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Das Neunte up & down | Erfahrungsbericht eines Mitmenschen |
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e r f a h r u n g
sBericht |
eines Mitmenschen |
Technik ist jetzt und hier. Ein Blick auf die örtlichen Gegebenheiten
beim Lesen dieses Tatsachenberichts sollte genügen, um diese These
zu untermauern. Ausgenommen sind natürlich die Menschen, die meinen
ouk liest sich in naturnaher Umgebung am Besten.
Doch wer sich im Auge des Sturms aufhält, verkennt die Wirklichkeit.
Allumfassend, und in allen Lebensbereichen vorhanden, führten Technik
und Wissenschaft in eine Abhängigkeit, die offensichtlich niemand
zu stören scheint, solange es die Lebensqualität verbessert.
Dies öffnet für Menschen mit Abneigung gegen jegliche Technik
einen tiefen Zwiespalt, der nicht überbrückbar ist. Gerade diese
Verächter sind es, die in ihrem späteren Leben die Hilfe von
hochtechnisierten Krankenhäusern und anderen Institutionen in Anspruch
nehmen, und das auch noch für selbstverständlich erachten.
Wer kann es sich denn heute noch leisten, bei akuten körperlichen
Beschwerden nicht den Arzt aufzusuchen und auf Therapien und Behandlungsmöglichkeiten
auszuweichen, die der eigene Körper nicht vollbringen kann?
Das Vertrauen in eine Göttliche Macht, wie es bei einigen Sekten
der Fall ist, hilft allerhöchstens psychosomatische Krankheiten zu
lindern, aber nicht, im Sinne der modernen Medizin.
In letzter Zeit häufen sich jedoch Experimente, die ein merkwürdiges
Licht auf unsere Halbgötter in Weiß werfen. Genannt sei hier
nur eine hirntote schwangere Frau, die um jeden Preis am Leben gehalten
wurde. Was nützt es dem Kind als Beispiel für Ausschöpfung
des Möglichen zu dienen, wenn es nachher ohne Mutter aufwachsen muß.
Technik ohne ethische Maßstäbe ist nicht vertretbar. Gleiches
gilt für alle anderen Bereiche der Wissenschaft und Forschung.
"Die werden schon wissen was sie tun, sie haben es schließlich
gelernt".
Haben sie das wirklich? Die objektive Herangehensweise und der Umgang
mit Wissen sind ein Trugbild, das weit verbreitet ist.
Wir leben in einer Zeit, in der die technische Entwicklung die soziale
längst überholt hat. Mitten im Herzen von Europa, kurz
vor der nächsten Jahrtausendwende, bricht ein Krieg aus, und die
angrenzenden Industrienationen sehen tatenlos zu. Die Zahl der Konflikte
weltweit ist gestiegen, wahrnemen will das niemand. Für manche liegt
es in weiter Ferne, doch der letzte Weltkrieg ist erst gute 50 Jahre her.
Möglich gemacht wurde er durch hervorragende Wissenschaftler und
helle Köpfe die sicher nur objektiv nach neuem Wissen forschen wollten.
Die Anwendung der neuen Erkenntnisse in Produktion und Einsatz an der
Front ließen die Zerstörung von Leben in dem bekannten Ausmaße
erst Wirklichkeit werden.
Zurück im Jahre 1997 scheint dies unvorstellbar, doch gerade Deutschland
ist in der Rangliste der internationalen Waffenexporteure noch hoch plaziert.
Technik kann und wird mißbraucht, das ist aufgrund der menschlichen
Verhaltensweisen unabdingbar. Dennoch sollte man sich vor Augen halten
wie sehr man manipuliert wird, ohne daß es einem bewußt ist.
Die Medien, zu denen auch dieses Magazin zählt, formen Ideen und Vorstellungen
in den Köpfen der Kosumenten. Was geschieht jedoch, wenn aufgrund
eines technischen Versagens diese Meinungsmaschinerie ausfällt?
Verlust eines Fernsehers oder Verzicht auf das eben genannte Gerät
kann für manche Menschen eine Kontingenzerfahrung sein, abhängig
davon, wie oft die Elektronenröhre in Betrieb war und auch fleißig
benutzt wurde. Eine persönliche Erfahrung, die es zu meistern gilt,
da vorher schnell verschaffte Ablenkung möglich war, die sicher oft
bei Problemen und Stresssituationen (drei mal "s" ... ist das die neue
Rechtschreibung auf die wir alle gewartet haben?) genutzt wurde. Für
die Experimentierfreudigen unter der ouk-Leserschaft empfehle ich mal den
Netzstecker für einige Wochen zu ziehen.
Eine unmittelbare Steigerung der Lebensqualität kann nicht garantiert
werden, aber bei Benutzung von Tageszeitungen zur Befriedigung des Wissensdurstes
kann sich nach einiger Zeit eine deutliche Veränderung der Gepflogenheiten
abzeichnen.
Was nützen alle Vorteile der Technik wenn der Mensch damit nichts Konkretes anfangen kann oder schlichtweg überfordert ist. Sprachlosigkeit und gähnende Leere in den Köpfen vieler Menschen scheint die Regel zu sein. Ob das alles eine Folge der permanenten Reizüberflutung ist, sei dahingestellt. ][ Simon "vivid" Jarosch
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Die Frage,
die bleibt: |
Ist genügend Strom für Alle da? |
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