscheidende Element-deutscher Größenwahn gepaart mit riesigem Output an VÖ. Das so viel die Nase vollhaben liegt auch an der riesigen Presseblase, die sich drumherum gebildet hat. Aber so erging es ja allen musikalischen Konstrukten, erst gehyped, dann breitgetreten und schließlich im Keller, was durch den Frontpage-Abgang noch eine pikante Note erfahren hat. Es hätte alles wieder ein bißchen in Richtung Techno umgeleitet werden können , wenn FP am Leben geblieben wäre. Das ist eben die Geschichte. Jetzt geht es zurück auf den Boden, worüber man aber gar nicht so unglücklich sein sollte. Nun ist Platz für eine Neuorientierung. Techno muß sich jetzt aus dem Untergrund neu entwickeln, die Truppen sammeln sich an einer dunklen Ecke und irgendwann geht es wieder nach vorne und ich wäre froh, wen ich da auch wieder dabei bin.. Das ist harte Arbeit und die Spreu wird sich vom Weizen scheiden, in der Form, wer hat den Durchhaltewillen, die Energie, für seine Musik noch einzutreten, wer beläßt es bei Lippenbekenntnissen und tritt den Rückzug oder den Schritt hin zum kommerziellen Dancefloor, Eurohouse an.

ouk: Proogreesivve attack...

B: Da kann ich nur furzen. Entweder es setzt meine Verdauungsvorgänge in Gang oder mich überfällt der natürliche Fluchtinstinkt.

ouk: Was hältst Du von den vielen Möchtegerns, die stolz der staunenden Menge von ihren 50 Platten und ihrem DJ-Dasein berichten und als Hintergedanken doch nur Geld und Frauen haben?

B: DJ´s mißt man nicht an der Zahl ihrer Platten, entscheidend ist die Liebe zur Musik. Diejenigen, die diese nicht mitbringen, werden auch nicht lange dabeibleiben. Bsp. DJ Perplexer. Wo hört man heute noch etwas von diesem Kerl. Er hat doch nur das jumping-on-the-band-wagon-Prinzip aufgegriffen und ist daran verdientermaßen auch wieder gescheitert.

ouk: Liebe zur Musik ist Deine Haupttriebfeder, beispielsweise konntest Du drei Tage nicht schlafen, weil Dir jemand eine Cheapplatte gestohlen hat...

B: Gute tracks mit Geschichte können mich vor Glück und Freude zum Weinen bringen und tiefe Empfindungen hervorrufen. Andere halten mich für bekloppt, aber sollen sie ruhig, ich habe meinen Spaß dabei und das ist wichtig. Es gibt viele, die genauso denken. Daryll Winn hat geweint, als ich ihm eine alte Platte vorspielte, die er nicht hatte. Arm in Arm standen wir da und es war einfach schön. Das sind Momente, die gibt einem sonst keiner. Es passt auch nicht in den Kontext unserer erfolgsgetrimmten Gesellschaft, für so etwas persönliche Dinge aufzugeben-man investiert ja sehr viel:Geld, Freizeit, Privatleben...-Es ist bei uns nicht wie in Großbritannien, wo Musikjournalisten den gleichen Rang wie ihre Politkollegen einnehmen und die Leute vernünftig miteinander reden. Bei uns wird das immer noch stigmatisiert. Es ist eigentlich schlimm, wie viele Leute in Deutschland honoriert werden, gemessen an dem Einsatz, den sie dafür bringen, während die Kommerznasen an ihnen vorbei noch die dicke Kohle verdienen. Es ist bitter, wenn man sich selbst 100% aufgibt und sich Tag und Nacht dafür einsetzt, etwas auf die Beine zu stellen und gerade die Nasen, die es nicht drauf haben, die nur ein Gespür für Breitenkompabilität besitzen, die dicke Kohle machen. Auf der anderen Seite muß man das akzeptieren. Wenn man sich für Innovationen einsetzt, kann man nicht die große Kohle machen.

ouk: Es fällt auf, daß Du gemessen an deiner Stellung eigentlich nicht den Bekanntheitsgrad erreichst, wie ein Väth oder Mills. Warum ist das so?

