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Das Siebte
Schüsse & Küsse
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Der motikologische Einschub
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Be Good Be Bad Just Be ( C.Klein)
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Niemand weiß mehr, woran er ist. Allerorten regiert der Schein. Daß er trügt, drängt sich einem oft geradezu auf, teilweise aber ist das nur schwer zu erkennen. Es scheint mehr und mehr darauf anzukommen, etwas darzustellen, was dem eigenen Naturell widerspricht. Immer dem Wind nach, immer auf Höhe des Zeitgeschehens. Manche haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Außenwelt zu täuschen. Es wird ein Ideal vorgespielt, welches bei näherer Betrachtung schnell wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht. Das Geflecht aus Lügen, Tatsachenverdrehungen und Schauspielkunst verdichtet sich nicht selten derart, daß ein Ausweg gar nicht mehr möglich ist. Der Blick für die Realität weicht im besten Fall einer Selbstverleugnung, meist weiß der "Täter" aber ganz genau, daß er den Gegenüber hinters Licht führt. Die Verstellung ist die große Kunst der 90er. Wichtig sein ist in und wer nicht ist, was er sein will, muß eben so tun, als ob. Es scheint geradezu unausweichlich, sich dem anzupassen. Bei geschickter Handhabung ist dieses Verhalten der beste Weg zum Erfolg. Viele lassen sich von subtiler Selbstdarstellung blenden. Bei weniger gewandter Auftretensweise erweist sich aber schnell der Arschkriecher, Mitläufer und Ja-Sager oder eben der Wannabe, je nach Situation. Jedenfalls sollte man meinen, daß dem so ist. Im Sport ist es einfach. Betrachtet man das Teilnehmerfeld eines großen Jugendtennisturniers, so ist nicht selten der Unscheinbare mit den gewöhnlichen Klamotten am Ende im Finale. Diejenigen, die sich als große Stars gerieren bleiben größtenteils auf der Strecke. Trotzdem wahren sie den Schein zumindest im Alltag, indem sie sich weiterhin als kommende A.T.P.-Nr.1 verkaufen. Auf dem Tennisplatz aber, werden sie nicht mehr ernst genommen. Hier zählt Leistung und sonst nichts. Anders ist es außerhalb solcher direkten Vergleiche. Das Schlagwort "Leistungsgesellschaft" muß differenziert betrachtet werden, denn nicht Leistung und die Bereitschaft hierzu, sondern Beziehungen stehen an vorderster Stelle. Bezeichnend ist die Situation der Techno/House-Szene. Hier erkauft der Möchtegern sich die Zugehörigkeit in einem Clubwearladen, nutzt das Vitamin B und befindet sich plötzlich als Unwissender unverdient in einer Position, deren Anforderungen er nie erfüllen wird, was mit Sicherheit mit ein Grund für die Agonie des elektronischen Hörgenußes ist. Würde den wirklich Fähigen, die ohne Aneinanderreihung von Charthits und ohne Selbstheroisierung eine Tanzfläche zum Glühen bringen, der Stellenwert eingeräumt, der ihnen zusteht, hätten wir nicht unter dieser Masse schlechter Veranstaltungen zu leiden, an denen letztendlich Techno zugrundeging. Ein Set, wie es uns Hell kürzlich im Depot zauberte, noch dazu in einer solchen Location, konnte dieser Musik neue Liebhaber erschließen, aber keiner wird diesen Ort mit der Einsicht verlassen haben, Techno/House sei wohl nun am Ende. Das erledigt dann schon DJ Furunkel mit Hits und Mixgrausamkeiten in der Glitzerdiskothek ihrer Wahl.
Selektion, kritisches Denken und Hinterfragung des Geschehens, nicht das blinde Vertrauen in das Vorgegebene, sind Essentialia zum Schutze der Individualität, denn es besteht durchaus eine versteckte Transparenz, die durch einen Blick hinter die Kulissen unschwer zu erkennen ist. Wäre schön, wenn Qualität Meßlatte der Einschätzung sein könnte, auch wenn dadurch so manches Luftschloß in sich zusammenbräche.Your turn...][motik
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