|
|
Das Achte bunt & dufte | 70 Zeilen unbekannter Herkunft |
Die Spice Girls findet er eklig, Liebeslieder macht er keine und Schauspieler haßt er. Hamburg gefällt ihm jetzt doch, aber wie er die Sterne findet und woher das Original von "Stoned faces don't lie" stammt, verrät er nicht. Mit NDW hat er seine ersten Erfahrungen ge-macht, um nun nach kurzer Verweildauer zum Überholen anzusetzen.
Seine NEUen Platten haben, so glaubt er, keine bestimmte Kundschaft, denn schließlich versucht man heutzutage genrefreie Musik zu machen. Ein Punkt, in dem sich unser Herr mit the Prodigy gleicht. Auch die Ansicht, daß man mit kurzen Textstücken genauso viel vermitteln kann, wie mit einem 2-Seiten-Text, teilen sie sich. Die Bühnenshows und Videos sind einzigartig, und das Outfit beider ist auch nicht alltäglich. Ein Bär auf der Bühne ersetzt das Krokodil im Bett. Wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, daß das nicht als Varieté oder Theater verstanden werden soll. Man kann doch nicht einfach eine Frau in die diskriminierende Rolle einer Playbacksängerin stecken. So stellt ganz einfach ein Bär bzw. eine Pappfigur die Vocalsamples dar. Vervollständigt wird das Bild durch einen Schlagzeuger, einen, der die verkleinerte Version des Studios (Keyboard, Atari,...) bedienen darf, und den Künstler himself, der selbstverständlich nicht playback singt.
Aber um noch einmal auf die genrefreie Musik zurückzukommen, wie kommt der Bezug zur Technoszene zustande? Nun gut, da hätten wir zunächst einmal ein Remixalbum, das zweigleisig fährt - Hooligan, ... vs. Mike Ink, ... oder Kommerz vs. Klangforschung. Dann die Produktionstechnik, die im weitesten Sinne der von Techno gleicht. So bilden Samples, gesammelt auf Kassetten und anschließend selektiert, die Basis seiner ganzen Musikstücke. Die Herkunft interessiert später nicht, denn hier wird versucht, gegen den Ursprung der Samples anzugehen. Das Sample als wertfreies, einfaches Arbeitsmaterial verhindert das Entstehen von Retromusik.
Die musikalische Vergangenheit spielt zwangsweise bei jedem Künstler eine Rolle und so werfen wir einen Blick auf Ende 70er/Anfang 80er. Eine Hauptrhythmusform mit Namen "Boogie" scheint unseren Herrn dort wohl sehr beeindruckt zu haben. Beinahe undenkbar, daß ein einziger Rhythmus gleichzeitig in der elektronischen Musik und der Rockmusik für diese Zeit prägend ist. So meint das zumindest unser Gegenüber. Es tauchen für ihn plötzlich völlig neue Perspektiven auf, z.B., daß die ersten Human League-Platten gar kein "Disco", sondern "Boogie" waren.
Grundlegend bleibt zu sagen, daß man sich die Eigenständigkeit in der Musik durch den Rhythmus sichert. "Andere Musik" kann folglich durch die Verwendung von Boogie in Kombination mit NDW und Techno entstehen.
][ lightwood
][ Vielen Dank an "Alexander" Dorau
][ Mit freundlicher Unterstützung von Satoki & Harakiri
|