B: Ich habe so viel zu tun, daß ich es oft aus den Augen verliere, mich um Bookings und dergleichen zu kümmern. Ein Aspekt ist sicher auch die Stigmatisierung durch Frontpage..

ouk: Wie kam es dazu?

Claus Bachor

B: Als Leiter des Cut-Magazins war ich verantwortlich für einen selbstgeschriebenen kritischen Artikel und eine Quellensammlung bezüglich Westbam bzw. Marusha, die ich vor 3 Jahren bewußt in der zur Popkomm erscheinenden Nummer plazierte. Es gab daraufhin viel Diskussionsstoff, Motor (damaliger Major von Low Spirit) hat uns die Anzeigen entzogen, man forderte meinen Kopf und es gab ein offizielles Popkomm-pannel, bei dem ich mich mit Jürgen Laarmann und William Röttger im Interview anlegte. Fairerweise muß ich dazu sagen, daß dies auch der-erfolgreiche-Versuch war, Cut bekannter zu machen. Ich habe mich nicht prostitiuiert, aber das zu Vertretende popularisiert und die Auseinandersetzung mit J.L. und Röttger gesucht. Ich wußte, was auf mich zukam und habe auch verdient, was hinterher mit mir angestellt wurde und über mich ergehen lassen, aber auch viel Zuspruch erhalten.

Um auf die vorhergehende Frage zurückzukommen, durch die intensive Beschäftigung fahre ich einen ganz besonderen Stil, der absolut nonkommerziell ist. Davon weiß man und das verschließt Tore. Damit muß ich leben. Trotzdem zeige ich mir immer wieder selber, daß ich ein breites Publikum erreichen kann. Auf der anderen Seite bin ich in einem Alter, wo ich mir nicht mehr beweisen muß, daß ich als DJ ankomme und muß nicht jedes Wochenende auflegen (was trotzdem der Fall ist). Ich habe aber trotz allem eine Menge gesehen und nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben. Eine Genugtuung ist, daß ich ´97 wieder auf der Loveparade auflegen werde, wie 1990 als ich mit Roland Casper, Jonzon und Motte im Anschluß an die Parade (300 Leute und alle glotzten blöd) im Ufo aufgelegt habe: Vor uns standen Dick und Westbam und staunten , was für Sounds wir aufgelegt haben und das ist ein verdammt gutes Gefühl. Diese Nasen, die im Grunde unverdient eine Menge Credits eingeheimst haben, haben zugeschaut. Sollen sie ruhig in Anspruch nehmen, was ihnen von vielen Seiten zugeschrieben wird, aber ich weiß, was wirklich los war.

ouk: Denkt man an die"Monkey say, monkey do" oder "Alarm clock"-Zeit oder noch früher zurück, kann man Westbam aber doch nicht nur Schlechtes attestieren, oder?

B: Man muß ihm zugute halten, daß er von Münster aus konsequent seinen Weg gegangen ist und Recordmixart in Deutschland populär gemacht hat. Das ist sein eigener Verdienst. Vieles, auch seine quasiphilosophischen Traktate, war aber einfach überflüssig und hat der Sache bis hin zur Raving Society eher geschadet.

ouk: Du bist Herausgeber von D!zko 2000, hast aber auch schon bei etlichen anderen Magazinen mitgewirkt, wie z.B. Raveline, Beam me up oder der von uns hochgeschätzten House attack...

B: House attack war die Idee von Jörg Burger (Bionaut, Burger Industries) und mir. Wir haben uns dann wegen unterschiedlicher Ansichten in Bezug auf Anzeigenpolitik und Inhalt getrennt. Nun erscheint es als Ergebnis dieser Trennung als Quartheft, daß Techno und die Delirium-Warenkette featured. Die House attack ist sehr gut, aber man erreicht zuwenig damit. Erreicht wird ein bestimmtes Publikum, ein hohes Maß an Reputation in bestimmten Teilen von Technoworld, aber über ein bestimmtes Segment hinaus keine erzieherische Wirkung. Das ist schade, denn man beschneidet und beschränkt sich selber, obwohl man mehr Einfluß verdient gehabt hätte. Daher befasst sich D!zko 2000 mit dem globalen Dancebegriff, aber mit der Prämisse meine Sicht von House&Techno weiterzuverkaufen. Es wird z.B. keine Platte, die am Anspruch vorbeigeht, gut rezensiert, d.h. schlechte Platten werden auch als solche rezensiert. Die Ausrichtung an den Gepflogenheiten des Marktes kann man heute auch reinen Gewissens tun, denn wir haben nicht mehr eine Techno-Dance-Gesellschaft sondern eine Dancekultur, also den Zusammenfluß der verschiedensten Elemente von Soul, Funk über Ragga, Trip Hop, Drum´n´bass, Abstract Dance bis hin zu House&Techno und gerade diese Interdependenz führt zu einer viel größeren Spielvielfalt und zu einer Variabilität, die für viele interessant ist und Leute zusammenführen kann, was Techno-Techno war für mich auch immer nur ein Bestandteil von Dancemusic-und Dance auch wieder nach vorne bringen wird. Wenn wir jammern, daß es Techno so schlecht geht und die Musik zu wenig innovativ ist, dann liegt in dieser Situation vielleicht auch unsere Chance, weil auch ganz neue Leute wieder den Mut haben, sich mit Dance auseinanderzusetzen. Was ist denn House gewesen? Eine Fortentwicklung von Electro und Disco zu einer Zeit als man auch von Stagnation sprach. Als in der House- und Hip Hop-Zeit von Stagnation gesprochen wurde, war auf einmal Techno da. Heute sind gerade die vielen Themen, die wir haben die eigentliche Neuerung, die alles wieder spannend macht, was nicht heißt, daß man seinen eigenen Vorlieben-in meinem Fall also Original House und eben Techno-aus den Augen verliert, ganz im Gegenteil. Mit 37 Jahren bleibt mir nur noch übrig, auch in Zukunft dabeizubleiben. Das ist mein Leben und es macht Spaß, auch wenn man viel reinstecken muß.

ouk: Gibt es einen "Bachorzirkel" in Köln?

B: Ich bin immer bemüht nach allen Seiten hin offen zu sein und verenge daher nicht alles auf einen kleinen Zirkel. Man kann sagen, daß es rechts natürlich einige Konstanten gibt, aber links ein Wandel stattfindet. Das ist auch wichtig für eine ausgewogene Arbeit, um neue Trends gleich absorbieren und darauf reagieren zu können. Der Zwang auf neue Dinge reagieren zu müssen hält einen auch jung und am Leben.

ouk: Auffallend an unserer lustigen kleinen Technowelt ist die Bodenständigkeit und Normalität fernab jeglicher Strallüren bei den wahren Helden dieser Szene, egal ob das nun Claude Young, Hell oder eben Claus Bachor ist. Warum ist das so?

B: Techno wird ja der Verdienst bescheinigt, über gesellschaftliche Grenzen hinweg die Ohren der Menschen für einen Sound zu öffnen, der immer wieder vorhandene Strukturen hinterfragt und gebrochen hat. Entscheidendes Element für die soziale Fähigkeit der Menschen untereinander agieren zu können ist, den Standesdünkel hinter sich zu lassen, unvoreingenommen auf andere zuzugehen und zu versuchen, mit ihnen zu sprechen, was nicht immer gelingt. Es hängt letztenendes von einem selbst ab. Bei mir ist es sicher ein Ergebnis meines Lebensweges, der mir den Blick geweitet hat. Das gemeinsame Interesse, nämlich die Liebe zur Musik, ist auch ausschlagebend dafür, daß man heute auf Leute zugeht, die man früher auch mit der Kneifzange nicht angelangt hätte. Mir ist auch ein drogenverstrahlter Clubber bedeutend lieber, als ein arroganter Politiker, der vor einer Besuchergruppe steht und einen Scheiß vom Himmel herunterlügt, nur damit sie bei der nächsten Bundestagswahl ihre Stimmen an ihn vergeuden. Denn der Verstrahlte ist in seinem ganzen Sozialgehabe wahrscheinlich ehrlicher und korrekter, als irgendso ein dummes Arschloch, das in Bonn die Leute verscheißt.

 

ouk: Was fällt Dir zu folgenden Stichworten ein?


Außerirdische
Ich glaube an meinen Schutzengel, der mich schon oft aus Situationen errettet hat, bei denen ich auf die Nase hätte fallen müssen.

Deutsche Mitbegründer der Szene
Motte, Jonzon, Rok, Hell, Roland Casper, Electric Indigo, Ingmar Koch (Walker), auch wenn uns teilweise Welten trennen, dann Mike Ink, J.Burger und so widersprüchlich das klingen mag auch Triple R.

Sport
Badminton, Kraftsport, Technotanzen.

Chikago
Roots.

Hale-Bopp
Schöne Party in Luxemburg, schöne Rückfahrt mit meiner Freundin und ein Phänomen, welches den Blick auf die Träume lenkt.

TV&Radio
Notwendige Begleiterscheinung unserer Zivilisationsform. Ich lese lieber.

Derrick May
character.

Helmut Kohl
für seine Zeit das, was Willy Brandt damals als Karikatur mit seinem Kopf im Schnapsglas war.

Lieblingsschriftsteller
Erik Ambler.

1.Platte (geschenkt/selbstgekauft)
Simon&Garfunkel:Bridge overtravelled water/Barclays:To hard to stop 1972.

Karrottensaft
Vitaminhaltiges Produkt, gut für die Sehfähigkeit und die Regenerationsfähigkeit der Ohren.

Submerge
Heimat, obwohl man nie dagewesen ist. Detroit ist für mich, was für andere Mecca ist und ich hoffe bald hinzukommen.

Die Inselfrage
Freundin, Plattensammlung und Soundsystem, nein, ich bin prakisch veranlagt, also vor allem ein Überlebensset.

Nochmal Frontpage
Ich habe mit Cut selber erlebt von einem zum anderen Tag ohne Arbeit zu sein. Ich weiß also, wie es ist und kann nicht über die Leute von FP hämisch lachen, auch wenn ich mir jahrelang gewünscht habe, daß dieses Blatt an den Arsch geht. Lachen kann ich nicht. Es ist bitter. FP hat auch seine Verdienste, auch wenn J.L in seinem Größenwahn die Dinge auf die Spitze getrieben hat. Es ist einfach schädlich, wenn eine Bewegung so ausgetreten wird. Unabhängig von persönlichen Animositäten zu Bleed und Riley kann man sagen, daß diese Inhalte etablieren konnten, die ungewöhnlich waren. Obwohl ich sie privat am liebsten in die Tonne treten würde, sind sie fachlich versiert, wie auch z.B. ein Thorsten "Stöpsel" Schmid (Groove) oder ein Dirk Waldmann (Raveline).

Konkurrenz
DJ´s können noch so gute Freunde sein, Konkurrenz herrscht immer. Das Segment, gerade in der aktuellen Situation, in der wir arbeiten, war nie sehr groß und ist wieder sehr klein geworden und die Möglichkeit Jobs zu besetzen, wenn man wirklich das, was man als DJ verkaufen möchte auch ausspielen kann, ist sehr gering. Jeder stichelt gegen den anderen und kaum einer versucht durch Qualität zu überzeugen, was auch sehr schwer ist. Was mich aber am meisten anpisst, ist, daß man eine tolle Party gemacht hat, die Leute geschrien und gefeiert haben und am nächsten Tag keiner mehr Notiz davon nimmt. Im Gegenteil, es wird noch schlecht über Dich geredet, weil irgendein Kollege mitbekommen hat, daß Du besser warst als er und Angst hat, daß Du vielleicht nächste Woche seinen Platz besetzt. Wenige honorieren die Arbeit der anderen. Das ist ein Phänomen der deutschen DJ-Kultur und Neidgesellschaft. Es wäre viel mehr zu erreichen, wenn alle zusammenarbeiten würden. Das ist das Element, womit man diese scheiß Bewegung wieder stark machen könnte, wenn alle, denen ewtas an der Musik liegt, sich regional zusammentun und auf diese Weise wieder Leute für Partys mobilisieren.

Diskographie
Essex 01
Essex 02
Electrodog

coming soon

Eine Mix-CD auf dem Label der Subculture-Kollegen mit Detroit-Electro und Techno-Bass-tracks.][motik

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